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Das Affektspiegelungsmodell nach Peter Fonagy. Potentielle Folgen missglückter Affektspiegelung

Der Einfluss einer primären Bezugsperson eines Säuglings auf dessen pathologische Entwicklung

Titel: Das Affektspiegelungsmodell nach Peter Fonagy. Potentielle Folgen missglückter Affektspiegelung

Hausarbeit , 2013 , 14 Seiten , Note: 2

Autor:in: BA Silvia Kopper-Zisser (Autor:in)

Pädagogik - Pädagogische Psychologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ein be- und anerkanntes Konzept, das Mysterium der Affektspiegelung zu enthüllen, entwickelte die Forschungsgruppe um Peter Fonagy in Form des Konzeptes der Mentalisierung, das die Fähigkeit, das eigene Verhalten oder jenes Anderer durch Zuschreibung mentaler Zustände zu integrieren, beschreibt.
Voraussetzung für die Mentalisierung ist das Verständnis für die Natur des Mentalen, also das Wissen, dass die Realität im Geist nur repräsentiert wird. Die Fähigkeit zu mentalisieren wird in den ersten Lebensmonaten entwickelt. Dafür notwendig ist mindestens eine Bindungsbeziehung mit einer im sozialen Austausch befindlichen Hauptbezugsperson, wodurch das Kind lernt, Affekte zu unterscheiden, zu verstehen und zu kontrollieren.
Durch den Erwerb dieser Fähigkeit kann schlussendlich die Welt als Selbst und Welt erlebt werden. (vgl. Dornes 2004a, 175) Als Voraussetzungen diese Fähigkeit zu erwerben, sind also schon im frühkindlichen Stadium des Säuglings Bezugspersonen notwendig, die seine Affekte spiegeln. Diese Funktion wird zumeist und zu einem überwiegenden Teil von der Mutter übernommen, wodurch ihr eine wichtige Funktion in der psychischen Entwicklung des Säuglings zukommt.
Aus einer missglückten Affektspiegelung resultierende Folgen führen zur anschließenden Forschungsfrage: Wie beeinflussen missglückte mentalisierende Prozesse bezugnehmend auf das Affektspiegelungsmodell von Fonagy et al. (2002) in der Dyade einer weiblichen primären Bezugsperson und einem Säugling im ersten Lebensjahr die pathologische psychische Entwicklung jenes Säuglings?
Es ist anzunehmen, dass Persönlichkeitsstörungen wie die komorbiden dissozialen (APS) (Bateman et al. 2010, Bauers et al 2007) und BorderlinePersönlichkeitsstörungen (BPS) auf unzureichende Affektspiegelung zurückzuführen sind, worauf mehrere Spezialisten der Mentalisierung verweisen (vgl. Dornes 2004a, Brockmann et al. 2010; Köhler, 2004, Bateman et al, 2010).
Im Rahmen dieser Arbeit soll erschlossen werden, welche pathologischen Folgen eine missglückte Affektspiegelung nach sich zieht. Grundlage dazu wird das im Werk „Affektregulierung, Mentalisierung und die Entwicklung des Selbst“ vorgestellte soziale Biofeedbackmodell der mütterlichen Affektspiegelung Fonagys und seiner ForscherkollegInnen sein.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das soziale Biofeedbackmodell der mütterlichen Affektspiegelung

2.1. Das Konzept der Mentalisierung Fonagys et al.

2.1.1. Die Bindungstheorie nach J. Bowlby

2.1.2. Die Affektspiegelung nach G. Gergely

2.1.3. Der Kontingenzentdeckungsmechanismus

2.2. Die gelungene Affektspiegelung

2.3. Die misslungene Affektspiegelung

2.3.1. Deviante Stile der Affektspiegelung

2.3.2. Bekannte Folgen misslungener Affektspiegelung

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen missglückten Affektspiegelungsprozessen durch primäre Bezugspersonen im ersten Lebensjahr eines Säuglings und der nachfolgenden Entwicklung pathologischer psychischer Störungen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Auswirkungen dieser gestörten Interaktionsdyaden auf die psychische Gesundheit des Kindes.

  • Grundlagen des sozialen Biofeedbackmodells nach Fonagy et al.
  • Mechanismen der Mentalisierung und Affektregulierung.
  • Unterscheidung zwischen gelungener und misslungener Affektspiegelung.
  • Pathologische Folgen wie Borderline-Persönlichkeitsstörung und antisoziale Entwicklungen.
  • Therapeutische Ansätze zur Behandlung mentalisierungsbasierter Störungen.

Auszug aus dem Buch

2.3.1. Deviante Stile der Affektspiegelung

I. Fehlende Markierung kategorial kongruent, keine Markierung

Mütter mit diesem devianten Affektspiegelungsstil geben negative Affektäußerungen des Säuglings unmarkiert und daher real wieder. Durch die fehlende Markierung wird der Affekt nicht von der Mutter abgekoppelt. Deshalb wird er nicht als zum Kind gehörend erkannt und es wird keine Repräsentanz gebildet. Der Affekt des Säuglings wird als zur Mutter gehörend erlebt und nicht reguliert, sondern intensiviert, was zur Traumatisierung führen kann. (vgl. Fonagy et al. 2002, 200f., Dornes 2004) Kinder, die unter diesem Stil aufwachsen, sind meist unsicher-ambivalent (beeinträchtigte Affektregulierung) gebunden. (Dornes 2004, 214)

Da die Beschreibung dieses Affektregulierungsstils dem pathologischen Abwehrmechanismus der projektiven Identifizierung der Borderline-Persönlichkeitsstörung entspricht, liegt die Vermutung nahe, dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass sich bei fortgesetztem frühkindlichen Erleben dieses Stils die projektive Identifizierung als vorrangige Form des emotionalen Erlebens manifestiert. (vgl. Fonagy et al. 2002, 201)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Konzept der Mentalisierung und Darstellung der Forschungsfrage hinsichtlich der Auswirkungen misslungener Affektspiegelung.

2. Das soziale Biofeedbackmodell der mütterlichen Affektspiegelung: Theoretische Herleitung der Mentalisierungsfähigkeit, der Bindungstheorie und der zentralen Rolle der Affektspiegelung im frühen Entwicklungsstadium.

3. Fazit: Zusammenfassende Feststellung der essentiellen Bedeutung einer adäquaten Affektspiegelung für die gesunde psychische Entwicklung und die Vermeidung pathologischer Identitätsbildungen.

Schlüsselwörter

Affektspiegelung, Mentalisierung, soziale Biofeedbackmodell, Borderline-Persönlichkeitsstörung, Bindungstheorie, Säuglingsentwicklung, primäre Bezugsperson, psychische Gesundheit, Affektregulation, traumatische Erfahrungen, projektive Identifizierung, antisoziale Störung, Repräsentanz, Selbstbild, Psychoanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie die frühe Interaktion zwischen einer primären Bezugsperson und einem Säugling – spezifisch durch den Prozess der Affektspiegelung – die psychische Entwicklung des Kindes maßgeblich beeinflusst.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den Kerngebieten zählen die Theorie der Mentalisierung, die Bindungsforschung, das soziale Biofeedbackmodell nach Fonagy et al. sowie die daraus resultierenden Implikationen für die Entstehung von Persönlichkeitsstörungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu ergründen, wie missglückte mentalisierende Prozesse in der Mutter-Kind-Dyade zur Ausbildung pathologischer psychischer Störungen bei Kindern beitragen können.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine hermeneutische Arbeit, die auf der Auswertung relevanter psychoanalytischer und entwicklungspsychologischer Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Biofeedbackmodells, die Analyse gelungener sowie misslungener Spiegelungsprozesse, die Beschreibung devianter Stile und die Erörterung konkreter Störungsbilder und Behandlungsmöglichkeiten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Affektspiegelung, Mentalisierung, Borderline-Persönlichkeitsstörung, Bindungsstil und Affektregulation definiert.

Wie unterscheidet sich die gelungene von der misslungenen Affektspiegelung laut Autorin?

Bei der gelungenen Spiegelung erfährt das Kind durch Markierung der Affekte eine natürliche Form der Affektregulierung, während bei einer misslungenen Spiegelung traumatische Abwehrmechanismen und verzerrte Selbstbilder entstehen können.

Was genau bedeutet der "Kontingenzentdeckungsmechanismus"?

Dies ist ein Mechanismus, durch den der Säugling lernt, zeitliche Zusammenhänge zwischen seinem eigenen emotionalen Ausdruck und der Reaktion der Bezugsperson zu erkennen, was als Grundlage für die spätere Fähigkeit zur Selbstregulierung dient.

Welche Bedeutung kommt der "projektiven Identifizierung" bei der Borderline-Störung zu?

Sie wird als prototypische Abwehrform identifiziert, bei der das durch frühe Missbrauchserfahrungen traumatisierte Kind ein fremdes Selbst internalisiert und dieses später auf andere Personen projiziert.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Affektspiegelungsmodell nach Peter Fonagy. Potentielle Folgen missglückter Affektspiegelung
Untertitel
Der Einfluss einer primären Bezugsperson eines Säuglings auf dessen pathologische Entwicklung
Hochschule
Universität Wien  (Bildungswissenschaft)
Veranstaltung
Bildungswissenschaftliches Arbeiten in Theorie und Praxis – Spiegelung & Individuationsprozesse des Subjekts: (frühkindliche) Entwicklung in der Gegenwart eines Anderen
Note
2
Autor
BA Silvia Kopper-Zisser (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
14
Katalognummer
V296278
ISBN (eBook)
9783656949848
ISBN (Buch)
9783656949855
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Affektspiegelung frühkindliche Entwicklung Mentalisierung Persönlichkeitsstörungen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
BA Silvia Kopper-Zisser (Autor:in), 2013, Das Affektspiegelungsmodell nach Peter Fonagy. Potentielle Folgen missglückter Affektspiegelung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/296278
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Leseprobe aus  14  Seiten
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