Wer als Besucher in die Hauptstadt Deutschlands kommt und sich im Kern der Stadt zwischen Fernsehturm und Brandenburger Tor von einem touristischen Highlight zum Nächsten schlägt, stellt sich die Frage: Was entsteht gegenüber dem UNESCO-Kulturerbe Museumsinsel und Rotem Rathaus? Diese Frage kann kurz beantwortet werden. Es entsteht ein Schloss und es nennt sich Humboldt-Forum!
Die vorliegende Literaturarbeit betrachtet aus immobilienwirtschaftlicher Sicht das als Jahrhundertgroßprojekt bezeichnete Berliner Humboldt-Forum. Nachdem im ersten Schritt die theoretischen Grundlagen einer Projektentwicklung abgebildet werden, erfolgt im zweiten Schritt die Verschmelzung von Stadtplanung und Projektentwicklung. (...) Ein weiterer Schwerpunkt des ersten Kapitels liegt in der Darstellung des Immobilienvermögens und des Immobilienmanagements der öffentlichen Hand in Deutschland. (...)
Im zweiten Schritt und Mittelpunkt der Ausarbeitung steht die Analyse des Kulturgroßprojektes Humboldt-Forum. (...). Die bei einem Projekt miteinander in Einklang zu bringende Faktoren Standort, Projektidee und Kapital werden gezielt untersucht und sollen einen Hinweis auf den immobilienwirtschaftlichen Erfolg des Projektes geben. (...). Der historische Rückblick auf das barocke Stadtschloss erlaubt den Vergleich zu dem Neubaukonzept und soll die Frage beantworten: Wie viel historisches Berliner Stadtschloss steckt im Humboldt-Forum? (...)
Mit dieser Ausarbeitung soll der Leser die Möglichkeit bekommen, hinter die Kulissen des Jahrhundertprojektes „Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses“ zu schauen. Deutsche Großprojekte, bei denen die öffentliche Hand Bauherr ist und war, kamen in den letzten Jahren immer wieder in Verruf. Nicht eingehaltene Eröffnungstermine und ein immenser Kostenanstieg erbosten die Steuerzahler. (...) Ziel dieser Ausarbeitung ist es, anhand der analysierten Projekthintergründe eine Zukunftsprognose für das Humboldt-Forum zu formulieren und zum Ausdruck zu bringen, warum es in der Öffentlichkeit als Projekt mit hoher „gesellschaftlichen Bedeutung“ bezeichnet wird. Ob die Erfolgsfaktoren nach Diederichs, ein einzelwirtschaftliches, wettbewerbsfähiges, arbeitsplatzschaffendes und -sicherndes, sowie gesamtwirtschaftliches Immobilienprojekt geschaffen wird, dass anschließend dauerhaft rentabel genutzt werden kann, gilt es abschließend aufzuklären.
Inhaltsverzeichnis
1. Grundlagen der Projektentwicklung
1. 1. Einführung Projektentwicklung
1. 2. Projektentwicklung im stadtplanerischen Kontext
1. 3. Immobilienmanagement der öffentlichen Hand
1. 3. 1. Das Immobilienmanagement von Bund, Ländern und Kommunen
1. 3. 2. Die Bedeutung von Public Private Partnerships (PPP)
1. 4. Kulturbauten, Sonderimmobilie Schloss
2. Analyse Humboldt-Forum
2. 1. Der Standort
2. 1. 1. Grundstücksanalyse
2. 1. 2. Geschichtliche Betrachtung des Standortes
2.1.2.1. Von der Grundsteinlegung bis zum Abriss des Stadtschlosses
2.1.2.2. Der Palast der Republik
2. 2. Die Projektidee
2. 2. 1. Projektbeschreibung und Nutzungskonzept
2. 2. 2. Warum der Name „Humboldt-Forum“?
2. 2. 3. Politische Meilensteine des Projektes Humboldt-Forum
2. 2. 4. Stakeholderanalyse
2.2.4.1. Die Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum (SBS – HF)
2.2.4.2. Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)
2.2.4.3. Franco Stella Projektgesellschaft GbR (FSGP)
2.2.4.4. Die zukünftigen Nutzer
2.2.4.5. Weitere Stakeholder
2. 3. Das Kapital
2. 4. Zusammenfassung
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert das Berliner Großprojekt „Humboldt-Forum“ unter immobilienwirtschaftlichen Gesichtspunkten mit dem Ziel, die Erfolgsfaktoren Standort, Projektidee und Kapital zu bewerten und eine Prognose über die Zukunftsfähigkeit und gesellschaftliche Bedeutung des Objekts abzuleiten.
- Theoretische Grundlagen der Projektentwicklung und Stadtplanung
- Strukturen des Immobilienmanagements der öffentlichen Hand
- Umfassende Standort- und Stakeholderanalyse des Humboldt-Forums
- Untersuchung der Finanzierungsmodelle und PPP-Potenziale
Auszug aus dem Buch
2. 1. 1. Grundstücksanalyse
Die Museumsinsel und das ehemalige Schlossgrundstück bilden die historische Achse Berlins. Die Prachtstraße und Flaniermeile „Unter den Linden“ verknüpft den historischen Pariser Platz am Brandenburger Tor und den Bebelplatz am Lustgarten. Der einstiege Reitweg der Kurfürsten verbindet nach Osten das alte mit dem neuen Berlin der Nachkriegszeit. Südlich der Karl-Liebknecht-Straße liegen der Fernsehturm und das Marx-Engels-Forum.
In den letzten Jahrzehnten hat Berlin und seine historische Mitte eine große Entwicklung erfahren und es ist kein Ende der Umwandlung in Sicht. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der späteren Teilung der Stadt musste Berlin nach der Wiedervereinigung wieder die Lücken im Stadtbild schließen. Dass das zu einem Großteil bereits gelungen ist, beweisen die inländischen und ausländischen Touristenströme. Das Brandenburger Tor, der Fernsehturm, der Potsdamer Platz, das Regierungsviertel, die Museumsinsel, der Gendarmenmarkt sowie die Opern- und Konzerthäuser sind fester Bestandteil eines jeden Reiseführers. Der Tourismus hat sich zu einer der bedeutendsten Wirtschaftsfaktoren Berlins entwickelt. Während aus anderen Bundesländern die Menschen wegziehen, prognostizieren Experten für Berlin, zwischen 2012 und 2030, einen Bevölkerungsanstieg von ca. 254 Tsd. Menschen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Grundlagen der Projektentwicklung: Erläutert die theoretischen Definitionen der Projektentwicklung sowie deren Phasenmodelle und beleuchtet die Rolle der öffentlichen Hand als Immobilieneigentümer.
2. Analyse Humboldt-Forum: Untersucht das konkrete Bauprojekt anhand der Faktoren Standort, Projektidee und Kapital sowie einer detaillierten Stakeholderanalyse.
3. Fazit: Führt die Analyseergebnisse zusammen und bewertet das Humboldt-Forum im Kontext der zeitgenössischen Stadtplanung und Projektentwicklung.
Schlüsselwörter
Humboldt-Forum, Projektentwicklung, Berliner Stadtschloss, Immobilienmanagement, Standortanalyse, Stakeholderanalyse, Public Private Partnership, Kulturimmobilie, Berlin Mitte, Stadtplanung, Finanzierung, Bauvorhaben, öffentliche Hand, Hauptstadtfunktion, Rekonstruktion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit einer immobilienwirtschaftlichen Untersuchung des Jahrhundertprojekts Humboldt-Forum in Berlin.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Zu den Schwerpunkten zählen die Projektentwicklung im stadtplanerischen Kontext, das Immobilienmanagement der öffentlichen Hand sowie die Finanzierungsstrukturen bei Kulturgroßprojekten.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Ziel ist es zu prüfen, inwieweit die Faktoren Standort, Projektidee und Kapital beim Humboldt-Forum in Einklang stehen und ein dauerhaft rentables sowie gesellschaftlich bedeutendes Projekt bilden.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Es wird eine fundierte Projektanalyse nach der Theorie von Claus Jürgen Diederichs angewendet, ergänzt durch eine historische Betrachtung und eine Stakeholderanalyse.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Basis der Projektentwicklung und die spezifische Analyse des Standortes Humboldt-Forum, seiner Entwicklung, Akteure und Finanzierung.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Projektentwicklung, Humboldt-Forum, Stadtschloss, Stakeholderanalyse und Immobilienmanagement der öffentlichen Hand.
Welchen Einfluss hatte der "Palast der Republik" auf die Standortanalyse?
Der Abriss des Palastes der Republik wird als notwendiger, wenn auch umstrittener Schritt dargestellt, um den historischen Bezug zum Schlossplatzareal und dessen städtebauliche Neugestaltung zu ermöglichen.
Kann das Humboldt-Forum als klassisches PPP-Projekt bezeichnet werden?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass es kein "vollumfängliches" PPP-Projekt im Sinne einer ganzheitlichen Lebenszyklusübertragung ist, wenngleich die Finanzierung der Fassaden durch Spenden eine öffentlich-private Partnerschaft darstellt.
- Arbeit zitieren
- Eyleen-Christin Einenkel (Autor:in), 2014, Der Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295869