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Zur Thematik der Dichtung Innokentij Annenskijs

Der Begriff und das Bild vom Leben in seiner Lyrik

Title: Zur Thematik der Dichtung Innokentij Annenskijs

Master's Thesis , 2014 , 77 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Bachelor of Education Viktoria Popsuy-Johannsen (Author)

Russian / Slavic Languages
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Die russische Literatur ist zum Anfang des 20. Jahrhunderts sehr vielfältig. Bereits am Ende des 19. Jahrhunderts beginnt weltweit eine neue literarische Epoche nach französischem Vorbild. Für den russischen Symbolismus ist die griechisch-römische Antike eine wichtige Grundlage, bei der „die Symbolisten den Mythos als Rückkehr zum Ursprung und zur Urerfahrung der Menschheit“ verwenden. Innokentij Annenskij wird erstmals als Übersetzer bekannt, der zunächst die Dramen des Euripides für seinen modernen Leser verständlich machen möchte. Seine dichterische Seite bleibt nur einem kleinen Kreis der Dichter vorbehalten. [...] So entsteht eine Theorie der Symbolisten, wie zum Beispiel Vladislav Chodasevič oder Vjačeslav Ivanov, das Annenskij die übersinnliche Vollständigkeit des Lebens nicht sehen kann und deshalb kein Gefühl für das menschliche Leben hat. Aber auch wenn sehr viele Gedichte bei Annenskij mit der Darstellung des Todes enden, bedeutet dies nicht, dass er im Leben keinen Sinn sieht. Die Künste sind ein untrennbarer Teil des Lebens für ihn, denen er viel Zeit widmen möchte. [...] Anhand oben beschriebene Passage kann man erkennen, wie widersprüchlich seine Wahrnehmung vom Leben ist. Auf der einen Seite versteht er, wie wichtig die Betrachtung der Kunst ist, auf der anderen Seite glaubt er nicht daran, dass er einen Moment finden könnte, den er als wunderschön empfindet. [...]
Das Zitat aus dem Brief zeigt seine Einstellung zum Leben, die keine Eindeutigkeit besitzt. Auch seine Dichtung weist keine eindeutige Thematik auf. Man findet in seinen Gedichten viele unterschiedliche Themen, wie zum Beispiel „Tragische Existenz der Menschen“, „Glücksuche“, „Gegenüberstellung vom Mensch und Dichter“, „Darstellung der Natur“, „Liebe“, „Schlechtes Gewissen gegenüber der Gesellschaft“, „Bedeutung der Kunst“, aber auch „Verarbeitung unterschiedlicher Philosophien“. In der vorliegenden Arbeit wird der Akzent auf den Begriff und das Bild vom Leben gelegt. Als Ziel hat diese Arbeit die verschiedenen Darstellungen vom Leben in der Lyrik Annenskijs herauszuarbeiten. Bei der Analyse des menschlichen Daseins soll nicht das Thema „Tod“ als Ausgangspunkt gelten, wie es in der Sekundärliteratur oft gemacht wird. Bevor hier die Hauptthematik dieser Arbeit beginnt, soll ein Einblick in seine Themen gegeben werden, wobei auf den Kontext der Epoche geachtet wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einblick in die Themen der Dichtung Annenskijs

3. Der Begriff und das Bild vom „Leben“ in Annenskijs Dichtung

3.1 Das qualvolle Leben

3.2 Das kostbare Leben – Zwiespalt zwischen Verschwendung und Enttäuschung

3.3 Das mechanische Leben

3.4 Das Leben in Grenzsituationen

3.5 Der allgegenwärtige Tod im Leben

3.6 Das Leben nach dem Tod

4. Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die vielfältigen und widersprüchlichen Darstellungen des Lebens in der Lyrik von Innokentij Annenskij. Ziel ist es, den Begriff und das Bild des menschlichen Daseins jenseits der bloßen Todesfixierung herauszuarbeiten und zu analysieren, wie Annenskij psychologische Zustände durch die Verknüpfung mit alltäglichen Gegenständen und der Umgebung in seiner Dichtung explizit darstellt.

  • Die Philosophie des Lebens und der Tod als ständiger Begleiter
  • Die Rolle der Natur und der dinglichen Umgebung bei der Gestaltung psychologischer Zustände
  • Das menschliche Leben als mechanischer Ablauf und die Suche nach dem Ideal
  • Die Bedeutung von Grenzsituationen zwischen Traum, Schlaf und Realität
  • Annenskijs Einordnung zwischen Symbolismus, Akmeismus und Existenzphilosophie

Auszug aus dem Buch

3.1 Das qualvolle Leben

Seit der Antike beschäftigen sich die Philosophen mit dem Rebus des Daseins und versuchen das gnadenlose Rätsel vor dem Ende ihres Lebens zu lösen. Diese Thematik liegt bei Annenskij im Gedicht „Идеал“ zu Grunde, in dem er suggeriert, dass die Personen in einem vollen Saal einer Bibliothek das Rätsel des Daseins mittels alter Bücher versuchen zu entschlüsseln:

Тупые звуки вспышек газа Над мертвой яркостью голов, И скуки черная зараза От покидаемых столов, И там, среди зеленолицых, Тоску привычки затая, Решать на выцветших страницах Постылый ребус бытия. (Идеал, S. 59)

Wie der Titel des Gedichts bereits erahnen lässt, wird das ideale Leben erst dann erfüllt sein, wenn das Rätsel des Daseins erschlossen ist. Man sieht die paradoxale Darstellung der Köpfe, die versuchen dieses Rätsel in der Bibliothek zu lösen. Im zweiten Vers der ersten Strophe werden die Köpfe als tot, gleichzeitig aber als grell beziehungsweise hell bezeichnet. Das deutet darauf hin, dass die Helligkeit, die für die Intelligenz steht, jedoch nicht ausreicht, um die Aufgabe zu absolvieren. Da auch diese Menschen als tot bezeichnet werden, bleiben sie wie alle anderen ohne Antwort und sind dem Untergang geweiht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die literarische Epoche des russischen Symbolismus und führt in das Leben sowie die ersten Publikationen Annenskijs ein.

2. Einblick in die Themen der Dichtung Annenskijs: Dieses Kapitel verortet Annenskij innerhalb der Generationen des Symbolismus und diskutiert seine kritische Auseinandersetzung mit antiker Philosophie und modernen literarischen Strömungen.

3. Der Begriff und das Bild vom „Leben“ in Annenskijs Dichtung: Das zentrale Kapitel analysiert in sechs Unterpunkten das Spannungsfeld zwischen der Qual des Daseins, der Endlichkeit des Lebens, der Darstellung von Grenzsituationen und dem vergeblichen Streben nach einem idealen Sinn.

4. Schlussfolgerung: Die Schlussfolgerung resümiert, dass Annenskij das Leben als tragisches Dasein begreift, welches er jedoch durch eine präzise, fast psychologische Beobachtung und die Nutzung realer Objekte in seiner Lyrik gegen das Vergessen zu bewahren versucht.

Schlüsselwörter

Innokentij Annenskij, Russischer Symbolismus, Dichtung, Leben, Tod, Dasein, Existenzphilosophie, Akmeismus, Lyrik, Psychologischer Symbolismus, Erinnerung, Grenzsituationen, Traum, Identität, Schönheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das lyrische Schaffen von Innokentij Annenskij mit einem besonderen Fokus darauf, wie er das menschliche Leben und dessen Bedeutung in seinen Gedichten konzeptualisiert und bildhaft umsetzt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Kernbereichen gehören das Verhältnis zwischen Mensch und Dingwelt, die Darstellung von Grenzsituationen wie Schlaf und Tod sowie die ständige Suche nach einem tragischen Sinn des Daseins.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist es, Annenskijs Lyrik von dem Vorurteil zu befreien, er sei ausschließlich ein "Sänger des Todes", und stattdessen die komplexe, oft qualvolle, aber gleichzeitig als kostbar betrachtete menschliche Existenz aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden textnahen Analyse zahlreicher Gedichte Annenskijs, ergänzt durch den Vergleich mit zeitgenössischer Sekundärliteratur und existenzphilosophischen sowie platonischen Konzepten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Facetten des Lebensbegriffs, von der Darstellung des "qualvollen" und "mechanischen" Lebens bis hin zur Analyse der Unmittelbarkeit des Todes in alltäglichen Situationen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselbegriffe sind "Psychologischer Symbolismus", "Grenzerfahrung", "Existenzphilosophie" und die "Materialität des Daseins".

Wie unterscheidet sich Annenskij laut der Analyse von anderen Symbolisten?

Annenskij unterscheidet sich dadurch, dass er die Grenze zwischen der realen und der idealen Welt nicht auflösen möchte und seine Symbole konsequent in der realen Welt der Dinge findet.

Warum spielt die Personifizierung von Gegenständen eine so wichtige Rolle?

Die Personifizierung von Dingen dient Annenskij dazu, psychologische Zustände des lyrischen Ichs erfahrbar zu machen, ohne auf abstrakte Begriffe zurückgreifen zu müssen.

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Details

Title
Zur Thematik der Dichtung Innokentij Annenskijs
Subtitle
Der Begriff und das Bild vom Leben in seiner Lyrik
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Slavistik)
Grade
1,7
Author
Bachelor of Education Viktoria Popsuy-Johannsen (Author)
Publication Year
2014
Pages
77
Catalog Number
V295992
ISBN (eBook)
9783656939191
ISBN (Book)
9783656939207
Language
German
Tags
Russisch Russische Literatur Literaturwissenschaft Innokentij Annenskij Literatur des 20. Jahrhunderts Akmeismen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bachelor of Education Viktoria Popsuy-Johannsen (Author), 2014, Zur Thematik der Dichtung Innokentij Annenskijs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/295992
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