Programmplanung. Vorbereitung des Veranstaltungs- und Leistungsangebotes einer Bildungseinrichtung


Hausarbeit, 2015

20 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Programmplanung

3 Planungsprozess

4 Bedarfe und Bedürfnisse
4.1 Methoden zur Ist und Soll-Bestimmung nach Bedarfsursachen für Unternehmen
4.1.1 Methoden zur Ist- Bestimmung nach Bedarfsursachen
4.1.2 Methoden zur Soll- Bestimmung nach Bedarfsursachen
4.1.3 Methoden sowohl zur Ist- als auch zur Soll- Bestimmung nach Bedarfsursachen

5 Zielgruppen
5.1 Zielgruppenarbeit
5.2 Zielgruppenansatz

6 Bildungsangebote

7 Angebot und Nachfrage

8 Programmbereiche

9 Ankündigungstexte

10 Informationen

11 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

In dieser Ausarbeitung befassen wir uns mit den zu beachtenden Merkmalen bei der Erstellung und Publikation eines Programmes. Zunächst wird erläuter, was unter Programmplanung verstanden wird und woran sich bei der Erstellung des Programms gerichtet wird. Anschließend wird erklärt, in welchen Schritten ein Programm erstellt wird. Bevor ein Programm entwickelt wird, macht man sich Gedanken darüber, aus welchem Anlass Menschen ein Angebot wahrnehmen und sich weiterbilden, aus diesem Grund wird nach den Bedarfen und Bedürfnissen der Teilnehmenden gefragt, welche Methoden dafür vorhanden sind werden im 4. Kapitel dargestellt. Meistens sind die Angebote an Zielgruppen ausgerichtet, welche Merkmale eine Zielgruppe hat und warum diesem Vorgang Bedeutung zugemessen wird, wird im weitern Verlauf erläutert. In einem Programm werden die Bildungsangebote der Einrichtung publiziert, im Kapitel 6 wird näher darauf eingegangen, welche Aspekte bei der Planung und Entwicklung eines Angebotes zu beachten sind. Die Angebote werden für verschiedene Bereiche erstellt, die im folgenden Kapitel genannt werden. Auch wenn verschiedene Kurse angeboten werden und sich viele Gedanken zum Aufbau des Kurses gemacht wurden, ist es dennoch nicht garantiert, dass sich Teilnehmer anmelden, daher muss ebenfalls darauf geachtet werden, wie stark die Nachfrage ist. Wie sich dies reguliert ist in Kapitel 7 erläutert. Das Programm wird in Bereiche eingeteilt, diese werden im folgenden Kapitel genannt. Schließlich gilt es die entwickelten Angebote publik zu machen, dabei muss auf einige Merkmale geachtet werden, diese werden im Kapitel 9 genannt.

2 Programmplanung

Unter Programmplanung wird die Vorbereitung des Veranstaltungs- und Leistungsangebotes einer Bildungseinrichtung verstanden, damit ist auch das Herstellen und Publizieren eines Programms gemeint. Bei der Programmentwicklung unterscheiden wir grundsätzlich zwischen zwei Vorgehensweisen: Angebots- und Nachfrageorientierung. Bei der angebotsorientierten Planung erstellen wir ein Programm, das ein Interesse und einen Bildungsbedarf bei den potentiellen Teilnehmern wecken soll, während ein nachfrageorientiertes Programm, nach Nachfrage und/ oder einer Bedarfsermittlung, entwickelt wird. Ansätze zur Planung können des Weiteren von Leistungsprofilen der Einrichtung, Bedarfshypothesen oder anzustrebenden Zielgruppen ausgehen. Das Programm wird in einer Broschüre oder im Internet veröffentlicht. Es ist darauf zu achten, dass das Angebot in seiner Breite und Tiefe sinn- und augenfällig gegliedert ist, und somit Transparenz und Benutzerfreundlichkeit aufweist. Jedes Angebot wird angekündigt; die Ankündigung sollte dabei werbenden und informierenden Charakter haben (Arnold/Nolda/Nuissl 2001, S.265f.).

Das Programm richtet sich nach der Identität und den Zielen, folglich dem Profil der Bildungseinrichtung, und bildet dadurch den Mittelpunkt der Identität der Bildungseinrichtung. Das Planen des Programms hat sich, besonders in den Volkshochschulen, zu einem eigenen Tätigkeitsfeld für Pädagoginnen und Pädagogen aufgetan. An den Volkshochschulen wird die Programmplanung fast ausschließlich von hauptberuflich pädagogisch Beschäftigten geleistet. In dem Fall heißt Programmplanung auch die Verantwortung der hauptberuflich Beschäftigten über die Einstellung, Steuerung und Kontrolle der nebenberuflich Lehrenden.

Die Programmplanung richtet sich nach unterschiedlichen Bereichen, wie dem Ziel der Einrichtung. Dies können Bildungsziele sein, die thematisch, regional, personal- oder kompetenzbezogen sind. Eine Einrichtung hat verschiedene Möglichkeiten ein Programm zu erstellen, diese hängen davon ab, welche finanziellen Mittel, Ressourcen und Räumlichkeiten vorhanden sind und welches Personal mit seinen Qualifikationen und Interessen vor Ort ist. Da die Teilnahme an den Angeboten freiwillig ist, muss das Programm von den Nutzern akzeptiert werden. Über eine Bedarfsanalyse können wir herausfinden, welche Interessen und Bedürfnisse die potenziellen Teilnehmenden haben. Schließlich sollten alle Einzelangebote in einen sinnvollen Zusammenhang gesetzt werden, wodurch ein Programmprofil entsteht. Danach richten wir uns beim Erstellen des Programms (Nuissl 2000, S.79ff.).

Angebots und Programmplanung werden vielfach synonym genutzt, Programmplanung stellt aber eher eine übergeordnete Form der Planung dar. Während die Angebotsplanung auf die konzeptionelle Arbeit an einzelnen Projekten bezogen wird, somit auf einer mikro- und mesodidaktische Planungsebene liegt, wird das Programmplanungshandeln aus der Makroperspektive heraus bewerkstelligt, bei der es um die Koordination und Durchführung der Angebote geht. Zur Makrodidaktik gehören die pädagogischen Handlungsfelder Programmplanung, Ansprache von Zielgruppen, Erhebung des Bildungsbedarfs, Werbung und Marketing, Profilbildung, Gestaltung von Kooperationen und vieles mehr. Auf der mikrodidaktischen Ebene werden Aufgaben erfasst, wie die Auswahl von Inhalten, Medien und Methoden der Kursgestaltung. In die Mesodidaktik fallen die Konzeption, Vorbereitung und Auswertung einzelner Seminare (Reich-Claassen/Hippel 2008, S. 1003ff.).

3 Planungsprozess

Die Programmplanung kann in mehrere Phasen gegliedert werden. Die einzelnen Phasen bauen aufeinander auf, so dass dies als ‚Regelkreis‘ dargestellt werden kann. Zunächst wird der Weiterbildungsbedarf ermittelt, steht dieser fest, kann eine Grobplanung vorgenommen werden. In der Grobplanung werden erste Schwerpunkte ausgesucht, die zu einem ersten Programmentwurf zusammengestellt werden, dies kann auch nach Auswertung vorhergehender Programme geschehen. Daran schließt sich die Feinplanung an. Hierbei werden die Details des Programms festgelegt, in dem die Institution die verfügbaren finanziellen, zeitlichen, personellen und materiellen Ressourcen verplant. Nach diesem Plan werden die dazu passenden Dozenten, Räume, Zeiten und Materialien zusammengestellt. Nachdem die Veranstaltungen durchgeführt wurden, wird analysiert, ob die Ziele und die Zielgruppen erreicht wurden. Anschließend gibt es wieder Bedarfserhebungen, um weitere Planungen anzugehen. Damit schließt sich der Organisationszyklus (Höffer-Mehlmer 1999, S. 699-700.).

4 Bedarfe und Bedürfnisse

Die Rezeption von Programmforschungsergebnissen ist unerlässlich, wenn wir Planungshandeln im offenen Feld von Angebot und Nachfrage leisten wollen. Wenn wir differenzierte Planungskompetenz erwerben wollen, ist diese die Basis dafür.

Programme von Weiterbildungsinstitutionen und -organisationen wie unserer, spiegeln mit ihren/ unseren nach Schwerpunkten strukturierten Weiterbildungsangeboten deren/ unsere Angebotsvielfalt wieder. Diese Programme zeigen die Relation zwischen dem Gesamtangebot und den Schwerpunkten auf, informieren über die Entwicklung der Schwerpunkte in den Angeboten, verweisen auf neue Schwerpunkte und zeigen die Verschiebung zwischen den Programmbereichen. Darüber hinaus können sie neue Verbindungen im Prozess der Wissensgenerierung sichtbar machen und neue Befunde über den Modellierungsprozess von Wissen erbringen. Die Programmforschung ist ein Kernbereich moderner Weiterbildungsforschung.

Da „Bedarfe“ und „Bedürfnisse“ weiche und offene Begriffe sind, wird oftmals angenommen, dass sie empirisch- analytisch abgeleitet werden könnten. An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass nach Gieseke (2008) zwischen den beiden Begrifflichkeiten dahingehend differenziert wird, dass „Bedarfe“ eine objektive Größe darstellen, während „Bedürfnisse“ eher subjektiver Natur sind und häufig als anthropologische Größe betrachtet. Der Grund warum beide Begriffe allzu oft synonym verwendet werden, liegt in der Auffassung, dass Veränderungen, die neue Qualifikationen erfordern Bildungsbedürfnisse begründen und gleichzeitig Bildungsbedarf entsteht. Oder umgekehrt.

Es ist wichtig zu ermitteln wie klar oder unklar die Konstellationen sind, für die der Weiterbildungsbedarf erhoben wird. Zum anderen kommt es wiederum nach Giseke (2008)darauf an wer warum und wie diese Bedarfe erhebt. Befragt werden können z.B. die Leitung, leitende Mitarbeiter, Personal- oder Weiterbildungsabteilung, Vertrauensgruppen im Betrieb oder andere Mitarbeiter. Es geht hierbei also vorwiegend um Perspektiven und Nutzungs- und Verwertungsinteressen zu tun, die von unterschiedlichster Art sein können. Somit sind die verschiedenen Verfahren der Bedarfsermittlung vom Mitarbeiterstab, der finanziellen Situation, des Images und der Besucherzahlen der jeweiligen Nachfrager anhängig. Wenn wir uns mögliche Gründe für Bedarfsermittlung ansehen, ist festzustellen, dass es wenn es sich um gewerblich- mittelständige Unternehmen handelt, liegt die Ursache nach Grüner (2000) meist beim Personal oder der Produkten. An dieser Stelle müssen wir etwas (nach den Zuständigkeiten) differenzieren:

Gemein hin wird eine erhöhte Kenntnis über Weiterbildungsbedarf bei oberen Führungskräften festgestellt. Weiterbildungsbedarfe werden zudem auch durch gesetzliche Veränderungen ausgelöst. Wenn wir das Beispiel eines kleinen oder mittleren Unternehmens betrachten, können wir behaupten, dass im Gegensatz zu Großunternehmen, die häufig auf Markt-/ Potentialanalysen und Mitarbeiterbeurteilungssysteme zurückgreifen können, keine oder kaum Instrumente verwendet werden.

Wenn wir versuchen den betrieblichen Weiterbildungsbedarf zu bestimmen, kann uns ein Konzept von Grüner (2000, S. 225) logische Handlungs- und Bedingungsfelder offenbaren.

Gemäß Grüner wirken sich Bedingungen der betrieblichen, technologischen, ökonomischen, gesellschaftlichen und politisch rechtlichen Umwelt auf Bedingungen der betrieblichen Umwelt, personale-, strukturelle- organisatorische und historische Aspekte aus.

4.1 Methoden zur Ist und Soll-Bestimmung nach Bedarfsursachen für Unternehmen

Für Unternehmen gibt es eine Vielzahl von Methoden der Ist-. Soll- und Ist- Soll- Bestimmung nach Bedarfsursachen. Im Folgenden werde ich einige dieser Methoden nach individuums-, unternehmens- und umweltbezogenen Methoden der Ist-Bestimmung nach Bedarfsursachen nennen. Einige Methoden sind nicht einer alleinigen Kategorie zuzuordnen, sondern wiederholen soll zwangsläufig.

4.1.1 Methoden zur Ist- Bestimmung nach Bedarfsursachen

Bzgl. des Individuums:

Biographie/Lebenslauf, Einstellungstest, Mitarbeiterleistungsbeurteilung, Betriebszugehörigkeitsfeststellung, Personalbogenauswertung und Fehlerhäufigkeitsbestimmung.

Bzgl. des Unternehmens:

Mitarbeiterleistungsbeurteilung, Assessment Center, Kennzahlenanalyse, Einstellungs-. Und Klimatest, Fehlerhäufigkeitsbestimmung, Führungshäufigkeitsbestimmung, Führungsstilanalyse, Betriebsbegehung und Bedarfsermittlung.

Bzgl. der Umwelt:

Betriebsvergleich, Konkurrenzdatenvergleich, Arbeitsmarktauswertung, Tarifvertrag, Gesetzte/ Verordnungen, Arbeitsplatzanalyse.

4.1.2 Methoden zur Soll- Bestimmung nach Bedarfsursachen

Bzgl. des Individuums:

Stellenbeschreibung, Anforderungsprofil

Bzgl. des Unternehmens:

Stellenbeschreibung, Anforderungsprofil, Planungsdatenanalyse, Geschäftspolitikanalyse, Unternehmensphilosophieanalyse, Leitbilderauswertung, Führungsgrundsätze, Geschäftsstrategien, Organigramm, Expertenvorschau/ Prognoseverfahren

Bzgl. Umwelt:

Expertenvorschau, Prognoseverfahren

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Details

Titel
Programmplanung. Vorbereitung des Veranstaltungs- und Leistungsangebotes einer Bildungseinrichtung
Autor
Jahr
2015
Seiten
20
Katalognummer
V295872
ISBN (eBook)
9783656943600
ISBN (Buch)
9783656943617
Dateigröße
612 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
programmplanung, vorbereitung, veranstaltungs-, leistungsangebotes, bildungseinrichtung
Arbeit zitieren
Björn Beil (Autor), 2015, Programmplanung. Vorbereitung des Veranstaltungs- und Leistungsangebotes einer Bildungseinrichtung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295872

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