Kinderarmut in Deutschland. Handlungsansätze in der Sozialen Arbeit


Akademische Arbeit, 2004

26 Seiten


Leseprobe

Inhalt

1. Kinderarmut als aktuelle Herausforderung für die Soziale Arbeit

2. Kinderarmut als sozialstaatliche Herausforderung

3. Kinderarmut als sozialarbeiterische Problemstellung

4. Sozialarbeiterische Handlungsansätze zur Armutsbekämpfung
4.1. Sozialarbeiterische Interventionsebenen
4.2. Die Sozialplanung
4.2.1. Der Sozialplanungsprozess
4.2.2. Die Rolle der Sozialarbeit bei der Sozialplanung
4.3. Die Gemeinwesenarbeit
4.3.1. Der Umsetzungsprozess der Gemeinwesenarbeit
4.3.2. Die Rolle der Sozialarbeit bei der Gemeinwesenarbeit
4.4. Allgemeine Handlungsansätze gegen die Kinderarmut
4.5. Schlusswort

Literaturverzeichnis (inklusive weiterführender Literatur)

Anhang

In dieser Arbeit geht es um Handlungsansätze in der Sozialen Arbeit. Es wird unter anderem näher auf die Themen Kinderarmut als Herausforderung für die Soziale Arbeit, Sozialarbeiterische Handlungsansätze zur Armutsbekämpfung, Sozialarbeiterische Inter-ventionsebenen und die Gemeinwesenarbeit eingegangen.

1. Kinderarmut als aktuelle Herausforderung für die Soziale Arbeit

Das Thema „Kinderarmut“ wird seit der Bekanntmachung des Hartz-IV-Gesetzes, dass ab dem 1. Jannuar 2005 greifen soll und eine neue Regelung der Arbeitslosenhilfe, sowie Sozialhilfe beinhaltet, vertieft in die sozialpolitische und gesellschaftliche Diskussion gerückt. Die Neuformierung der Arbeitslosenhilfe und der Sozialhilfe zum so genannten „Arbeitslosengeld II“, bedeutet u. a. auch, dass verstärkte Kontrollinstanzen der Bundesagentur für Arbeit über die Annahme von den zugeteilten Arbeitsplätzen wachen. Zudem besteht die Gefahr dass eine Arbeit im Niedriglohnsektor nicht genug Geld abwirft, um eine Familie ernähren zu können. Wenn ein zugeteilter Arbeitsplatz seitens des Leistungsbeziehers nicht wahrgenommen wird, so drohen ihm wiederum Kürzungen der Leistungsbezüge und die Hilfe sinkt dann unter das Sozialhilfeniveau.[1] Somit werden in Zukunft mehr Familien und Kinder von Armut betroffen sein und dadurch zu einem wichtigen Aspekt bei der Auseinandersetzung in der Sozialpolitik und der Sozialen Arbeit werden. Die Kinderarmut ist in erster Linie auf die Erwachsenenarmut zurückzu-führen. Die Soziale Arbeit darf die Kinderarmut somit nie isoliert betrachten, sondern muss sie immer im familiären Kontext, sowie in ihrer sozialräumlichen und milieuge-bundenen Ausprägung sehen. Nach Margherita Zander ist es wichtig das sich bei der Bekämpfung der Armut in Deutschland unterschiedliche Interventionsinstanzen gegenseitig beeinflussen und bedingen. Somit sollte es eine wissenschaftliche, eine (sozial)politische und eine (sozial)pädagogische Ebene für die Bekämpfung der Armutsproblematik geben.[2] So sieht es auch Brigitte Bauer, denn ihrer Ansicht nach kann die Soziale Arbeit für Arme ihre personenbezogenen Unterstützungsformen nicht von der Verfolgung politischer Ziele trennen. Schließlich hilft die Soziale Arbeit nur dann nachhaltig und umfassend, wenn sie auch die Ursachen der Armut im Blick behält und reduziert. Die Notwendigkeit einer politischen Sozialarbeit wird somit verdeutlicht.[3] Dadurch steht fest, dass es den Sozialarbeitern allein nicht gelingen kann Armut zu verhindern. Denn nur in Zusammenarbeit mit anderen Instanzen ist sie dazu in der Lage. Dabei ist insbesondere die Zusammenarbeit mit der Sozialpolitik zu betonen.

2. Kinderarmut als sozialstaatliche Herausforderung

Die Armut bzw. Kinderarmut stellt in Deutschland eine sozial-, wirtschafts- und gesellschaftspolitische Aufgabe dar. Die Bekämpfung der Armut sollte somit auch ein grundlegendes Ziel in der sozialstaatlichen Politik sein. Der gesellschaftliche und sozialstaatliche Wandel der vergangenden Jahre und Jahrzehnte führte in Deutschland zu neuen Armutsrisiken und Armutsformen, so dass die Armutsbekämpfung eine neue Qualität erhält. Die Veränderungen der Familienstruktur geben beispielsweise einen weiteren Hinweis auf die Wandlungsprozesse in Deutschland. Und auch die altbekannten verbindlichen Sozialstrukturen lösen sich fortschreitend auf. Bezüglich der neuen Reformen und Formen des sozialen Systems in Deutschland und mit dem Wachsen der sozialen Ungleichheit muss nun rechtzeitig sozialstaatlich reagiert werden. Das Grundproblem besteht nämlich darin, dass der Modernisierungsprozess gegenwärtig nicht mehr sozialstaatlich, sondern ausschließlich ökonomisch orientiert ist. Karl August Chasse’ weist auf einen sozialpolitischen Reformbedarf und auf die Notwendigkeit einer perspektivischen Neuorientierung der Sozialen Arbeit hin.[4] Somit verbirgt sich als Grundproblem hinter den armutsbezogenen Herausforderungen die Frage nach dem Umbau des Sozialstaates. Es müssten die Teilhaberechte und Teilhabechancen der Bürger (bzw. Kinder) anerkannt und gesichert werden. Walter Hanesch schlägt vor, sich bei einer Politik der Armutsbekämpfung an den strukturellen Bedingungsfaktoren der Armut zu orientieren. Er macht für die Entstehung von Armut hauptsächlich strukturelle Wandlungsprozesse der Gesellschaft, Strukturmängel im sozialen Sicherungssystem und Fehlorientierung der derzeitigen Wirtschafts- und Sozialpolitik verantwortlich.[5] Die seit über zwei Jahrzehneten anhaltende Massenarbeitslosigkeit und der damit verbundene Strukturwandel des Arbeitsmarktes führen zu immer mehr Arbeitslosen und bringen die Gefahr der Herausbildung einer sich verfestigenden Problemgruppe von Mehrfach- und Langzeitarbeitslosen mit sich. Da die Arbeitnehmer um knapper werdende Stellen kämpfen und einem steigenden Konkurrenzdruck und härteren Auswahl- und Leistungsanforderungen ausgesetzt. Zudem verliert das Normalarbeitsverhältnis an Bedeutung, dass heißt die Erwerbsverläufe der Arbeitnehmer werden unsicherer, indem der Anteil der Beschäftigten, die in einem unbefristeten Vollzeitbeschäftigungsverhältnis mit umfassendem arbeits-, tarif- und sozialrechtlichem Schutz erwerbstätig sind, sinkt.[6] Hanesch unterscheidet zwei Möglichkeiten des Umbaus eines Sozialstaates. Die erste Möglichkeit, die so genannte „liberale Strategie“, orientiert sich an der Beschäftigung. Diese Strategie stellt den Arbeitsmarkt und dessen Bedeutung für die soziale Sicherung in den Vordergrund. Im Rahmen dessen werden die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, der sozialer Zusammenhalt und die ökologische Nachhaltigkeit als Ziele verfolgt. Durch eine Umgestaltung des sozialen Sicherungssystems soll die Arbeitsmarktintegration gefördert und die Massenarbeitslosigkeit abgebaut werden. Als Maßnahmen werden dabei beispielsweise die Senkung der Lohnkosten für die Arbeitgeber, als Anreiz für die Schaffung von mehr Arbeitsstellen oder die Abschaffung des Kündigungsschutzes vorgeschlagen. Weiterhin sollen alle steuerlich finanzierten Transfers zu einer Mindestsicherung in Form eines „Bürgergeldes“ zusammengefasst werden. Dieses Modell hat jedoch neben den technischen und administrativen Umsetzungsproblemen kaum kalkulierbare Folgen. Dabei stellt sich hierbei die Frage, ob durch die Lohnsenkung wirklich mehr Arbeitsplätze geschaffen werden? Wahrscheinlicher jedoch ist, dass die Armut und die soziale Polarisierung zunehmen.[7] Die zweite Strategie, bzw. die integrierte bedarfsorientierte Strategie der Armutsbekämpfung fasst sich hingegen das Ziel einer lückenlosen Absicherung gegen Armutsrisiken durch ein noch umfassenderes Sicherungssystem. Nach diesem Modell müssten die sozialen Risiken zugeordnet, das Sozialversicherungssystem geändert, Wohn- und Kindergeld verbessert und die Sozialhilfe reformiert werden. Im Rahmen dieses Modells wird auch die Einführung einer einheitlichen, steuerlich finanzierten sowie einer bedarfsorientierten Grundsicherung für benachteiligte Gruppen befürwortet. Diese Grundsicherung sollte sich für alle bedürftigen Gruppen auf einem gleichen Leistungsniveau mit vergleichbaren Leistungsbedingungen befinden. So dass, allen Bürgern eine gesellschaftliche Mindestteilhabe zugesichert werden kann. Das bestehende lohn- und beitragsbezogene Sozialversicherungssystem soll dadurch nicht ersetzt, sondern ergänzt werden. Auch eine Umwandlung des Familienlastenausgleichs in einen Kinderlastenausgleich wird diskutiert. So könnte bei Haushalten mit geringen Einkünften sich die Grundsicherung am Bedarf der Kinder orientieren. Gleichzeitig sollten Leistungen des Wohngeldes bedarfsgerechter angepasst werden. Leider wird dieses Modell oft kritisiert, da die Meinung besteht, dass dieses Modell keine großen Anreize für eine Arbeitsaufnahme vermittelt. Ein weiterer Kritikpunkt liegt in den hohen Kosten der Förderung nach dem Konzept einer Grundsicherung. Aber dennoch ist es Grundsätzlich notwendig, diesen Ansatz noch konkreter weiter zu entwickeln, um eine Grundversorgung für Menschen, die keine vorteilhafte Erwerbsbiographie vorweisen können zu gewährleisten. Was die Förderung der Eingliederung arbeitsloser Sozialhilfeempfänger betrifft, so bieten sich Instrumente einer aktiven Arbeitsmarktpolitik an. Walter Hansch erwähnt dazu die Möglichkeit von projektbezogenen Förderungsmaßnahmen, die gegenüber einer subjektbezogenen Förderung den Vorteil haben, dass damit gezielt bestimmte Projekte und Beschäftigungsformen von den Kommunen unterstützt werden können, hier findet eine finanzielle Förderung und aktive Steuerung der Arbeitsmarktintegration statt. Der arbeitsmarkt- und sozialpolitische Effekt einer solchen Förderung ist daher sehr viel besser kontrollierbar.[8] Nach Ansicht von Joachim Meyer muss sich eine „Politik des sozialen Ausgleichs“ an den wesentlichen Grundsätzen orientieren. Zum einen müssen die vorhandenen Ressourcen effektiv eingesetzt werden. Weiterhin sollen die Selbsthilfepotentiale der von Armut betroffenen aktiviert werden. Zudem sollte sich die Sozialpolitik an unkonventionelleren Organisationsformen versuchen. Gemeint sind Organisationsformen, die in der Lage sind zwischen privaten und staatlichen Einrichtungen flexibel zu kooperieren.[9] Diese Ziele könnten sich dann im Rahmen einer gemeinwesenorientierten Sozialplanung in Zusammenarbeit mit der Sozialarbeit und den Bürgern verwirklichen lassen.

3. Kinderarmut als sozialarbeiterische Problemstellung

Armut und soziale Benachteiligung sind zentrale Handlungsbereiche der Sozialen Arbeit. Die Sozialarbeit bezieht sich dabei meistens auf die Bewältigung der individuellen und sozialen Folgen von Armutssituationen. „Das vorrangige Ziel besteht darin, die individuellen und gruppenspezifischen Handlungsmöglichkeiten ihrer Adressat(inn)en durch Beratung und angemessene Unterstützungsangebote zu fördern. In erster Linie will/soll die Soziale Arbeit >Hilfe zur Selbsthilfe< leisten und den Betroffenen –Menschen in sozial benachteiligten Lebenslagen- Ressourcen bzw. Kompetenzen vermitteln, die sie dazu befähigen, sich sozial zu (re)integrieren.“[10] Eine armutsbezogene Sozialarbeit beinhaltet also die Wiederherstellung, Sicherung und Verbesserung der Vorraussetzungen, die zur Teilhabe an dem sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Leben wichtig sind. Nach Aussagen von Harald Ansen verfolgt die Sozialarbeit das Ziel, ihren Klienten durch die Förderung seiner Handlungs-möglichkeiten wieder sozial zu integrieren. Dabei richtet die Sozialarbeit ihre Intervention, beispielsweise in einer Beratungssituation, direkt an den Betroffenen. Sie setzt dort ein, wo die Maßnahmen des Sozialstaates aufhören und vermittelt neben materiellen Hilfen auch personelle Ressourcen.[11] Die Soziale Arbeit muss sich bei ihrer Hilfe den Armutsfolgen anpassen. Damit ein eingreifendes Hilfesystem erfolgreich wirken kann, ist eine umfassende Armutsanalyse und eine Armutsberichterstattung notwendig. Für die sozialarbeiterischen Interventionen muss also vorweg eine Analyse und Erfassung der individuellen Armutsbelastungen und der sozialen Auswirkungen für die Betroffenen erfolgen. Das Konzept der Lebenslage dient in der Sozialarbeit als ein guter Orientierungspunkt, da sich dieses gut dazu eignet, die einzelnen Armuts-dimensionen und deren Einfluss auf die Situation des Menschen zu erfassen und zu beschreiben.[12] Die Lebenslage des Klienten ist der Handlungsspielraum der dem Einzelnen bzw. der Gruppe zu Verfügung steht, um materielle und immaterielle Bedürfnisse und Interessen zu befriedigen. Die Lebenslage bzw. die Armutssituation setzt sich zusammen aus sozialökonomischen Bedingungen, sowie den sozialpolitisch gesteuerten Ressourcen und Handlungsmöglichkeiten. Der subjektive, individuelle Umgang mit der Armutslage und die Möglichkeit der sozialen Interaktion werden bei dem Lebenslagenkonzept in den Vordergrund gestellt.[13] Nach Harald Ansen besteht der Vorteil des Lebenslagenkonzeptes „darin, dass sehr unterschiedliche Einzeldaten nicht mehr zufällig aneinandergereiht (werden), sondern strukturelle Bedingungen und individuelles Erleben über die Datenauswahl entscheiden.“[14] Somit setzt sich das Lebenslagenkonzept nicht nur mit den materiellen Ressourcen auseinander, sondern beinhaltet auch die sozialen und gesellschaftlichen Möglichkeiten zur Partizipation. Die Armut wird häufig auch als Lebenslage begriffen, die durch Benachteiligung in verschiedenen Bereichen (Arbeit/Wohnen/Bildung/Gesundheit/soziale und kulturelle Teilhabe) bedingt ist, was für den Betroffenen zur Einschränkung oder gar zum Verlust von Handlungsspielräumen führt. Gerade die Teilnahme an dem sozialen und gesellschaftlichen Zusammenleben in der Gemeinschaft bietet einen Ansatzpunkt für eine sozialarbeiterische Intervention. Eine benachteiligte Lebenslage weist meisten auf eine multiple Notlage hin, somit wird der komplexe und facettenreiche Charakter der Armut betont. Grundsätzlich bestehen zwei Anforderungen an ein sozialarbeiterisches Armutskonzept. Es muss Aussagen treffen können über sozialpolitische Handlungsmöglichkeiten. Darüber hinaus müssen klientenbezogene Handlungsansätze und Hilfemaßnahmen entwickelt werden. Dabei ist die Orientierung an der Lebenswelt des Klienten besonders wichtig.[15] In den letzten Jahren haben starke gesellschaftliche Veränderungsprozesse stattgefunden, die mit einer Veränderung der Familienstruktur oder einer Infanitilisierung der Armut einher gezogen sind. Für Karl August Chasse’ ist die Lebenslage der Ansatzpunkt der sozialarbei-terischen und sozialpädagogischen Intervention und Unterstützung. Deshalb ist es wichtig und notwendig, dass die Sozialarbeit in Angesicht dieser veränderten Lebenslagen ihre Arbeitsfelder und ihren Gegenstandbereich neu überdenkt und gegebenenfalls neu bestimmt. Auf die veränderten Armutsgruppen und Armuts-situationen muss die Sozialarbeit mit einem veränderten Konzept bzw. Aufgabenzuschnitt reagieren.[16]

4. Sozialarbeiterische Handlungsansätze zur Armutsbekämpfung

Die Armut ist unverkennbar ein stark ökonomisches Problem, dessen Auswirkungen sich individuell ausbilden, indem sie soziale und persönliche (subjektbezogene) Konsequenzen beinhaltet. Leider sind die gegenwärtigen Konzepte und Hilfeprogramme der Sozialen Arbeit nicht systematische auf die Armutslagen, insbesondere auf die von Kindern und Familien, zugeschnitten.[17] Aber gerade weil die Armut sich so facettenreich auswirkt und soziale sowie persönliche Konsequenzen für die Betroffenen hat, ist die Soziale Arbeit in seiner Professionalität und in seinen Hilfesystemen darauf angewiesen, diese neu zu überdenken, auszuweiten und somit den Armutsbedingungen anzupassen. Hierfür ist eine Mixtur aus subjektbezogener und lebenslagebezogener Unterstützung notwendig. Nach Lutz Roland muss die Soziale Arbeit, als Reaktion auf Kinder in benachteiligten Lebenslagen, auf drei Ebenen arbeiten. Das Konzept der Lebenslage ist dabei das verbindende Element, welches jedoch um die Kinder- und Geschlechtsperspektive erweitert wird, da diese individuelle Autonomie, mehr Gestaltungsräume und eine individuelle Lebensbewältigung, sowie ein Krisen-management ermöglichen. Da die Lage der Armut nicht nur durch die individuellen Hilfen verbessert werden kann, sondern auch die strukturellen Maßnahmen berücksichtigt werden müssen, ergibt sich ein theoretisches und methodisches Dreieck von Unterstützungsmaßnahmen:

Individuelle und erzieherische Hilfen

(z.B. Betreuungsformen wie Hausaufgabenhilfe)

Maßnahmen zur Beförderung kindlicher Lebenslagen

(Sicherstellung der Versorgung auf emotionaler und materieller Ebene)

Maßnahmen in lokal- und sozialpolitischer Verantwortlichkeit[18]

(Neue Wege und Maßnahmen der gesicherten Versorgung schaffen)

Die erzieherischen Hilfen müssen hierbei auf den individuellen Bedarf zugeschnitten werden und folglich auch in Ablauf und Durchführung flexibel sein. Die Hilfeformen der bisher entwickelten und durchgeführten Maßnahmen müssen aufgebaut und erweitert werden, damit sie auch in den speziellen Armutssituationen greifen können. Wenn die Sozialarbeit einen Beitrag zur aktiven Armutsbekämpfung beisteuert, so muss sie in der Lage sein, ihre Hilfeangebote in allen Bereichen der Lebenslage anzusetzen. Zunächst sollte jedoch die Zuständigkeit und die Möglichkeiten der Hilfe abgesteckt werden, denn nicht immer ist der Sozialarbeiter der richtige Ansprechpartner. Daher ist eine Bestimmung und Festlegung des Aufgabenbereiches notwendig. Dies ist allein schon wegen der zunehmenden Kontrolle durch Politik und Öffentlichkeit in der Sozialarbeit erforderlich und außerdem bietet die Begrenzung des Aufgabenfeldes durch eine Spezialisierung die Möglichkeit für eine Verbesserung der Methoden.[19]

[...]


[1] Vgl. Anhang, „Allein Erziehende befürchten Kinderarmut“, Zeitungsbericht der ON vom 15.06.04

[2] Vgl. Zander, M., in: Butterwegge, C.: „Kinderarmut in Deutschland“, Frankfurt/Main, 2000, S. 301

[3] Bauer, B.: „Soziale Arbeit mit Armen.“, in: Bauer, B., u. a., „Armut und soziale Arbeit“, Münster, 1998, S.154

[4] Vgl. Chasse’, K. A., in: Butterwegge, C.: „Kinderarmut in Deutschland“, Frankfurt/Main, 2000, S. 301

[5] Vgl. Hanesch, W., in: Butterwegge, C.: „Kinderarmut in Deutschland“, Frankfurt/Main, 2000, S. 233

[6] Vgl. Hanesch, W., in: Butterwegge, C.: „Kinderarmut in Deutschland“, Frankfurt/Main, 2000, S. 233

[7] Vgl. Hanesch, W., in: Butterwegge, C.: „Kinderarmut in Deutschland“, Frankfurt/Main, 2000, S. 237 ff.

[8] Vgl. Hanesch, W., in: Butterwegge, C.: „Kinderarmut in Deutschland“, Frankfurt/Main, 2000, S. 240 ff.

[9] Meyer, J., in: Mirbach, T.: „Entwürfe für eine soziale Stadt“, Amsterdam, 1999, S.2 f.

[10] Zitat von Zander, M., in: Butterwegge, C.: „Kinderarmut in Deutschland“, Frankfurt/Main, 2000, S. 289

[11] Vgl. Ansen, H.: „Armut – Anforderungen an die Soziale Arbeit“, Frankfurt am Main, 1998, S.139

[12] Vgl. Ansen, H.: „Armut – Anforderungen an die Soziale Arbeit“, Frankfurt am Main, 1998, S.139f.

[13] Vgl. Chasse’, K.A.: „Ländliche Armut im Umbruch – Lebenslagen und Lebensbewältigung“, Opladen, 1996, S.142

[14] Ansen, H.: „Armut – Anforderungen an die Soziale Arbeit“, Frankfurt am Main, 1998, S.118

[15] Vgl. Zander, M., in: Butterwegge, C.: „Kinderarmut in Deutschland“, Frankfurt/Main, 2000, S. 290

[16] Vgl. Chasse’, K.A.: „Ländliche Armut im Umbruch – Lebenslagen und Lebensbewältigung“, Opladen, 1996, S.142

[17] Vgl. Lutz, R.: „Kinder, Kinder...! –Bewältigung familiärer Armut“ in: „Neue Praxis“, 1/2004, S. 55f.

[18] Aus Lutz, R.: „Kinder, Kinder...! –Bewältigung familiärer Armut“ in: „Neue Praxis“, 1/2004, S. 57

[19] Vgl. Erath, P.: „Armut in Deutschland als eine Herausforderung an die Sozialarbeit“, in: Fornet-Betancourt, R.: „Armut, Ethik, Befreiung“, Aachen, 1996, S.99

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Kinderarmut in Deutschland. Handlungsansätze in der Sozialen Arbeit
Autor
Jahr
2004
Seiten
26
Katalognummer
V295885
ISBN (eBook)
9783656935360
ISBN (Buch)
9783656936558
Dateigröße
599 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kinderarmut, deutschland, handlungsansätze, sozialen, arbeit
Arbeit zitieren
Peter Niemeier (Autor), 2004, Kinderarmut in Deutschland. Handlungsansätze in der Sozialen Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295885

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