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Auswirkungen der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns in Österreich. Ausgewählte Klein- und Mittelunternehmen als Beispiel

Title: Auswirkungen der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns in Österreich. Ausgewählte Klein- und Mittelunternehmen als Beispiel

Seminar Paper , 2015 , 19 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Mag. Dr. Markus Löhnert (Author)

Business economics - Economic Policy
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Nun gibt es ihn in Deutschland doch seit dem 1. Januar 2015: den gesetzlichen Mindestlohn. Noch gelten für eine ganze Reihe von Berufsgruppen Ausnahmeregelungen bzw.
Seite 3 Übergangsbestimmungen, aber trotzdem wurde diese sehr umstrittene Maßnahme der Bundesregierung nun umgesetzt und sie gilt. Es ist wohl noch zu früh, um bereits aussagekräftige Analysen über seine Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt zu präsentieren. Tatsache ist jedoch, dass sich Deutschland mit dieser gesetzlichen Regulierung des Arbeitsmarktes nun in die Reihe jener Länder einreiht, die sich bereits früher zu dieser Maßnahme entschlossen hatten.

Österreich als Nachbar und wichtiger Handelspartner Deutschlands kennt zwar die tarifliche Festlegung von branchenspezifischen Löhnen zwischen den Sozialpartnern, auf der politischen Ebene hat man sich aber bisher zu keinem gesetzlichen Mindestlohn durchgerungen.
Möglicherweise könnte hier Deutschland eine Vorbildwirkung einnehmen, vorausgesetzt der Mindestlohn bewährt sich in der Praxis. Deshalb ist es eine Untersuchung wert, welche Auswirkungen die Einführung eines vergleichbaren Mindestlohnes in Österreich auf die Unternehmen hätte. Zu diesem Zweck wurde im Rahmen dieser Seminararbeit unter einer Gruppe von Kaufleuten eine Umfrage in der oberösterreichischen Bezirkshauptstadt Wels mit rund 63.000 Einwohnern durchgeführt, die allesamt im Handel- bzw. Dienstleistungssektor tätig sind und zwischen 0 und rund 20 MitarbeiterInnen beschäftigen. Manche von ihnen bezahlen bereits jetzt einen höheren als den in Deutschland geltenden Mindestlohn von € 8,50 brutto pro Stunde, andere jedoch wären durch diese staatliche Regulierungsmaßnahme am Arbeitsmarkt mit deutlich höheren Lohnkosten konfrontiert.
Vor diesem Hintergrund gibt diese Seminararbeit einen Überblick über die ökonomischen Aspekte eines Mindestlohnes, zeigt ausgewählte Argumente der Befürworter und Gegner auf und bietet einen Einblick in die Selbsteinschätzung einer Gruppe von Selbständigen in Klein- und Mittelunternehmen über die möglichen Folgen der Einführung eines Mindestlohnes in Österreich.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Ausgewählte Argumente für und gegen den Mindestlohn

2.1. Pro Mindestlohn: Der Nutzen überwiegt den volkswirtschaftlichen Schaden

2.2. Contra Mindestlohn: Die ökonomischen Kosten übersteigen den Nutzen.

3 Eckdaten des geltenden Mindestlohns in Deutschland

4 Mögliche Auswirkungen eines Mindestlohnes in Österreich

4.1. Umfrage unter der „Neustädter Kaufmannschaft“

5 Auswertung

5.1. Frage 1: Branchenzugehörigkeit

5.2. Frage 2: Anzahl der Mitarbeiter

5.3. Frage 3: Auswirkungen der Einführung eines Mindestlohns

5.4. Frage 4: Auswirkungen steigender Personalkosten

6 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die potenziellen Auswirkungen der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns in Österreich, basierend auf einer empirischen Umfrage unter Klein- und Mittelunternehmen der „Neustädter Kaufmannschaft“ in Wels, um die wirtschaftlichen Konsequenzen für den Handel- und Dienstleistungssektor einzuschätzen.

  • Wirtschaftliche Argumente für und gegen Mindestlohnregelungen
  • Strukturelle Eckdaten des deutschen Mindestlohngesetzes (MiLoG)
  • Empirische Untersuchung der Auswirkungen auf oberösterreichische KMU
  • Analyse von betrieblichen Anpassungsreaktionen auf steigende Lohnkosten
  • Vergleich von Branchen und Beschäftigtenzahlen hinsichtlich der Lohnstruktur

Auszug aus dem Buch

2.1.Pro Mindestlohn: Der Nutzen überwiegt den volkswirtschaftlichen Schaden.

In der Diskussion über die Einführung von gesetzlichen Mindestlöhnen werden von den BefürworterInnen häufig folgende Argumente vorgebracht (vgl. Franz et. al., 2008):

1. Menschen, die einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen, sollen mit dieser in der Lage sein, sich einen zumindest grundsätzlich zufriedenstellenden Lebensstandard leisten zu können. Dies schließt nicht nur leistbares Wohnen und Essen, sondern auch die Möglichkeit zur Pflege von Sozialkontakten bzw. Teilnahme am kulturellen Leben ein.

2. Die so genannte „fiskalische Ausbeutung“ wird reduziert, die durch Beschäftigungsverhältnisse entsteht, deren Entlohnung so niedrig ist, dass jene, die unter diesen Bedingungen arbeiten, ohne eine Zuschussleistung des Staates nicht um die Runden kommen, obwohl sie nicht arbeitslos sind.

3. Vor dem Hintergrund des europäischen Wirtschaftsraumes bekämpfen Mindestlöhne die Gefahr eines Lohndumpings durch ausländische Arbeitnehmer, die ihre Waren und Dienstleistungen billiger anbieten können als ihre KollegInnen aus dem Inland.

4. Erfahrungen aus anderen Ländern, die bereits Mindestlöhne eingeführt haben, zeigen, dass dort keine oder nur sehr geringe negative Auswirkungen am Arbeitsmarkt festgestellt werden konnten. Besonders gut erforscht ist dies in Bezug auf Großbritannien, das im Jahre 1999 unter der Labour-Regierung mit Premier Tony Blair diesen Schritt wagte. Besonders die untersten Einkommensschichten profitierten nachhaltig von der Einführung des Mindestlohnes, wie die Untersuchungen z.B. der „Low Pay Commission“ zeigten. Besondere Effekte wie das hohe Wirtschaftswachstum zu diesem Zeitpunkt oder auch die überdurchschnittlich große Flexibilität des Arbeitsmarktes wurden bei der ausführlichen Untersuchung jedoch ganz bewusst ausgeblendet (vgl. Möller, König 2008).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Mindestlohn ein, erläutert die marktwirtschaftliche Perspektive sowie die Relevanz der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland und leitet zur Fragestellung der Arbeit über.

2 Ausgewählte Argumente für und gegen den Mindestlohn: Dieses Kapitel stellt die theoretischen Debatten gegenüber, wobei Pro-Argumente wie soziale Gerechtigkeit und Contra-Argumente wie ökonomische Kosten und Beschäftigungsrisiken detailliert analysiert werden.

3 Eckdaten des geltenden Mindestlohns in Deutschland: Es werden die formalen gesetzlichen Rahmenbedingungen des MiLoG, die Lohnkommission, Ausnahmeregelungen für Praktikanten sowie Evaluierungsfristen dargelegt.

4 Mögliche Auswirkungen eines Mindestlohnes in Österreich: Das Kapitel begründet die Relevanz einer Untersuchung für Österreich und beschreibt das Design der empirischen Umfrage unter der „Neustädter Kaufmannschaft“ in Wels.

5 Auswertung: Die empirischen Daten der durchgeführten Umfrage werden hier anhand der vier gestellten Fragen zur Branchenzugehörigkeit, Mitarbeiteranzahl und den erwarteten Auswirkungen auf Personalkosten analysiert.

6 Zusammenfassung: Die Ergebnisse der Untersuchung werden reflektiert und das Fazit gezogen, dass zwar ein Großteil der befragten Betriebe keine negativen Auswirkungen befürchtet, dies jedoch in spezifischen Branchen wie der Gastronomie anders aussehen kann.

Schlüsselwörter

Mindestlohn, MiLoG, Marktwirtschaft, Personalkosten, Österreich, Deutschland, KMU, Lohnkosten, Sozialausgleich, Beschäftigung, Lohndumping, Umfrage, Wels, Wirtschaftspolitik, Arbeitsmarkt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die ökonomischen und sozialen Implikationen eines gesetzlichen Mindestlohns und prüft durch eine Umfrage, wie sich ein solcher auf Klein- und Mittelbetriebe in Österreich auswirken würde.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit fokussiert auf die theoretische Gegenüberstellung von Argumenten für und gegen Mindestlöhne, die rechtlichen Aspekte des deutschen Mindestlohngesetzes und die empirische Einschätzung von Unternehmern zur Lohnsituation.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, ein Stimmungsbild unter Selbständigen in einer oberösterreichischen Stadt zu erfassen, um zu bewerten, ob ein Mindestlohn von 8,50 Euro zu betrieblichen Anpassungsschwierigkeiten führen würde.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wurde eine quantitative, schriftliche Online-Umfrage unter Mitgliedern der „Neustädter Kaufmannschaft“ in Wels mittels Fragebogen und Likert-Skalen durchgeführt.

Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Argumentationsdarstellung, eine detaillierte Erläuterung des deutschen Mindestlohngesetzes (MiLoG) und die Präsentation der eigenen Umfrageergebnisse.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Mindestlohn, MiLoG, Personalkosten, Beschäftigung, Klein- und Mittelunternehmen (KMU) sowie soziale Gerechtigkeit im marktwirtschaftlichen Kontext.

Wie reagieren die Unternehmen in der Umfrage auf mögliche Personalkostenerhöhungen?

Die Mehrheit der befragten Betriebe gab an, bereits jetzt über dem Mindestlohn zu bezahlen, weshalb keine Kostensteigerung erwartet wird; lediglich im Bereich Gastronomie/Nahrungsmittel wurde ein möglicher Anstieg als relevant erachtet.

Welche konkreten Konsequenzen erwarten Betriebe bei steigenden Lohnkosten?

Die betroffenen Unternehmen nannten primär Preiserhöhungen sowie eine Einschränkung des Serviceangebots als wahrscheinliche Reaktionen, während Kündigungen oder Geschäftsauflösungen eher ausgeschlossen wurden.

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Details

Title
Auswirkungen der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns in Österreich. Ausgewählte Klein- und Mittelunternehmen als Beispiel
College
(International University of Applied Sciences)
Course
Seminar "Wirtschaft und Gesellschaft"
Grade
1,7
Author
Mag. Dr. Markus Löhnert (Author)
Publication Year
2015
Pages
19
Catalog Number
V295787
ISBN (eBook)
9783656947134
ISBN (Book)
9783656947141
Language
German
Tags
auswirkungen einführung mindestlohns österreich ausgewählte klein- mittelunternehmen beispiel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag. Dr. Markus Löhnert (Author), 2015, Auswirkungen der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns in Österreich. Ausgewählte Klein- und Mittelunternehmen als Beispiel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295787
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