A. Einleitung
„Ragnarök the final battle - the armies will fight the last time; Ragnarök the final battle
- the walls of Asgard falling; Ragnarök the final battle - Surt kindless the nine earth to sank; Ragnarök the final battle - no good or evil will survive;“
Dieser Refrain der deutschen Black Metal Formation Helengar thematisiert das in der germanischen Mythologie als Ragnarök oder Götterdämmerung bezeichnete Ende der Welt. Wie Helengar bedienen sich viele Bands aus dem Bereich Back Metal der germanischen oder nordischen Mythologie. Sie schreiben Lieder über Odin oder Loki und sind fasziniert von der Unterwelt oder der Götterdämmerung. Viele Metaller tragen neben Pentagrammen oder Drudenfüßen auch eine Replikie von alten Thors Hämmern aus der Wikingerzeit als Glücksbringer oder Schmuckstück. Sie bevorzugen Met aus Trinkhörnern, statt einem Bier aus der Flasche und manch engagierter Fan befasst sich sogar mit der Edda selbst oder mit themenverwandter Sekundarliteratur. Ist die germanische Mythologie also tot? Nein, sie lebt, zwar oftmals zum Hobby degradiert oder auch als Spleen, in der schwarzen Szene weiter. Doch wie sieht es mit der konkreten Götterverehrung aus oder mit den mysteriösen Runen? Auch sie leben weiter. In unserer hoch technisierten Zeit beginnen Menschen aller Altersklassen wieder die Magie und das Übersinnliche für sich zu entdecken. Es boomen Bücher in denen, mehr oder weniger historisch korrekt, die Technik des Runenorakels entschlüsselt wird und die Möglichkeiten der Runenmagie aufgezeigt werden.
In dieser Arbeit möchte ich die komplizierte Mythenwelt der Germanen, soweit es mir möglich ist, entschlüsseln und die konkrete Götterverehrung des germanischen Volkes aufzeigen. Die Quellenlage zu diesem Thema ist leider sehr spärlich gesäht und ich kann mich somit nicht immer zweifelsfrei für die historische Richtigkeit meiner auf der Literatur basierenden Angaben verbürgen. Jedoch möchte ich ein klares Bild der germanischen Mythologie und Götterverehrung zeichnen und klären, in wie fern die alten Germanen ihre Mythologie gelebt haben. [...]
Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung
B. Die germanische Mythologie
1.1 Die Entstehung und Aufteilung der Welt in der germanischen Mythologie
1.2 Die Asen
1.3 Die Wanen
1.4 Ragnarök
C. Priesterwesen und Gottesdienst bei den Germanen
2.1 Die germanischen Priester
2.2 Die germanischen Seherinnen
2.3 Die germanischen Hexen
2.4 Der Gottesdienst / Das Opfer
2.5 Das Losen / Das Runenorakel
2.6 Die Tempel und heiligen Stätten
D. Resumée
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die komplexe Mythenwelt der Germanen zu erschließen und die konkrete Ausübung der Götterverehrung innerhalb der germanischen Gesellschaft aufzuzeigen, um ein fundiertes Bild davon zu zeichnen, wie die Germanen ihre Mythologie aktiv in ihrem Lebensalltag integrierten.
- Entstehung und kosmologische Ordnung der germanischen Welten
- Charakterisierung und Rolle der Göttergeschlechter (Asen und Wanen)
- Strukturen des Priesterwesens und der sakralen Ämter
- Formen und Bedeutung von Kulthandlungen, Opfergaben und Orakeltechniken
- Die lebensweltliche Relevanz der Mythologie und Sterblichkeit der Götter
Auszug aus dem Buch
1.1 Die Entstehung und Aufteilung der Welt in der germanischen Mythologie
In der germanischen Mythologie gab es am Anfang der Welt einen riesigen Schlund namens Ginnungagap. Nördlich dieses Schlundes befand sich das eisige und kalte Nifelheim und südlich davon das brennende und heiße Muspellheim. Die Götter waren noch nicht geboren und aus Ginnungagap quollen Eismassen heraus, die sich als Gletscherformationen durch Niflheim hinunter in Richtung des feurigen Muspellheims schoben. Als die heißen Winde auf die Eisgebilde prallten, lösten sich lebende Tropfen, die zusammen den ersten Reifriesen Ymir formten. Ymir schlief als ihm der Schweiß ausbrach und aus seiner Achselhöhle der erste Mann und die erste Frau wuchsen. Aus seinen Füßen wuchsen weitere Kinder und so entstanden aus Ymir die Riesen. Das Gletschergebilde sonderte jedoch weitere lebende Tropfen ab, aus denen die Urkuh Audhumla erwuchs. Der nunmehr erwachte Ymir saugte am Euter der Urkuh, während diese am Eis leckte um zu überleben. Audhumla ernährte sich jedoch nicht nur vom Eis, sie leckte auch innerhalb von drei Tagen den ersten Menschen Buri aus dem Eis frei.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die fortwährende Faszination für germanische Mythologie in der modernen Popkultur und definiert das Ziel, die Mythenwelt sowie die praktische Götterverehrung der Germanen zu untersuchen.
B. Die germanische Mythologie: Dieses Kapitel erläutert den kosmogonischen Ursprung der Welt, beschreibt die Göttergeschlechter der Asen und Wanen sowie die als Götterdämmerung bekannte Endzeitschlacht Ragnarök.
C. Priesterwesen und Gottesdienst bei den Germanen: Der Autor analysiert hier die Aufgaben von Priestern, Seherinnen und Hexen sowie die rituellen Aspekte von Opfern, Losverfahren und heiligen Stätten innerhalb der germanischen Gemeinschaft.
D. Resumée: Das Resumée reflektiert über die Sterblichkeit der germanischen Götter als Alleinstellungsmerkmal und schließt mit der Feststellung, dass diese religiöse Praxis tief in den Alltag der Menschen verwurzelt war.
Schlüsselwörter
Germanische Mythologie, Asen, Wanen, Ragnarök, Gottesdienst, Opferkult, Priesterwesen, Runenorakel, Götterdämmerung, Midgard, Asgard, Yggdrasil, Götterverehrung, Religion, Vorhersage
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Mythenwelt der Germanen und untersucht, wie diese als gelebte Religion in den Alltag der germanischen Stämme eingebunden war.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die Entstehung der Welt, die Göttergeschlechter, die Funktionen des Priesterwesens sowie die spezifischen Praktiken der Götterverehrung.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es, die komplizierte Mythenwelt zu entschlüsseln und zu klären, inwiefern die alten Germanen ihre Mythologie in ihrem täglichen Leben aktiv praktiziert haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Analyse der vorhandenen germanischen Mythensagen und der Sekundärliteratur zu priesterlichen Strukturen und Riten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der germanischen Kosmologie und Mythologie sowie eine detaillierte Betrachtung des Kultus, der Priesterschaft und der Tempelstrukturen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Zentrale Begriffe sind germanische Mythologie, Asen, Wanen, Ragnarök, Priester, Opfer, Runenorakel und Götterdämmerung.
Warum ist die Sterblichkeit der Götter für die Autorin so relevant?
Die Autorin hebt hervor, dass die Sterblichkeit der germanischen Götter eine besondere Verbundenheit schafft, da sie den Gott auf eine Stufe mit dem Menschen stellt und so die Religion in allen Lebenslagen greifbar macht.
Welche Rolle spielten die sogenannten "Goden" in der Gesellschaft?
Die Goden fungierten nicht nur als Priester bei kultischen Handlungen, sondern waren auch Gelehrte der Rechtssprechung und leiteten offizielle Thingversammlungen.
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- Stephanie Guillen Niubo (Author), 2004, Mythologie und Gottesdienst bei den Germanen - Zwischen Ragnarök und Runenmagie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29564