Seit den 70er Jahren wächst die Anzahl von Pferden und Ponys kontinuierlich an. Rund jeder siebte Einwohner interessiert sich für den Pferdesport und etwa 1,65 Millionen Menschen reiten, voltigieren oder fahren aktiv Kutsche. Der Gesamtumsatz der Branche wird auf fünf Milliarden Euro geschätzt. Darüber hinaus sichern drei bis vier Pferde etwa einen Arbeitsplatz, womit im Inland mehr als 300.000 Menschen ihren Lebensunterhalt direkt oder indirekt mit dem Pferd verdienen. Ein derartiges Marktpotential gibt Anlass zu der Überlegung einer Investition oder Existenzgründung in der Pferdebranche. Doch hierzu wird immer wieder behauptet, dass mit Pferden zwar „ein kleines Vermögen erwirtschaftet werden könne, aber nur, wenn vorher ein großes investiert wurde.“
In der folgenden Arbeit wird ein Zuchtstall betrachtet, der die Fohlen aufzieht, bereitet und drei bis vierjährig als Reitpferde verkauft. Dabei soll vor allem deutlich werden ob es finanziell vorteilhaft ist, die Pferde so lange zu behalten oder ob eine Veräußerung im Fohlenalter empfehlenswerter ist.
Zunächst werden hierfür die anfänglichen Investitionskosten für benötigte Gebäude und bauliche Anlagen aufgezeigt und sämtliche anfallende Kosten analysiert. Neben einer allgemeinen Marktanalyse des Teilmarkts wird eine spezifische Einnahmenuntersuchung durchgeführt. Im Anschluss daran erfolgt eine Gewinn- bzw. Verlustberechnung.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 GRUNDSTÜCK UND BAULICHE ANLAGEN FÜR DAS GESTÜT MIT JUNGPFERDEAUFZUCHT
3 KOSTEN DES GESTÜTS MIT JUNGPFERDEAUFZUCHT
3.1 FIXE KOSTEN
3.2 VARIABLE KOSTEN
4 ANALYSE AM MARKT ERZIELBARER PREISE FÜR REITPFERDE
5 ERMITTLUNG DES BETRIEBSERGEBNISSES DES GESTÜTS MIT JUNGPFERDEAUFZUCHT
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die ökonomische Rentabilität einer Existenzgründung in der Pferdebranche, konkret am Beispiel eines Gestüts mit 20 Mutterstuten und eigener Jungpferdeaufzucht. Ziel ist es, durch eine detaillierte Analyse der Investitionskosten, der laufenden Fix- und variablen Kosten sowie einer Marktanalyse erzielbarer Verkaufspreise für Reitpferde zu beurteilen, ob die eigenständige Aufzucht bis zum verkaufsreifen Reitpferd finanziell vorteilhafter ist als eine Veräußerung der Tiere im Fohlenalter.
- Detaillierte Aufstellung der Investitionskosten für Stallungen, Weideflächen und Infrastruktur.
- Umfassende Kalkulation der laufenden Fixkosten (Personal, Versicherung, Zinsen) und variablen Kosten (Futter, Gesundheitsvorsorge, Beritt).
- Marktanalyse zur Preisbildung bei Reitpferden unter Berücksichtigung von Zuchtwerten und Abstammung.
- Erstellung einer Gewinn- und Verlustrechnung für den Betrieb.
- Strategische Empfehlungen für ein effizientes Zuchtmanagement zur Ertragsoptimierung.
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
Reiten gehört zu den beliebtesten Sportarten in Deutschland. So rangiert die FN innerhalb des Deutschen Olympischen Sportbundes mit ihren Vereinsmitgliedern an siebter Stelle. Dazu kommen noch etliche tausend Reiter, die nicht in Vereinen organisiert sind. Dabei spricht der Pferdesport vor allem das weibliche Geschlecht an. Rund 70 % der FN-Mitglieder sind Mädchen oder Frauen. Insgesamt reiten etwa 1,24 Mio. Deutsche regelmäßig. Einschließlich der unter 14-jährigen sind dies sogar 1,6-1,7 Mio.. Weitere 1,1 Mio. Menschen würden gerne mit dem Reitsport anfangen. Doch dieses Thema beschäftigt nicht nur aktive und potenzielle Reiter. Rund 8,74 Mio. Menschen interessieren sich für Pferde. Rechnet man die unter 14-jährigen dazu, erhöht sich diese Zahl sogar auf knapp 11 Mio..
Seit den 70er Jahren wächst die Anzahl von Pferden und Ponys kontinuierlich an und wird in diesem Jahr auf rund eine Million Tiere in Deutschland geschätzt. Rund jeder siebte Einwohner interessiert sich für den Pferdesport und etwa 1,65 Millionen Menschen reiten, voltigieren oder fahren aktiv Kutsche. Der Gesamtumsatz der Branche wird auf fünf Milliarden Euro geschätzt. Darüber hinaus sichern drei bis vier Pferde etwa einen Arbeitsplatz, womit im Inland mehr als 300.000 Menschen ihren Lebensunterhalt direkt oder indirekt mit dem Pferd verdienen. Ein derartiges Marktpotential gibt Anlass zu der Überlegung einer Investition oder Existenzgründung in der Pferdebranche. Doch hierzu wird immer wieder behauptet, dass mit Pferden zwar „ein kleines Vermögen erwirtschaftet werden könne, aber nur, wenn vorher ein großes investiert wurde.“
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Das Kapitel beleuchtet das hohe Marktpotenzial des Pferdesports in Deutschland und leitet die Forschungsfrage ab, ob eine Zucht mit eigener Aufzucht und späterem Verkauf wirtschaftlich rentabel ist.
2 GRUNDSTÜCK UND BAULICHE ANLAGEN FÜR DAS GESTÜT MIT JUNGPFERDEAUFZUCHT: Es werden die baulichen Voraussetzungen und die Flächenbedarfe für ein Gestüt mit 20 Mutterstuten und den daraus resultierenden Jungpferdebestand inklusive der anfallenden Investitionskosten dargelegt.
3 KOSTEN DES GESTÜTS MIT JUNGPFERDEAUFZUCHT: Dieser Abschnitt unterteilt sich in die Analyse der Fixkosten, wie Abschreibungen und Personalkosten, sowie der komplexen variablen Kosten, die durch Unterbringung, Fütterung und Gesundheitsvorsorge entstehen.
4 ANALYSE AM MARKT ERZIELBARER PREISE FÜR REITPFERDE: Auf Basis von Auktionsdaten wird untersucht, welche Faktoren, insbesondere die Abstammung von erfolgreichen Hengsten, die erzielbaren Verkaufspreise am Markt beeinflussen.
5 ERMITTLUNG DES BETRIEBSERGEBNISSES DES GESTÜTS MIT JUNGPFERDEAUFZUCHT: Das abschließende Kapitel führt die Kosten- und Erlösdaten zusammen, um das jährliche Betriebsergebnis vor Steuern zu berechnen.
Schlüsselwörter
Pferdezucht, Jungpferdeaufzucht, Existenzgründung, Betriebswirtschaft, Investitionskosten, Fixkosten, Variable Kosten, Decktaxe, Zuchtwert, Reitpferde, Marktanalyse, Rentabilität, Stallplanung, Betriebsergebnis, Pferdesport
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der wirtschaftlichen Analyse eines neu zu gründenden Gestüts mit dem Schwerpunkt der Jungpferdeaufzucht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Investitionsplanung, die laufende Kostenstruktur eines Zuchtbetriebes sowie die marktorientierte Analyse der erzielbaren Verkaufserlöse für Reitpferde.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Es soll geklärt werden, ob es finanziell vorteilhaft ist, die Pferde bis zum dritten oder vierten Lebensjahr selbst aufzuziehen, oder ob ein Verkauf als Fohlen wirtschaftlich attraktiver wäre.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine betriebswirtschaftliche Kosten-Nutzen-Analyse sowie eine Auswertung von Marktdaten (Auktionsergebnisse) zur Fundierung ihrer Kalkulationen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bedarfsanalyse baulicher Anlagen, eine detaillierte Aufschlüsselung der fixen und variablen Kostenfaktoren sowie eine Untersuchung der Marktpreise für Reitpferde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Pferdezucht, Rentabilität, Investitionskosten und Zuchtmanagement charakterisiert.
Warum spielt die Abstammung für das Betriebsergebnis eine Rolle?
Die Analyse zeigt, dass Nachkommen von Hengsten mit hohem Zuchtwert in Championaten deutlich höhere Preise erzielen, was für die Zuchtstrategie des Betriebs entscheidend ist.
Wie werden die Personalkosten für die Zucht kalkuliert?
Die Personalkosten basieren auf einem detaillierten Zeitbedarfsschema für die verschiedenen Altersstufen der Pferde, vom Fohlen bis zum Berittpferd, multipliziert mit einem angesetzten Stundenlohn.
Welche Rolle spielt die Berittphase für die Verkaufserlöse?
Die sechsmonatige, ausgelagerte Berittphase ist ein kritischer Erfolgsfaktor, da sie die Tiere auf den Markt vorbereitet und die erzielbaren Preise signifikant steigern kann.
- Arbeit zitieren
- Julia Großmann (Autor:in), 2008, Kosten und Finanzierung eines Gestüts mit Jungpferdeaufzucht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295497