Kommunikation und Wahrnehmung von Säuglingen

"Der Mensch wird am Du zum Ich"?


Hausarbeit, 2013

13 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsklärungen
1. Kommunikation
2. Psychoanalyse

3. Der neue Ansatz der Kleinkindforschung: Das kompetente Kind

4. Wahrnehmungswelt des Säuglings

5. Entwicklung der Kommunikation
1. Das Schreien des Säuglings
2. Theorie von der Entwicklung des Selbst nach Daniel Stern
3. Stufen des Spracherwerbs

6. Abschlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das Schreien eines Säuglings wird gerade in der Öffentlichkeit oft als lästig empfunden. Die Mitmenschen sind genervt von dem Gebrüll und auch Eltern können sehr verzweifelt sein und wissen oft nicht wie sie mit der Situation und dem Baby umgehen sollen.

Dass das Schreien das wichtigste Kommunikationsmittel in diesem Alter ist, was es bedeutet und wie sich ein Kleinkind sonst noch ausdrückt und sich und seine Umwelt wahrnimmt, soll in dieser Hausarbeit besprochen werden. Die Fragestellung lautet „ „Der Mensch wird am Du zum Ich ?“- Kommunikation und Wahrnehmung von Säuglingen“. Das Zitat stammt von Christl Ruth Vonholdt, einer deutschen Autorin und Ärztin für Kinder- und Jugendmedizin, auf welches ich während meiner Themenfindung gestoßen bin. Da ich selbst stutzig wurde, ob man diese Formulierung so nutzen kann, begann ich mich mit der Entwicklung von Kommunikation und Wahrnehmung eines Kindes zu beschäftigen.

Beginnen möchte ich mit Definitionen zum Wort Kommunikation und der Psychoanalyse. Weiterhin möchte ich aufzeigen, mit welchen Thematiken sich die Kleinkindforschung heute befasst und welche Schlüsse diese über Kinder zieht. Folgend werde ich auf die Wahrnehmungswelt eines Säuglings eingehen, welche Farben sie bereits erkennen und welche Unterschiede sie feststellen können. Außerdem werde ich auf die Entwicklung der Kommunikation zu sprechen kommen und hierbei das Schreien noch einmal explizit anschneiden, die Theorie zur Entwicklung des Selbst von Daniel Stern vorstellen, in der er auf das Selbstempfinden eines Säuglings zu sprechen kommt, und die Stufen des Spracherwerbs kurz erläutern. Es gibt unwahrscheinlich viele Forschungen zu Kleinkindern und deren Kommunikation. Diese Arbeit soll nur Teile dieser Erkenntnisse und Annahmen beleuchten und einen Überblick über den Säugling, als soziales Mitglied der Gemeinschaft, geben. Am Ende dieser Hausarbeit möchte ich eine kurze Abschlussbetrachtung vornehmen,die behandelten Themen zusammenfassen und die Fragestellung beantworten.

2. Begriffsklärungen

1. Kommunikation

Paul Watzlawick, ein österreichischer Kommunikationswissenschaftler sagte einst „Man kann nicht nicht kommunizieren“. Doch was genau bedeutet Kommunikation?

Abgeleitet ist das Wort von dem lateinischen „communicatio“ und bedeutet so viel wie Mitteilung und Unterredung. „In Abgrenzung zur Interaktion meint K. den sozialen Prozess der Verständigung von Menschen über eine Mitteilung mit dem Medium der Sprache, der Mimik und Gestik oder anderer vereinbarter Signal- und Zeichensysteme, auch mithilfe von technischen Einrichtungen.“ (Schaub; Zenke 2007, S. 359)

2. Psychoanalyse

Die psychoanalytische Entwicklungstheorie, kurz Psychoanalyse, von Sigmund Freud (1856-1939) „ist eine […] Ende des 19. Jahrhunderts in Wien begründete und seitdem ständig weiterentwickelnde eigenständige Disziplin der Humanwissenschaften. […] Die Psychoanalyse verfügt über eine besondere eigene Untersuchungsmethode, eine differenzierte Persönlichkeits- und Entwicklungspsychologie (Metapsychologie), eine daraus abgeleitete umfassende Krankheitslehre und schließlich eine Behandlungsmethode, die in den verschiedenen Formen psychoanalytischer Psychotherapie ihre Anwendung findet.“ (Auchter; Strauss1999, S. 11) Sie wird bis heute von Forschern und Klinikern verändert und weiterentwickelt.

3. Der neue Ansatz der Kleinkindforschung: Das kompetente Kind

Umso jünger das Kind ist, desto weniger wissen wir über seine Gedanken, Gefühle und seine Welt. Ausschlaggebend dafür ist, dass wir es dazu noch nicht befragen können, da uns Kommunikationsschwierigkeiten im Weg stehen. Um diese zu umgehen befragten die Therapeuten ihre erwachsenen Patienten zu ihren eigenen Erinnerungen aus der Kindheit und konstruierten so die kindliche Entwicklungen. (vgl. Brodin; Hylander 2002, S.19f) Hierzu gab es allerdings nicht von jeder Seite Zuspruch. Kritisiert wurde vor allem, dass es nicht beschreibt, „wie es damals wirklich gewesen ist, sondern wie das damals Gewesene dem Patienten heute erscheint […]“ (Dornes 2009, S.19).

„In den letzten 20 Jahren hat die schnelle Entwicklung der Forschungsmethoden zu vielen neuen Zweigen in der Säuglingsforschung geführt, die auch die emotionale und die soziale Entwicklung berühren. Resultierend daraus, haben wir heute ein anderes Bild vom Kleinkind, als wir es noch vor ein paar Jahren hatten.“ (Brodin; Hylander 2007, S.20). Der neue Ansatz der Kleinkindforschung heißt also nach neusten Erkenntnissen: „Das kompetente Kind“. „Die Forschung zeigt, dass Kinder bereits vom allerersten Augenblick an Kontakt suchen. Schon dr Säugling ist eine Persönlichkeit. Sein Temperament, das sich im Laufe seines Lebens kaum verändert, unterscheidet ihn bereits von den anderen Kindern. Das Kind hört, sieht, riecht, schmeckt und erinnert sich. Es setzt sich von Anfang an in Beziehung zu anderen Menschen.“ (Brodin; Hylander 2007, S.21).

Die kindliche Entwicklung konnte also in den vergangenen Jahren nicht nur nicht richtig beschrieben werden, sondern wurde von den Forschern sogar unterschätzt.

4. Wahrnehmungswelt des Säuglings

Dieser Abschnitt beschäftigt sich mit dem, was ein menschliches Baby in den ersten Lebensmonaten wahrnimmt. Hierzu können Kleinkindforscher dieses zwar nicht befragen, aber es gibt dennoch zahlreiche Experimente, die uns Aufschluss über die Sinneseindrücke eines Säuglings geben. „Man kann einen drei Monate alten Säugling z.B. nicht fragen, ob er einen Unterschied zwischen zwei Gesichtern sieht, aber man kann folgendes Experiment machen: Man zeigt ihm nebeneinander zwei verschiedene Gesichter und mißt die Zeitdauer der visuellen Aufmerksamkeit. Dabei stellt sich heraus, daß der Säugling eines der beiden Gesichter länger anblickt als das andere. Er zeigt eine visuelle Präferenz für eines der beiden Gesichter, beispielsweise für das seiner Mutter. Daraus können wir schließen, daß er einen Unterschied zwischen beiden Gesichtern wahrnimmt, denn sonst müßte die Fixierungsdauer, also die Aufmerksamkeit für beide Gesichter, ungefähr gleich sein.“ (Dornes 2009, S.57f). Dies bedeutet also für den Forscher, dass ein drei Monate altes Kind Unterschiede zweier Gesichter wahrnimmt. Durch solche und ähnliche Experimente kann man heute viel über die Wahrnehmungswelt eines Babies sagen. Hier eine verkürzte Auflistung:

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Kommunikation und Wahrnehmung von Säuglingen
Untertitel
"Der Mensch wird am Du zum Ich"?
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Note
1,7
Autor
Jahr
2013
Seiten
13
Katalognummer
V295499
ISBN (eBook)
9783656934820
ISBN (Buch)
9783656934837
Dateigröße
504 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kommunikation, wahrnehmung, säuglingen, mensch
Arbeit zitieren
Linda Klein (Autor), 2013, Kommunikation und Wahrnehmung von Säuglingen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295499

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