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Das Doppelmandat von Hilfe und Kontrolle im Rahmen von Erstbesuchsdiensten

Title: Das Doppelmandat von Hilfe und Kontrolle im Rahmen von Erstbesuchsdiensten

Master's Thesis , 2015 , 107 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Franziska Preuß (Author)

Social Work
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Der Alltag mit einem Neugeborenen bringt eine Veränderung des eigenen Lebens mit sich. Viele Eltern stellen sich darauf ein und können mit der neuen Situation umgehen, doch dies betrifft nicht alle. Auf Grundlage der tragischen Fälle von Kindeswohlgefährdung und der daraus folgenden medialen Inszenierung wurde in den letzten Jahren vermehrt das Thema der Unterstützung von Eltern diskutiert, wobei belastete Familien im Fokus stehen. Das Angebot der Frühen Hilfen bezieht sich hierbei speziell auf die Zielgruppe von Familien mit Kleinkindern. Um dabei Eltern aller Milieus erreichen zu können ist es besonders wichtig niederschwellige Hilfsangebote zu unterbreiten. Als geeignete Hilfeform für elterliche Belastungssituationen kann dabei die aufsuchende Elternarbeit genannt werden.
Im Rahmen der Debatte über Frühe Hilfen wurden in vielen Städten und Gemeinden Deutschlands von den Jugendämtern oder freien Trägern lokale Babybegrüßungsdienste, die sogenannten Willkommens- oder Erstbesuchsdienste ins Leben gerufen. Diese Dienste besuchen junge Familie in den ersten Wochen nach der Geburt ihres Kindes.
In dieser Arbeit soll das Angebot des Erstbesuchsdienstes nun mit Blick auf den Aspekt von Hilfe und Kontrolle durch Institutionen untersucht werden.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Thematische Hinführung

1.2 Fragestellung und Relevanz des Themas

2. Forschungshintergrund

2.1 Adressatenforschung

2.1.1 Interaktion/Beziehung Sozialpädagoge – Klient

2.1.2 Gespräche in der Sozialen Arbeit

2.2 Forschungen zum Doppelmandat Hilfe und Kontrolle aus Adressatensicht

2.3 Aktueller Forschungsstand Erstbesuchsdienst

2.3.1 Studie 1 – Desiree Günther, Christina Frese: „Willkommensbesuche bei Neugeborenen. Konzepte Erfahrungen und Nutzen“

2.3.2 Studie 2 - Stiftung Kinderland Baden-Württemberg: „Aktionsprogramm Familienbesucher“

3. Forschungsdesign

3.1 Forschungsmethode Interview

3.1.1 Narratives Interview

3.1.2 Leitfadeninterview

3.2 Transkription

3.3 Inhaltsanalyse

3.4 Exemplarische Analyse

3.5 Gegenstand der Forschung

3.6 Forschungsfragen

3.7 Methodenkritik

4. Ergebnisse

4.1 Darstellung der Ergebnisse

4.2 Diskussion der dargestellten Ergebnisse

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Masterarbeit untersucht das Spannungsfeld von Hilfe und Kontrolle am Beispiel von Erstbesuchsdiensten (Willkommensbesuchen) in der Stadt Jena. Ziel der Arbeit ist es, die Wahrnehmung dieser Dienste durch die betroffenen Eltern im Erstkontakt zu analysieren, um ein tieferes Verständnis der adressatenseitigen Perspektive zu erlangen und mögliche Handlungsempfehlungen für die professionelle Praxis der Besuchsdienste abzuleiten.

  • Analyse des Doppelmandats von Hilfe und Kontrolle aus Adressatensicht.
  • Untersuchung der professionellen Beziehungsgestaltung zwischen Sozialpädagogen und Eltern.
  • Auswertung der Erfahrungen von Eltern mit Erstbesuchsdiensten in Jena mittels qualitativer Interviews.
  • Reflexion des professionellen Handelns in aufsuchenden Strukturen der Sozialen Arbeit.
  • Gegenüberstellung von theoretischem Fachwissen und praktischer Wahrnehmung durch die Adressaten.

Auszug aus dem Buch

1.1 Thematische Hinführung

Familie = Vater + Mutter + Kind? Diese Gleichung scheint mit Blick auf die unterschiedlichen Formen von Familie und Elternschaft nicht mehr aufzugehen. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich nicht nur die Institution Familie verändert, sondern auch der Umgang mit dieser. Sie ist der Ausgangspunkt für die Entwicklung der nachfolgenden Generationen und verantwortlich für deren Wertebildung. Sie macht die Kinder lebensfähig und legt den Grundstein für das künftige Leben. Familie wird zwar als „Kern der Gesellschaft“ und nach Rodenstock auch als „ihr kleinstes Element“ betrachtet und übernimmt verschiedene Funktionen wie Sozialisation und Unterstützung von Kindern und anderer schutzbedürftiger Personen. Doch durch den Wandel der Gesellschaft der letzten Jahrhunderte ist die Stabilität der Familie gesunken.

So brechen ehemals gelebte „klare und wertgebende Strukturen“ auseinander - sie gilt als bedroht. Die Zahl der Alleinerziehenden bzw. der nicht ehelichen Lebensgemeinschaften, in denen auch Kinder aufwachsen, haben nach Ott stark zugenommen, wohingegen die Anzahl der Kinder selbst abgenommen hat. Die Grundlage hierfür bilden gesellschaftliche Trends sowie die Arbeitsbedingungen einer globalisierten Weltwirtschaft. Die Institution Familie symbolisiert dabei „eine Insel der Sicherheit und Geborgenheit in einer unsicheren Welt“. Sie gilt von jeher als ein Ort der Fürsorge, der Versorgung und des Schutzes. In einer emotionalen Beziehung haben die verschiedenen Familienmitglieder unterschiedliche Funktionen. So ist die Frau durch die Schwangerschaft und das Stillen der Nachkommen über eine lange Zeit ihres Lebens eng mit den Kindern verbunden. Schließlich ist es Neugeborenen nicht möglich, sich selbst zu versorgen bzw. Entscheidungen über ihre Sozialisation und Bildung zu treffen, wodurch sie existenziell auf die Versorgung und Unterstützung ihrer Eltern angewiesen sind. Somit übernehmen Eltern eine sehr wichtige Aufgabe.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in den gesellschaftlichen Wandel der Familie ein, thematisiert das staatliche Wächteramt des Jugendamtes und begründet die Relevanz der Untersuchung von Erstbesuchsdiensten im Spannungsfeld von Hilfe und Kontrolle.

2. Forschungshintergrund: Dieses Kapitel beleuchtet theoretische Grundlagen der Adressatenforschung, die Interaktionsbeziehung zwischen Fachkräften und Klienten sowie das Doppelmandat von Hilfe und Kontrolle, ergänzt durch einen Überblick über bestehende Studien.

3. Forschungsdesign: Hier werden die methodischen Entscheidungen der Arbeit dargelegt, insbesondere der Einsatz narrativer Interviews und der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring zur Untersuchung der Elternperspektive in Jena.

4. Ergebnisse: Der Ergebnisteil präsentiert die durch Interviews gewonnenen Erkenntnisse zur Wahrnehmung des Erstbesuchsdienstes durch die Mütter, kategorisiert nach verschiedenen Aspekten wie Kontakt, Beziehung, Familienbild und der Bewertung von Hilfe und Kontrolle.

5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, wonach ein anfängliches Kontrollempfinden durch eine positive Beziehungsgestaltung in eine hilfreiche Wahrnehmung überführt werden kann, und gibt Empfehlungen für die zukünftige Praxis.

Schlüsselwörter

Erstbesuchsdienst, Frühe Hilfen, Doppelmandat, Hilfe, Kontrolle, Jugendamt, Adressatenforschung, Elternarbeit, Sozialpädagogik, Willkommensbesuche, Kindeswohl, Beziehungsgestaltung, qualitative Inhaltsanalyse, Familienbildung, soziale Netzwerke.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Wahrnehmung von Erstbesuchsdiensten durch Eltern, die kurz nach der Geburt ihres Kindes besucht werden, unter Berücksichtigung des professionellen Spannungsfeldes von Hilfe und Kontrolle.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind das Doppelmandat der Sozialen Arbeit, die Adressatenperspektive auf niedrigschwellige Angebote der Frühen Hilfen und die Dynamik von Vertrauen und Kontrolle in Erstkontaktsituationen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, wie Eltern den Erstkontakt durch den Erstbesuchsdienst der Stadt Jena erleben, ob sie diesen als Hilfsangebot wahrnehmen und welche Faktoren ihre Bewertung (positiv/negativ) beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es wurde ein qualitatives Forschungsdesign gewählt, das auf Interviews mit Müttern basiert, welche einen Erstbesuch erhalten haben. Die Auswertung der Daten erfolgte mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zur Adressatenforschung und zum Hilfe-Kontroll-Dilemma, eine Darstellung des aktuellen Forschungsstandes sowie eine methodische Beschreibung und die anschließende empirische Ergebnisdarstellung inklusive Diskussion.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere: Erstbesuchsdienst, Frühe Hilfen, Doppelmandat, Hilfe, Kontrolle, Adressatenforschung und professionelle Beziehungsgestaltung.

Wie gehen die Mütter mit dem Kontrollaspekt um, den sie dem Jugendamt zuschreiben?

Viele Mütter empfinden zu Beginn Angst oder Panik vor einer Kontrolle ("Kontrollbesuch"). Im Verlauf des Erstbesuchs wandelt sich dieses Empfinden häufig, da sie die Fachkraft als hilfsbereit und nicht als kontrollierend erleben, und sie betrachten den Aspekt der Kindessicherung anschließend als legitim.

Welche Rolle spielt der "Willkommensbrief" für die Wahrnehmung?

Der Brief wird von vielen als zu förmlich und einschüchternd wahrgenommen, da er als offizielles Schreiben des Jugendamtes direkt mit Überwachung assoziiert wird, was bei den Eltern bereits vor dem eigentlichen Besuch negative Erwartungen schüren kann.

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Details

Title
Das Doppelmandat von Hilfe und Kontrolle im Rahmen von Erstbesuchsdiensten
College
http://www.uni-jena.de/
Grade
1,0
Author
Franziska Preuß (Author)
Publication Year
2015
Pages
107
Catalog Number
V296234
ISBN (eBook)
9783656942313
ISBN (Book)
9783656942320
Language
German
Tags
doppelmandat hilfe kontrolle rahmen erstbesuchsdiensten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franziska Preuß (Author), 2015, Das Doppelmandat von Hilfe und Kontrolle im Rahmen von Erstbesuchsdiensten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/296234
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