Sicherung der Liquidität. Projektarbeit zur Erreichung des Titels Geprüfter Handelsfachwirt IHK

Eine Zusammenfassung


Zusammenfassung, 2009

6 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Sicherung der Liquidität

In der heutigen Zeit ist es umso wichtiger, die Liquidität im Unternehmen zu sichern. Besonders die Finanzplanung ist dabei wichtig.

Liquidität ist die Fähigkeit eines Unternehmens, seine fälligen Verbindlichkeiten jederzeit fristgerecht und uneingeschränkt begleichen zu können.

Zuerst wird auf die Liquiditätskennzahlen eingegangen.

Die Liquidität 1. Grades (Barliquidität, Cash Ratio) gibt das Verhältnis der liquiden Mittel zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten an.

Berechnung: Barliquidität = Geldvermögen – Forderungen / kurzfristige Verbindlichkeiten

Die Liquidität 2. Grades (Einzugsliquidität) gibt das Verhältnis des Geldvermögens zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten an.

Berechnung: Einzugsliquidität = Umlaufvermögen – Vorräte / kurzfristige Verbindlichkeiten

Die Liquidität 3. Grades gibt das Verhältnis des Umlaufvermögens zu den kurzfristiges Verbindlichkeiten an.

Berechnung = Geldvermögen + Vorräte / kurzfristige Verbindlichkeiten

Die Aussagekraft der Bilanz

Eine weitere Möglichkeit zur einfachen Analyse ist die Bilanzanalyse. Neben der Gesamtbetrachtung der Bilanz spielt die Struktur der Passivseite, insbesondere die Eigenkapitalquote, eine herausragende Rolle. Die strengste Form der vertikalen Finanzierungsregel lautet, dass das Eigenkapital mindestens so hoch sein sollte, wie das Fremdkapital. In der Praxis hat sich jedoch als Maßstab durchgesetzt, dass es wenigstens ein Drittel des Gesamtkapitals betragen soll.

Maßnahmen zur Liquiditätssicherung

Innenfinanzierung

Selbstfinanzierung aus Gewinngegenwerten

Der Gewinn, der von einem Unternehmen in einer Periode erzielt wird, kann grundsätzlich in voller Höhe an die Gesellschafter ausgeschüttet werden. Wird allerdings nicht der ganze Gewinn ausgeschüttet, verbleibt dieser Teil der Finanzmittel im Unternehmen und steht zur freien Nutzung zur Verfügung. Voraussetzung hierfür ist, dass der Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit den Mittelabfluss übersteigt. Diese Form ist die häufigste Form der Innenfinanzierung und wird auch als offene Selbstfinanzierung bezeichnet, da die einbehaltenen Gewinne aus der Bilanz ersichtlich sind.

Finanzierung aus Abschreibungen

Eine weitere Quelle für Investitionen sind verbrauchsbedingte Abschreibungen. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass der Werteverzehr des abnutzbaren Anlagevermögens im Rahmen des betrieblichen Leistungsprozesses durch die Verkaufspreise der hergestellten Produkte und Dienstleistungen in der Regel früher vergütet wird, als er für die verschleißbedingte Erneuerung der Anlagen, von denen die Abschreibungsbeträge stammen, benötigt wird. Da also die Abschreibungsbeträge nicht mit tatsächlichen Liquiditätsabflüssen verbunden sind, stehen sie in der Form von Umsatzerlösen freigesetzten Mittel zur Finanzierung zur Verfügung. Die Bedingungen für den Finanzierungseffekt aus Abschreibungsgegenwerten sind, dass die verrechneten Abschreibungen durch die Umsatzerlöse tatsächlich verdient werden müssen und das die Abschreibungsgegenwerte dem Unternehmen als Einzahlungen zufließen müssen.

Bildung von Rückstellungen

Des Weiteren kann die Innenfinanzierung aus Umsatzerlösen über die Bildung von Rückstellungen bewerkstelligt werden. Rückstellungen beziffern potenzielle Zahlungsverpflichtungen des Unternehmens, deren Höhe oder Zeitpunkt noch nicht exakt bekannt sind (z.B. Kulanzrückstellungen). Der Finanzierungseffekt beruht herbei darauf, dass die mit den Rückstellungen verbundenen Aufwendungen erst in späteren Perioden mit Liquiditätsabflüssen verbunden sind. Die liquiden Mittel stehen dem Unternehmen nur so lange zur Verfügung, bis die Rückstellung in Anspruch genommen wird, das heißt, die Verbindlichkeit tatsächlich auftritt. Rückstellungen können aufgelöst und erfolgswirksam verbucht werden, damit sie als Finanzierungsmittel zur Verfügung stehen. Die rechtlichen Bestimmungen sind entsprechend einzuhalten.

Kapitalfreisetzung durch Rationalisierung

Eine Kapitalfreisetzung lässt sich mit Rationalisierungsmaßnahmen erreichen, wenn es dem Unternehmen gelingt den betrieblichen Prozess mit einem geringeren Kapitaleinsatz durchzuführen. Das gleiche Umsatzvolumen mit geringerem Kapitaleinsatz lässt sich z.B. durch verbesserte Dispositionen (Verringerung der Lagerbestände an Rohstoffen, Verminderung der Lagerdauer) erreichen. Die Bestände an offenen Rechnungen lassen sich durch nachhaltiges Forderungsmanagement reduzieren (zeitnahes Versenden von Rechnungen). Eine fortwährende Kontrolle von Außenständen, ein konsequentes Mahnwesen und die Verkürzung von Zahlungszielen senken den Forderungsbestand und erhöhen die frei verfügbare Liquidität.

Handelskredite

Lieferantenkredit

Der Lieferantenkredit ist ein kurzfristiger Kredit im Rahmen eines Liefer- und Leistungsgeschäft, bei dem die Rechnung nicht sofort bei Erhalt bezahlt wird, sondern ein Zahlungsziel einräumt. Die Kreditbeziehung wird nicht durch einen Darlehensvertrag geregelt, sondern in dem der Leistungsbeziehung zugrunde liegendem Vertrag. Diese Form des Kredites ist schnell und bequem. Er schont die Kreditlinie bei der Hausbank. Sollte ein Skonto vereinbart sein, kann es durchaus Sinn machen, einen Kontokorrentkredit aufzunehmen, da dieser erheblich günstiger ist, als das Skonto ungenutzt zu lassen. Hierzu ein Rechenbeispiel: Rechnung zahlbar innerhalb 30 Tage netto. 10 Tage 2 % Skonto. Wenn auf den Skontoabzug verzichtet wird, bezahlt er 2 % für ein Zahlungsziel von 20 Tagen. Auf das Jahr hochgerechnet ist das 36 % im Jahr.

Auftragsfinanzierung

Bei umfangreichen Vorleistungen kann es zu einem erhöhten Liquiditätsbedarf kommen. Das lässt sich teilweise in den Griff bekommen, indem man den Kunden durch Anzahlungen oder Teilzahlungen in die Finanzierung einbindet. Liegen unterzeichnete Verträge oder Aufträge vor, die als Forderungen abgetreten werden können, erklären sich die Banken eventuell dazu bereit, den Auftrag im Voraus zu finanzieren. Das kann durch eine Erhöhung der Kreditlinie bei der Hausbank bewerkstelligt werden.

Fremdfinanzierung

Kontokorrentkredit

Die klassische Form des kurzfristigen Bankkredits ist der Kontokorrentkredit. Hier wird in der Regel auf dem Geschäftskonto des Unternehmens ein Betriebsmittelkredit eingeräumt, der bis zur vereinbarten Kreditlinie frei in Anspruch genommen werden kann. Dies ist die klassische Liquiditätsreserve. Vorteile des Kontokorrentkredites sind: Freie Verfügbarkeit, Sicherung der Zahlungsfähigkeit, geringe Sicherheiten und Ausnutzung von Skonti. Nachteil ist, dass es sich dabei um einen vergleichsweise teuren Kredit handelt, da Gebühren für unterschiedliche Posten in Rechnung gestellt werden (Sollzinsen, Bereitstellungsprovisionen, Überziehungsprovisionen, Kontoführungsgebühren). Er sollte auf keinen Fall dazu genutzt werden, um Anlagevermögen zu finanzieren.

Langfristiges Darlehen

In der Praxis spricht man von einem langfristigen Kredit, wenn die Ursprungslaufzeit mindestens vier Jahre beträgt. Langfristige Darlehen dienen hauptsächlich der Investitionsfinanzierung. Für die Bereitstellung ist ein angemessener Kreditzins fällig, der sich nach verschiedenen Faktoren richtet. Allerdings ist hier eine vorausgehende Kreditwürdigkeitsprüfung notwendig. Grundlage ist die Prüfung der Bonität anhand eines bankeninternen Ratings gemäß Basel II. Durch einen längerfristigen Kredit ist jedoch die Planungssicherheit durch langfristige Kalkulationen gewährleistet. Allerdings ergeben sich Gefahren, wie die wirtschaftliche Abhängigkeit. Die Tilgung ist auch in Verlustjahren zu leisten, was die Liquidität eventuell belasten kann.

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Ende der Leseprobe aus 6 Seiten

Details

Titel
Sicherung der Liquidität. Projektarbeit zur Erreichung des Titels Geprüfter Handelsfachwirt IHK
Untertitel
Eine Zusammenfassung
Hochschule
Industrie- und Handelskammer Trier
Veranstaltung
Fortbildung zum Geprüften Handelsfachwirt IHK
Note
2,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
6
Katalognummer
V296168
ISBN (eBook)
9783656943341
Dateigröße
426 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Liquidität, Finanzplanung, Handelsfachwirt, Projektarbeit, IHK, Trier
Arbeit zitieren
Bryan Raber (Autor), 2009, Sicherung der Liquidität. Projektarbeit zur Erreichung des Titels Geprüfter Handelsfachwirt IHK, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/296168

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