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Zwischen Schwarz und Weiß. Die Figuren der Schachnovelle von Stefan Zweig

Title: Zwischen Schwarz und Weiß. Die Figuren der Schachnovelle von Stefan Zweig

Bachelor Thesis , 2012 , 43 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Dorothee Salewski (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Die Schachnovelle erfreut sich auch heute noch, 70 Jahre nach ihrer Entstehung, großer Beliebtheit. Der unglaubliche Erfolg der 110 Seiten umfassenden Geschichte hängt zum einem mit ihrer Qualität zusammen, zum anderen mit dem Umstand, dass ihr Autor Stefan Zweig sein künstlerisches Lebenswerk mit dieser Novelle beschloss. Nur Stunden vor seinem Freitod 1942 verschickte er die Version letzter Hand. Noch im selben Jahr wurde das Werk veröffentlicht.
In dieser Arbeit sollen die Figuren der Geschichte aus einem neuen Blickwinkel betrachtet werden. Denn Stefan Zweigs Charaktere sind keinesfalls einfach zu durchschauende Persönlichkeiten. Hinter ihrem Handeln steckt immer eine tiefere Motivation, die es zu ergründen gilt. Unter dieser Prämisse wird jede auftretende Figur einzeln beleuchtet. Neueste Erkenntnisse der Psychologie und Medizin werden herangezogen, um ihre Verhaltensweisen zu erklären. Nach diesen Einzelanalysen folgt ein Kapitel über das Schachspiel selbst, das alle Figuren verbindet. Die Wichtigkeit dieses Brettspiels für die Handlung der Novelle soll ebenso durchleuchtet werden wie die Beziehung jeder Figur zum königlichen Spiel. Anschließend werden die gewonnenen Erkenntnisse zusammengeführt und ergeben eine neue Bewertungsmöglichkeit der Beziehungen der Figuren zueinander. Hierbei wird vor allem das Verhältnis von Protagonist und Antagonist untersucht. Doch zunächst widmet sich diese Arbeit kurz allgemeinen Betrachtungen über den Autor und die Gattung Novelle.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Der Autor: Stefan Zweig

1.2. Inhalt der Novelle

1.3. Klassische Novellendefinition

2. Die Figuren

2.1. Der Ich-Erzähler

2.1.1. Forschungsüberblick

2.1.2. Die Erzählsituation

2.2. Mirko Czentovic

2.2.1. Forschungsüberblick

2.2.2. Als Autist

2.3. McConnor

2.3.1. Forschungsüberblick

2.3.2. Als Vermittler

2.4. Dr. B.

2.4.1. Forschungsüberblick

2.4.2. Als Süchtiger

2.4.3. Psychische Folgen der Isolationshaft

3. Schach als „Falke“

4. Interpretation

4.1. Das Verhältnis zwischen Czentovic und Dr. B.

4.2. Das Ende der Novelle

5. Resümee

Zielsetzung & Themen

Diese Bachelorarbeit verfolgt das Ziel, die Charaktere von Stefan Zweigs "Schachnovelle" unter psychologischen und medizinischen Gesichtspunkten neu zu bewerten und dabei über eine rein biografische oder politisch-allegorische Deutung hinauszugehen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwieweit das Handeln und die psychische Verfassung der Figuren durch fachspezifische Diagnosen wie Autismus, Suchtverhalten und sensorische Deprivation erklärt werden können.

  • Analyse der Figurenkonstellation und Interaktionsdynamik (Ich-Erzähler, Czentovic, McConnor, Dr. B.)
  • Untersuchung des Verhaltens von Mirko Czentovic unter dem Aspekt des Asperger-Syndroms
  • Psychologische Herleitung des Schach-Suchtverhaltens und der psychischen Folgen der Isolationshaft bei Dr. B.
  • Re-Interpretation der Konkurrenz zwischen den Protagonisten frei von der suggestiven Perspektive des Ich-Erzählers
  • Funktionsanalyse des Schachspiels als zentrales Symbol ("Falke") der Novelle

Auszug aus dem Buch

2.2.2. Als Autist

Der Charakter Mirko Czentovics ist der eines seltsamen Menschen. Der junge Mann scheint nur Schach und Geld, das er mit dem Spiel verdienen kann, im Kopf zu haben. Sein Verhalten ist einerseits mit seiner Lebensgeschichte zu erklären, andererseits könnte er auch an einer abgeschwächten Form der psychischen Krankheit Autismus, dem Asperger-Syndrom, leiden. Diese These soll im Folgenden erläutert werden.

Autismus bezeichnet eine „tiefgreifende Entwicklungsstörung, bei der Kinder spezifische kognitive, kommunikative und motorische Fertigkeiten nicht erwerben“34 können. Autisten nehmen die Welt um sich herum anders wahr als gesunde, nicht-autistische Menschen. Die Ursache für die Störung ist unbekannt, obwohl es mehrere Theorien dazu gibt. Ganz typisch für Autisten ist die Abkapselung von der Umwelt, das Vermeiden von Blickkontakt, eine gestörte sprachliche Entwicklung, stereotype Beschäftigung mit einer Sache, Angst vor Veränderung, auf andere Menschen gefühlskalt wirkendes Handeln und allgemein das männliche Geschlecht.35

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die anhaltende Bedeutung der Novelle, ordnet sie in das Werk von Stefan Zweig ein und formuliert das methodische Ziel, die Figuren mithilfe psychologischer Erkenntnisse neu zu analysieren.

2. Die Figuren: In diesem Kapitel werden die vier zentralen Charaktere – der Ich-Erzähler, Mirko Czentovic, McConnor und Dr. B. – einzeln auf Basis des Forschungsstands und eigener Überlegungen analysiert.

3. Schach als „Falke“: Das Kapitel untersucht die Funktion des Schachspiels als zentrales Dingsymbol der Novelle und wie es die gegensätzlichen Charaktere der Figuren und ihre spezifische Herangehensweise an das Spiel verdeutlicht.

4. Interpretation: Auf Basis der vorangegangenen Einzelanalysen wird die Konstellation der Personen, insbesondere das Verhältnis zwischen Dr. B. und Czentovic sowie das Ende der Novelle, kritisch neu bewertet.

5. Resümee: Das Schlusskapitel fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass die differenzierte Darstellung der Charaktere und ihre psychologischen Begründungen eine neue, tiefere Bewertung der Novelle ermöglichen.

Schlüsselwörter

Schachnovelle, Stefan Zweig, Literaturanalyse, Figurenkonstellation, psychologische Analyse, Asperger-Syndrom, Suchtverhalten, Isolationshaft, sensorische Deprivation, Ich-Erzähler, Mirko Czentovic, Dr. B., McConnor, Falkentheorie, literarische Novelle

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Hauptfiguren der "Schachnovelle" von Stefan Zweig unter Einbeziehung psychologischer und medizinischer Erkenntnisse, um ein tieferes Verständnis für ihre Motivationen und Verhaltensweisen zu gewinnen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind die psychologische Beschaffenheit der Figuren, die Erzählsituation, die Rolle des Schachspiels als Symbol und der Einfluss von Krankheitsbildern auf die Handlungsdynamik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Figuren frei von der oft einseitigen Lenkung durch den Ich-Erzähler und losgelöst von rein biografischen Interpretationen anhand ihrer Handlungen sachlich zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Analyse des Forschungsstands, eine textimmanente Untersuchung sowie die Anwendung psychologischer Kriterien (z.B. Autismus-Diagnostik, Suchtphasen) auf die fiktiven Charaktere.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Einzelanalyse der Charaktere (Ich-Erzähler, Czentovic, McConnor, Dr. B.), eine Untersuchung des Schachspiels als "Falke" und eine darauf aufbauende Neuinterpretation ihrer Interaktionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselwörter sind Psychologische Analyse, Asperger-Syndrom, Suchtverhalten, Schachnovelle, Stefan Zweig und Erzähltheorie.

Wie begründet die Arbeit die These des Autismus bei Mirko Czentovic?

Die Arbeit führt spezifische Verhaltensmerkmale wie mangelnden Blickkontakt, soziale Unbeholfenheit, Inselbegabung und die Unfähigkeit zu emotionaler Empathie an, die charakteristisch für das Asperger-Syndrom sind.

Welche Rolle spielt die Isolationshaft für Dr. B.?

Sie dient als Ursprung seiner psychischen Instabilität und der Entwicklung seiner Schachsucht, da das Spiel die einzige Möglichkeit bot, der sensorischen Deprivation und dem psychischen Druck der Haft entgegenzuwirken.

Warum spielt McConnor eine wichtige Rolle, obwohl er oft übersehen wird?

McConnor fungiert als zentraler Vermittler und Katalysator der Handlung, der durch seine Spielleidenschaft und aufdringliche Art das Aufeinandertreffen von Czentovic und Dr. B. erst ermöglicht.

Wie wird das Ende der Novelle in der Arbeit interpretiert?

Das Ende wird als Gleichgewicht zwischen den beiden Hauptfiguren gewertet, wobei die letzte Aussage Czentovics als aufrichtiges Kompliment statt als Ironie verstanden wird, was die Feindseligkeit als Projektion des Erzählers entlarvt.

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Details

Title
Zwischen Schwarz und Weiß. Die Figuren der Schachnovelle von Stefan Zweig
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Neue deutsche Literatur und Medien)
Grade
2,3
Author
Dorothee Salewski (Author)
Publication Year
2012
Pages
43
Catalog Number
V295609
ISBN (eBook)
9783656939702
ISBN (Book)
9783656939719
Language
German
Tags
stefan zweig zweig jude juden novelle erzählung schach schachnovelle
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dorothee Salewski (Author), 2012, Zwischen Schwarz und Weiß. Die Figuren der Schachnovelle von Stefan Zweig, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295609
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