Es handelt sich hierbei um eine Abschlussarbeit über die Möglichkeiten der Intervention zum motorischen Neulernen bei Hemiplegigern nach vorangegangen Schlaganfall. Die Arbeit geht dabei auf den aktuellen wissenschafltichen Erkenntnisstand ein, beleuchtet aber auch weniger bekannte Verfahren. Die Arbeit ist im dvs-Standard für wissenschaftliche Arbeiten entstanden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Schlaganfall
2.1 Epidemiologie
2.2 Ätiologie
2.3 Risikofaktoren
2.4 Symptomatologie
2.5 Pathophysiologie
2.6 Diagnostik
2.7 Rehabilitation
3 Motorisches Lernen
3.1 Teilaspekte des Lernverlaufs
3.2 Zur Transferenz und Interferenz beim motorischen Lernen
3.3 Motorisches Lernen als integrierender Bestandteil der sportlichen Leistungsentwicklung und körperlichen Vervollkommnung
3.4 Neurophysiologische Grundlagen
3.5 Ablauf der Bewegungssteuerung
3.6 Modell der Bewegungskoordination von Meinel & Schnabel
3.7 Bernsteins Modell der Bewegungskoordination
4 Motorisches Lernen bei Hemiparese
4.1 Die Motorik des Hemiplegikers
4.2 Möglichkeiten des Lernens
4.3 Sporttherapie mit Hemiplegikern
5 Literatur
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des motorischen Lernens speziell im Kontext einer Hemiparese nach einem Schlaganfall. Ziel ist es, neurophysiologische Grundlagen und theoretische Modelle des motorischen Lernens auf die rehabilitativen Erfordernisse von Hemiplegikern zu übertragen, um effektive Ansätze für die Sporttherapie abzuleiten.
- Grundlagen des Schlaganfalls: Epidemiologie, Pathophysiologie und Symptomatologie.
- Theoretische Modelle der Motorik und Bewegungskoordination (Meinel & Schnabel, Bernstein).
- Neurophysiologische Prozesse des motorischen Neulernens nach neurologischen Schädigungen.
- Sporttherapeutische Maßnahmen und Lernmöglichkeiten für Hemiplegiker.
- Konzepte der kreativen Kompensation und des bewussten Wiedererlernens von Bewegungsabläufen.
Auszug aus dem Buch
4.2 Möglichkeiten des Lernens
Wie die Pathopysiologie (S. 5) zeigt, ist vom Schlaganfall die capsula corticospinalis nachhaltig betroffen. Da diese auf der Pyramidenbahn, der wichtigsten Efferenz des motorischen Kortex liegt, kommt es durch die Läsion zu erheblichen Einschränkungen der Informationsübertragung dieser wichtigen Schaltstelle. Durch die topographische Ordnung der Fasern sind bestimmte Körperregionen, abhängig davon wo die Läsion stattfand, betroffen. Da vor allem Bewegungen der Hand, aber auch Bein und Mund durch relativ viele Fasern vertreten sind, sind diese meist stark betroffen. Da die Fasern unterhalb der capsula corticospinalis kreuzen, ist stark die kontralaterale Seite betroffen. Resultierend ist eine Veränderung des Bewegungslernens.
Ausgehend von dem Modell nach Meinel und Schnabel gilt es auch beim Hemiplegiker den Lernprozess in Stufen einzuteilen. Methodisch wird also ebenfalls eine Steigerung vom leichten zum schweren und vom einfachen zum komplizierten vorgenommen. Die Übernahme des äußeren Regelkreises durch den inneren Regelkreis hat auch hier Gültigkeit. Da jedoch die Funktion der Steuersysteme aufgrund des Insults gestört ist, wird eine Orientierung am technischen Leitbild des Gesunden größtenteils unmöglich sein. An dieser Stelle möchte ich auf Bernsteins Ansätze zurückgreifen: „...der Übungsprozess [besteht] beim Erwerb neuer motorsicher Fertigkeiten vor allem in der allmählichen Annäherung an optimale motorische Lösungen für spezifische Problemstellungen“(Singer, 1985, S. 113).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Motivation der Autorin und führt in die Problematik des motorischen Lernens bei Schlaganfallpatienten ein.
2 Schlaganfall: Dieses Kapitel liefert einen medizinischen Überblick über Ätiologie, Epidemiologie, Risikofaktoren und pathophysiologische Hintergründe sowie Rehabilitationsziele.
3 Motorisches Lernen: Hier werden theoretische Grundlagen des motorischen Lernens, die Bewegungskoordination nach verschiedenen Modellen und neurophysiologische Zusammenhänge detailliert erläutert.
4 Motorisches Lernen bei Hemiparese: Das Hauptkapitel widmet sich der spezifischen Motorik des Hemiplegikers und leitet daraus konkrete Möglichkeiten für das motorische Neulernen sowie sporttherapeutische Maßnahmen ab.
5 Literatur: Das Literaturverzeichnis listet die verwendeten Quellen auf.
Schlüsselwörter
Motorisches Lernen, Schlaganfall, Hemiparese, Hemiplegie, Bewegungskoordination, Rehabilitation, Sporttherapie, Neurophysiologie, Pyramidenbahn, Spastik, Bewegungssteuerung, Bernsteins Modell, Meinel und Schnabel, Automatismen, Bewegungslehre.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen und praktischen Aspekten des motorischen Neulernens bei Patienten, die nach einem Schlaganfall an einer Hemiparese (Halbseitenlähmung) leiden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die medizinischen Grundlagen des Schlaganfalls, die theoretische Sportmotorik sowie die Anwendung spezifischer Übungs- und Trainingsmethoden in der Sporttherapie.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu analysieren, wie unter Berücksichtigung kybernetischer und neurophysiologischer Modelle gezielte sporttherapeutische Maßnahmen den Lernprozess bei Hemiplegikern unterstützen können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse bestehender sportwissenschaftlicher Modelle zur Bewegungskoordination und Motorik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Darstellung der Bewegungskoordination und eine praxisbezogene Übertragung auf das Krankheitsbild der Hemiparese.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Motorisches Lernen, Hemiparese, Sporttherapie, Bewegungskoordination und neurophysiologische Grundlagen charakterisiert.
Welche Bedeutung kommt der "kreativen Kompensation" zu?
Die kreative Kompensation beschreibt die Fähigkeit des Patienten, durch Alltagsanforderungen neue Strategien zu entwickeln, um motorische Defizite zu umgehen, statt lediglich das technische Leitbild des Gesunden anzustreben.
Warum ist das Gruppentraining für Hemiplegiker besonders wichtig?
Das Training in der Gruppe ist essenziell, da viele Betroffene durch den Schlaganfall soziale Isolation und einen Verlust an Selbstvertrauen erleben, dem durch Freude am gemeinsamen Üben entgegengewirkt werden soll.
- Quote paper
- Dipl. Sportlehrer, stud. med. Mario Heinrichs (Author), Theresa Schuster (Author), 2004, Motorisches Neulernen bei Hemiplegie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29552