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Golden Rice. Ein gentechnisch verändertes Lebensmittel zur Eindämmung eines weit verbreiteten Vitamin A-Mangels?

Titel: Golden Rice. Ein gentechnisch verändertes Lebensmittel zur Eindämmung eines weit verbreiteten Vitamin A-Mangels?

Hausarbeit , 2014 , 23 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Nora Schrader (Autor:in)

Biologie - Genetik / Gentechnologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit thematisiert die Möglichkeit, einen weit verbreiteten Vitamin A-Mangel mithilfe einer gentechnisch veränderten Reissorte einzudämmen und diskutiert unter Einbezug verschiedener Ansichten die Chancen und eventuellen Problematiken dieses Vorhabens.
Um mit einem Zitat von Transgen 3 (o.J.) zu beginnen: „Nach Schätzungen der WHO leiden weltweit rund 127 Millionen Kinder im Vorschulalter an Vitamin A-Mangel. Bis zu 500.000 erblinden jedes Jahr, etwa die Hälfte von ihnen stirbt innerhalb eines Jahres nach der Erblindung“.
Tatsächlich leiden viele Heranwachsende vor allem in afrikanischen und asiatischen Ländern, in denen Reis Hauptnahrungsmittel ist, unter einem Vitaminmangel. Reis selber enthält kaum Provitamin A und kann den Tagesbedarf eines Menschen somit nicht decken (vgl. ebd.). Beim Lesen dieser Zeilen entsteht die Frage, weshalb man den Mangelerscheinungen der betroffenen Bevölkerung in Zeiten gentechnischer Verfahren nicht entgegen wirken kann. In der Tat findet die grüne Gentechnik in der Landwirtschaft und in der Lebensmittelherstellung Anwendung, wird jedoch kontrovers diskutiert (vgl. Krause et. al. 2011). Hier gibt es den Ansatz, in Pflanzen Gene einer anderen Spezies einzubringen, um beispielsweise agronomische Eigenschaften wie Krankheits- und Stressresistenz zu erzielen, oder andere Charakteristika wie Inhaltsstoffe oder Nährstoffzusammensetzungen zu modifizieren (vgl. BioSicherheit 2011). Letzteres wurde im Hinblick auf eine Verbesserung der eingangs beschriebenen Situation versucht: Reis wurde mit Beta-Carotin, einer Vorstufe von Vitamin A, angereichert und der sogenannte Golden Rice entstand (vgl. Frey 2001: 4-7). Diesen möchte ich in der vorliegenden Arbeit genauer betrachten und folgenden Fragestellungen nachgehen:
Sollte der Golden Rice einen Beitrag zur Deckung des weit verbreiteten Vitamin A-Mangels leisten? Unter welchen Bedingungen wäre dies denkbar?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Vorgehensweise

3. Vom klassischen Reis zum Golden Rice

3.1 Systematik Reis und wissenswerte Fakten

3.2 Die Bedeutsamkeit von Vitamin A

3.3 Die Entstehung des Golden Rice

4. Golden Rice und die mögliche Deckung des Vitamin A-Bedarfs

4.1 Mögliche Chancen des Golden Rice

4.2 Mögliche Problematiken des Golden Rice

4.3 Die Diskussion über den Golden Rice

5. Zusammenfassung und Ausblick

6. Bibliografie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Hausarbeit untersucht kritisch, ob die gentechnisch veränderte Reissorte "Golden Rice" einen effektiven Beitrag zur Eindämmung des in Asien und Afrika weit verbreiteten Vitamin-A-Mangels leisten kann. Dabei steht die Abwägung zwischen den technologischen Chancen und den wissenschaftlichen sowie sozioökonomischen Problematiken im Fokus der Forschungsfrage, um unter Einbezug der aktuellen Studienlage ein fundiertes Urteil über die Sinnhaftigkeit dieses Vorhabens zu bilden.

  • Grundlagen der grünen Gentechnik am Beispiel der Reispflanze
  • Biologische Notwendigkeit von Vitamin A und Folgen der Unterversorgung
  • Entwicklungsprozess und technischer Hintergrund des Golden Rice
  • Diskussion über Chancen wie die kostenfreie Verfügbarkeit für Kleinbauern
  • Kritische Analyse potenzieller Risiken, wie unklare gesundheitliche Auswirkungen und ökologische Bedenken

Auszug aus dem Buch

3.3 Die Entstehung des Golden Rice

Wie in der Einleitung angesprochen, ist ein Wirkungsbereich der grünen Gentechnik die Modifizierung von Wirkstoffzusammensetzungen in Pflanzen. Diesem Ansatz ist der Golden Rice zuzuordnen, der im Gegensatz zum nicht gentechnisch veränderten Reis Beta-Carotin in seinen Körnern enthält und aufgrund dessen eine gelbliche Farbe aufweist, wie die folgende Abbildung (2) verdeutlicht:

Das gesamte Projekt wurde seit 1990 von Beginn an in Kooperation mit internationalen Forschern und Unternehmen durchgeführt, die keine Lizenzgebühren verlangten. Zunächst mussten umfangreiche Forschungen über Stoffwechselwege erfolgen, die zur Synthese von Beta-Carotin führen. Dieses ist im folgenden Zitat komprimiert beschrieben:

In einer Voruntersuchung stellte die Gruppe fest, dass die vier letzten Enzyme des ß-Carotin Synthesewegs (…) im Endosperm des Reises fehlten (…) Die Arbeitsgruppe entschied sich, die Transformation mit dem Gen für das erste der fehlenden Enzyme, der Phytoen Synthese, zu beginnen. Zusammen mit den drei weiteren Genen des Carotensynthese-Stoffwechsels war dieses Gen von Peter Beyer an der Universität Freiburg aus der Osterglocke (Narcissus pseudonarcissus) isoliert worden. Schon diese ersten transgenen Reispflanzen erfüllten die Hoffnung der Forscher, denn im Endosperm synthetisierten sie eine Vorstufe des ß-Carotins, das Phytoen. Dies war ein grosser Erfolg, denn mit diesen Pflanzen liess sich zeigen, dass es möglich ist, einen vorhandenen Syntheseweg umzuleiten, ohne dadurch andere, lebenswichtige Funktionen der Pflanze zu beeinflussen. In einem nächsten Schritt sollten die weiteren drei Gene einzeln transformiert werden, um die transgenen Pflanzen anschliessend miteinander zu kreuzen und so den gesamten Syntheseweg in einer Reispflanze zu vereinen. Doch der Versuch, eine transgene Pflanze zu regenerieren, die ein weiteres Enzym des ß-Carotin Synthesewegs, eine Phytoen Desaturase, exprimiert, blieb mehr als ein Jahr erfolglos (Frey 2001: 5).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des weltweiten Vitamin-A-Mangels ein und stellt die Forschungsfrage nach dem Potenzial und den Bedingungen einer Anwendung des Golden Rice.

2. Die Vorgehensweise: Dieses Kapitel erläutert die methodische Recherche der Arbeit, die primär auf der Auswertung wissenschaftlich orientierter Internetartikel basiert, da eine dezidierte Fachliteratur zum Thema nur begrenzt verfügbar war.

3. Vom klassischen Reis zum Golden Rice: Hier werden die biologischen Grundlagen des Reises, die Bedeutung von Vitamin A für den menschlichen Körper sowie die technologische Entstehungsgeschichte des Golden Rice dargelegt.

4. Golden Rice und die mögliche Deckung des Vitamin A-Bedarfs: Das Kapitel analysiert die Chancen und Problematiken des Projekts und diskutiert diese im Kontext sozioökonomischer Herausforderungen sowie alternativer Bekämpfungsstrategien für Mangelernährung.

5. Zusammenfassung und Ausblick: Diese Zusammenfassung fasst die Erkenntnisse zusammen und stellt kritisch fest, dass eine abschließende Bewertung des Nutzens aufgrund fehlender Daten momentan nicht möglich ist, woraufhin alternative Lösungswege skizziert werden.

6. Bibliografie: In diesem Verzeichnis sind sämtliche verwendeten Quellen und Literaturangaben für die Recherche zur Hausarbeit aufgelistet.

Schlüsselwörter

Golden Rice, Gentechnik, Vitamin A-Mangel, Beta-Carotin, Reis, Mangelernährung, Transgene Pflanzen, Grüne Gentechnik, Ernährungssicherheit, Entwicklungsländer, Agrobakterien, Wirkstoffanreicherung, Biologische Verfügbarkeit, Kleinbauern, Lebensmittelsicherheit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Analyse des sogenannten Golden Rice, einer gentechnisch veränderten Reissorte, die zur Bekämpfung des globalen Vitamin-A-Mangels entwickelt wurde.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder sind die gentechnische Modifikation von Nutzpflanzen, die physiologische Bedeutung von Vitamin A sowie die sozioökonomischen und gesundheitlichen Auswirkungen von Agrarprojekten in Entwicklungsländern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu hinterfragen, ob der Golden Rice tatsächlich zur Minderung des Vitamin-A-Mangels geeignet ist und unter welchen gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Bedingungen dies realisierbar wäre.

Welche wissenschaftliche Methode wurde für diese Arbeit verwendet?

Die Arbeit beruht auf einer Literatur- und Quellenanalyse, bei der primär aktuelle, online publizierte Artikel und wissenschaftliche Berichte kritisch ausgewertet und diskutiert wurden.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die technologischen Hintergründe der Entstehung, eine Gegenüberstellung von Chancen und Problematiken sowie eine eingehende Diskussion, die den Nutzen gegen alternative Lösungsansätze abwägt.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Golden Rice, Vitamin-A-Mangel, grüne Gentechnik, Beta-Carotin-Anreicherung und Ernährungssicherheit in Entwicklungsländern.

Wie sicher ist die gesundheitliche Auswirkung von Golden Rice laut der Arbeit?

Die Arbeit weist darauf hin, dass bisher entscheidende Studien zur biologischen Verfügbarkeit des Beta-Carotins sowie langfristige Untersuchungen zu gesundheitlichen Folgen fehlen, was eine definitive Sicherheitsbewertung erschwert.

Welche Rolle spielen kleinbäuerliche Strukturen bei der Diskussion über Golden Rice?

Es wird diskutiert, dass eine lizenzfreie Bereitstellung des Saatguts für Kleinbauern zwar ein zentrales Argument der Befürworter zur Vermeidung von Abhängigkeiten ist, die Agrarstruktur vor Ort jedoch auch andere komplexe Probleme aufweist, die durch den Reis allein nicht gelöst werden.

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Details

Titel
Golden Rice. Ein gentechnisch verändertes Lebensmittel zur Eindämmung eines weit verbreiteten Vitamin A-Mangels?
Hochschule
Universität Hamburg
Note
1,0
Autor
Nora Schrader (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
23
Katalognummer
V295361
ISBN (eBook)
9783656932024
ISBN (Buch)
9783656932031
Sprache
Deutsch
Schlagworte
golden rice lebensmittel eindämmung vitamin a-mangels
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nora Schrader (Autor:in), 2014, Golden Rice. Ein gentechnisch verändertes Lebensmittel zur Eindämmung eines weit verbreiteten Vitamin A-Mangels?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295361
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Leseprobe aus  23  Seiten
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