Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels. Eine Verdeutlichung an Beispielen


Seminararbeit, 2014

28 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

1 Klimawandel in aktueller Diskussion der EU

2 Das Klima unserer Erde
2.1 Natürliche Schwankungen des Klimas
2.2 Allgemeines Klimasystem
2.3 Ursachen des derzeitigen anthropogenen Klimawandels

3 Auswirkungen, Folgeeffekte und Rückkopplungskreisläufe des Klimawandels
3.1 Veränderungen im Ökosystem der Erde
3.2 Explizite Konsequenzen für den Menschen

4 Der Klimawandel anhand konkreter Beispiele
4.1 Bangladesch
4.2 Great Barrier Reef

5 Fazit: Rasches Handeln nötig

6 Literaturverzeichnis

1 Klimawandel in aktueller Diskussion der EU

Am 23. Oktober1 diesen Jahres fanden sich Staats- und Regierungschefs der 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union zu einem in Brüssel tagenden Gipfel ein. Neben Themen, wie der aktuellen Ebola-Epidemie dominierte der Klimawandel das zweitägige Spitzentreffen. So wurde innerhalb des Klima- und Energierahmens ein umfassendes Paket beschlossen. Für 2030 setzten die EU-Staaten das verbindliche Ziel fest, den Ausstoß der klimaschädlichen Treibhausgase im Vergleich zum Jahr 1990 um 40 Prozent zu senken. Zusätzlich streben die EU-Staaten an, den Anteil der erneuerbaren Energien aus Wind oder Sonne auf 27 Prozent zu steigern. EU-weit sollen die Energieeinsparungen einen Wert von 30 Prozent erreichen. „Das Klimapaket ist nach Selbsteinschätzung der EU das ehrgeizigste der Welt.“

Deutlich erkennbar ist der Klimawandel mittlerweile zu einem sehr dominanten Thema länderübergreifender politischer Angelegenheiten geworden. Doch nicht nur in der Politik nimmt die globale Erwärmung eine bedeutende Rolle ein, sondern sie ist fast überall präsent. Regional bedingt begleitet sie uns mehr oder weniger spürbar im alltäglichen Leben. Genau genommen ist diese Wandlung des Klimas einer der wenigen Punkte, der die ganze Welt betrifft und somit alles auf eine Art und Weise verbindet.

Anlässlich dieser Aspekte entstand die folgende Arbeit und soll ein Überblick über die Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels verschaffen. Demnach werden zunächst das allgemeine Klima unserer Erde, sowie dessen derzeitige anthropogene Veränderung dargestellt. Aufgezeigt werden dabei die Auslöser und anschließend die Folgen des Klimawandels, welche mit weiteren Rückkopplungsschleifen verbunden sind. Um diese umfassenden Auswirkungen zu veranschaulichen, werden im weiteren Verlauf das Land Bangladesch und die Region des Great Barrier Riffs genauer betrachtet. Im Fazit wird auf die große Herausforderung, die rasches Handeln erfordert, eingegangen.

2 Das Klima unserer Erde

2.1 Natürliche Schwankungen des Klimas

Das Klima ist nach2 dem amerikanischen Klimatologen Wallence Broecker „kein träges Faultier, sondern eher einen wildes Biest“.3 So steht dieses System unseres Planeten Erde tatsächlich nie still und durchläuft seit jeher spektakuläre Wandlungen. Um den gegenwärtigen Klimawandel begreifen und einschätzen zu können, werden als Einstieg und Hintergrund die enormen Klimaveränderungen der Vergangenheit herangezogen. Dieses Auf und Ab lässt sich als Klimageschichte mit Hilfe gewonnener indirekter Anzeiger, sog. Proxy-Daten, in der heutigen Zeit erstaunlich gut und detailliert rekonstruieren.

Den Berechnungen zufolge ist anzunehmen, dass, nachdem die Erde die ersten drei Milliarden Jahre ihrer Entwicklungsgeschichte unter Eis eingeschlossen war, verschiedenste Klimaphasen folgten, bis schließlich die Kreidezeit begann. Die Rolle dieser „Super-Warmzeit“4 vor schätzungsweise 140 Millionen Jahren ist im Hinblick auf die Evolution unserer Erde von großer Bedeutung. Die Lebensumstände hatten sich so gravierend wie nie zuvor verändert und bildeten letztendlich die Grundlagen für unseren heutigen Lebensraum. Vor allem durch die Entstehung neuer Kontinente und die damit verbundenen „drastischen Einschnitte in die Natur“, wurden die klimatischen Bedingungen so gewandelt, dass sich eine komplett neue Generation des Lebens auf der Erde entwickelte.5 Nach der Kreidezeit „6 Dieser Zyklus geht auf Schwankungen der Bahn unserer Erde um die Sonne zurück, die aufgrund veränderter Sonneneinstrahlung das Wachsen und Abschmelzen von Kontinentalmassen bewirken. Heute befinden wir uns in einer seit 10.000 Jahren anhaltenden Warmzeit, dem Holozän, das durch warmes und vergleichsweise stabiles Klima gekennzeichnet ist.

Neben den verschiedenen Etappen des Klimas sorgten abrupte Klimasprünge in der Erdgeschichte immer wieder für Überraschungen. Belegt wird diese dramatische Wechselhaftigkeit des Klimas im Laufe der Jahrmillionen durch Ereignisse, wie beispielsweise das vor 55 Millionen Jahren eingetretene Temperaturmaximum „Paleocene-Eocene Thermal Maximum“. Innerhalb von ca. 10.000 Jahren stieg durch den natürlichen Eintrag von etwa 2.000 Gigatonnen CO2 in die tmosphäre die Temperatur um fünf Grad Celsius an.7 Des Weiteren bewies man Vorkommnisse, wie die sog. „Dansgaard-Oeschger-Ereignisse“, bei denen mehrere Male aufgrund einer sprunghaften Änderung der Meeresströme im Nordatlantik innerhalb zwei Jahrzehnten es die Temperatur in Grönland um bis zu zwölf Grad Celsius anhob. Oder zu erwähnen ist die Wandlung der Sahara von einer besiedelten Savanne zu einer Wüste, offenbar durch die Veränderung der Monsunzirkulation.

2.2 Allgemeines Klimasystem

Die Klimageschichte8 und die damit verbundenen langwierigen, aber auch abrupten Veränderungen und Auswirkungen sind auf das Zusammenspiel einzelner Komponenten unseres komplexen Klimasystems zurückzuführen. Als Ganzes betrachtet ist unser Klima das Ergebnis einer simplen Energiebilanz. So gilt der allseits bekannte Erhaltungssatz der Energie: „Die auf der Erde ankommende Sonneneinstrahlung abzüglich des reflektierenden Anteils ist gleich der von der Erde abgestrahlten Wärmestrahlung“.9 Gleichen sich jedoch die abgestrahlte und die absorbierte Strahlung im Mittel nicht aus, entsteht so eine andere Energiebilanz und Klimaänderungen sind wiederum die Folge. Grundsätzlich gibt es hierfür drei verschiedene mögliche Ursachen. Zunächst kann sich durch Variationen in der Umlaufbahn der Erde um die Sonne oder der Sonne selbst, die ankommende Sonneneinstrahlung verändern. Zweitens weisen die unterschiedlichen Klimate unterschiedliche Anteile der Sonneneinstrahlung zurück ins All. Diese sog. Albedo beträgt im heutigen Klima etwa 30% und wird u.a. durch die Bewölkung, so wie durch die Helligkeit der Erdoberfläche beeinflusst. Der dritte Auslöser ist die Einwirkung auf abgehende Wärmestrahlung durch den Gehalt der Atmosphäre an Treibhausgasen und Aerosolen.

Gerade dieser dritte und letzte Punkt beruht auf mehreren globalen Regelkreisläufen, die die Konzentration der absorbierten Gase, wie Kohlendioxid und Methan, natürlich steuern.

Als weiteres Gas ist hier zusätzlich der Wasserdampf anzuführen, welcher oftmals außer Acht gelassen wird, da der Mensch auf diese Konzentration keinen direkten Einfluss hat. Jedoch nimmt auch der Wasserdampf eine bedeutende Rolle hinsichtlich des Klimageschehens ein. Der wichtigste Regelkreislauf ist der Kohlenstoffkreislauf, auf dessen Weise durch Verwitterung von Gestein an Land CO2 aus der Atmosphäre gebunden wird und durch Sedimentation teilweise in die Erdkruste gelangt. Als gegenläufigen Mechanismus wird unter hohem Druck und hohen Temperaturen in Form von Vulkanausbrüchen CO2 freigesetzt und ent-

weicht so wieder zurück in die Erdatmosphäre. Zeitgleich ist auch dieser Vorgang von dem vorherrschenden Klima abhängig und es entsteht der Regelkreis: „Erwärmt sich das Klima, läuft auch die chemische Verwitterung schneller ab[,΁ dadurch wird CO2 aus der tmosphäre entfernt und einer weiteren Klimaänderung entgegenwirkt.“ [10] Zusätzlich spielen auch die Ozeane in einer noch weitgehend unerforschten Rückkopplungsschleife eine wichtige Rolle. Mit sinkenden Temperaturen steigt die CO2-Bindungsfähigkeit der Meere und somit scheint das Gas in den Ozeanen zu „verschwinden“.

Allerdings können Mechanismen, wie der Kohlenstoffkreislauf oder das Binden von CO2 in Wasser durch ihren langsamen ustausch von CO2 schnellen Klimaänderungen nicht entgegenwirken und stellen keinerlei Absicherung für die derzeitige Wandlung des Klimas dar.

2.3 Ursachen des derzeitigen anthropogenen Klimawandels

Aus dem angeführten Überblick über den Aufbau unseres Klimas ist vor allem deutlich zu erkennen, dass es sich nicht um ein lineares, sondern ein komplexes, von wechselseitigen Regelkreisläufen bestimmtes System handelt. Dieses reagiert selbst auf kleine Änderungen sensibel. Seitdem der Mensch mit Beginn der Neuzeit den Strahlungshaushalt der Erde aus dem Gleichgewicht bringt, ist es eine logische Folge und mittlerweile eine bestehende Tatsache, dass wir uns in einem von uns selbst verursachten, sprich anthropogenen Klimawandel befinden. Folglich stehen wir vor einer globalen Erwärmung.

Um zu dem Resultat „anthropogener Klimawandel“ zu kommen, stellt sich die grundlegende Frage, was der Mensch in unserer Umwelt so drastisch geändert hat. Die entscheidende Ursache zur Beantwortung der Fragestellung liegt im Kohlenstoffkreislauf, in dessen ausgeklügeltes und in sich stimmiges System der Mensch vor allem durch die Nutzung fossiler Brennstoffe massiv eingegriffen hat. Dieser Eingriff spiegelt sich im Aufwärtstrend des CO2-Gehalts der Atmosphäre wider, veranschaulicht durch die Abbildung 1 in Form der sog. KeelingKurve.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Konzentration der Treibhausgase CO2 (Keeling-Kurve), CH4 und N2O von 0 bis 2005

Dargestellt durch die auf der y-Achse eingetragenen Kohlenstoffdioxidkonzentration und des Zeitverlaufs als x-Achse lässt sich der Anstieg des CO2 seit dem Jahre Null grafisch verdeutlicht nachvollziehen. Bis Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts ergeben die eingetragenen Werte eine relativ konstante, horizontal verlaufende Kurve. Rekonstruiert durch das Auswerten von Eiskernen bzw. Sedimenten, kann die damals vorzufindende Kohlenstoffkonzentration nicht exakt, jedoch immer noch sehr präzise abgebildet werden. Bei genauerem Betrachten dieses Abschnittes sind auch viele kleinere Schwankungen nach oben und unten zu erkennen, die auf bereits abgehandelten, natürlichen Abläufen der Erde inklusive Atmosphäre beruhen.

Interessant wird der Verlauf des Grafen rund um die 1950er Jahre, als es Charles Keeling möglich wurde, genaue Messungen durchzuführen und auszuwerten. Der extreme, kontinuierliche Aufwärtstrend der Kohlenstoffkonzentration ist nicht zu übersehen und so kletterte der Wert von durchschnittlich 280ppm inzwischen auf die im April 2014 erreichten und seitdem mehrmals überschrittenen Rekordwert von 400ppm.11 Zu erklären ist dieses Hochschnellen am Verhalten des Menschen, da durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe, wie Kohle, Erdöl und Erdgas als hauptsächliches Verbrennungsprodukt CO2 entsteht. Gleichzeitig wird durch den Rückgang unserer „Lunge der Erde“, sprich den Wäldern, immer weniger CO2 von Pflanzen abgebaut.

CO2 ist jedoch nicht das einzige Treibhausgas. uch die Konzentrationen der Gase Methan und Distickstoffoxid folgen dem gleichen Verlauf des CO2-Anstiegs und nehmen ebenfalls in Bezug auf die Veränderung unseres Klimas eine wichtige Rolle ein. Unter dem Strich beträgt die verursachte Störung des Strahlungshaushaltes ca. 3,0 Watt/m², von dem 55% auf das Konto des Kohlenstoffes gehen und die restlichen 45% auf die eben angeführten klimawirksamen Gase zurückfallen.12

Nun gilt es herauszuarbeiten, welche Auswirkungen der Anstieg der Treibhausgase auf die globale Mitteltemperatur hat. Durch Messdaten aus aller Welt wird inzwischen bestätigt, dass die globale Durchschnittstemperatur unübersehbar gestiegen ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 Temperaturveränderung in den letzten 150 Jahre

In welchem Ausmaß die welt- weite Temperaturentwicklung seit 1860 voranschreitet, ist in Abbildung 2 veranschaulicht. Der Zeitraum der vergangenen 150 Jahren ist an der x-Achse angetragen, während die y-Achse links Temperaturänderungen im Vergleich zum Mittel der Jahre 19601991 in Grad Celsius, rechts die absoluten Werte darstellt. Gezeigt sind außerdem die exakten jährlichen Werte (schwarze Skala), welche geglättet den Verlauf des blauen Grafen liefern. Insgesamt lässt sich eine Erhöhung von 0,78 Grad Celsius feststellen, wobei zusätzlich die Geschwindigkeit der Erwärmung vor allem in den letzten 25 Jahren deutlich zugenommen hat. Veranschaulicht wird die steigende Rate der Temperaturerhöhung durch die farbigen Trendbalken. An sich ist das Prinzip einfach zu begreifen: „Dreht man an der Temperatur, so folgt mit [͙΁ Verzögerung das CO2; dreht man dagegen am CO2 [wie derzeit der Mensch], so folgt wenig später die Temperatur.“13 Um nachvollziehen zu können, warum die Konzentration an CO2 und anderen Treibhausgasen solch eine wichtige Rolle einnimmt und mit der Temperatur eng in Verbindung steht, muss man den allseits bekannten Treibhauseffekt berücksichtigen.

[...]


1 Vgl. o.V.: Neue Klimaziele der EU, SZ Wochenchronik, 25.10.14.

2 Vgl. S. Rahmstorf: Der Klimawandel. Diagnose, Prognose, Therapie, München ⁷2012, S.11 - 26.

3 o.V.: Klimaziele - Was können wir tun?, in: http://www.industrie.de/industrie/live/index2.php?menu=1&sub- menu=3&object_id=31767977, Zugriff am 22.10.14.

4 University of California - San Diego, Universität Leipzig: Eiskappe trotz Supertreibhaus?, in: http://www.sci- nexx.de/wissen-aktuell-7652-2008-01-14.html, Zugriff am 25.10.14.

5 Vgl. o.V.: Kreidezeit, in: http://www.abendschule.de/lernhilfe/die-kreidezeit/, Zugriff am 25.10.14.

6 S. Rahmstorf: Der Klimawandel, a.a.O., S.9.

7 Vgl. Ariane Kujau: Der Klimawandel - Eine Annäherung, in: http://reset.org/knowledge/der-klimawandel-eine- ann%c3%a4herung?gclid=CJG29NqdkL4CFSgcwwodLXQA_Q, Zugriff am 25.10.14.

8 Vgl. S. Rahmstorf: Der Klimawandel, a.a.O., S. 8 - 26.

9 Ebenda.

10 Vgl. S. Rahmstorf: Der Klimawandel, a.a.O., S. 15f.

11 O.V.: Treibhausgas: CO2 erstmals dauerhaft über Rekordschwelle, in: http://www.spiegel.de/wissenschaft/na- tur/co2-konzentration-laut-wmo-erstmals-dauerhaft-ueber-400-ppm-a-971838.html, Zugriff am 25.10.14.

12 Vgl. S. Rahmstorf: Der Klimawandel, a.a.O., S. 35.

13 S. Rahmstorf: Der Klimawandel, a.a.O., S. 23.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels. Eine Verdeutlichung an Beispielen
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
28
Katalognummer
V295722
ISBN (eBook)
9783656945574
ISBN (Buch)
9783656945581
Dateigröße
1192 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Klimawandel, Bangladesch, Globale Erwärmung, Great Barrier Reef, Klima
Arbeit zitieren
Charlotte Karlshöfer (Autor), 2014, Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels. Eine Verdeutlichung an Beispielen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295722

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