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Nürnberg und seine Bedeutung um die Absetzungsvorgänge von König Wenzel 1400

Titel: Nürnberg und seine Bedeutung um die Absetzungsvorgänge von König Wenzel 1400

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2012 , 29 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Seminararbeit untersucht, welche Rolle Nürnberg im Zuge der Absetzung Wenzels hatte und inwieweit die Stadt in die Vorgänge um und in die Absetzung selbst involviert
war.
Nürnberg, im Regierungsbezirk Mittelfranken gelegen, ist mit über 500.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Bayerns. Kulturell hat die Stadt dem Besucher Einiges zu bieten, von
einer Vielzahl an Museen über eine schöne Altstadt bis hin zur Nürnberger Burg, das Wahrzeichen der Stadt.
Wann genau die Stadt gegründet wurde, lässt sich nicht genau feststellen. Erste urkundliche Erwähnungen sind auf das Jahr 1050 datiert. Die Entstehung Nürnbergs geht Hand in Hand mit der Geschichte der Burggrafschaft Nürnberg, deren Bau König Heinrich III. wohl gegen 1040 in Auftrag gegeben hatte. Grund des Auftrags war das Bestreben, den Einfluss des zu dieser Zeit bereits sehr mächtigen Bistums Bamberg etwas
einzuschränken.
Durch häufige Besuche Kaiser Friedrichs I. (1122-1190) etablierte sich Nürnberg schon während seiner Anfangszeit als beliebte Kaiserpfalz Friedrichs, wodurch die Stadt im
Reich zu einem höheren Stellenwert gelangte, was sich im Erhalt des Stadtrechtes 1200 zeigte.
Nürnbergs günstige Lage begünstigte die rasante Entwicklung zur Reichsstadt: gelegen an den wichtigsten damaligen Handelsstraßen, unter anderem der "Goldenen Straße", dem
wichtigsten Handelsweg zwischen Nürnberg und Prag, war die Stadt als Fernhandelszentrum prädestiniert.
Gerade dieser Status als Handelszentrum, der Kontakt zu den meisten existierenden Handelsstraßen, machte Nürnberg zu einer der wichtigsten Reichsstädte im späten 14. Jahrhundert. Auch unter König Wenzel, welcher 1361 sogar in Nürnberg geboren wurde und von 1376 bis 1400 als römisch-deutscher König regierte6, behielt Nürnberg seinen wichtigen Status.
Während Nürnberg weiterhin im Reich etabliert blieb, sah die Zukunft für König Wenzel alles andere als gut für ihn aus: er wurde 1400 von der Mehrheit der Kurfürsten abgesetztund durch den Pfalzgrafen Ruprecht aus dem Hause der Wittelsbacher ersetzt.
Da Nürnberg quasi genau zwischen dem Königreich Böhmen, wohin sich Wenzel während der Absetzung zurückgezogen hatte und eventuelle Gegenmaßnahmen erwog und wo er bis
zu seinem Tod 1419 als König Wenzel IV. weiter regierte, und dem Herrschaftsgebiet Ruprechts, nämlich der Pfalz, lag, wurde der Stadt plötzlich eine völlig neue Bedeutung zuteil. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Kontrahenten

2.1 König Wenzel

2.2 Pfalzgraf Ruprecht

3. Die Vorgeschichte und die Ereignisse um die Absetzung

4. Nürnbergs Verhalten um die Absetzungsvorgänge

4.1 Die Bedeutung Nürnbergs

4.2 Entscheidungsmöglichkeiten Nürnbergs

4.3 Der Nürnberger Innere Rat

4.4 Ulman Stromer

4.5 Die Entscheidung Nürnbergs

5. Nürnbergs Rollen

5.1 Nürnberg als "Tür ins Reich"

5.2 Nürnberg als Handelszentrum

5.3 Nürnberg als Kommunikationszentrum

5.3.1 Kommunikation des Inneren Rates

5.3.2 Kommunikation Ulman Stromers

6. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die Seminararbeit untersucht die spezifische Rolle der Reichsstadt Nürnberg während der politischen Umbruchphase um 1400. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Nürnberg durch seine geografische Lage, seinen Status als Handelszentrum und seine Informationsnetzwerke in die Absetzungsvorgänge von König Wenzel involviert war und inwieweit die Stadt zur Etablierung des neuen Königs Ruprecht beitrug.

  • Die politische Rolle Nürnbergs im Spannungsfeld zwischen König Wenzel und Pfalzgraf Ruprecht.
  • Einflussnahme und Handlungsspielräume des Nürnberger Inneren Rates in der Reichspolitik.
  • Die Bedeutung der persönlichen Netzwerke, insbesondere durch die Figur Ulman Stromer.
  • Nürnberg als strategische Kommunikationszentrale und Informationsknotenpunkt im Heiligen Römischen Reich.
  • Die wirtschaftliche und geographische Ausgangslage Nürnbergs als "Tür ins Reich".

Auszug aus dem Buch

4.4 Ulman Stromer

Dass es während der Diskussion um die Entscheidung innerhalb des Inneren Rates Mitglieder gab, die eher der "Wenzel-Partei" angehörten und sich dementsprechend für diesen einsetzten, aber auch Anhänger von Ruprecht, ist aufgrund der damaligen Lage verständlich.

Die Familie, welche letztendlich am meisten Einfluss auf die Entscheidung hatte, waren die Stromer von Reichenbach. Diese Familie war eines der ältesten Patriziergeschlechter Nürnbergs – erstmals 1254 urkundlich erwähnt – und gehörten aufgrund ihres wirtschaftlichen Status´ von 1318-1806 dem Inneren Rat der Stadt an.

Damaliger Kopf der Familie und Hauptfigur im Bemühen um eine Entscheidung war der Großhändler, Fabrikant und Ratsherr Ulmann Stromer (1329-1407). Der erfolgreiche Handelsherr war auch literarisch tätig und verfasste ab 1360 seine Familienchronik "Püchl von mein geslecht und abentwr".

Unter allen Mitgliedern des Inneren Rates war Ulman Stromer wohl derjenige, der den besten Kontakt zu Ruprecht hatte. Er war schon bereits mit Ruprechts Vater und Großvater befreundet gewesen und hatte die beiden desöfteren bei sich zuhause beherbergt. Auch aufgrund seiner Heirat mit seiner ersten Frau, die aus einer der reichsten oberpfälzischen Hammerherrenfamilie stammte, fühlte sich Stromer mit der Pfalz sehr verbunden. Stromer hatte aufgrund dieser Verbindungen auch ein wirtschaftliches Hauptinteresse an der Pfalz und ein sehr geringes oder gar keins an Böhmen, weswegen für ihn letztendlich nur die Unterstützung Ruprechts gegen Wenzel in Frage kam.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die historische Entwicklung Nürnbergs zur bedeutenden Reichsstadt und führt in die Problematik der Absetzung König Wenzels um 1400 ein.

2. Die Kontrahenten: Die Biographien von König Wenzel und Pfalzgraf Ruprecht werden analysiert, um ihre Ausgangspositionen und politischen Schwächen bzw. Stärken zu verdeutlichen.

3. Die Vorgeschichte und die Ereignisse um die Absetzung: Dieses Kapitel behandelt die langwierigen Friedensbemühungen und die zunehmenden Spannungen zwischen den Städten und Fürsten, die letztlich in der Absetzung Wenzels gipfelten.

4. Nürnbergs Verhalten um die Absetzungsvorgänge: Die Untersuchung fokussiert sich auf die strategischen Überlegungen des Nürnberger Inneren Rates und die entscheidende Rolle der Familie Stromer bei der Parteinahme.

5. Nürnbergs Rollen: Nürnberg wird in seiner Funktion als geographisches Eingangstor, Handelsmetropole und zentraler Informationshub im Reich beleuchtet.

6. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Synthese, in der die Bedeutung Nürnbergs als Kommunikationszentrale für die Akzeptanz des neuen Königs Ruprecht herausgestellt wird.

Schlüsselwörter

Nürnberg, König Wenzel, Pfalzgraf Ruprecht, Absetzung, Reichspolitik, Handelszentrum, Innerer Rat, Ulman Stromer, Reichsstädte, Kommunikation, Mittelalter, politische Geschichte, Diplomatische Korrespondenz, Ständewesen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Rolle der Stadt Nürnberg während des politischen Machtwechsels an der Spitze des Heiligen Römischen Reiches im Jahr 1400.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören die politische Strategie Nürnbergs, die Machtverhältnisse zwischen König Wenzel und Pfalzgraf Ruprecht sowie die Bedeutung städtischer Netzwerke.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Nürnberg durch seine geographische und wirtschaftliche Lage als Akteur und Informationsvermittler den Absetzungsprozess und die nachfolgende Anerkennung Ruprechts beeinflusst hat.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung zeitgenössischer Quellen, wie etwa der Chronik von Ulman Stromer, sowie der Forschungsliteratur zur Reichspolitik basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich den Entscheidungsmöglichkeiten Nürnbergs, der politischen Gewichtung des Inneren Rates und der spezifischen Kommunikation der Stadt in Richtung anderer Reichsstädte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Nürnberg, König Wenzel, Pfalzgraf Ruprecht, Absetzung, Reichspolitik, Handelszentrum, Innerer Rat und Kommunikationszentrale sind die tragenden Begriffe.

Warum spielte Ulman Stromer eine so wichtige Rolle?

Als einflussreicher Ratsherr mit engen persönlichen und wirtschaftlichen Beziehungen zur Pfalz und den Wittelsbachern agierte Stromer als treibende Kraft für die Anerkennung Ruprechts in Nürnberg.

Inwiefern beeinflusste die Lage Nürnbergs das Handeln der Stadt?

Die Lage zwischen dem böhmischen Herrschaftsgebiet Wenzels und der Pfalz Ruprechts zwang Nürnberg dazu, aus Sicherheitsgründen und zur Wahrung der Handelsinteressen eine aktive, wenn auch anfangs abwartende Rolle einzunehmen.

War die Absetzung Wenzels für Nürnberg ein risikoreiches Unterfangen?

Ja, ein Festhalten an Wenzel hätte im Falle eines militärischen Konflikts die Stadt aufgrund ihrer exponierten geographischen Lage zwischen den feindlichen Fronten in eine existenzbedrohende Situation bringen können.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Nürnberg und seine Bedeutung um die Absetzungsvorgänge von König Wenzel 1400
Hochschule
Universität des Saarlandes  (Philosophische Fakultät I)
Veranstaltung
Die Absetzung König Wenzels
Note
2,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
29
Katalognummer
V295811
ISBN (eBook)
9783656936824
ISBN (Buch)
9783656936831
Sprache
Deutsch
Schlagworte
nürnberg bedeutung absetzungsvorgänge könig wenzel
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2012, Nürnberg und seine Bedeutung um die Absetzungsvorgänge von König Wenzel 1400, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295811
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Leseprobe aus  29  Seiten
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