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Zwischen nationalem Pop und World Music. Zur Entwicklung von Son in der Musiklandschaft der Dominikanischen Republik

Title: Zwischen nationalem Pop und World Music. Zur Entwicklung von Son in der Musiklandschaft der Dominikanischen Republik

Master's Thesis , 2006 , 109 Pages , Grade: 2.0

Autor:in: Karoline Morales (Author)

Sociology - Media, Art, Music
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Summary Excerpt Details

This Master´s thesis deals with correlations of music, nationalism, social class and history in the Dominican Republic. Focus is the genre complex of son, which can be understood as a genuinely Caribbean music genre. The genre complex will be discussed within the specific context of the Dominican Republic, analyzing the impacts of changing social and political conditions throughout the 20th century. The author spent 6 months in Santo Domingo and Santiago de los Caballeros in 2006. Her field work encompassed narrative interviews, field notes, participant observations, video and audio recording, as well as short interviews.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Son im afroamerikanischen Raum, theoretischer und historischer Kontext

1.1 Merkmale des Genrekomplexes son

1.1.1 Polyrhythmik

1.1.2 Die Struktur des son montuno

1.2 Bolero son und guaracha son

1.3 Höhepunkte der Popularisierung des kubanischen son

2. Son und die beginnende Industrialisierung dominikanischer Populärmusik

2.1 Die Diskussion zum nationalen Ursprung des son

2.2 Die Musiklandschaft Santo Domingos

2.3 Die Entwicklung von Radio und Tonträgerindustrie im Kontext der Trujillo-Diktatur

2.4 Fazit

3. Son und die Modernisierung dominikanischer Populärmusik

3.1 Entwicklungsschritte der dominikanischen son-Tradition

3.1.1 Umdeutungen dominikanischer bachata und dominikanischen sons

3.1.2 Das Publikum und die Kommerzialität des lokalen son

3.2 Fazit

Schlussteil

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung und Integration der karibischen Populärmusikgattung *son* innerhalb der dominikanischen Musiklandschaft mit einem besonderen Fokus auf die Hauptstadt Santo Domingo. Die Forschungsfrage widmet sich der Beschaffenheit einer sogenannten "dominikanischen son-Tradition" sowie den Argumenten für einen potenziellen dominikanischen Ursprung des Genres, wobei die komplexe musikhistorische und soziopolitische Koexistenz von *son* und *merengue* im Kontext der Industrialisierung und der Trujillo-Diktatur analysiert wird.

  • Historische und theoretische Verortung des afroamerikanischen *son*-Komplexes.
  • Analyse der dominikanischen Debatte um den nationalen Ursprung des *son*.
  • Einfluss der Radio- und Tonträgerindustrie sowie der soziopolitischen Rahmenbedingungen der Trujillo-Ära auf die Verbreitung populärer Musikstile.
  • Untersuchung der Modernisierungsprozesse und der lokalen Interpretation des *son* in den Randvierteln Santo Domingos.
  • Diskussion der Wechselwirkungen zwischen *son*, *merengue* und *bachata* als Ausdruck dominikanischer Identität und kultureller Hybridisierung.

Auszug aus dem Buch

1.1.1 Polyrhythmik

Die bekannten son-Formen werden in binären Taktarten, mit 2/4 oder 4/4, notiert. Wie in weiteren Musikformen, die auf einer afrikanisch geprägten metrischen Gestaltung basieren, spielen die Instrumentalisten jedoch eigenständige rhythmische Muster, die innerhalb des okzidentalen Taktsystems nicht exakt wiederzugeben sind. A. Carpentier spricht von Polyrhythmik, die einer allgemeinen Tempoeinheit unterworfen ist. H. Orovio beschreibt die besondere Polyrhythmik des in Havanna popularisierten son in seinem Lexikon kubanischer Musik:

Zusammengefasst kann man sagen, dass der instrumentale Komplex des son in der Besetzung eines Sextetts oder Septetts eine konstante Nebeneinanderpositionierung dreier Rhythmikräume aufweist, die voneinander unabhängig in der dynamischen Ausführung sind. (H. Orovio 1986:392f.)

Die erste Linie der den son konstituierenden Polyrhythmik bildet der Bass. Der ab den 1930er Jahren im son etablierte Kontrabass spielt eine konstante ostinato-Begleitung, meist im pizzicato. Seine Figur, sein tumbao, bildet neben der clave ein Erkennungsmerkmal des Genres. Hierin spiegele sich eine sonhafte Spielweise, worin das Spiel der Zählzeiten und des off-beats durch leichte Verzögerung oder Antizipation vermieden werde. Der cencerro spielt die Figur des Basses teilweise direkt mit. Die zweite rhythmische Linie entsteht durch das invariable Begelitmuster der Gitarre mit gezupfter, teils geschlagener Spielweise. Maracas und Bongos verdoppeln H. Orovio zufolge die jeweilige Figuration der Gitarre. Die Bongos treten im Thema oft mit dem martillo auf, im Verlauf eines son werden sie jedoch meist zum Improvisationsinstrument. Sie führen eine ambivalente musikalische Funktion zwischen rhythmischer Leitfigur und einer rhythmischen Funktion mit improvisatorischem Charakter aus.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in das Thema der karibischen Populärmusik *son* in Santo Domingo und Darlegung der methodischen Grundlagen, die auf Lektüre, Recherche und narrativen Interviews basieren.

1. Son im afroamerikanischen Raum, theoretischer und historischer Kontext: Theoretische Definition des Genrekomplexes *son* als afroamerikanische Ausdrucksform und Untersuchung seiner musikalischen Kernmerkmale wie Polyrhythmik und Struktur.

2. Son und die beginnende Industrialisierung dominikanischer Populärmusik: Untersuchung der historischen Debatte um den nationalen Ursprung des *son* in der Dominikanischen Republik sowie Analyse der Auswirkungen der Radio- und Musikindustrie während der Trujillo-Diktatur.

3. Son und die Modernisierung dominikanischer Populärmusik: Analyse der Transformation der lokalen *son*-Tradition nach dem Ende der Trujillo-Diktatur und deren Konfrontation mit modernen Genres wie *salsa* und *bachata*.

Schlussteil: Synthese der Ergebnisse zur soziokulturellen Integration des *son* in Santo Domingo und Reflexion über die Gefahr der Absorption lokaler Traditionen durch globale Musikmärkte.

Schlüsselwörter

Son, Merengue, Bachata, Dominikanische Republik, Santo Domingo, Musiklandschaft, Transkulturation, Trujillo-Diktatur, Populärmusik, afroamerikanische Musik, Identität, musikalische Hybridisierung, Karibik, Rhythmik, Tanzkultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Entwicklung, Einordnung und soziokulturelle Bedeutung des *son* als populäres Musikgenre innerhalb der Musiklandschaft von Santo Domingo, der Hauptstadt der Dominikanischen Republik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretische und historische Fundierung des *son*, der Diskurs über dessen Ursprung, die Bedeutung von Migration, die Entwicklung von Radio und Musikindustrie unter Trujillo sowie die moderne Neudefinition des *son* im Kontext von *salsa* und *bachata*.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die spezifisch dominikanische Ausprägung der *son*-Tradition zu untersuchen und zu ergründen, inwiefern das Genre trotz kubanischer Wurzeln als Ausdruck lokaler Identität und sozialer Ausgrenzung fungiert.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Kombination aus Literaturanalyse, Recherche vor Ort, teilnehmender Beobachtung sowie persönlichen narrativen Interviews mit Musikern und Kulturschaffenden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in den *son*-Komplex, eine Analyse der historischen Entwicklung während der Trujillo-Diktatur und eine Untersuchung der Modernisierung und Transformation in der zeitgenössischen Musikszene.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind *son*, *merengue*, *bachata*, Dominikanische Republik, Santo Domingo, Transkulturation, kulturelle Identität und afroamerikanisches Erbe.

Warum wird die Diskussion um den Ursprung des *son* in Santiago de los Caballeros so intensiv geführt?

Diese Debatte wird durch ein Zitat von A. Carpentier befeuert und dient dominikanischen Musikforschern dazu, den kulturellen Stolz und die eigene Rolle als Wiege der karibischen Musiktradition gegenüber dem kubanischen Einfluss zu stärken.

Welche Rolle spielt *bachata* im aktuellen musikalischen Kontext?

Die *bachata* hat sich zum dominierenden populären Genre entwickelt, das durch seine ständige Innovation und soziale Relevanz den traditionellen *son* im Alltag verdrängt und teilweise dessen soziale Funktionen für die ärmeren Bevölkerungsschichten übernommen hat.

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Details

Title
Zwischen nationalem Pop und World Music. Zur Entwicklung von Son in der Musiklandschaft der Dominikanischen Republik
College
Humboldt-University of Berlin
Grade
2.0
Author
Karoline Morales (Author)
Publication Year
2006
Pages
109
Catalog Number
V295891
ISBN (eBook)
9783656946717
ISBN (Book)
9783656946724
Language
German
Tags
zwischen world music entwicklung musiklandschaft dominikanischen republik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Karoline Morales (Author), 2006, Zwischen nationalem Pop und World Music. Zur Entwicklung von Son in der Musiklandschaft der Dominikanischen Republik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295891
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