Die Frage der Postmoderne. Die Philosophische Ästhetik in der Postmodernen Kunst


Ausarbeitung, 2011
9 Seiten, Note: 1,5

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung:
1.1. Postmoderne als Epoche

2. Hauptteil:
2.1. Moderne und Postmoderne - Wie steht die Postmoderne zur Moderne?
2.2. Pluralismus in der Postmoderne
2.3. Woher nimmt die Kritik ihr Maß?
2.4. Postmoderne in der Philosophie
2.5. Postmoderne in der Kunst
2.6. Postmoderne in der Architektur - Konstruktivismus vs. Konstruktivismus
2.7. Feminismus und ihre Debatte

3. Fazit:
3.1. Die Frage der Postmoderne

Anhang:

Literaturverzeichnis

1. Einleitung:

1.1. Die Postmoderne als Epoche

Ende der 50er Jahre taucht der Begriff in der Postmoderne zum ersten Mal in der Literaturkritik auf. Er wird verwendet, um Tendenzen der Einebnung des Gegensatzes von hoher und niedriger Literatur zu kennzeichnen (z.B. Trivialliteratur und Tragödie). Hans Berstens nennt das Begriffsfeld der Postmoderne einen „terminologischen Irrgarten“1, weil es kaum Definitionen gibt, die konkret sind. Es wurden viele verschiedene Definitionsversuche gemacht, nur ein einziges gemeinsames Merkmal der Definitionsversuche lässt sich dabei festhalten, und zwar der Pluralismus. Einheit ist das Hauptmerkmal der Moderne, Vielheit das der Postmoderne, und darin liegt auch gleichzeitig der Unterschied. Einheit bedeutet hier eine einheitliche und Vielheit verschiedene Welterklärungen.2

Pluralismus in der Kunst bedeutet viele verschiedene Komponenten, die nicht unbedingt harmonisch zusammenpassen. Das postmoderne Werk zeichnet sich dadurch aus, dass Vielfalt grundlegend ist, und zwar nicht nur als Vielfalt verschiedener Werke innerhalb einer Biographie, sondern auch verschiedener Stilrichtungen, Erzählmomente und Ausdrucksweisen in einem Werk. Ein Beispiel wären unterschiedliche Handlungsstränge oder Stilrichtungen in einem Roman, so kann ein Kunstwerk ganz zerhackt und chaotisch wirken. Das postmoderne Kunstwerk ist in seiner Produktion mehrdeutig und nicht mehr eindeutig, so kann ein Kunstwerk mehrere Aussagen haben, die sich widersprechen. Dies Kennzeichnet das Neue an der Postmoderne.3

2. Hauptteil:

2.1. Moderne und Postmoderne: Wie steht die Postmoderne zur Moderne?

Die Moderne steht im engen Zusammenhang mit Projekten der Totalisierung. Mit dem Begriff Totalität fassen Philosophen die „Allheit des Vielen in Einem“ auf. Totalität ist hier im Sinne von Einheit zu verstehen. Alles ergibt zusammen einen gemeinsamen absoluten Sinn. Die Moderne steht auch in einem engen Zusammenhang mit dem Begriff der Totalität einer richtigen Weltanschauung. Gegen diese Ansicht richtet sich einer von vielen Kritikpunkten der Postmoderne.

2.2. Pluralismus in der Postmoderne

Für die Postmoderne gibt es keine einheitlichen Definitionen. Der Grund dafür liegt in der Mehrdeutigkeit, durch welche die Postmoderne gekennzeichnet ist. Ein und derselbe Gegenstand lässt mehrere in sich kohärente, also zusammenhängende Definitionen zu, aber die einzelnen Definitionen können sich widersprechen. Keine dieser Definitionen könnte die anderen verdrängen, alle stehen gleichmöglich und gleichwertig nebeneinander. Man kann sich zwar nicht beliebig für die eine oder andere entscheiden, aber keine kann mehr Gültigkeit beanspruchen als die andere.4

Wenn eine eindeutige Definition fehlt, muss man eine Vielzahl von Merkmalen nehmen. Der Grund dafür ist eine Eigenschaft der postmodernen Kultur selbst, nämlich ihre Offenheit und Anerkennung der Mehrdeutigkeit in ihrer Vielheit. Alle Ansichten und Meinungen verlangen einen universalen Anspruch auf Gültigkeit, so dass alle akzeptiert werden müssen. Das ist ein Gegensatz zur totalitären Ideologie, der alle festen Anhaltspunkte für das Wahre/Falsche, das Gerechte/Ungerechte und das Schöne/Hässliche zum Verschwinden bringt. Pluralismus besagt, dass die verschiedenen Vorstellungen und Ansichten, Überzeugungen, Weltsichten gleichberechtigt sind und nebeneinander existieren können.5

Der Hauptvertreter der Philosophie der Moderne ist Hegel. Er vertritt die Auffassung, dass es in der Weltgeschichte einen Fortschritt im Bewusstsein der Freiheit gibt, an deren Ende die Verwirklichung einer sittlichen Totalität steht. Die Weltgeschichte entwickelt sich in eine bestimmte Richtung, am Ende steht die Verwirklichung der sinnvollen und sittlichen Einheit der Totalität. Die Welt wird demnach immer sittlicher.6

Auch die Kritik an dieser Geschichtsphilosophie gehört noch zur Moderne. Sie steht für die Auffassung; dass es keine Tendenz zum Besseren, sondern eine des Niedergangs gibt, die einen universalen Verblendungszusammenhang herstellt. Das ist die gegensätzliche Auffassung zu Hegel. Demnach irren sich alle und gehen gemeinsam in den Untergang, was ja auch wieder eine Vereinheitlichung oder Totalität ist.

In der Postmoderne werden alle Vereinheitlichungstendenzen aufgegeben. Es gibt viele Unstimmigkeiten, das wird aber nicht pessimistisch gesehen, sondern man erlebt eine „radikale Pluralität“, und somit wird jede Verschiedenheit akzeptiert. Es gibt zum Beispiel keine universale Metasprache mehr, die von allen gesprochen und verstanden wird. Dafür gibt es verschiedene Sprachspiele, also sprachliche Äußerungen in einem komplexen System (Sprachstile wie z.B. Philosophie oder Fachsprache, Slang etc.).7

2.3. Woher nimmt die Kritik ihr Maß?

In bezug auf die Kritik hat die Moderne den Hegelschen Maßstab übernommen. Hegel sagt dazu: „die Kritik müsse einen Maßstab erfordern, der von dem Beurteilenden ebenso wie von dem Beurteilten unabhängig sei“.8 Kritik braucht einen absoluten Maßstab und ist somit totalitär. Dieser Maßstab ist die Bedingung und Vorrausetzung aller Kritik in Kunst und Philosophie. Die Abwesenheit dieses Maßstabes führt dazu, dass Kritik subjektiv und rechthaberisch ist und ihr Anspruch als einseitiger Machtanspruch erscheint. Die philosophische Kritik, die die Idee der Philosophie voraussetzt, die also über einen Maßstab verfügt, kann Eigenmächtigkeit und Willkür überwinden, kann allgemeine Gültigkeit beanspruchen und zur Selbstanschauung in einem objektiven Ganzen führen.

Die postmoderne Philosophie hat den Glauben an diesen Maßstab endgültig aufgegeben und kritisiert ihn. Wenn der allgemein gültige Maßstab aufgegeben wird, wird eine Kritik sehr schwierig, weil sie wenig hat, woran sie sich richten kann. Sie kann sich nur an relative Sachverhalte halten (z. B. ein Werk orientiert sich zu sehr an einer Meinung) oder die Unterschiede einzelner Werke kommentieren (z. B. in dem einen Bild kommt mehr grüne Farbe vor, in dem anderen mehr blaue).9

2.4. Die Postmoderne in der Philosophie

In der Philosophie wurde der Begriff erst 1979 durch den französischen Philosophen Jean- Francois Lyotard anerkannt. Seine Thematik ist der „Zerfall der Einheit“ und „Entfaltung der Vielheit“. Die Moderne wollte das Wissen mit Hilfe von „großen Erzählungen“ legitimieren und zu einer „Einheit“ zusammenfügen.10

[...]


1 Friesen, Die Frage der Postmoderne, S. 7.

2 Vgl. Hilligen, Postmoderne, S. 649f.

3 Vgl. Friesen, Die Frage der Postmoderne, S. 7f.

4 Vgl. ebd., S. 9f.

5 Vgl. ebd.

6 Vgl. ebd., S. 8.

7 Vgl. ebd.

8 Ebd., S. 10.

9 Vgl. ebd.

10 Vgl. Hilligen, Postmoderne, S. 649f.

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Die Frage der Postmoderne. Die Philosophische Ästhetik in der Postmodernen Kunst
Hochschule
Universität Vechta; früher Hochschule Vechta  (Institut für Philosophie)
Veranstaltung
PH-4.2 Kulturphilosophie
Note
1,5
Autor
Jahr
2011
Seiten
9
Katalognummer
V296308
ISBN (eBook)
9783656949985
ISBN (Buch)
9783656949992
Dateigröße
408 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
frage, postmoderne, philosophische, ästhetik, postmodernen, kunst
Arbeit zitieren
Laura Endrizzi (Autor), 2011, Die Frage der Postmoderne. Die Philosophische Ästhetik in der Postmodernen Kunst, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/296308

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