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Die Situation der chinesischen Frau im alten und neuen China

Titel: Die Situation der chinesischen Frau im alten und neuen China

Seminararbeit , 2014 , 15 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Manxi Zeidler (Autor:in)

Orientalistik / Sinologie - Chinesisch / China
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Mit den Wirtschaftsreformen unter Deng Xiaoping und der Öffnungspolitik der Volksrepublik China (VR China) gegenüber dem Westen begannen erstmals feministische Sozialwissenschaftlerinnen und Sinologinnen sich intensiv mit der Stellung und der Rolle der Frau im alten und neuen China zu befassen. Im Rahmen der Entwicklung der internationalen neuen Frauenbewegung und der Frauenforschung wurden zahlreiche Studien über die Geschichte der Frauenbewegung in China und die aktuelle Situation der Frauen in der VR China nun aus einer feministischen Perspektive untersucht und neu bewertet.
Seit den 60er Jahren erschienen auch in Deutschland die ersten Arbeiten – jedoch von Nicht-Sinologinnen – zum Thema Frauen in China. Diese Publikationen beschäftigen sich vorwiegend mit der Suche nach der emanzipierten chinesischen Frau, die sich von den konfuzianischen Traditionen und ihrer patriarchalischen Unterdrückung befreit und somit als Vorbild der feministisch-sozialistischen Bewegung in Europa und den USA dienen sollte.
Ende der 70er Jahre begannen Chinawissenschaftlerinnen die Entwicklung der Frauenbewegung in China seit dem 19. Jahrhundert, die Frauenpolitik, die Stellung und Rolle der Frau in der Volksrepublik sowie ihr Beitrag zu den historischen Ereignissen darzulegen. Diese Wissenschaftlerinnen waren nun auch in der Lage, ihre Quellen selbst zu erschließen und somit „ihre Studien zu Frauen in China in die allgemeine chinesische Entwicklung einzubetten“, wodurch sich neue feministische Ansätze zur chinaspezifischen Frauenforschung entwickelten. Die Geschichte der Frauen wurde nun nicht mehr isoliert betrachtet, sondern in die allgemeine chinesische Geschichte und auch in konkrete Themen wie politische Geschehnisse integriert. Die Entwicklung neuer feministischer Ansätze und die Herausarbeitung spezifischer Kategorien zur chinabezogenen Frauenforschung sind laut Leutner notwendig, „um nicht in die Nische von ‚women studies’ abgedrängt zu werden [...]“.
In dieser Arbeit geht es vorrangig darum, einige methodische Ansätze zum Forschungsthema Frauen in China von einzelnen Wissenschaftlerinnen darzulegen. Dazu sollen im folgenden Kapitel fünf ausgewählte Werke zur Situation der Frauen im alten (Kapitel 2.1) und neuen China (Kapitel 2.2) betrachtet werden. Anschließen werden in Kapitel 3 die Ergebnisse kurz zusammengefasst.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Literatur

2.1 Die Situation der Frauen im alten China

2.1.1 Frauenerziehung im alten China. Eine Analyse der Frauenbücher. – Martin-Liao, Tienchi (1984)

2.1.2 The Inner Quarters. Marriage and the Lives of Chinese Women in the Sung Period – Ebrey, Patricia Buckley (1993)

2.2 Die Situation der Frauen im neuen China

2.2.1 The Unfinished Liberation of Chinese Women, 1949-1980 – Andors, Phyllis (1983)

2.2.2 Gender and Work in Urban China: Women Workers of the Unlucky Generations – Liu, Jieyu (2007)

2.2.3 Dagongmei. Arbeiterinnen aus Chinas Weltmarktfabriken erzählen – Li, Wanwei / Pun, Ngai (2008)

3 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, verschiedene methodische Ansätze und wissenschaftliche Perspektiven zur Erforschung der Situation von Frauen in China darzulegen. Dabei wird untersucht, wie sich die Rolle der Frau, beeinflusst durch historische Kontexte und gesellschaftliche Reformen, vom alten China bis in die moderne VR China verändert hat und welche Forschungsansätze Wissenschaftlerinnen hierfür gewählt haben.

  • Analyse der konfuzianischen Erziehungsideale und des traditionellen Frauenbildes.
  • Untersuchung der Lebensrealitäten und sozialen Strukturen während der Song-Dynastie.
  • Betrachtung der Frauenemanzipation und ihrer Grenzen in der Ära der Volksrepublik China.
  • Diskussion der Auswirkungen von Arbeitsmarktreformen und Staatsbetriebsumstrukturierungen auf städtische Arbeiterinnen.
  • Evaluation der Lebensbedingungen und Widerstandsformen von Wanderarbeiterinnen in der modernen Weltmarktproduktion.

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Frauenerziehung im alten China. Eine Analyse der Frauenbücher. – Martin-Liao, Tienchi (1984)

Martin-Liao befasst sich in ihrem Buch Frauenerziehung im Alten China – Eine Analyse der Frauenbücher mit der Rolle der Frau im traditionellen China und beschreibt ausführlich die Entwicklung der Erziehungs- und Bildungssituation chinesischer Frauen von der Han-Dynastie (206 v. Chr. – 220 n. Chr.) bis zum Ende der Qing-Zeit (1644-1911). Hierbei bilden insbesondere die in diesen Epochen entstandenen Frauenbücher, wie zum Beispiel das von Wang Xiang zusammengestellte Werk Die Vier Bücher für Frauen (女四书 Nü Si Shu), die Grundlage dieser Arbeit.

Das traditionelle Frauenbild wurde hauptsächlich durch die konfuzianische Ideologie geprägt. Konfuzius hatte klare Vorstellungen, wie sich eine Frau innerhalb der Familie zu verhalten und welche Position sie dort einzunehmen hat. Diese werden in den „drei Gehorsamkeiten“ (三从 san cong), welche im konfuzianischen Kanon stehen, deutlich: „Ein unverheiratetes Mädchen hat dem Vater zu gehorchen, nach der Heirat dem Ehemann, nach dem Tod des Ehemannes dem Sohn.“ Im Konfuzianismus ist das Hierarchiebewusstsein ganz besonders ausgeprägt, bei dem die Frau in der Hierarchie noch unter ihren eigenen Söhnen stand.

Die Bewegungsfreiheit der Frau wurde in der Song-Dynastie vor allem durch die Einführung des Füßebindens noch weiter eingeschränkt. Durch die physischen Beschränkungen wurde sie an das Haus gebunden und nahm kaum noch am gesellschaftlichen Leben teil. So bestand ihre Aufgabe darin, Kinder zu gebären und sich um ihren Ehemann zu kümmern. Die Frau sollte sich aber nicht nur gegenüber ihrem Ehemann pietätvoll verhalten, sondern auch im besonderen Maße gegenüber ihren Schwiegereltern, die sie, zusätzlich zu ihrer eigenen Familie, ebenfalls zu versorgen hatte.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Forschungsthema ein und erläutert die Bedeutung der feministischen Sinologie für die Untersuchung der Frauensituation in China.

2 Literatur: Dieses Kapitel gibt einen systematischen Überblick über fünf grundlegende wissenschaftliche Werke, die unterschiedliche historische Epochen und Lebensbereiche chinesischer Frauen analysieren.

2.1 Die Situation der Frauen im alten China: Hier werden Arbeiten vorgestellt, die sich mit der Frauenerziehung, konfuzianischen Normen und den Lebensverhältnissen in der Song-Dynastie befassen.

2.1.1 Frauenerziehung im alten China. Eine Analyse der Frauenbücher. – Martin-Liao, Tienchi (1984): Das Kapitel analysiert die Rolle der Frau durch konfuzianische Erziehungsschriften und zeigt die systemische Unterdrückung im traditionellen China auf.

2.1.2 The Inner Quarters. Marriage and the Lives of Chinese Women in the Sung Period – Ebrey, Patricia Buckley (1993): Der Fokus liegt auf der Bedeutung von Ehe und Heiratspolitik für Frauen unterschiedlicher sozialer Schichten in der Song-Zeit.

2.2 Die Situation der Frauen im neuen China: Dieses Kapitel widmet sich den politischen und ökonomischen Veränderungen, die Frauen seit der Gründung der VR China 1949 erfahren haben.

2.2.1 The Unfinished Liberation of Chinese Women, 1949-1980 – Andors, Phyllis (1983): Es wird die politische Emanzipation der Frau im sozialistischen China kritisch hinterfragt und als „unvollständig“ bewertet.

2.2.2 Gender and Work in Urban China: Women Workers of the Unlucky Generations – Liu, Jieyu (2007): Diese Analyse dokumentiert mittels Zeitzeugeninterviews die Diskriminierung städtischer Arbeiterinnen infolge wirtschaftlicher Umbrüche.

2.2.3 Dagongmei. Arbeiterinnen aus Chinas Weltmarktfabriken erzählen – Li, Wanwei / Pun, Ngai (2008): Das Kapitel beleuchtet die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Wanderarbeiterinnen in der modernen chinesischen Exportindustrie.

3 Zusammenfassung: Die zentralen Forschungsergebnisse der untersuchten Werke werden synthetisiert, wobei ein einheitlich pessimistischer Blick auf die reale Gleichberechtigung dominiert.

Schlüsselwörter

Frauenforschung, China, Konfuzianismus, Emanzipation, Frauenerziehung, Song-Dynastie, Sozialismus, Arbeitsmarkt, Geschlechterrollen, Wanderarbeiterinnen, Dagongmei, Feminismus, Arbeitswelt, Frauenbilder, Unterdrückung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den Forschungsstand zu Frauen in China, indem sie ausgewählte Publikationen analysiert, die sich mit der historischen und gesellschaftlichen Situation von Frauen von der Antike bis zur Gegenwart auseinandersetzen.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder umfassen die traditionelle Erziehung durch konfuzianische Literatur, die Bedeutung der Ehe, die Auswirkungen sozialistischer Reformen auf die Frauenemanzipation sowie die Diskriminierung am modernen Arbeitsmarkt.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Das Ziel ist es, verschiedene methodische Ansätze und Perspektiven von Wissenschaftlerinnen darzulegen, die sich mit der Stellung der Frau im Wandel der chinesischen Geschichte und Gesellschaft befasst haben.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturanalyse, bei der die gewählten Werke inhaltlich zusammengefasst, verglichen und kritisch hinterfragt werden, um unterschiedliche Forschungsschwerpunkte aufzuzeigen.

Was wird im Hauptteil des Dokuments detailliert behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Lebensbedingungen im alten China (unter anderem durch Frauenbücher und die Sung-Periode) sowie eine Analyse der Situation in der VR China, basierend auf Studien zu Arbeiterinnen und wirtschaftlichen Transformationsprozessen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Begriffe wie „Frauenforschung“, „Konfuzianismus“, „Emanzipation“, „Wanderarbeiterinnen“ und „soziale Diskriminierung“ bilden das inhaltliche Rückgrat der Arbeit.

Was unterscheidet die in Kapitel 2.2.3 behandelte Gruppe der „Dagongmei“ von früheren Arbeiterinnengenerationen?

Die „Dagongmei“ (Wanderarbeiterinnen) unterscheiden sich dadurch, dass sie ihre Arbeit in einer kapitalistisch orientierten Weltmarktindustrie verrichten, ohne die sozialen Sicherheiten der früheren staatlichen „Gongren“-Anstellungen zu genießen.

Welche Schlussfolgerung ziehen die Autorinnen hinsichtlich der Frauenbefreiung nach 1949?

Viele der untersuchten Autorinnen kommen zu dem pessimistischen Schluss, dass eine echte Befreiung oder Gleichberechtigung nicht stattgefunden hat, da wirtschaftliche Interessen der Regierung meist Vorrang vor den Rechten der Frauen hatten.

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Details

Titel
Die Situation der chinesischen Frau im alten und neuen China
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Sinologie)
Veranstaltung
Seminar
Note
1,3
Autor
Manxi Zeidler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
15
Katalognummer
V295706
ISBN (eBook)
9783656937227
ISBN (Buch)
9783656937234
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Frauenbewegung Frauenforschung Frauenrechte Frauen in der VR China chinesische Frauen chinesische Frauen in der Literatur konfuzianische Traditionen Studien zu Frauen in China methodische Ansätze zum Forschungsthema Frauen in China
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Manxi Zeidler (Autor:in), 2014, Die Situation der chinesischen Frau im alten und neuen China, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295706
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Leseprobe aus  15  Seiten
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