Abhängigkeiten von äußeren Reizen auf das Verhalten sowie Einsatz der Klassischen Konditionierung in der Werbeindustrie


Hausarbeit, 2015
41 Seiten, Note: 1,0
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung

Abkürzungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einführung und Hypothesen
1.1. Theoretische Erläuterungen
1.1.1. Konsumverhalten
1.1.2. Äußere Reize
1.1.3. Klassische Konditionierung und deren Wirkmechanismen
1.1.4. Beziehung zwischen unkonditioniertem Stimulus (UCS) und unkonditionierter Reaktion (UCR)
1.1.5. Beziehung zwischen konditioniertem Stimulus (CS) und konditioneller Reaktion (CR)
1.2. Mögliche Auswirkungen des CS auf die Variablen Herzfrequenz und Buchung
1.3. Hypothesen
1.3.1. Hypothesenaufstellung

2. Methoden
2.1. Methode der Erhebung der Daten
2.2. Formulierung der Variablen
2.3. Methoden zur Auswertung der Daten

3. Ergebnisse
3.1. Kennwerte der Untersuchungen
3.2. Überprüfung des Zusammenhanges der Herzfrequenzen auf Signifikanz
3.3. Überprüfung des Zusammenhanges der Buchungen auf Signifikanz
3.4. Überprüfung des Zusammenhanges zwischen der Herzfrequenz und den Buchungen

4. Diskussion
4.1. Diskussion der Methodik
4.2. Diskussion der Ergebnisse

5. Literaturverzeichnis

6. Anhang
Anhang B: Zahlenmaterial zur Darstellung der Rechnungen

Zusammenfassung

Die vorliegende Ausarbeitung befasst sich mit den Fragestellungen, ob Abhängigkeiten von äußeren Reizen auf das Konsumverhalten bestehen, wie die Klassische Konditionierung sinnvoll in der Werbeindustrie genutzt werden kann und inwiefern es möglich ist, einen konditionierten Reiz zu schaffen, der im konkreten Anwendungsfall zu einer Verringerung der Herzfrequenz bei gleichzeitig steigender Buchungshäufigkeit führt. Die Datengrundlage bildet ein Experiment, bei dem 50 Versuchspersonen zwischen 50 und 70 Jahren zuerst einen Werbespot sahen, dann entscheiden mussten, ob sie eine Kreuzfahrt buchen würden, anschließend ruhige Klavier-Musik hörten, erneut den Werbespot sahen und entsprechend erneut die Frage bezüglich einer optionalen Buchung zu beantworten hatten. Grundsätzlich erfüllt der Test das Gütekriterium der Objektivität, jedoch nicht vollumfänglich der Reliabilität sowie Validität. Im Zusammenhang mit dem Experiment wurde erwartet, dass die Herzfrequenz zum Messzeitpunkt 2 signifikant niedriger und die Buchungshäufigkeit signifikant höher sei. Im Rahmen der folgenden Ausarbeitungen wird dies zuerst anhand verschiedener, deskriptiver statistischer Verfahren analysiert. Anschließend wird unter Durchführung diverser Signifikanztests letztendlich heraus- gestellt, dass keine signifikanten Unterschiede zwischen der Herzfrequenz zum Messzeitpunkt 1 und 2 bestehen, sich jedoch das Buchungsverhalten signifikant verändert hat. Ein Korrelations- sowie anschließender t-Test werden außerdem keine Abhängigkeiten zwischen der Herzfrequenz und einer Quote zur Urlaubsbuchung aufzeigen, sodass keine direkten Abhängigkeiten vorliegen. Zur Erlangung von Informationen diente einschlägige Literatur. Um auch aktuelle Quellen einfließen zu lassen, erfolgte außerdem umfassende Recherche im Internet.

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

Tabellenverzeichnis

Tab. 3.1: Kennwerte zur Herzfrequenz vor und nach der Musik

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1.1: Die Beziehungen zwischen NS, UCS und UCR sowie CS und CR (Quelle: Eigene Darstellung/in Anlehnung an Myers, 2014, S. 294)

Abb. 2.1: Formel zur Berechnung des Mittelwertes (Quelle: Eigene Darstellung/in Anlehnung an Schäfer, 2013, S. 12)

Abb. 2.2: Formel zur Berechnung der Varianz

Abb. 2.3: Formel zur Berechnung der Standardabweichung

Abb. 2.4: Formel t-Test für verbundene Stichproben

Abb. 2.5: Formel McNemar-Test

Abb. 2.5: Formel punktbiseriale Korrelation

Abb. 2.6: Formel t-Verteilung bei punktbiserialer Korrelation

Abb. 3.1: Häufigkeitsverteilung einer Buchung vor der musikalischen Unterbrechung

Abb. 3.2: Häufigkeitsverteilung einer Buchung nach der musikalischen Unterbrechung

Abb. 3.3: Streuung der Buchung vor der musikalischen Unterbrechung

Abb. 3.4: Streuung der Buchung nach der musikalischen Unterbrechung

Abb. 3.5: Mittelwert und Standardabweichung der Herzfrequenz vor und nach der Musik (Quelle: Eigene Darstellung)

Abb. 3.6: Darstellung der Herzfrequenz der VP vor und nach der Musik ohne Ausreißer

Abb. A.1: Zahlenmaterial der Rechnungen und Diagramme

Abb. A.2: Formeln zu den Rechnungen und Diagrammen

Abb. A.3: Zahlenmaterial zum Signifikanztest (t-Test) der unterschiedlichen Herzfrequenzen

Abb. A.4: Zahlenmaterial zum Signifikanztest (Chi²-Test) der unterschiedlichen Buchungen

Abb. A.5: Zahlenmaterial zur Korrelation von Herzfrequenz und Buchung sowie anschließende Prüfung auf Signifikanz (t-Test) vor der Musik

Abb. A.6: Zahlenmaterial zur Korrelation von Herzfrequenz und Buchung sowie anschließende Prüfung auf Signifikanz (t-Test) nach der Musik

1. Einführung und Hypothesen

Im Rahmen der vorliegenden Hausarbeit wird sich mit den Beantwortungen der Fragestellungen „Bestehen Abhängigkeiten von äußeren Reizen auf das (Konsum-) Verhalten und wie kann die Klassische Konditionierung in der Werbeindustrie sinnvoll genutzt werden?“ sowie im Konkreten „ist es möglich, einen konditionierten Reiz zu schaffen, der zu einer Veränderungen der Herzfrequenz führt und somit das Buchungsverhalten im Hinblick auf den nächsten Urlaub positiv beeinflusst?“ bis hin zu einer abschließenden Diskussion auseinandersetzt.

1.1. Theoretische Erläuterungen

Damit im Rahmen der Arbeit die Begriffe sowie theoretischen Grundlagen bekannt sind und korrekt eingeordnet werden können, erfolgen in diesem Kapitel die Erläuterungen der Kernthematiken.

1.1.1. Konsumverhalten

Das Käuferverhalten beschreibt das Verhalten von Nachfragern beim Kauf sowie Ge- und Verbrauch von wirtschaftlichen Gütern bzw. Leistungen. Das Konsumverhalten oder Konsumentenverhalten hingegen ist davon abzugrenzen und enger zu fassen, da sich dies auf das Verhalten von Endverbrauchern beim Kauf oder Konsum von wirtschaftlichen Gütern bzw. Leistungen bezieht (Swoboda, O. J.). Grundsätzlich sagt das Konsumverhalten viel über die Stimmung von bestimmten Menschengruppen im Allgemeinen aus, z. B. geht es den Menschen finanziell gut, kaufen sie mehr, und umgekehrt (o. V./clef-project.eu o. J.).

1.1.2. Äußere Reize

Um die Auslösung eines Aktivierungsvorganges hervorzurufen, welcher die Beziehung zwischen den Stimuli (sGdF) und den inneren Vorgängen im Individuum betrifft, bedarf es an Reizen. Reize, die solche Aktivierungen auslösen, sind entweder innere oder äußere (Kroeber-Riel & Gröppel-Klein, 2013, S. 81) und fügen Energie hinzu oder nehmen diese hinweg (o. V./wissen.de, 2014-2015).

Bei dem besagten Reiz innerhalb dieser Thesis handelt es sich um Musik, welcher einen äußeren Reiz darstellt (Kroeber-Riel & Gröppel-Klein, 2013, S. 81). Eine eingehende Betrachtung der inneren Reize findet daher an dieser Stelle keine weitere Berücksichtigung.

1.1.3. Klassische Konditionierung und deren Wirkmechanismen

Die Klassische Konditionierung beschäftigt sich mit der „Form des Lernens, bei der ein Organismus zwei oder mehr Reize miteinander assoziiert und Ereignisse vorwegnimmt“ (Myers, 2014, S. 292). Durch eine Verknüpfung dieser Reize ist es somit möglich, eine Verhaltensänderung im Konsumverhalten der Kunden erfolgreich umzusetzen. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass der Mensch über angeborene Reflexe bzw. angeborene Reaktionen auf einen Reiz verfügt (o. V./uni-due.de, o. J.). So ist z. B. denkbar, dass einem hungrigen Mensch bei einem Besuch in einer Pizzeria bereits durch den Geruch einer Pizza das Wasser im Munde zusammenläuft. Wird zusätzlich in dieser Pizzeria Musik gespielt (ein neutraler Reiz), ist es möglich, dass dieser neutrale Reiz an anderer Stelle (z. B. wenn abends dieser Song in einer Fernsehwerbung erscheint) auch direkt wieder mit dem Essen der Pizzeria assoziiert und der Speichelfluss angeregt wird. Im Folgenden werden bestimmte Stimuli sowie Reaktionen innerhalb der Klassischen Konditionierung einer näheren Betrachtung unterzogen.

1.1.4. Beziehung zwischen unkonditioniertem Stimulus (UCS) und unkonditionierter Reaktion (UCR)

Der unkonditionierte Stimulus ist in der Klassischen Konditionierung ein Reiz, der unkonditioniert (ungelernt) und automatisch eine Reaktion auslöst (UCR). Die unkonditionierte Reaktion hingegen beschreibt die nicht gelernte, natürlich auftretende Reaktion auf einen unkonditionierten Stimulus (Myers, 2014, S. 293).Um auf das Beispiel des Pizzeria-Besuchers zurückzukommen, regt bereits der Geruch (UCS) die Speichelproduktion an (UCR). Die Beziehung besteht daher aus einem nicht gelerntem Stimulus und einer daraus resultierenden, ebenfalls nicht gelernten, Reaktion. Grundsätzlich ist der unkonditionierte Stimulus ein Reiz, dessen Bedeutung oder Wichtigkeit für den Organismus angeboren ist (z. B. Schmerzempfinden durch das in-die-Flamme-Fassen einer Kerze) und die darauf automatisch folgende Reaktion (Die Hand wird von der Kerze reflexartig zurückgezogen) (o. V./Päda Wiki, o. J.).

1.1.5. Beziehung zwischen konditioniertem Stimulus (CS) und konditioneller Reaktion (CR)

Gemäß Myers (2014, S. 294) ist in der Klassischen Konditionierung der konditionierte Stimulus (CS) zunächst ein irrelevanter Reiz, der nach der Assoziation mit einem unkonditionierten Stimulus (UCS) eine konditionierte Reaktion (CR) auslöst. Auf der anderen Seite bildet die konditionierte Reaktion (CR) die gelernte Antwort auf einen zunächst neutralen, nun jedoch konkreten Reiz (CS). Die konditionelle Reaktion ist somit das Ergebnis der Verbindung eines konditionierten mit einem unkonditionierten Stimulus (Wilbers, 2014, S. 346).Bezugnehmend auf das bereits aufgeführte Beispiel bedeutet dies, dass der vormals neutrale Stimulus nun als gelernt vorausgesetzt werden kann, und die Musik eine erneut gelernte, konditionelle Reaktion auslöst (den Speichelfluss im Zusammenhang mit dem Gedanken an Pizza). Zur einfacheren Unterscheidung der besagten Begrifflichkeiten kann konditioniert immer mit „gelernt“ und unkonditioniert mit „nicht gelernt“ in Verbindung gebracht werden (Myers, 2014, S. 293). Abschließend werden mittels Abb. 1.1 die vorangegangenen Ausführungen bestätigt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

Abb. 1.1: Die Beziehungen zwischen NS, UCS und UCR sowie CS und CR

(Quelle: Eigene Darstellung/in Anlehnung an Myers, 2014, S. 294)

1.2. Mögliche Auswirkungen des CS auf die Variablen Herzfrequenz und Buchung

Bezugnehmend auf die eingangs aufgeführten Fragestellungen kann sich nun der Frage 2 gewidmet und erste Vermutungen, anhand der bis dato gewonnenen Erkenntnisse, zu deren Beantwortung gegeben werden. Vorab bedarf es jedoch einiger weiterer Erläuterungen. So ist Ausgangssituation der Fragestellungen ein Touristikunternehmen, welches ein Marktforschungsunternehmen damit beauftragt, anhand eines TV-Werbeauftritts das Buchungsverhalten von potenziellen Urlaubern in deren Richtung zu beeinflussen. Konkret sollen Urlauber mit einer klassischen Zielgruppe von Männern und Frauen der Altersgruppe 50 – 70 Jahren dazu bewegt werden, Kreuzfahrten für ihren nächsten Urlaub zu buchen. Grundlegend werden die Kreuzfahrten wegen ihrer ruhigen Atmosphäre geschätzt. Das Marktforschungsunternehmen versucht nun mittels eines UCS, der Musik, die Herzfrequenz und das anschließende Buchungsverhalten entsprechend zu beeinflussen (nähere Informationen bezüglich der genauen Vorgehensweise erfolgen in Kapitel 2.). Innerhalb des Anwendungsfalles handelt es sich bei dem Werbespot um den NS, da nach dessen erstmaligem Aufzeigen kaum Urlauber die Kreuzfahrt buchen würden. Nach Einspielen der Musik (somit handelt es sich um einen USC) wird der NS konditioniert und gegebenenfalls zu einem CS, der anschließend eine CR in Form von mehreren Buchungen auslöst. Ob es sich jedoch hierbei tatsächlich um einen CS handelt und die erhöhte Anzahl von Buchungen nicht auf dem Zufall beruhen, und inwiefern mögliche veränderte Herzfrequenzen mit diesen in Zusammenhang stehen, wird im Rahmen der folgenden Ausarbeitungen wissenschaftlich analysiert.

1.3. Hypothesen

Die vorliegende Untersuchung soll auf einfache Weise versuchen, Zusammenhänge zwischen den von Myers aufgeführten Komponenten der Klassischen Konditionierung und dem Konsumverhalten sowie im Speziellen die Verbindung eines konditionierten Reizes, der die Herzfrequenz verändern und somit das Buchungsverhalten potenzieller Urlauber beeinflusst, nachzuweisen. Hierbei geht es lediglich um einen positiven Zusammenhang der Merkmale. Die Frage der Kausalität (sGdF) bleibt außer Acht gelassen, da sie in diesem Rahmen und dem verwendeten Design nicht hinreichend zu klären ist.

1.3.1. Hypothesenaufstellung

Werden nun, angelehnt an die Fragestellungen,, die Hypothesen (sGdF) formuliert, kommt man zu folgenden Ergebnissen:

Nullhypothesen H0:

1. Es besteht keinerlei Zusammenhang zwischen der Herzfrequenz vor und nach dem Einfluss der Musik. Ein möglicher Unterschied beruht auf Zufall. Dies zeigt sich daran, dass der empirische t-Wert kleiner als der kritische t-Wert ist.
2. Es besteht keinerlei Zusammenhang zwischen dem Buchungsverhalten vor und nach dem Einfluss der Musik. Ein möglicher Unterschied beruht auf Zufall. Dies zeigt sich daran, dass der empirische X²-Wert kleiner als der kritische X²-Wert ist.
3. Es besteht keinerlei Zusammenhang zwischen Herzfrequenz und anschließender Urlaubsbuchung vor der Musik. Dies ist der Fall, wenn der empirische t-Wert kleiner als der kritische t-Wert ist.
4. Es besteht keinerlei Zusammenhang zwischen der Herzfrequenz und anschließender Urlaubsbuchung nach der Musik. Dies ist der Fall, wenn der empirische t-Wert kleiner als der kritische t-Wert ist.

Alternativhypothesen H1:

1. Es besteht ein positiver Zusammenhang zwischen der Herzfrequenz vor und nach dem Einfluss der Musik. Ein möglicher Unterschied beruht nicht auf Zufall. Dies zeigt sich daran, dass der empirische t-Wert größer als der kritische t-Wert ist.
2. Es besteht ein positiver Zusammenhang zwischen dem Buchungsverhalten vor und nach dem Einfluss der Musik. Ein möglicher Unterschied beruht nicht auf Zufall. Dies zeigt sich daran, dass der empirische X²-Wert größer als der kritische X²-Wert ist.
3. Es besteht ein positiver Zusammenhang zwischen der Herzfrequenz und dem Buchungsverhalten vor der Musik. Dies ist der Fall, wenn der empirische t-Wert größer als der kritische t-Wert ist.
4. Es besteht ein positiver Zusammenhang zwischen der Herzfrequenz und dem Buchungsverhalten nach der Musik. Dies ist der Fall, wenn der empirische t-Wert größer als der kritische t-Wert ist.

2. Methoden

Um im Allgemeinen zu eruieren, ob Abhängigkeiten von äußeren Reizen auf das Konsumverhalten bestehen sowie im Speziellen, ob Musik sich beruhigend auf die Herzfrequenz bzw. einer darauf folgenden anderen Einstellung als im Vorfeld zu einer Urlaubsbuchung auswirkt, wurden 50 Versuchspersonen zwischen 50 und 70 Jahren einem Experiment (sGdF) unterzogen. Die besagten Personen sahen zuerst 15 Sekunden lang einen Werbespot mit einem glücklich ausschauenden älteren Pärchen auf einer Kreuzfahrt. Währenddessen bzw. kurz danach wurde die Herzfrequenz der Testpersonen gemessen. Anschließend mussten diese entscheiden, ob sie Lust hätten, auch eine solche Urlaubsreise zu buchen. Nach einer kurzen Pause wurde ruhige Klavier-Musik eingespielt, ehe erneut der Werbespot gezeigt, die Herzfrequenz gemessen und die Frage bezüglich einer möglichen Urlaubsbuchung gestellt wurde. Es wird zum einen erwartet, dass die mittlere Herzfrequenz der VP zum Messzeitpunkt 2 signifikant niedriger als zum Messzeitpunkt 1 sein wird und zum anderen, dass zum Messzeitpunt 2 deutlich mehr „würde ich buchen“ angeben als zum Messzeitpunkt 1.

2.1. Methode der Erhebung der Daten

Während die Herzfrequenz auf der einen Seite direkt messbar ist und somit eine manifeste Variable darstellt, ist auf der anderen Seite die Einstellung gegenüber der Urlaubsbuchung nicht direkt messbar und daher eine latente Variable. Die Erschließung einer möglichen Urlaubsbuchung findet im vorliegen Fall durch eine vollstandardisierte Fragestellung statt. Die Befragung ist dahingehend vollstandardisiert, da die entsprechenden Antwortmöglichkeiten genau festgelegt wurden („Ja“ oder „Nein“) (Rammstedt, 2006, S. 110). Da die Befragung weiterhin nacheinander mit den gleichen Versuchspersonen durchgeführt wurde, handelt es sich hierbei um ein within-subjects design. Bezugnehmend auf die zu Beginn genannten Fragestellungen sind nur zwei Variablen (Items) von Bedeutung. Variable 1 behandelt die Herzfrequenz der VP, welche im Versuchsstadium gemessen wird. Variable 2, die auch als Item (sGdF) bezeichnet werden kann, beinhaltet die Frage bezüglich des Buchungsverhaltens und ist nur mit „Ja, wir würden eine Kreuzfahrt buchen“ und „Nein, wir würden eine solche Kreuzfahrt nicht buchen“ zu beantworten. Ferner wurde der Test komplett anonym durchgeführt. Die Art des Testes der Herzfrequenz stellt einen projektiven Test dar, da die Herzfrequenz nicht bewusst, sondern weitestgehend unbewusst gesteuert wird. Zusätzlich handelt es sich um einen Zustandstest, da eine Momentaufnahme der Person analysiert wird. Aufgrund der Tatsache, dass die Herzfrequenz keine Kategorie bildet, sondern kontinuierlich ermittelt wird, handelt es sich um eine kontinuierliche Variable, welche auf einer Intervallskala (sGdF) gemessen und anschließend ausgewertet werden kann. Das Darstellen auf einer Verhältnisskala (sGdF) ist aufgrund des fehlenden Nullpunktes nicht möglich.

Da die Beantwortung der Frage, ob Urlaub gebucht werden würde oder nicht, nur mit Ja oder Nein beantwortet werden kann, handelt es sich hierbei um dichotome Variable. Diese ließen sich anschließend mittels einer Nominalskala messen. Generell lassen sich mit Variablen, die auf einer Nominalskala gemessen werden, keinerlei weitere mathematische Berechnungen anstellen (Schäfer, 20012, S. 24). Lediglich ein Aufzeigen der Buchungswilligen sowie –unwilligen ist möglich. Der Vorteil davon ist, dass Zwischenschritte wie z. B. „vielleicht“ ausgelassen werden und dichotome Variable somit ein eindeutiges Ergebnis aufzeigen. Daher kann im vorliegenden Fall eindeutig festgestellt werden, wie viele Personen die Kreuzfahrt buchen würden und wieviel nicht. Letztendlich ist ein weiterer Vorteil, dass die Abstände zwischen diesen Werten immer gleich sind. Abschließend ist aufzuführen, dass die Variable zur Beantwortung der Frage auf das Buchungsverhalten eine abhängige (sGdF) und die zur Messung der Herzfrequenz eine unabhängige Variable (sGdF) ist. Grundsätzlich verändert sich die abhängige Variable in Abhängigkeit von einer oder mehreren unabhängigen Variablen. Die Variable wird daher auch Reaktionsvariable genannt, weil sie eine Reaktion auf Veränderungen der unabhängigen Variablen aufzeigt (o. V./statista o. J.; Stichwort Abhängige Variable). Inwiefern die Buchung tatsächlich eine abhängige Variable darstellt und von der Herzfrequenz als unabhängige Variable korreliert, ist ebenfalls Kern dieser Ausarbeitung und wird daher im Folgenden weiter untersucht.

2.2. Formulierung der Variablen

Wie bereits aufgezeigt behandelt der Test im Wesentlichen zwei Variablen. Zum einen handelt es sich hierbei um die Herzfrequenz (Nachfolgender Abschnitt orientiert sich an Kasprak, 2015), welche die Anzahl der Herzschläge pro Minute beschreibt und eine wichtige Messgröße für die Auslastung des Herz-Kreislauf-Systems ist. Deshalb besteht ein linearerer Bezug zwischen der Herzfrequenz einerseits und der Belastungsintensität andererseits. Die durchschnittliche Ruhefrequenz eines Erwachsenen (gemessen direkt morgens nach dem Erwachen) liegt bei 80 Schlägen/min. Zum anderen handelt es sich, wie bereits erwähnt, um die Fragestellung bezüglich einer möglichen Buchung. Aufgrund der Tatsache, dass die Entscheidung, ob die Reise gebucht würde, nur mit „Ja“ oder „Nein“ getroffen werden kann, erfolgen an dieser Stelle keine weiteren Erläuterungen.

2.3. Methoden zur Auswertung der Daten

Im Folgenden werden die theoretischen Daten mit mathematischen Verfahren ergänzt, um zum einen die Hypothesen gezielt zu überprüfen und zum anderen eine Schlussfolgerung zu den anfangs aufgestellten Fragestellungen geben zu können. Diesbezüglich finden als deskriptive statistische Verfahren (sGdF) die Häufigkeitsverteilung, der Modalwert (sGdF), der Median (sGdF), der Mittelwert, die Streuung (sGdF), die Range (Verhältnis zwischen Min. und Max.) sowie die Varianz (sGdF) und die Standardabweichung (sGdF) Berücksichtigung. Sofern möglich werden die besagten Verfahren berechnet (siehe folgende Formeln) sowie in einer Tabelle und /oder via eines Diagrammes aufgezeigt. Überprüft wird außerdem, ob sich signifikante Änderungen bzgl. der Herzfrequenz (anhand des t-Tests) und der anschließenden Buchung (anhand des Chi²- bzw. X²-Testes und dem darin enthaltenen Mc-Nemar-X²-Test) nach dem Einspielen der Musik, im Vergleich zu der Reaktion vor der Musik, ergeben. Bezüglich des t-Testes wurde der "t-Test für verbundene (abhängige) Stichproben“ gewählt, da dieser die Mittelwerte von zwei Messungen (intervallskalierte) miteinander vergleicht (meist vor und nach einem Treatment) und die Unterschiede auf Signifikanz (sGdF) testet (Bortz, 2005 & Hirsig, 2001; zitiert nach o. V./Universität Zürich, 2010). Die Auswahl für den Chi-Quadrat-Test (X²-Test) und im Speziellen für den Mc-Nemar-X²-Test wurde dahingehend getroffen, dass es sich hierbei um nominalskalierte (sGdF) (dichotome) Variable handelt, die zweimal gemessen wurden und somit eine Messwiederholung mit denselben Versuchspersonen vorliegt. Letztendlich wird überprüft, ob ein Zusammenhang zwischen der Herzfrequenz und der anschließenden Buchung einer Kreuzfahrt besteht. Diesbezüglich wird ermittelt, inwieweit die Variablen miteinander korrelieren (sGdF). Da es sich im Rahmen der Untersuchung um nominalskalierte Werte handelt, ist an dieser Stelle die punkt-biseriale Korrelation zu empfehlen, welche mindestens eine dichotome nominalskalierte und eine intervallskalierte Variable voraussetzt. Die anschließende Absicherung gegen Null (Signifikanz) erfolgt über die t-verteilte Prüfformel (Zöfel, 2000, S. 138).Im Folgenden werden die für die Ausarbeitungen relevanten Formeln dargestellt, ehe diese in Kapitel 3 einer konkreten Anwendung sowie Auswertung unterzogen werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

Abb. 2.1: Formel zur Berechnung des Mittelwertes (Quelle: Eigene Darstellung/in Anlehnung an Schäfer, 2013, S. 12)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

Abb. 2.2: Formel zur Berechnung der Varianz (Quelle: Eigene Darstellung/in Anlehnung an Schäfer, 2013, S. 21)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

Abb. 2.3: Formel zur Berechnung der Standardabweichung (Quelle: Eigene Darstellung/in Anlehnung an Schäfer, 2013, S. 21)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

Abb. 2.4: Formel t-Test für verbundene Stichproben (Quelle: Eigene Darstellung/in Anlehnung an Bortz, 2005 & Hirsig, 2001; zitiert nach o. V./Universität Zürich, 2010 und Schäfer, 2010, S. 15)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

Abb. 2.5: Formel McNemar-Test (Quelle: Eigene Darstellung/in Anlehnung an o. V./medistat, 2015)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

Abb. 2.5: Formel punktbiseriale Korrelation (Quelle: Eigene Darstellung/in Anlehnung an Zöfel, 2000, S. 137)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

Abb. 2.6: Formel t-Verteilung bei punktbiserialer Korrelation (Quelle: Eigene Darstellung/in Anlehnung an Zöfel, 2000, S. 138)

3. Ergebnisse

Im folgenden Kapitel werden die Ergebnisse zu den genannten möglichen Verfahren vorgestellt, um im Rahmen der vorliegenden Arbeit zu einem Fazit zu gelangen.

3.1. Kennwerte der Untersuchungen

Zunächst wird in Abb. 3.1 eine Häufigkeitsverteilung aufgezeigt, welche zum Ausdruck bringt, wie viel Personen vor der musikalischen Unterbrechung die Kreuzfahrt buchen bzw. nicht buchen würden, ehe anschließend dieses Verhältnis in Abb. 3.2 nach dem Hören der Musik dargestellt wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

Abb. 3.1: Häufigkeitsverteilung einer Buchung vor der musikalischen Unterbrechung (Quelle: Eigene Darstellung)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

Abb. 3.2: Häufigkeitsverteilung einer Buchung nach der musikalischen Unterbrechungl(Quelle: Eigene Darstellung)

[...]

Ende der Leseprobe aus 41 Seiten

Details

Titel
Abhängigkeiten von äußeren Reizen auf das Verhalten sowie Einsatz der Klassischen Konditionierung in der Werbeindustrie
Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg
Note
1,0
Jahr
2015
Seiten
41
Katalognummer
V295960
ISBN (eBook)
9783656941521
ISBN (Buch)
9783656941538
Dateigröße
1055 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Bitte diese Hausarbeit Anonym veröffentlichen
Schlagworte
abhängigkeiten, reizen, verhalten, einsatz, klassischen, konditionierung, werbeindustrie
Arbeit zitieren
Anonym, 2015, Abhängigkeiten von äußeren Reizen auf das Verhalten sowie Einsatz der Klassischen Konditionierung in der Werbeindustrie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295960

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Abhängigkeiten von äußeren Reizen auf das  Verhalten sowie Einsatz der  Klassischen Konditionierung in der Werbeindustrie


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden