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Die Bild-Zeitung in der Ära Adenauer - ein unpolitisches Blatt?

Title: Die Bild-Zeitung in der Ära Adenauer - ein unpolitisches Blatt?

Seminar Paper , 2004 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Philipp Vaerst (Author)

Communications - Media History
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Summary Excerpt Details

In der Zeitungslandschaft der Nachkriegszeit hat es keine überregionale
Tageszeitung gegeben, deren Auflage und Erfolg mit der „Bild“-Zeitung
vergleichbar ist. Ihr Verleger Axel Springer hatte seit 1952 mit seinem Blatt
schnell mehr erreicht, als er selbst je ahnte.
Zudem wurde die Zeitung in eine Zeit hineingeboren, die politisch, wirtschaftlich
und sozial von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung des vom Dritten
Reich so gebeutelten Deutschlands war. „Bild“ verstand sich, wie ihr Verleger, als
das „Sprachrohr“ des kleinen Mannes. Die Nachfrage des Volkes nach politischer
Information galt als besonders gering in den fünfziger Jahren.
Die vorliegende Arbeit soll klären, inwiefern die Haltung der Bild-Zeitung in der
Ära Adenauer tatsächlich unpolitisch war und ob die politische Haltung des
Blattes einem Wandel unterlag. Wenn ja, von welchen Faktoren hing ein solcher
Wandel ab und wie sah dessen Verlauf aus?
Im Folgenden soll nach einer historischen Einführung zunächst auf die politische
Entwicklung Axel Springers und deren Einfluss auf „Bild“ eingegangen werden.
Dazu dient die Darstellung aus der aktuellen Literatur.
Im zweiten Teil der Arbeit erfolgt eine Untersuchung der politischen
Berichterstattung von „Bild“. Als Quellen dienten dafür die Ausgaben aus dem
Zeitraum Juli bis Dezember 1952, sowie der Ausgaben, die in etwa den
Zeiträumen der Wahlkämpfe 1953, 1957 und 1961 entsprechen. Um einen
allgemeinen Eindruck der politischen Berichterstattung zu erlangen, wurde
zunächst der Zeitraum im Jahr 1952 ausgewählt. Objekt der Untersuchung sind
darauf folgend die Wahlkämpfe, da an ihnen einfach zu erkennen ist, welche
Parteien in der Berichterstattung bevorzugt, welche benachteiligt werden und wie
„Bild“ das Thema generell aufarbeitet.
Die Wahljahre werden schließlich einzeln analysiert und verglichen. Ziel der
Untersuchung ist es zu klären, ob sich Hinweise für eine politische Haltung der
„Bild“ ergeben und ob ein Wandlungsprozess erkennbar ist. Des Weiteren soll
geklärt werden, ob sich die Ergebnisse der Quellenanalyse mit den Darstellungen
in der Literatur decken.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historische Einführung

3. Die Medienpolitik Konrad Adenauers

4. Grundlagen für eine politische Linie der Bild-Zeitung

4.1 Hinweise für eine parteipolitische Ausrichtung des Axel Springer Verlags

4.2 Das politische Selbstverständnis des Verlags

5. Untersuchung der Politisierung anhand von Quellen

5.1. Politische Berichterstattung von „Bild“ 1952

5.2. Berichterstattung in der Wahlkampfphase 1953

5.3. Berichterstattung in der Wahlkampfphase 1957

5.4 Berichterstattung in der Wahlkampfphase 1961

6. Fazit / Zusammenfassung

7. Quellen / Literaturverzeichnis

Zielsetzung und thematischer Fokus

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die „Bild“-Zeitung während der Ära Adenauer tatsächlich ein unpolitisches Blatt war und ob sich über den Zeitraum von 1952 bis 1961 ein Wandlungsprozess in ihrer politischen Haltung vollzog. Dabei wird analysiert, wie stark die Berichterstattung von parteipolitischen Tendenzen sowie der persönlichen Unterstützung für den Bundeskanzler geprägt war.

  • Historische Einordnung der Medienpolitik unter Konrad Adenauer.
  • Analyse der politischen Entwicklung und der Einflussfaktoren innerhalb des Axel Springer Verlags.
  • Untersuchung der „Bild“-Berichterstattung anhand von ausgewählten Quellen aus den Jahren 1952, 1953, 1957 und 1961.
  • Vergleich der journalistischen Darstellung von Regierung und Opposition in Wahlkampfzeiten.
  • Bewertung des Wandels von einer personenbezogenen, „menschlichen“ Berichterstattung hin zu einer inhaltlich stärkeren politischen Ausrichtung.

Auszug aus dem Buch

5.1. Politische Berichterstattung von „Bild“ im Zeitraum Juni bis Dezember 1952

Im Jahre 1952 setzten die Redakteure der „Bild“ zunächst noch auf eine Titelseite, die nur aus Bildern und den entsprechenden Bildunterschriften bestand. Dieses Konzept wurde im ersten Jahr beibehalten und erst später geändert. Auf der ersten Seite tauchten für gewöhnlich keine Fotos von Politikern oder politischen Ereignissen auf. Gab es jedoch ein politisches Ereignis, das aktuell und wichtig genug erschien, so platzierte man auf der Titelseite eine Schlagzeile oberhalb der Bilder. Am 1.7. 1952 etwa gab es gleich zwei derart wichtige politische Nachrichten: „Wehrgesetze erst im Oktober“ und „Ich habe Bombe an Adenauer geschickt!“ titelte die damalige Ausgabe. Die Berichterstattung zu politischen Themen folgte dann meist auf der Seite zwei, in der Regel wurde die Seite auch mit den politischen Themen aus dem Inland aufgemacht, was darauf schließen lässt, dass diese Meldungen den Redakteuren am wichtigsten erschienen.

Folglich gab es kein Ressort „Politik“ wie es heute auch bei „Bild“ üblich ist. Die Berichterstattung belief sich auf ein bis zwei Artikel auf der Seite zwei – und dies keineswegs täglich. Nicht selten kam es vor, dass über eine Woche kein Artikel über die Bonner Geschehnisse gedruckt wurde. Zwischen dem 19. und 26. Juli 1952 etwa verzichtete die größte überregionale Tageszeitung Deutschlands vollständig auf politische Berichte.

Bezüglich der Inhalte der Artikel könnte der Leser bei oberflächlicher Betrachtung zunächst den Eindruck gewinnen, die Texte seien rein informativ und verhältnismäßig objektiv geschrieben. Bei näherem Hinsehen und einer Beobachtung über einen längeren Zeitraum hinweg fällt jedoch auf, dass die Texte deutliche Hinweise für politische Tendenzen und Sympathien enthalten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definiert die Forschungsfrage nach der politischen Haltung der „Bild“-Zeitung und beschreibt das methodische Vorgehen der Untersuchung.

2. Historische Einführung: Skizziert die politische Ausgangslage der Bundesrepublik unter Adenauer und die zentrale Rolle der Westintegration.

3. Die Medienpolitik Konrad Adenauers: Analysiert, wie der Kanzler versuchte, die Medien durch informelle Kontakte und gezielte Pressearbeit für seine politischen Ziele zu instrumentalisieren.

4. Grundlagen für eine politische Linie der Bild-Zeitung: Untersucht die Einflüsse auf Axel Springer und die interne ideologische Entwicklung seines Verlags in den fünfziger Jahren.

5. Untersuchung der Politisierung anhand von Quellen: Bildet den Hauptteil der Arbeit, in dem die Entwicklung der „Bild“-Berichterstattung von 1952 bis 1961 analysiert und die zunehmende Politisierung nachgewiesen wird.

6. Fazit / Zusammenfassung: Fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und bestätigt den Wandel der „Bild“-Zeitung zu einer erkennbar atlantisch-konservativen Grundhaltung.

7. Quellen / Literaturverzeichnis: Listet die verwendeten Archivmaterialien sowie die Sekundärliteratur zur politischen Geschichte und Medienanalyse auf.

Schlüsselwörter

Bild-Zeitung, Axel Springer, Konrad Adenauer, Nachkriegszeit, Westintegration, politische Berichterstattung, Wahlkampf, Hans Zehrer, Politisierung, Medienpolitik, Presselandschaft, CDU/CSU, deutscher Journalismus, Kalter Krieg, Zeitungsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die politische Ausrichtung der „Bild“-Zeitung während der Ära Adenauer und analysiert, ob das Blatt tatsächlich die von ihr behauptete Unparteilichkeit wahrte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Medienpolitik Konrad Adenauers, die Entwicklung des Axel Springer Verlags sowie die Art und Weise der politischen Berichterstattung in der „Bild“-Zeitung in den 1950er und frühen 1960er Jahren.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Es soll geklärt werden, inwiefern ein Wandel der politischen Haltung der „Bild“-Zeitung erkennbar ist und welche Faktoren diesen Prozess beeinflusst haben.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse von gedruckten Ausgaben der „Bild“-Zeitung in verschiedenen Zeiträumen sowie einer Auswertung der relevanten Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die empirische Untersuchung der Berichterstattung in den Jahren 1952, 1953, 1957 und 1961, wobei insbesondere die Darstellung politischer Akteure in Wahlkampfzeiten beleuchtet wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Wesentliche Begriffe sind Bild-Zeitung, Axel Springer, Adenauer-Ära, politische Berichterstattung, Westintegration und die zunehmende Politisierung des Verlags.

Welchen Einfluss hatte Hans Zehrer auf die politische Linie des Verlags?

Hans Zehrer fungierte als politischer Mentor für Axel Springer und beeinflusste den Verlag maßgeblich in eine national-konservative Richtung, wenngleich er später aufgrund seiner Ostorientierung an Einfluss verlor.

Wie unterscheidet sich die Berichterstattung im Wahljahr 1957 von der des Jahres 1953?

Während 1953 eine sehr starke, personenbezogene Unterstützung für Adenauer dominerte, zeichnete sich die Berichterstattung 1957 durch eine deutlichere Sachlichkeit und den Versuch einer Gleichbehandlung von Regierung und Opposition aus.

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Details

Title
Die Bild-Zeitung in der Ära Adenauer - ein unpolitisches Blatt?
College
Ruhr-University of Bochum  (Geschichtswissenschaften)
Course
Seminar: Medien, Politik und Gesellschaft nach 1945
Grade
1,0
Author
Philipp Vaerst (Author)
Publication Year
2004
Pages
22
Catalog Number
V29621
ISBN (eBook)
9783638310901
Language
German
Tags
Bild-Zeitung Adenauer Blatt Seminar Medien Politik Gesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Philipp Vaerst (Author), 2004, Die Bild-Zeitung in der Ära Adenauer - ein unpolitisches Blatt?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29621
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