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Das Ethikkonzept von Homann, Pies und Suchanek. Ökonomik als "Ethik mit besseren Mitteln"

Title: Das Ethikkonzept von Homann, Pies und Suchanek. Ökonomik als "Ethik mit besseren Mitteln"

Seminar Paper , 2014 , 31 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Doris Scheuerle (Author)

Business economics - Business Ethics, Corporate Ethics
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„Wenn der Ehrliche immer der Dumme ist, wird es in dieser Gesellschaft bald keine Ehrlichkeit mehr geben.“ Diese Aussage von HOMANN beschreibt sehr schön das Grundproblem der Wirtschaftsethik: In Zeiten der Globalisierung und dem damit einhergehenden, erhöhten Wettbewerbsdruck für Unternehmen, ist die vorherrschende Meinung, dass Moral und Rentabilität bzw. Gewinnstreben in Konflikt zueinander stehen. Handelt ein Unternehmen moralisch gut und bringt deshalb kostenintensive Mehrleistungen, besteht das Risiko, dass es gegenüber seinen Konkurrenten einen wirtschaftlichen Nachteil erleidet und u. U. sogar aus dem Markt austreten muss. Es besteht also die Gefahr der Ausbeutung jener Akteure, die moralische Vorleistungen bringen. Dieser weitläufigen Auffassung, dass Moral und Gewinnstreben nicht Hand in Hand gehen können, wollen HOMANN, PIES und SUCHANEK mit ihrem Ethikkonzept entgegentreten.

Das Konzept baut auf der These auf, dass Wettbewerb solidarischer ist als Teilen und Wirtschaft und Ethik nicht getrennt betrachtet werden dürfen, sondern als zwei Seiten einer Medaille gesehen werden müssen. Zur Lösung des Konfliktes wird die Ordnungsethik herangezogen. Zentral ist hierbei das Aufstellen einer Rahmenordnung, innerhalb derer es Regeln gibt, nach denen die Akteure handeln. Dabei wird darauf geachtet, die Interessen und Anreize der einzelnen Parteien zu berücksichtigen, um Kooperationsgewinne zu realisieren. So versuchen die Autoren, das Problem der Ausbeutbarkeit in den Griff zu bekommen, da alle Wettbewerber demselben Regel- und Anreizsystem unterliegen.

Im Rahmen der folgenden Arbeit soll geklärt werden, ob das Konzept „Ökonomik als Ethik mit besseren Mitteln“ nützlich sein kann, um moralökonomische Probleme zu lösen. Die Anwendbarkeit soll dabei im Besonderen am Fall „Enron“ überprüft werden. Der Energiekonzern Enron war im Jahr 2002 das siebtgrößte Unternehmen der USA und wurde als innovatives, erfolgreiches Unternehmen gefeiert. Allerdings zeigte sich bald, dass die guten Ergebnisse durch Tricks - wie beispielsweise Bilanzmanipulationen - erzielt wurden. Auch die vorhandenen ethischen Richtlinien wurde nicht eingehalten und stattdessen eine agressive „breaking-the-rules-Kultur“ gelebt. Es stellt sich also die Frage, welchen Beitrag das Konzept von HOMANN, PIES und Suchanek zum Fall ENRON hätte leisten können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bedeutung der Ökonomik für die Ethik

2.1 Der Konflikt von Moral und Wirtschaft bzw. Rentabilität

2.2 Dualismus

2.3 Ökonomische Theorie der Moral

3. Institutionenethik als Primat für ethisches Handeln

3.1 Zweistufigkeit der Ethik: Ordnungs- vs. Handlungsethik

3.2 Der systematische Ort der Moral

3.2.1 Die Rahmenordnung als Ort der Moral

3.2.2 Spielregeln vs. Spielzüge am Beispiel des Sportes

3.2.3 Verfall der Moral durch Moralisieren

3.3 Bedeutung von Dilemmastrukturen

3.3.1 Funktionsweise von Dilemmata am Beispiel des Gefangenendilemmas

3.3.2 Der Wettbewerbsprozess als typische Dilemmasituation

3.3.3 Ambivalenz von Dilemmastrukturen

3.3.4 „Tit for Tat“: Wie sich Normen selbständig entwickeln können

3.4 Anreizethik als Mittel zur Überwindung von Dilemmastrukturen

4. Der Fall Enron

4.1 Aufstieg und Verfall

4.2 Hintergründe des Unterganges

4.3 Enron Ethics

4.4 Anwendung des Konzeptes von HOMANN, PIES und SUCHANEK auf den Fall Enron

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob das wirtschaftsethische Konzept „Ökonomik als Ethik mit besseren Mitteln“ von Homann, Pies und Suchanek einen nützlichen Beitrag zur Lösung moralökonomischer Problemstellungen leisten kann, wobei die praktische Anwendbarkeit am Fallbeispiel des US-Energiekonzerns Enron überprüft wird.

  • Wirtschaftsethik als Ordnungsethik
  • Die Rolle von Anreizstrukturen in der modernen Wirtschaft
  • Analyse von Dilemmasituationen (z. B. Gefangenendilemma)
  • Spieltheoretische Begründung ethischen Handelns
  • Unternehmensführung und Moral im Fall Enron

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Die Rahmenordnung als Ort der Moral

Eine Ethik, die das Prinzip der Mäßigung verfolgt, würde dafür plädieren, den Wettbewerb zu eliminieren oder ihn zumindest reduzieren, da der Wettbewerb die moralischen Handlungen beschränkt und Wettbewerb und Moral sich somit auszuschließen scheinen. ADAMS SMITH, der als Begründer der klassischen Nationalökonomie gilt, schafft es Markt und Moral zu verknüpfen, in dem er zwischen der Rahmenordnung und dem Agieren der Marktteilnehmer innerhalb dieser Rahmenordnung unterscheidet. So kommt man zu dem Schluss, dass der Wettbewerb nicht beseitigt werden darf, sondern durch zweckmäßige Regeln gesteuert werden muss, die moralische Absichten inkludieren. Im Folgenden wird ausgeführt, warum in der heutigen Gesellschaft die Moral nicht mehr in den Motiven liegt, sondern in der Rahmenordnung, dem so genannten „Ort der Moral“.

Die moderne Gesellschaft ist eine anonyme Großgruppe mit unzähligen Akteuren und komplexen, vielseitigen Strukturen, wie z. B. Produktionswege, Arbeitsteilung und Austauschprozesse. So bildet sich das Resultat des Handelns der Einzelnen nicht nur durch deren vorausgegangene Handlung, sondern auch durch die Reaktion der anderen Beteiligten, was zwei Problematiken herbeiführt:

1. Das Gesamtergebnis, also der Wohlstand, entsteht nicht durch das Agieren einzelner Individuen, sondern ist abhängig von den Handlungen der Gesamtheit der Betroffenen. Für das somit unbeeinflussbare Endergebnis ist es nicht möglich, einen Akteur bzw. eine Kleingruppe verantwortlich zu machen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hinführung zum Grundproblem der Wirtschaftsethik und Vorstellung des Ansatzes von Homann, Pies und Suchanek anhand des Falls Enron.

2. Bedeutung der Ökonomik für die Ethik: Untersuchung des Konflikts zwischen Moral und Gewinnstreben sowie theoretische Einordnung durch die ökonomische Theorie der Moral.

3. Institutionenethik als Primat für ethisches Handeln: Erläuterung der Ordnungsethik, der Rolle von Institutionen und der Überwindung von Dilemmastrukturen durch Anreizsysteme.

4. Der Fall Enron: Detaillierte Fallstudie zur Unternehmensgeschichte, zum moralischen Versagen und zur Anwendung des ordnungsethischen Konzepts auf die Praktiken bei Enron.

5. Fazit: Kritische Würdigung der Realitätstauglichkeit des Konzepts und Feststellung, dass neben guten Regeln auch die individuelle Moral der Akteure entscheidend bleibt.

Schlüsselwörter

Wirtschaftsethik, Ordnungsethik, Institutionenethik, Dilemmastruktur, Anreizsystem, Gefangenendilemma, Wettbewerb, Moral, Rentabilität, Enron, Bilanzmanipulation, Regelkonformität, Spieltheorie, Unternehmensführung, Marktwirtschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das wirtschaftsethische Konzept „Ökonomik als Ethik mit besseren Mitteln“ und prüft, ob dieses theoretische Modell geeignet ist, moralische Herausforderungen in modernen Unternehmen zu bewältigen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Im Zentrum stehen die Unterscheidung von Handlungs- und Ordnungsethik, die Gestaltung von Institutionen als Rahmenbedingungen für den Wettbewerb sowie die Analyse von Dilemmasituationen, in denen individuelles Gewinnstreben und kollektive Moral kollidieren.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll geklärt werden, ob das Konzept der Autoren nützlich ist, um moralökonomische Probleme zu lösen. Die Forschungsfrage fokussiert sich dabei besonders auf die Anwendbarkeit des theoretischen Rahmens auf den historischen Praxisfall des Energiekonzerns Enron.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt spieltheoretische Modelle, wie das Gefangenendilemma, um soziale Dilemmata zu veranschaulichen, und führt eine Fallstudienanalyse durch, um die Wirksamkeit von ordnungsethischen Maßnahmen in der Praxis zu evaluieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, in der die Bedeutung der Ökonomik für die Ethik und das Konzept der Ordnungsethik erörtert werden, und eine empirische Anwendung, die den Aufstieg und Fall von Enron sowie dessen unethische Unternehmenskultur detailliert untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Wirtschaftsethik, Ordnungsethik, Dilemmastrukturen, Anreizsysteme, Wettbewerb, Institutionalisierung sowie der Praxisfall Enron.

Warum konnte das Konzept von Homann et al. den Zusammenbruch von Enron nicht verhindern?

Die Arbeit stellt fest, dass die Führung von Enron aktiv die Grauzonen der Rahmenordnung ausnutzte und gezielte Anreize gegen ethisches Handeln setzte. Das Konzept stößt an Grenzen, wenn Akteure durch kriminelle Energie und bewusste Manipulation die institutionellen Regeln unterlaufen.

Welche Rolle spielt die individuelle Moral im Fazit der Arbeit?

Das Fazit betont, dass Governance-Strukturen und Spielregeln allein nicht ausreichen. Eine funktionierende Wirtschaftsethik benötigt zusätzlich Akteure mit gutem Willen, da komplexe Governance-Systeme einen Mangel an moralischem Verantwortungsbewusstsein nicht vollständig kompensieren können.

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Details

Title
Das Ethikkonzept von Homann, Pies und Suchanek. Ökonomik als "Ethik mit besseren Mitteln"
College
University of Hohenheim
Grade
2,0
Author
Doris Scheuerle (Author)
Publication Year
2014
Pages
31
Catalog Number
V295463
ISBN (eBook)
9783656933656
ISBN (Book)
9783656933663
Language
German
Tags
Homann Pies Suchanek Spielregeln Dilemma Enron
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Doris Scheuerle (Author), 2014, Das Ethikkonzept von Homann, Pies und Suchanek. Ökonomik als "Ethik mit besseren Mitteln", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295463
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