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Der Krieger und die Kaiserin

Title: Der Krieger und die Kaiserin

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 23 Pages , Grade: 1

Autor:in: Thorsten Schulte (Author)

Communications - Movies and Television
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Summary Excerpt Details

Tom Tykwer1 will seine Filme als Sprachrohr nutzen, mit denen er seine Botschaften
vermittelt. Er gesteht selbst, dass er sich dabei oft am Rande des Eklektizismus2 bewegt, was
ihm häufig Kritik einbringt. Tykwer ist es wichtig, nichts dem Zufall zu überlassen; jede
Einstellung ist geplant. Und schon zu Beginn seiner Filme soll der Zuschauer gefesselt
werden: „Ich habe ja auch die These, dass man dem Zuschauer ganz früh klarmachen muss,
mit welcher Sprache man spricht. (...) Ich versuche, die Vehemenz meiner filmischen Mittel
(...) immer sehr früh deutlich zu machen“3. Die Gefahr, die dabei von etlichen Filmkritikern
gesehen wird, ist, dass Tykwer in ein Spiel inhaltsleerer Ästhetik verfällt. In dieser Arbeit
gehe ich der Sprache Tykwers (und der Kameraarbeit Frank Griebes) ausgehend von der
ersten Sequenz4 im Film `Der Krieger und die Kaiserin´ nach und versuche, eine Antwort auf
die Frage nach dem Verhältnis von Ästhetik und Inhalt zu finden.
1 Weniger (2002): „Tom Tykwer, *Wuppertal 23.5.1965. Hochtalentierter deutscher Filmregisseur mit
beachtlichem Karrierestart in den 90er Jahren. Tykwer hatte von Kind auf eine große Liebe zum Kino
entwickelt. (...) Ohne je eine Filmhochschule besucht zu haben, versuchte sich Tykwer mit dem Geld von
Freunden (...) als Regisseur zweier Kurzfilme. (...) Kurz zuvor [vor seinem Film `Heaven´; d.V.] hatte er eine
weitere Inszenierung mit seiner Lebensgefährtin Franka Potente, >Der Krieger und die Kaiserin<, in die Kinos
gebracht. Trotz unzweifelhafter Meriten fand dieser Film nicht die gleiche positive Rezeption wie >Lola rennt<.“
S. 87/88.
2 Eklektiker suchen sich aus verschiedenen Lehren ihnen Zusagendes aus und erstellen daraus ihre eigene,
scheinbar neue Philosophie.
3 Schäffler (2002): S. 246.
4 Eine Sequenz ist eine Einheit von Einstellungen, die nach Bildgehalt und Aussageabsicht eng zusammenhängt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Daten

3. Inhalt

4. Konstruktion der Kadrierung

5. Ästhetik und Inhalt /Personen

5.1. Der Krieger

5.2. Die Kaiserin

5.3. Märchenhaft oder unrealistisch?

6. Sprache

7. Farbkomposition

8. Kamera

8.1. Stehende Kamera

8.2. Kreisfahrten

8.3. Detailaufnahmen

8.4. Anthropomorphe und technomorphe Kamera

8.5. Hineinversetzen, verfolgen oder `nur zeigen´

9. Das Ende des Films

10. Schluss

11. Literaturverzeichnis

11.1. Zeitschriftenquellen

11.2. Internetquellen

11.2. Bildquellen

12. Autor

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert die filmischen Mittel von Regisseur Tom Tykwer und Kameramann Frank Griebe im Film "Der Krieger und die Kaiserin". Ziel ist es, das Verhältnis von Ästhetik und Inhalt zu untersuchen und zu ergründen, ob die visuelle Gestaltung die inhaltliche Tiefe dominiert oder unterstützt.

  • Konstruktion der Bildsprache und Kadrierung
  • Psychologische Analyse der Protagonisten vor dem Hintergrund ihrer Schicksalhaftigkeit
  • Einsatz von Farbkomposition als narratives und atmosphärisches Gestaltungsmittel
  • Kameraästhetik (steady cam, Kreisfahrten, Perspektivwechsel)
  • Das Spannungsfeld zwischen märchenhafter Inszenierung und Realismus

Auszug aus dem Buch

4. Konstruktion der Kadrierung

Ein Film ist eine Abfolge von Bildern. Die Zusammenfassung der Bilder einer Einstellung der Kamera (des Dispositivs zum Einfangen der Bilder) ergibt die technisch gesehen kleinste Einheit des Filmwerks. Hieraus folgt – laut Walter Dadek 1968 –, dass eine Filmanalyse auch mit der Betrachtung von Einstellungen als kleinster bedeutungstragender Einheit beginnen muss. Die Einstellung ist also sozusagen das Morphem des Filmes. Das Bild ist demnach das Phonem des Filmes, die kleinste bedeutungsunterscheidende Einheit. Hieraus folgt: Um die Aussage des Films zu untersuchen, ist die Betrachtung des Films in seiner spezifischen medialen Erscheinung notwendig. Um die Sprache des Films (also den `Stil´ des Filmes) zu betrachten, ist die Analyse des Bildfeldes, auch einzelner Bilder, eine Grundlage.

Die Analyse des Bildfeldes verlangt die Beachtung zunächst der photographischen Einzelbilder hinsichtlich ihres Aufbaus (Perspektive, Geometrie, Farbe, Ästhetik, Relevanz für den Inhalt) und anschließend ihre Komposition zu bewegten Bildern unter Beachtung von beispielsweise Schnitt, Kamerabewegung, Bewegungen im Bild. Auch das bewegte Bild ist immer ein durch die Wahl des Bildfeldes geschlossenes System, das den Blick des Zuschauers bestimmt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in Tykwers filmisches Schaffen ein und formuliert die zentrale Fragestellung nach dem Verhältnis zwischen ästhetischer Gestaltung und inhaltlicher Aussage.

2. Daten: In diesem Kapitel werden die formalen Eckdaten zum Film, wie Auszeichnungen, Stab, Besetzung und Produktionsumstände, zusammengefasst.

3. Inhalt: Das Kapitel bietet eine strukturierte Inhaltsangabe der Filmhandlung, von der ersten Begegnung unter dem Lastwagen bis zur gemeinsamen Flucht.

4. Konstruktion der Kadrierung: Hier wird theoretisch hergeleitet, warum die Analyse der Einstellung als kleinste bedeutungstragende Einheit für das Verständnis der Filmsprache essenziell ist.

5. Ästhetik und Inhalt /Personen: Das Kapitel beleuchtet die Charaktere Bodo und Sissi und diskutiert, inwiefern die märchenhafte Inszenierung als unrealistisch empfunden werden kann.

6. Sprache: Es wird analysiert, wie Tykwer die Dialoge auf ein Minimum reduziert, um die Atmosphäre über das gesprochene Wort zu stellen.

7. Farbkomposition: Die starke Dominanz der Farbe Grün wird als symbolischer Marker für Sissi, Hoffnung und eine zweite Chance für das Leben interpretiert.

8. Kamera: Dieses umfangreiche Kapitel widmet sich den Kameratechniken Frank Griebes, darunter Kreisfahrten, Detailaufnahmen und der Wechsel zwischen anthropomorpher und technomorpher Kamera.

9. Das Ende des Films: Die Schlussszene wird als Heilungsprozess für Bodo analysiert, in dem er symbolisch seine Vergangenheit hinter sich lässt.

10. Schluss: Das Fazit resümiert, dass der Film mehr durch seine audiovisuelle Ästhetik als durch logische Erzählung überzeugt und Tykwer bewusst gegen Rationalität arbeitet.

Schlüsselwörter

Tom Tykwer, Frank Griebe, Der Krieger und die Kaiserin, Filmanalyse, Kameraarbeit, Kadrierung, Ästhetik, Posttraumatische Belastungsstörung, Schicksal, Farbkomposition, Franka Potente, Benno Fürmann, Filmsprache, Steady Cam, Traumreise.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die filmästhetischen Mittel im Film "Der Krieger und die Kaiserin" und stellt diese in den Kontext der inhaltlichen Aussagen des Regisseurs Tom Tykwer.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Schwerpunkte sind die Kameraführung, die Farbgestaltung, der bewusste Einsatz von Inszenierungsstrategien sowie die psychologische Tiefe der Hauptcharaktere.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Frage zu beantworten, ob die ausgefeilte Ästhetik des Films die inhaltliche Substanz dominiert oder ob eine Symbiose aus beiden Elementen vorliegt.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Es wird eine filmwissenschaftliche Analyse angewandt, die auf der Zerlegung in Einstellungen (Kadrierung) und der Anwendung filmtheoretischer Konzepte (u.a. nach Deleuze) basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Kadrierung, die Personenkonstellation, den Einsatz von Sprache, die Farbkomposition sowie detaillierte technische Aspekte der Kameraführung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Kameraästhetik, Schicksalhaftigkeit, Farbe als Bedeutungsträger, narrative Konstruktion und die Abgrenzung von Realität und Traum.

Wie bewertet der Autor den Einsatz der Kamera?

Der Autor würdigt die Kameraarbeit von Frank Griebe als virtuos und experimentell, betont jedoch, dass diese teils auf Kosten der narrativen Logik geht.

Welche Rolle spielt das Motiv der Farbe im Film?

Die Farbe Grün ist zentral und wird als untrennbar mit der Figur Sissi sowie den Themen Hoffnung und Lebensneubeginn verknüpft.

Excerpt out of 23 pages  - scroll top

Details

Title
Der Krieger und die Kaiserin
College
University of Marburg  (Institut für Neuere deutsche Literatur und Medien)
Course
Das Duo Frank Griebe/ Tom Tykwer
Grade
1
Author
Thorsten Schulte (Author)
Publication Year
2003
Pages
23
Catalog Number
V29558
ISBN (eBook)
9783638310376
Language
German
Tags
Krieger Kaiserin Frank Griebe/ Tykwer
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thorsten Schulte (Author), 2003, Der Krieger und die Kaiserin, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29558
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