Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Psychology - Social Psychology

Vorurteile und Stereotypen in der sozialpsychologischen Vorurteilsforschung

Title: Vorurteile und Stereotypen in der sozialpsychologischen Vorurteilsforschung

Seminar Paper , 2002 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Axinia Voigtlaender (Author)

Psychology - Social Psychology
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Warum beschleicht mich ein merkwürdiges Gefühl, wenn ich eine blonde Frau mit einem
schwarzen Mann, wohlmöglich noch mit gemeinsamen Kindern auf der Straße
sehe? Warum haben andere eine grundsätzliche Abneigung gegen Beamte, die ihrer
Meinung nach zu sicher verdienen und sowieso nur kaffeetrinkend ihre Stunden absitzen?
Warum sind einem Waldorfkindergärten suspekt? Wieso behaupte ich einfach,
dass BMW-Fahrer rücksichtslos und immer zu schnell fahren, Busfahrer immer schlechtgelaunt
und das Dienstleistungsklima in unserem Land erbärmlich ist? Warum mögen die
einen keine Israelis und andere keine lauten Italiener und warum haben wieder andere
Angst, ihr Auto mit nach Polen zu nehmen?
Vorurteile und Stereotypen sind nahezu universell und tummeln sich in allen Schichten
und Bereichen. Manchmal rufen sie Konflikte hervor, manchmal nicht. Sie sind die Brillen
unterschiedlicher Stärke und Tönung, durch die wir uns gegenseitig betrachten. Sie tragen
Mitschuld für kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Gruppen und Staaten,
färben Konkurrenzbeziehungen und Interessenkonflikte und beeinflussen unser tägliches
Handeln immens. Jeder hat sie, jeder schiebt sie anderen zu. Wie aber entstehen sie?
Was gibt den Ausschlag dafür, dass sie so massiv unser soziales Miteinander prägen?
Antworten auf diese Fragen finden sich beispielsweise in der Entwicklungs- und Kulturgeschichte
einzelner Völker, oder der Politik und Philosophie einzelner Epochen. Gegenstand
dieser Arbeit werden jedoch unterschiedliche Erklärungsansätze aus der Sozialpsychologie
aus der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts sein. Erklärungsansätze,
die Grundsteine für die heutige Auseinandersetzung mit diesem Thema gelegt haben.
Nach einer einführenden Definition der Begriffe Vorurteil und Stereotyp , im ersten Teil,
geht es im zweiten Teil um die Erläuterung der unterschiedlichen Theorien, sowie deren
Hinterfragen. Da dieses Thema Untersuchungsgegenstand vieler verschiedener Autoren
war und ist, und zusätzlich ein Rahmen für diese Arbeit vorgegeben war, wird die Auswahl
auf die wegweisendsten Theorien beschränkt bleiben und somit kein Anspruch auf
Vollständigkeit erhoben.
Der dritte Teil wird sich um Möglichkeiten der Einstellungsänderung in vier Alltagsbereichen
bemühen und ebenso darlegen, mit welchen Schwierigkeiten sich dieses Unterfangen
konfrontiert sehen muss.
Ein zusammenfassendes und kritisches Fazit, sowie ein Quellenverweis bilden den Schluss
der Arbeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DEFINITIONEN

2.1. Stereotyp

2.2. Vorurteil

3. WIE ENTSTEHEN VORURTEILE UND STEREOTYPEN?

3.1. Der psychodynamische Ansatz

3.1.1. Frustrations-Aggressions-Hypothese mit abgeleiteter „Sündenbocktheorie“ nach Dollard, Miller, Doob, Mowres, Sears

3.1.2. Theorie der autoritären Persönlichkeit nach Adorno, Frenkel-Brunswick, Levinson, Sanford

3.2. Der konflikttheoretische Ansatz

3.2.1.Theorie des realen Konflikts nach Campbell und Sherif

3.2.2.Theorie der sozialen Identität nach Tajfel

3.3. Der lerntheoretische Ansatz

3.3.1. Eagly und Steffen zu Geschlechterstereotypen, ethnischen und Rassen-stereotypen

3.4. Der kognitive Ansatz

3.4.1. nach G. W. Allport zum kognitiven Prozess

3.4.2. Theorie der illusorischen Korrelation nach Hamilton und Gifford

4. AUSBLICKE

4.1. Institutioneller Rahmen

4.2.. Unterrichts- und Kursprogramme

4.3. Rolle des Elternhauses

4.4. Rolle der Massenmedien

5. FAZIT

6. QUELLENNACHWEIS

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die sozialpsychologischen Ursachen für die Entstehung von Vorurteilen und Stereotypen. Ziel ist es, zentrale theoretische Erklärungsansätze zu beleuchten und deren Anwendungsmöglichkeiten sowie Schwierigkeiten bei der Einstellungsänderung in alltäglichen Kontexten zu diskutieren.

  • Psychodynamische Ursachen und Projektionsmechanismen
  • Konflikttheoretische Erklärungen durch soziale Identität und Interessenkonflikte
  • Lerntheoretische Ansätze und die Rolle der Sozialisation
  • Kognitive Prozesse und die Konstruktion mentaler Kategorien
  • Maßnahmen zur Reduzierung von Vorurteilen in Institutionen, Erziehung und Medien

Auszug aus dem Buch

3.1.1. Frustrations-Aggressions-Hypothese mit abgeleiteter „Sündenbocktheorie“ nach Dollard, Miller, Doob, Mowres, Sears

Die Autoren werten aggressives Verhalten eines Menschen als Antwort auf innere Frustration. Kann ein Individuum seine verfolgten Ziele aufgrund von negativen Umständen nicht erreichen, kommt es in einen Zustand der Frustration. Die zur Erreichung des Zieles mobilisierte psychische und physische Energie staut sich an und muss in irgendein Verhalten entladen werden, bei dieser Annahme in Aggressionen. Diese Reaktion richtet sich entweder gegen die Ursache selbst oder, wenn die Ursache nicht ausfindbar ist oder zu institutionell und mächtig erscheint, gegen andere, unbedingt unterlegene Opfer, von denen keine Gegenwehr zu erwarten ist.

Es kommt zu einer Verschiebung der Reaktion auf Schwächere, sie dienen sozusagen als Sündenböcke. Das Verantwortlichmachen einer bestimmten Minderheit wird für die eigene, aber auch kollektiv erfahrene Frustration, als Rechtfertigung diskriminierenden Verhaltens und der Zuschreibung negativer Eigenschaften hingestellt. Da die eigentliche Ursache mit diesem Verhalten nicht ausgeräumt wird, mündet dieser Konflikt in noch aggressivere Tendenzen gegenüber Minderheiten oder Randgruppen, die den Stempel des Sündenbocks tragen. Neben den Schuldzuschreibungen für ein akutes Problem, werden jedoch auch Aggressionen gewohnheitsmäßig gegen Minderheiten formuliert und ausgelebt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Darstellung des Alltagsphänomens Vorurteile sowie der Zielsetzung und methodischen Einschränkung der Arbeit.

2. DEFINITIONEN: Erläuterung der Begriffe Stereotyp und Vorurteil basierend auf sozialwissenschaftlicher Literatur.

3. WIE ENTSTEHEN VORURTEILE UND STEREOTYPEN?: Analyse der vier Hauptansätze (psychodynamisch, konflikttheoretisch, lerntheoretisch, kognitiv) zur Entstehung von Vorurteilen.

4. AUSBLICKE: Diskussion über Möglichkeiten und Hindernisse beim Abbau von Vorurteilen in gesellschaftlichen und pädagogischen Rahmenbedingungen.

5. FAZIT: Kritische Reflexion der theoretischen Ansätze und der zukünftigen Herausforderungen im Umgang mit Vorurteilen.

6. QUELLENNACHWEIS: Auflistung der verwendeten Literatur und Quellen.

Schlüsselwörter

Vorurteile, Stereotypen, Sozialpsychologie, Frustrations-Aggressions-Hypothese, Theorie der sozialen Identität, Lerntheorie, Kognitiver Ansatz, Sündenbocktheorie, Diskriminierung, Einstellungsänderung, Sozialisation, Gruppenzugehörigkeit, Minderheiten, Autoritäre Persönlichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung und Aufrechterhaltung von Vorurteilen und Stereotypen aus der Perspektive der Sozialpsychologie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die psychodynamische, konflikttheoretische, lerntheoretische und kognitive Perspektive auf die Entstehung von Vorurteilen sowie Strategien zu deren Beeinflussung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die wegweisenden Theorien der Vorurteilsforschung zu erläutern und deren Relevanz für den Umgang mit Vorurteilen im Alltag zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse und Zusammenführung verschiedener sozialpsychologischer Theorien aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden vier Erklärungsansätze (psychodynamisch, konflikttheoretisch, lerntheoretisch, kognitiv) detailliert analysiert und kritisch hinterfragt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Stereotyp, Vorurteil, Sozialpsychologie, Identität, Sozialisation und Diskriminierung geprägt.

Wie erklärt der kognitive Ansatz die Entstehung von Vorurteilen?

Der Ansatz beschreibt, wie das menschliche Gehirn Informationen durch Kategorisierung vereinfacht, um mit der Umweltkomplexität zurechtzukommen, was jedoch zu Fehlurteilen führen kann.

Welche Rolle spielt laut der Autorin das Elternhaus?

Das Elternhaus wird als wichtigster Sozialisationsfaktor für die Erstformung von Einstellungen identifiziert, wobei durch das Vorleben von Rollenbildern der Grundstein für das spätere Verhalten gegenüber anderen gelegt wird.

Excerpt out of 20 pages  - scroll top

Details

Title
Vorurteile und Stereotypen in der sozialpsychologischen Vorurteilsforschung
College
University of the Arts Berlin  (Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikatio)
Course
Seminar: Vorurteile und Stereotypen
Grade
1,0
Author
Axinia Voigtlaender (Author)
Publication Year
2002
Pages
20
Catalog Number
V29619
ISBN (eBook)
9783638310888
Language
German
Tags
Vorurteile Stereotypen Vorurteilsforschung Seminar Vorurteile Stereotypen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Axinia Voigtlaender (Author), 2002, Vorurteile und Stereotypen in der sozialpsychologischen Vorurteilsforschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29619
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  20  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint