Warum sind Schichtvulkane so gefährlich? (Klasse 8)


Unterrichtsentwurf, 2013
12 Seiten, Note: 13 Punkte
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Sachanalyse

Didaktisch-methodische Analyse

Verlaufsplan

Einbettung der Stunde in die Einheit

Geplanter Kompetenzaufbau

Literatur

Anhang

Der Schichtvulkan

Sachanalyse

Der Schichtvulkan, auch Stratovulkan genannt, ist mit ca. 90 Prozent der am häufigsten auf der Erde vertretene Vulkantyp. Er findet sich an Subduktionszonen und somit entlang des pazifischen Feuerrings, aber auch auf Island und im Mittelmeerraum. Der Stratovulkan setzt sich aus gemischten, aus Aschen- und Schlackenauswurf bestehenden Eruptions- und Ergussvorgängen (Lavaausfluss) zusammen. Der Austritt von Gasen, die in der Gesteinsschmelze enthalten sind, erfolgt bei den Schichtvulkanen meistens abrupt. Ursache dafür ist die kieselsäure- und gasreiche Beschaffenheit des Magmas. Lavafetzen werden hochgeschleudert, erstarren und fallen als Bomben, Lapilli und Asche zurück. Das Magma ist im Vergleich zu Schildvulkanen mit 700-900° Grad Celcius relativ kühl und durch den hohen Kieselsäure-Gehalt von ca. 55%-60% sehr zähflüssig. Es fließt daher nicht weit und bildet an den Hängen dicke Lavaströme. Durch die Abfolge von Asche und Lava entstehen die für Vulkangebiete meist charakteristischen Vulkankegel, die gewöhnlich raschen geomorphologischen Veränderungen unterliegen, weil der oberste Teil – der Vulkangipfel mit dem Hauptkrater – meist steil ist. Bereits während der Ausbrüche sacken die übersteilen Hänge und die Kraterwände jedoch zusammen und eine Caldera entsteht, aus der sich ein neuer Vulkankegel bildet. Diese Form wird nach dem klassischen Beispiel des Vesuv Somma-Vulkan genannt, der aus dem älteren Monte Somma und dem jüngeren eigentlichen Vesuv-Kegel besteht.

Vulkanausbrüche von Stratovulkanen werden auch plinianische Eruptionen genannt. Damit ist gemeint, dass es sich um außerordentlich explosive Ausbrüche handelt, die mit gewaltigen Aschefällen verbunden sind. Jene Asche kann bis in die Stratosphäre gelangen und dort mit der globalen Windzirkulation um den gesamten Globus getragen werden.1

Heutzutage gilt der Vesuv als ein inaktiver Vulkan, wobei die Fumarolen der Phlegräischen Felder zeigen, dass es im Erdinneren brodelt. Bereits seit 1970 hebt und senkt sich das Gebiet um den Vesuv jährlich bis zu einem Meter; seit einigen Monaten jedoch noch schneller als die Jahrzehnte zuvor. Eine Studie von Experten aus Neapel sieht Zeichen für einen Anstieg von Gasen im Erdinneren und bestätigt, dass eine riesige Magmablase die Phlegräischen Felder im Westen der Stadt und den Vesuv im Osten verbindet. Somit handelt es sich nicht nur im einen Ausbruch des Vesuv, sondern um eine Explosion des gesamten Gebiets, man spricht hier auch von einem Supervulkan. Die Auswirkungen dessen wären nicht nur regional, sondern auch national und teils global katastrophal.2

Didaktisch-methodische Analyse

Die Unterrichtseinheit „Relief der Erde: Die Wirkungsweise endogener und exogener Kräfte“ ist in den Richtlinien des Hessischen Lehrplans für die Klasse acht des gymnasialen Bildungsgangs verankert.3 Diese Einheit beinhaltet neben dem Gesteinskreislauf und der Plattentektonik auch die Thematik rund um den Vulkanismus mitsamt den positiven wie negativen Auswirkungen auf den Menschen.

Da die Thematik um einen Ausbruch des Vesuv derzeit sehr aktuell und ständig in den Medien ist, soll sie in der geplanten Stunde bearbeitet werden. Dabei soll den SuS bewusst werden, dass ein Ausbruch des Vesuv katastrophale Folgen hat – naturräumliche wie humane.

Das Raumkonzept, das dieser Thematik zugrunde liegt, ist der Raum als Container. Dabei ist der Vulkanismus als Wirkungsgefüge natürlicher Faktoren zu sehen, wie beispielsweise durch die Bewegungen der Kontinentalplatten, das Aufsteigen von Magma und dem zunehmenden Druck innerhalb der Magmakammer, das dann letztlich zum Ausbruch führt.

Des Weiteren wird hier der Raum als Konstruktion dargestellt, indem durch den Augenzeugenbericht eine Assoziation bei den SuS hergestellt wird, die sich dadurch diesen Raum gedanklich konstruieren.4

Den Einstieg in die Stunde bildet ein Augenzeugenbericht aus der Sicht des jungen Bürgers Plinius der Jüngere, der den Ausbruch selbst miterlebt hat und das Ereignis seinem Onkel in einem Brief schildert. Zur Visualisierung und für die Authentizität wird über den Overhead-Projektor der Originalbrief gezeigt, der für die SuS so jedoch nicht lesbar ist, daher wurde er von mir „übersetzt“. Des Weiteren sehen die SuS neben dem Vortrag über den Overhead-Projektor eine Karte zur Verortung Neapels und dem Standpunkt des Briefschreibers. In dem Brief wird beschrieben, wie der Ausbruch und die Stadt nach der Eruption wahrgenommen wurde. Da der Schreiber selbst schon einmal einen Vulkanausbruch miterlebt hat, der nach eigenen Aussagen jedoch glimpflich verlief, wendet sich der Junge an seinen Onkel, der ihm erklären soll, warum manche Vulkane wie der Vesuv so gefährlich sind. Hieraus ergibt sich das Problem, dem sich die SuS in der Gruppenarbeit stellen. Ich habe mich für diesen Einstieg entschieden, da die Schüler hierbei in die Rolle des Jugendlichen schlüpfen und sich eine Eruption vorstellen können. Des Weiteren ist der Augenzeugenbericht in einfacher Sprache, aber dennoch schülernah und spannend verfasst, der diesen Selbstbezug ermöglicht.

In der Erarbeitungsphase eignen sich die SuS anhand eines Textes den Typus Schichtvulkan an, tauschen sich darüber aus und übertragen ihr Wissen von der Text- auf die Bildebene. Dabei wird neben der geografischen Methodenkompetenz unter anderen die Lesekompetenz geschult, da sie den Text genau lesen müssen, um den Vulkan in seiner Form und Struktur dementsprechend zeichnen zu können. Während sich die Schüler den Aufbau des Vulkans in Partnerarbeit gegenseitig erklären, fertigen sie die Zeichnung zusammen in Gruppenarbeit an. Diese kommunikative Arbeitsform habe ich gewählt, da sich die SuS dabei untereinander austauschen und abstimmen müssen. Dabei sind sie gezwungen, ihre Aussagen ihren Mit-SuS gegenüber begründet hervorzubringen, um eine schlüssige Zeichnung zu vollbringen. Zur Visualisierung und zur Klärung möglicher unbekannter Fachwörter liegen vorne auf dem Pult Hilfe-Kärtchen bereit, die die SuS anschauen bzw. lesen können. Für besonders schnelle SuS liegt am Pult eine Zusatzaufgabe bereit, in der sie die aktiven Vulkane Europas aus dem Atlas ermitteln und in die stumme Karte auf dem Arbeitsblatt eintragen. Dabei erkennen sie, dass es in Europa nur wenige Vulkane gibt und diese gehäuft auftreten, wie bspw. in Italien. Die Sicherung erfolgt anschließend durch eine oder mehrere Präsentationsgruppen, die den MitSuS ihr Plakat vorstellen. Dabei wird erneut die Kommunikationskompetenz unter Beweis gestellt, da die SuS vor der Klasse ihre Zeichnung erläutern. Diese Phase dient allen SuS zum Abgleich mit ihrem eigenen Ergebnis. In der letzten Phase wird auf die am Anfang der Stunde genannten Vermutungen Bezug genommen, warum manche Vulkane so gefährlich sind. Damit die SuS dieses neue Wissen auch mit nach Hause nehmen können, vervollständigen sie zuletzt noch den auf dem Arbeitsblatt begonnenen Satz „ Vulkane wie der Vesuv sind so gefährlich, da…“.

In der Hausaufgabe haben die SuS nun die Aufgabe, ihr neu erworbenes Wissen und Können vom Naturraum auf den Menschen zu transferieren, indem sie sich die lokalen, regionalen, nationalen und globalen Auswirkungen des Vulkanausbruchs überlegen. Ich habe mich hierfür entschieden, da die SuS dadurch einen Aktualitätsbezug erfahren, sowie die Verkettungen zwischen dem Ausbruch und mögliche Auswirkungen in Deutschland bzw. der Welt erkennen müssen.

[...]


1 Vgl. Wilhelmy, Herbert (1981)4: Geomorphologie in Stichworten. Endogene Kräfte, Vorgänge und Formen: Beiträge zur Allgemeinen Geographie: Bd. 1. Hirt-Verlag, Kiel. S. 25ff. Vgl. Leser, Hartmut (1997)12: Wörterbuch Allgemeine Geographie. DTV-Verlag, München. S. 842.

2 Vgl. http://www.welt.de/wissenschaft/article110455449/Neapel-droht-Zerstoerung-durch-Supervulkan.html (15.02.2013)

3 Vgl. Hessisches Kultusministerium (2010):Lehrplan Erdkunde. S. 13.

4 siehe Sachanalyse, Punkt 2

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Warum sind Schichtvulkane so gefährlich? (Klasse 8)
Veranstaltung
Unterricht/Seminar
Note
13 Punkte
Jahr
2013
Seiten
12
Katalognummer
V295433
ISBN (eBook)
9783656932734
ISBN (Buch)
9783656932741
Dateigröße
999 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Warum sind Schichtvulkane so gefährlich, Schichtvulkane, Vulkanismus, Vulkane, Italien, Endogene Kräfte, Exogene Kräfte
Arbeit zitieren
Anonym, 2013, Warum sind Schichtvulkane so gefährlich? (Klasse 8), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295433

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Warum sind Schichtvulkane so gefährlich? (Klasse 8)


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden