Die vorliegende Ausarbeitung befasst sich mit den Fragestellungen, ob Abhängigkeiten von äußeren Reizen auf das Konsumverhalten bestehen, wie die Klassische Konditionierung sinnvoll in der Werbeindustrie genutzt werden kann und inwiefern es möglich ist, einen konditionierten Reiz zu schaffen, der im konkreten Anwendungsfall zu einer Verringerung der Herzfrequenz bei gleichzeitig steigender Buchungshäufigkeit führt.
Die Datengrundlage bildet ein Experiment, bei dem 50 Versuchspersonen zwischen 50 und 70 Jahren zuerst einen Werbespot sahen, dann entscheiden mussten, ob sie eine Kreuzfahrt buchen würden, anschließend ruhige Klavier-Musik hörten, erneut den Werbespot sahen und entsprechend erneut die Frage bezüglich einer optionalen Buchung zu beantworten hatten.
Grundsätzlich erfüllt der Test das Gütekriterium der Objektivität, jedoch nicht vollumfänglich der Reliabilität sowie Validität.
Im Zusammenhang mit dem Experiment wurde erwartet, dass die Herzfrequenz zum Messzeitpunkt 2 signifikant niedriger und die Buchungshäufigkeit signifikant höher sei.
Im Rahmen der folgenden Ausarbeitungen wird dies zuerst anhand verschiedener, deskriptiver statistischer Verfahren analysiert. Anschließend wird unter Durchführung diverser Signifikanztests letztendlich heraus- gestellt, dass keine signifikanten Unterschiede zwischen der Herzfrequenz zum Messzeitpunkt 1 und 2 bestehen, sich jedoch das Buchungsverhalten signifikant verändert hat. Ein Korrelations- sowie anschließender t-Test werden außerdem keine Abhängigkeiten zwischen der Herzfrequenz und einer Quote zur Urlaubsbuchung aufzeigen, sodass keine direkten Abhängigkeiten vorliegen.
Zur Erlangung von Informationen diente einschlägige Literatur. Um auch aktuelle Quellen einfließen zu lassen, erfolgte außerdem umfassende Recherche im Internet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung und Hypothesen
1.1. Theoretische Erläuterungen
1.1.1. Konsumverhalten
1.1.2. Äußere Reize
1.1.3. Klassische Konditionierung und deren Wirkmechanismen
1.1.4. Beziehung zwischen unkonditioniertem Stimulus (UCS) und unkonditionierter Reaktion (UCR)
1.1.5. Beziehung zwischen konditioniertem Stimulus (CS) und konditioneller Reaktion (CR)
1.2. Mögliche Auswirkungen des CS auf die Variablen Herzfrequenz und Buchung
1.3. Hypothesen
1.3.1. Hypothesenaufstellung
2. Methoden
2.1. Methode der Erhebung der Daten
2.2. Formulierung der Variablen
2.3. Methoden zur Auswertung der Daten
3. Ergebnisse
3.1. Kennwerte der Untersuchungen
3.2. Überprüfung des Zusammenhanges der Herzfrequenzen auf Signifikanz
3.3. Überprüfung des Zusammenhanges der Buchungen auf Signifikanz
3.4. Überprüfung des Zusammenhanges zwischen der Herzfrequenz und den Buchungen
4. Diskussion
4.1. Diskussion der Methodik
4.2. Diskussion der Ergebnisse
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirksamkeit der Klassischen Konditionierung in der Werbeindustrie, indem analysiert wird, ob durch den Einsatz eines äußeren Reizes (Musik) eine messbare Veränderung der Herzfrequenz bei Konsumenten sowie eine Steigerung der Buchungshäufigkeit bei einem Touristikunternehmen erzielt werden kann.
- Grundlagen des Konsumverhaltens und Klassische Konditionierung
- Einfluss von äußeren Reizen auf psychophysiologische Variablen
- Empirische Untersuchung mittels eines within-subjects Designs
- Statistische Signifikanzprüfung von Herzfrequenz- und Buchungsdaten
- Kritische Diskussion der methodischen Gütekriterien und Ergebnisse
Auszug aus dem Buch
1.1.3. Klassische Konditionierung und deren Wirkmechanismen
Die Klassische Konditionierung beschäftigt sich mit der „Form des Lernens, bei der ein Organismus zwei oder mehr Reize miteinander assoziiert und Ereignisse vorwegnimmt“ (Myers, 2014, S. 292). Durch eine Verknüpfung dieser Reize ist es somit möglich, eine Verhaltensänderung im Konsumverhalten der Kunden erfolgreich umzusetzen. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass der Mensch über angeborene Reflexe bzw. angeborene Reaktionen auf einen Reiz verfügt (o. V./uni-due.de, o. J.). So ist z. B. denkbar, dass einem hungrigen Mensch bei einem Besuch in einer Pizzeria bereits durch den Geruch einer Pizza das Wasser im Munde zusammenläuft. Wird zusätzlich in dieser Pizzeria Musik gespielt (ein neutraler Reiz), ist es möglich, dass dieser neutrale Reiz an anderer Stelle (z. B. wenn abends dieser Song in einer Fernsehwerbung erscheint) auch direkt wieder mit dem Essen der Pizzeria assoziiert und der Speichelfluss angeregt wird. Im Folgenden werden bestimmte Stimuli sowie Reaktionen innerhalb der Klassischen Konditionierung einer näheren Betrachtung unterzogen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung und Hypothesen: Dieses Kapitel führt in die theoretischen Konzepte der Klassischen Konditionierung und des Konsumverhaltens ein und formuliert die zu prüfenden Hypothesen.
2. Methoden: Hier wird das experimentelle Studiendesign beschrieben, das zur Erhebung von Herzfrequenz- und Buchungsdaten bei 50 Versuchspersonen herangezogen wurde.
3. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die deskriptiven Kennwerte der Untersuchung und die inferenzstatistische Überprüfung der Hypothesen mittels t-Tests und Chi²-Tests.
4. Diskussion: Abschließend werden die methodische Qualität der Studie bewertet und die erzielten Ergebnisse im Kontext der Forschungsfragen interpretiert.
Schlüsselwörter
Klassische Konditionierung, Konsumverhalten, Herzfrequenz, Werbeindustrie, Experiment, Signifikanztest, t-Test, Chi²-Test, Touristikunternehmen, Reiz-Reaktions-Modell, within-subjects Design, Validität, Reliabilität, Buchungsverhalten, Konditionierter Stimulus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob äußere Reize wie Musik genutzt werden können, um das Konsumverhalten und die Herzfrequenz von Urlaubern im Kontext einer Werbekampagne gezielt zu beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Arbeit verknüpft psychologische Lernmodelle, insbesondere die Klassische Konditionierung, mit marketingorientierten Fragestellungen und statistischen Analysemethoden.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es zu prüfen, ob die Verbindung von Musik als konditioniertem Reiz mit einer Werbebotschaft zu einer statistisch signifikanten Steigerung von Urlaubsbuchungen führt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein experimentelles within-subjects Design angewandt, bei dem 50 Versuchspersonen vor und nach einer musikalischen Intervention bezüglich ihrer Buchungsbereitschaft befragt und ihre Herzfrequenz gemessen wurde.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Einordnung der Reiz-Reaktions-Mechanismen, die detaillierte Beschreibung der experimentellen Durchführung sowie die mathematisch-statistische Auswertung der erhobenen Daten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Klassische Konditionierung, Konsumverhalten, statistische Signifikanz und psychologische Forschungsmethoden beschreiben.
Warum konnte keine signifikante Veränderung der Herzfrequenz nachgewiesen werden?
Trotz einer durchschnittlichen Verringerung der Herzfrequenz ergab der t-Test, dass der Unterschied statistisch nicht signifikant ist und somit vermutlich auf Zufall beruht.
Was folgert der Autor aus der signifikanten Steigerung der Buchungen?
Die signifikante Steigerung der Buchungsquote deutet darauf hin, dass die Musik effektiv als Reiz fungierte und der Werbespot nach der Konditionierung eine positive Verhaltensänderung bei den Probanden bewirkte.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2015, Abhängigkeiten von äußeren Reizen auf das Verhalten sowie Einsatz der Klassischen Konditionierung in der Werbeindustrie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295960