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Anforderungen an internes und externes Rating für Kredite deutscher Banken aus ökonomischer und aufsichtlicher Perspektive

Title: Anforderungen an internes und externes Rating für Kredite deutscher Banken aus ökonomischer und aufsichtlicher Perspektive

Diploma Thesis , 2002 , 78 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Mark Oliver Pohl (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
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Summary Excerpt Details

Einleitung

1.1 Problemstellung

Nach dem neuen Basler Abkommen, das voraussichtlich Anfang 2005 in Kraft treten wird, soll die Bonität der Schuldner zukünftig die Grundlage für die Höhe der Eigenkapitalhinterlegung der Banken für Kredite bilden. Derzeit gelten noch die Regelungen vom ersten Basler Eigenkapitalakkord von 1988, nach dem die Banken Kredite an Unternehmen mit 8 % des Kreditvolumens durch Eigenkapital unterlegen müssen, ohne die Bonität des Schuldners dabei zu berücksichtigen.(1) Die Eigenkapitalvereinbarung von 1988 wird durch das zweite Basler Konsultationspapier abgelöst werden mit dem Ziel, eine den Risiken angepasstere Eigenkapitalhinterlegung zu schaffen, um die Sicherheit, Solidität und Effizienz des gesamten Finanzsystems zu erhöhen.(2) Dadurch entsteht eine neue Ausgangslage für die Risikobeurteilung der Kreditnehmer.
Der zunächst favorisierte Vorschlag vom Basler Ausschuss zur Bestimmung des Risikos von Krediten war die ausschließliche Verwendung externer Ratings.(3) Für die amerikanische Wirtschaft wäre dieser Vorschlag ohne größere Anpassungsprobleme relativ einfach und schnell zu realisieren, da dort ohnehin die meisten Unternehmen über ein externes Rating verfügen. Zudem spielt dort die Finanzierung über den Kapitalmarkt eine wesentlich größere Rolle.(4) Die deutschen Banken und Wirtschaftsinteressenverbände haben jedoch die Anerkennung von internen Ratingverfahren durch den Basler Ausschuss nach zähen Verhandlungen durchgesetzt. Durch die in Deutschland bestehende Ratinglücke wurden für die meisten deutschen Banken jahrelang erhebliche Wettbewerbsnachteile befürchtet, wenn die Feststellung der Kreditnehmerbonität ausschließlich durch externe Ratings erlaubt worden wäre.(5) Durch die Anerkennung der internen Ratingverfahren durch den Basler Ausschuss stellt dieser neben den Anforderungen an externes Rating entsprechend auch Anforderungen an internes Rating.
[...]
______
1 Vgl. Schmittmann, 2001, S. 38
2 Vgl. Basler Ausschuss für Bankenaufsicht, 2001b, S. 2
3 Vgl. Kirstein, 2000, S. 3
4 Vgl. Hübner, 1999, S. 131 ff.
5 Vgl. Sanio, 2001, S. 2

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Gang der Untersuchung

2 Erläuterung grundlegender Begriffe

2.1 Das Rating

2.1.1 Begriffsbestimmung des Rating

2.1.2 Abgrenzung des externen vom internen Rating

2.1.3 Methoden der Ratingerstellung

2.2 Banken und das Bankensystem in Deutschland

2.2.1 Definition der Bank

2.2.2 Das Bankensystem

2.3 Der Bankkredit

2.3.1 Einordnung des Bankkredits in Fremdfinanzierungsformen

2.3.2 Definition des Bankkredits

2.4 Lösungsansätze für Probleme aus Informationsasymmetrien

2.4.1 Unvollkommene Informationen als besondere Problematik in der Gläubiger-Schuldner-Beziehung

2.4.2 Agency-Theorie im Rahmen des neoinstitutionalistischen Ansatzes

2.5 Instrumentarien der Bankenaufsicht

3 Ziele und Anforderungen an das Rating aus ökonomischer Perspektive

3.1 Ziel und Anreizeffekte zur Durchführung eines Rating aus ökonomischer Perspektive verschiedener Interessengruppen

3.1.1 Aus Sicht der Banken

3.1.2 Aus Sicht der Kreditnehmer

3.1.3 Aus Sicht der Ratingagenturen

3.1.4 Aus Sicht der Bankenaufsicht

3.2 Anforderungen an Ratings aus ökonomischer Perspektive der verschiedenen Interessengruppen

3.3 Differenzierung der Anforderungen an externes und internes Rating

4 Ziele und Anforderungen an das Rating aus aufsichtlicher Perspektive

4.1 Ziele aus aufsichtlicher Perspektive

4.1.1 Allgemeine Ziele der Bankenaufsicht

4.1.2 Spezifische Ziele der Bankenaufsicht durch Ratings

4.2 Die Anforderungen an Ratings durch das Basler Konsultationspapier

4.2.1 Veränderungen der Anforderungen: Von Basel 1 zu Basel 2

4.2.2 Anforderungen an externes Rating durch das Standardverfahren

4.2.3 Anforderungen an die auf internen Ratings basierenden Ansätze

4.2.4 Zusätzliche Anforderungen für den „fortgeschrittenen“ IRB-Ansatz

4.3 Grundsätze ordnungsgemäßen Ratings

5 Abgleich von ökonomischen mit aufsichtlichen Anforderungen an Ratings

5.1 Gemeinsame Ziele und Zielkonflikte zwischen Aufsicht, Banken, Kreditnehmer und Ratingagenturen

5.2 Auswirkungen der spezifischen Zielsetzungen der Interessengruppen auf die Anforderungen an Ratings

5.3 Praktikabilität und Grenzen des externen und internen Ratings im Vergleich

6 Schlussbemerkung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die Anforderungen an interne und externe Ratings für Kredite deutscher Banken sowohl aus einer ökonomischen als auch aus einer aufsichtlichen Perspektive, um zu analysieren, ob regulatorische Richtlinien wie Basel 2 geeignet sind, Informationsasymmetrien zwischen Gläubigern und Schuldnern zu reduzieren und ökonomische Effizienzgewinne zu ermöglichen.

  • Analyse der Agency-Problematik in Gläubiger-Schuldner-Beziehungen.
  • Gegenüberstellung ökonomischer Ziele der Banken, Kreditnehmer und Ratingagenturen.
  • Untersuchung aufsichtlicher Anforderungen durch den Basler Ausschuss.
  • Abgleich ökonomischer und regulatorischer Ratinganforderungen sowie deren Zielkonflikte.
  • Bewertung der Praktikabilität und Grenzen interner versus externer Ratings.

Auszug aus dem Buch

2.1.2 Abgrenzung des externen vom internen Rating

Die Erstellung eines Rating erfolgt entweder durch eine unabhängige Ratingagentur oder durch eine Bank. Die Motive unterscheiden sich jedoch wesentlich. Eine Ratingagentur hat sich auf die Durchführung externer Ratings spezialisiert, zumeist für Darlehensnehmer der öffentlichen Hand und fremdfinanzierte Unternehmen. Die Agentur ist dabei nicht in den Prozess des Underwriting verwickelt und trägt somit nicht das Risiko eines Zahlungsausfalls. Das Ratingergebnis wird der Öffentlichkeit publik gemacht, wobei der Ratingprozess an sich verschlossen bleibt.

Die Bonitätsprüfung bei kleinen und mittelständischen Unternehmen erfolgt in Deutschland zumeist durch den Gläubiger selbst. Es handelt sich dabei um ein internes Rating der Banken. Interne Ratings messen das Risiko, welches die Banken als Kreditgeber eingehen. Die Informationen, die eine Bank durch die Erstellung eines internen Rating erhält, betrachtet sie als ihr Eigentum und werden in der Regel nicht veröffentlicht. Dem Kreditnehmer entstehen demnach keine direkten Kosten für die Beurteilung seiner Bonität. Der Aufwand für die Bereitstellung interner Ratingverfahren wird auf alle Kreditnehmer umgerechnet.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz des Rating-Systems im Kontext des neuen Basler Abkommens ein und definiert den Rahmen der Untersuchung zur Risikobeurteilung.

2 Erläuterung grundlegender Begriffe: In diesem Kapitel werden Rating-Definitionen, Bankstrukturen, die Agency-Theorie sowie die bankaufsichtlichen Grundlagen detailliert dargelegt.

3 Ziele und Anforderungen an das Rating aus ökonomischer Perspektive: Hier werden die ökonomischen Beweggründe und Erwartungen der beteiligten Akteure (Banken, Kreditnehmer, Agenturen) analysiert und deren Anforderungen an Rating-Instrumente abgeleitet.

4 Ziele und Anforderungen an das Rating aus aufsichtlicher Perspektive: Das Kapitel behandelt die aufsichtlichen Ziele der Bankenaufsicht und die spezifischen Anforderungen des Basler Konsultationspapiers, einschließlich des IRB-Ansatzes und der Grundsätze ordnungsgemäßer Ratings (GARP).

5 Abgleich von ökonomischen mit aufsichtlichen Anforderungen an Ratings: Diese Sektion führt die Analysen zusammen, arbeitet Zielkonflikte heraus und vergleicht die Praktikabilität von internen und externen Ratings.

6 Schlussbemerkung: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass kein allgemeiner Vorzug eines Verfahrens existiert, sondern die Entscheidung zwischen internen und externen Ratings eine einzelfallabhängige Abwägung erfordert.

Schlüsselwörter

Rating, Kreditrisiko, Basel 2, Bankenaufsicht, Agency-Theorie, Kreditfinanzierung, Informationsasymmetrien, Risikomanagement, Bonitätsbeurteilung, Interne Ratings, Externe Ratings, Banken, Kreditnehmer, Ratingagenturen, Eigenkapitalhinterlegung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit?

Die Arbeit analysiert die Anforderungen an Rating-Systeme im deutschen Bankensektor unter Berücksichtigung neuer aufsichtlicher Vorgaben (Basel 2) sowie ökonomischer Effizienzziele.

Welche Akteure stehen im Fokus der Untersuchung?

Die Arbeit betrachtet die Interessen und Anforderungen von vier Hauptgruppen: Banken, Kreditnehmern, Ratingagenturen und der Bankenaufsicht.

Was ist das zentrale Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Untersuchung, ob regulatorische Richtlinien an Ratings die Agency-Problematik verringern und ob sie mit den ökonomischen Anforderungen der beteiligten Interessengruppen harmonieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf einer umfassenden Literaturrecherche sowie dem methodischen Abgleich von ökonomischen und regulatorischen Anforderungen an Ratingsysteme basiert.

Was sind die Schwerpunkte des Hauptteils?

Im Hauptteil werden sowohl die ökonomischen Grundlagen (z.B. Agency-Theorie) als auch die aufsichtlichen Regulierungen (Basel-Kriterien, GARP) detailliert analysiert und anschließend in einem direkten Vergleich gegenübergestellt.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören das Kreditrisikomanagement, die Reduzierung von Informationsasymmetrien, Signaling, Screening und die Anreizkompatibilität von Ratingsystemen.

Wie bewertet der Autor die Rolle des deutschen Mittelstands?

Der Autor thematisiert die Sorgen des Mittelstands, durch die neuen Basel-2-Regelungen benachteiligt zu werden, da viele Unternehmen noch nicht über die nötigen Datenstrukturen für fortgeschrittene interne Ratings verfügen.

Kann man pauschal sagen, ob internes oder externes Rating überlegen ist?

Nein, der Autor kommt zum Schluss, dass eine pauschale Bewertung nicht möglich ist; die Entscheidung für ein Instrument hängt stark von der Unternehmensstrategie, der Größe und der individuellen Ausgangslage ab.

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Details

Title
Anforderungen an internes und externes Rating für Kredite deutscher Banken aus ökonomischer und aufsichtlicher Perspektive
College
University of Bamberg  (Fakultät Sozial- und Wirtschaftswissenschaften)
Grade
2,3
Author
Mark Oliver Pohl (Author)
Publication Year
2002
Pages
78
Catalog Number
V2962
ISBN (eBook)
9783638117791
Language
German
Tags
Rating
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mark Oliver Pohl (Author), 2002, Anforderungen an internes und externes Rating für Kredite deutscher Banken aus ökonomischer und aufsichtlicher Perspektive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2962
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