Analyse der Sportartikelindustrie. Begriffsdefinition, Unternehmensanalyse und der Sportartikelmarkt


Akademische Arbeit, 2005

59 Seiten


Leseprobe

Inhalt

Abkürzungsverzeichnis

1 Begriffsdefinition der Sportartikelindustrie

2 Abgrenzung des Untersuchungssamples

3 Analyse der Unternehmen
3.1 Mitarbeiterentwicklung
3.2 Umsatzentwicklung
3.3 Kapitalstruktur
3.4 Beteiligungen
3.5 Produktgruppen

4 Sportartikelmarkt
4.1 Allgemeine Rahmenbedingungen
4.2 Marktumsatz
4.3 Branchentrends
4.4 Branchenstrukturanalyse
4.4.1 Bedrohung von Markteintritten
4.4.2 Angebotsmacht der Zulieferer
4.4.3 Nachfragemacht der Kunden
4.4.4 Bedrohung durch Substitution
4.4.5 Wettbewerbsintensität der Unternehmen
4.4.6 Zusammenfassende Übersicht der Branchenstruktur
4.5 Ausblick

Literaturverzeichnis (inklusive weiterführender Literatur)

Anhang

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In dieser Arbeit geht es um die Analyse der Sportartikelindustrie. Der Begriff der Sportartikelindustrie wird definiert, das Untersuchungssample wird abgegrenzt und es wird genauer auf den Sportartikelmarkt eingegangen.

1 Begriffsdefinition der Sportartikelindustrie

Die Abgrenzung des Sports aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten ist seit jeher mit gewissen Ungenauigkeiten verbunden, wobei der Grund dafür in der Verflochtenheit des Sports mit dem Alltagsleben liegt.[1] Die Verwendung von Sportausrüstung oder sportliches Geschehen sind mittlerweile fixer Bestandteil unseres Alltagslebens und diese Tatsache macht die Trennung von Sport und Nichtsport zum Teil recht schwierig. Ein wesentlicher Teil der Sportartikel erhält seine besondere Bedeutung erst durch die Zugrundelegung des Sportbegriffs sowie durch verschiedene Zusatzartikel und wäre, für sich betrachtet, eigentlich nicht oder nur sehr eingeschränkt verwendbar.[2]

Bei der Verteilung der sportbezogenen Umsätze haben die Sportartikel mit Abstand den größten Anteil.[3] Dabei gibt es jedoch eine Vielzahl von verschiedenen Definitionen und Abgrenzungen zum Begriff des Sportartikels. Laut Frühwirth fallen unter den Begriff der Sportausrüstung (=Sportartikel) gemäß der von ihm angewandten Systematik Turngeräte, Sportgeräte, Sportbekleidung, Sportschuhe und Zubehör. Für die Untersuchung der Sportartikelindustrie grenzt er jedoch den Begriff des Sportartikels auf die Bereiche einfache Sportgeräte (Ski, Tennisrackets, Windsurfbretter), Skischuhe und Zubehör ein.[4] Sportartikel können entsprechend ihrer Funktion als Produktarten definiert werden, welche einen Beitrag zur Erfüllung der Wesensmerkmale des Sportbegriffs liefern und zur Sportausübung dienen. Sportartikel bilden in diesem Sinne den Produktmarkt einer gesamten Branche, der Sportartikelindustrie.[5] In anderen Publikationen wird der Begriff des Sportartikels als Ausrüstung für Fischen, Golf, Gymnastik, Gewichtheben, Bowling, Billard, Skifahren, Tauchen, Surfen, Skaten, Tennis, Racquetball, Fußball und Hockey definiert.[6]

Die Sportartikelindustrie gilt grundsätzlich als sehr verschiedenartig mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Produkten und aus diesem Grund definieren viele nationale und internationale Fachverbände dieser Branche den Begriff der Sportartikel etwas weitläufiger.[7] Dabei werden neben den klassischen „Sportgeräten“ auch Schuhe, Bekleidung, Schusswaffen, Fitnessgeräte, Outdoor Ausrüstung, Fahrräder und der große Bereich des Zubehörs miteinbezogen. Diese etwas umfassendere Begriffsdefinition ist wohl auch deshalb zu bevorzugen, da diese Produkte in enger Beziehung zu den eigentlichen Sportgeräten stehen. Viele dieser Waren weisen ähnliche Produkteigenschaften und Produktionsprozesse wie Sportgeräte auf, sie werden unter der gleichen Marke vertrieben und werden auch häufig in denselben Einzelhandelsgeschäften verkauft.

Auch für den Industriebegriff findet man in der Literatur die verschiedensten Definitionen, wobei laut Seicht unter Industrie die gewerbliche Gewinnung, Bearbeitung oder Verarbeitung von Einsatzgütern zu Sachgütern zu verstehen ist.[8] Im Sinne einer institutionellen Gliederung ist daher die Industrie ganz klar von dem Bereich Handel zu trennen.

Für die vorliegende Arbeit zählen schließlich alle Unternehmen zur Sportartikelindustrie, die sich mit der Entwicklung, der Fertigung und dem Vertrieb von Sportartikeln beschäftigen. Die Definition für Sportartikel beinhaltet im Rahmen dieser Arbeit die Bereiche Sport- und Leichtathletikausrüstung, Bekleidung und Ausrüstung für Fischen, Jagen, Wandern, Golfen, Tennis-, Baseball- und Fußballspielen, Radfahren, Rollerbladen, Snowboarden, Skateboarden, Surfen, Skifahren, Hockeyspielen sowie Sportschuhe und Spielanlagen. Damit wird für die geplanten Untersuchungen eine relativ umfassende Begriffsdefinition herangezogen.[9]

Um eine genaue Abgrenzung der einzubeziehenden Erzeugnisse zu ermöglichen, wird in den folgenden beiden Abbildungen ein Überblick über die einzelnen Bereiche der Sportartikel gegeben. Bei der ersten Grafik (Abbildung 1) wurde die Einteilung gemäß des Standard Industrial Classification (SIC) Systems vorgenommen und bei der zweiten Grafik (Abbildung 2) diente das North American Industry Classification System (NAICS) als Basis.[10]

Abbildung 1: Einteilung Sportartikel gemäß SIC

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Einteilung Sportartikel gemäß NAICS

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Anhand dieser beiden Abbildungen sollte eine relativ exakte Abgrenzung der im Rahmen dieser Untersuchung unter dem Begriff des Sportartikels zusammengefassten Produkte möglich sein.[11]

2 Abgrenzung des Untersuchungssamples

Für die im Rahmen dieser Arbeit zu untersuchenden Unternehmen wurden folgende vier Kriterien bei der Abgrenzung herangezogen:

1. Das Unternehmen muss sich mit der Entwicklung, der Fertigung und dem Vertrieb von Sportartikeln beschäftigen.
2. Das Unternehmen muss für die Geschäftsjahre 2001 bis 2003 durchgehend an einer Börse gehandelt worden sein.
3. Das Unternehmen muss in den Geschäftsjahren 2001 bis 2003 im Durchschnitt mindestens 200 Mitarbeiter beschäftigt gehabt haben.
4. Das Unternehmen darf in den Geschäftsjahren 2001 bis 2003 nicht Gegenstand eines Konkurs- oder Ausgleichsverfahrens (z.B. Chapter 11) gewesen sein.

Unternehmen, welche nur den Handel von Sportartikeln als Unternehmensgegenstand aufweisen und nicht produzierend tätig sind, werden somit nicht im Untersuchungssample berücksichtigt. Der Handel im Freiverkehr (Over the Counter) oder Privatplazierungen erfüllen aufgrund der meist geringeren Informationspflichten das Kriterium der Börsenotierung nicht.

Bei der Abgrenzung des Untersuchungssamples wurde grundsätzlich eine weltweite Betrachtungsweise gewählt und auf diverse internationale Informationsdienste zurück-gegriffen.[12] Folgende 32 Unternehmen der Sportartikelindustrie werden im Rahmen dieser Arbeit untersucht:

Tabelle 1: Untersuchungssample

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Von den untersuchten Unternehmen haben also insgesamt 21 (66%) ihre Unternehmenszentrale in Nordamerika. 7 (22%) Unternehmen sind in Europa und 4 (13%) Unternehmen in Asien beheimatet.

Trotz sehr umfangreicher und genauer Recherchen zu Unternehmen in der Sportartikel-industrie kann der Verfasser die Vollständigkeit des Untersuchungssamples nicht garantieren. Unter Berücksichtigung der Zielsetzung dieser Arbeit sollte jedoch das definierte Untersu-chungssample zu einem ausreichend hohen Repräsentationsgrad von Unternehmen in der Sportartikelindustrie führen.

3 Analyse der Unternehmen

3.1 Mitarbeiterentwicklung

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter zum Ende des jeweiligen Wirtschaftsjahres 2003 betrug 3.666 Mitarbeiter pro Unternehmen. Vergleicht man dieses Untersuchungsergebnis mit dem Wert für das Wirtschaftsjahr 2001 von durchschnittlich 3.399 Mitarbeitern pro Unternehmen, so ergibt dies eine jährliche Zuwachsrate von 3,85% für den Untersuchungszeitraum. Angesichts der für diesen Zeitraum angespannten wirtschaftlichen Lage in den USA und in Europa und einer damit verbundenen steigenden Anzahl von Arbeitslosen ist diese positive Entwicklung der Beschäftigtenzahlen wohl beachtlich. Zu beachten ist jedoch, dass insgesamt 10 (31%) Unternehmen eine negative Mitarbeiterentwicklung im Untersuchungszeitraum aufweisen, wobei dabei auffällig ist, dass diese großteils kleinere Unternehmen mit weniger als 3.000 Mitarbeitern sind.

Gemessen an der Anzahl der Mitarbeiter zum Ende des Geschäftsjahres 2003 beschäftigt das kleinste Unternehmen gerade einmal 215 Mitarbeiter, während der Branchenriese Nike Inc. immerhin 23.300 Mitarbeiter auf der Gehaltsliste hat. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Entwicklung der Mitarbeiter für die Wirtschaftsjahre 2001 bis 2003.

Tabelle 2: Mitarbeiterentwicklung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.2 Umsatzentwicklung

Die Umsatzentwicklung zeigt ein noch positiveres Bild, da der Gesamtumsatz des Untersuchungssamples von 31.725 Mio. USD für das Wirtschaftsjahr 2001 auf 39.709 Mio. USD für das Wirtschaftsjahr 2003 anstieg. Dies bedeutet ein jährliches Umsatzwachstum von 11,9% für den Untersuchungszeitraum. Bei der Umsatzentwicklung gibt es lediglich 6 (19%) Unternehmen mit einer negativen Tendenz im Untersuchungszeitraum. Gemessen am durchschnittlichen Umsatz pro untersuchtes Unternehmen für das Wirtschaftsjahr 2003 von 1.165,2 Mio. USD liegen alle 6 Gesellschaften mit einer negativen Umsatzentwicklung unter dem Mittelwert.

Die positive Umsatzentwicklung des Untersuchungssamples ist jedoch nicht nur auf originäres Umsatzwachstum aus der laufenden Geschäftstätigkeit zurückzuführen. Von den insgesamt 32 untersuchten Unternehmen der Sportartikelindustrie geht aus den Geschäftsberichten hervor, dass mehr als die Hälfte der Unternehmen das hohe Umsatzwachstum auch aufgrund von Akquisitionen erzielt hat. Auch bei den Akquisitionen ist auffällig, dass vor allem große Gesellschaften in diesem Bereich aktiv waren, um so ihre Umsatzanteile und ihr Produktportfolio zu vergrößern.[13] Lediglich 2 (6%) Unternehmen haben Unternehmensanteile verkauft, um sich auf das jeweilige Kerngeschäft zu konzentrieren.[14]

Die folgende Tabelle enthält eine Aufstellung über die Umsatzentwicklung der untersuchten Unternehmen für die Wirtschaftsjahre 2001 bis 2003. Zusätzlich sind die Akquisitions-tätigkeiten der einzelnen Gesellschaften enthalten, wobei diesbezügliche Informationen großteils aus den Geschäftsberichten stammen und der Autor keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.

Tabelle 3: Umsatzentwicklung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Entwicklung des durchschnittlichen Pro-Kopf-Umsatzes ist in folgender Abbildung enthalten:

[...]


[1] Vgl. Spieser (1983), S. 63

[2] Vgl. Frühwirth (1988), S. 7

[3] Vgl. Krüger (1988), S. 58

[4] Vgl. Frühwirth (1988), S. 7

[5] Vgl. Frühwirth (1988), S. 8

[6] Vgl. o.V., A competitive assessment of the US. Sports equipment industry, US Department of Commerce, 1988, S. 1

[7] Vgl. o.V., A competitive assessment of the US. Sports equipment industry, US Department of Commerce, 1988, S. 2; Sporting Goods Manufacturers Association – International, www.sgma.com; Federation of European Sporting Goods Industry, www.fesi-sport.org

[8] Vgl. Seicht (2001), S. 7

[9] Vgl. dazu auch die Definition von Hoover’s (2004)

[10] Vgl. Hoover’s (2004)

[11] Im Anhang dieser Arbeit sind zusätzlich die Detailangaben zu den jeweiligen SIC Codes in der Originalfassung enthalten.

[12] z.B. Hoover’s Inc., EDM Publications, Sporting Goods Intelligence Inc.

[13] Vgl. dazu z.B. Nike, Inc.; adidas-Salomon AG; PUMA AG Rudolf Dassler Sport; Amer Group Plc

[14] Johnson Outdoors Inc,; Saucony Inc.

Ende der Leseprobe aus 59 Seiten

Details

Titel
Analyse der Sportartikelindustrie. Begriffsdefinition, Unternehmensanalyse und der Sportartikelmarkt
Autor
Jahr
2005
Seiten
59
Katalognummer
V296279
ISBN (eBook)
9783656940630
ISBN (Buch)
9783656940661
Dateigröße
622 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
analyse, sportartikelindustrie, begriffsdefinition, unternehmensanalyse, sportartikelmarkt
Arbeit zitieren
Dr. Klaus Seiringer (Autor), 2005, Analyse der Sportartikelindustrie. Begriffsdefinition, Unternehmensanalyse und der Sportartikelmarkt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/296279

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