Die Weiße Rose. Mitglieder, Motivation, Prozesse und Gedenken an eine Widerstandsbewegung


Bachelorarbeit, 2012
63 Seiten, Note: 1,3
Lena Lindemann (Autor)

Leseprobe

Gliederung

1 Einleitung

2 Die Mitglieder der Weißen Rose
2.1 Hans Fritz Scholl
2.2 Sophia Magdalena Scholl
2.3 Alexander Schmorell
2.4 Wilhelm Graf
2.5 Christoph Hermann Probst
2.6 Kurt Huber

3 Motivation zum Widerstand: Aktionen und Flugblätter
3.1 Motivation zum Widerstand
3.2 Die ersten vier Flugblätter
3.3 Das fünfte Flugblatt
3.4 Das sechste Flugblatt und die Freiheitsparolen

4 Verfolgung, Verhaftung, Verhöre und Verurteilung: Die Prozesse
4.1 Verfolgung der Weißen Rose
4.2 Der 18. Februar 1943
4.3 Verhöre, Prozesse und Urteile

5 Erinnerung und Gedenken
5.1 Gedenken an der Ludwig-Maximilians-Universität München
5.2 Die Weiße Rose Stiftung e. V.
5.3 Der Geschwister-Scholl-Preis

6 Resümee

7 Anhang
7.1 Flugblatt I
7.2 Flugblatt II
7.3 Flugblatt III
7.4 Flugblatt IV
7.5 Flugblatt V
7.6 Flugblatt VI

8 Quellen- und Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die Weiße Rose war der Name einer christlich und politisch motivierten studentischen Widerstandsgruppe in München während der Zeit des Nationalsozialismus, die sich der totalen Vereinnahmung durch das nationalsozialistische Regime unter Hitler entziehen und ihre geistige Unabhängigkeit und ihre Freiheit bewahren wollte. Die Gruppe gründete sich im Juni 1942 und bestand bis zum Februar 1943. Sie stellte im Bereich der Jugendopposition eine Ausnahme dar und unterschied sich von anderen eher unpolitischen Jugendgruppen wie den „Edelweißpiraten“ oder der „Swingjugend“.1 In den Jahren 1942/43 verfasste, druckte und verbreitete die Münchner Gruppe insgesamt sechs Flugblätter gegen das nationalsozialistische Regime unter Hitler und forderte die Bevölkerung in diesen zum passiven Widerstand gegen den Nationalsozialismus auf. Die Mitglieder der Widerstandsbewegung waren die beiden Geschwister Hans und Sophie Scholl sowie deren Kommilitonen Christoph Probst, Willi Graf und Alexander Schmorell, außerdem gehörte der Universitätsprofessor Kurt Huber der Gruppe an und beeinflusste diese. Weitere Studenten, Schüler, Lehrer, Professoren, Ärzte, Schriftsteller und Buchhändler standen ebenfalls in Verbindung mit der Weißen Rose. In allen diesen Fällen bestand allerdings jedoch eher ein loser Kontakt zu den Mitgliedern der Gruppe.2

Der Name der von Hans Scholl und Alexander Schmorell gegründeten Widerstandgruppe „Die Weiße Rose“, der jeweils auch auf den ersten vier Flugblättern zu lesen war, kam laut Äußerungen Hans Scholls in einem Vernehmungsprotokoll der Gestapo wie folgt zustande: „Zurückkommend auf meine Schrift „Die Weiße Rose“ möchte ich auf Befragen, warum ich diesem Flugblatt gerade diese Überschrift gegeben habe, folgendes erklären: Der Name „Die Weiße Rose“ ist willkürlich gewählt. Ich ging von der Vorraussetzung aus, daß in einer schlagkräftigen Propaganda gewisse feste Begriffe da sein müssen, die an und für sich nichts besagen, einen guten Klang haben, hinter denen aber ein Programm steht. Es kann sein, daß ich gefühlsmäßig diesen Namen gewählt habe, weil ich damals unmittelbar unter dem Eindruck der spanischen Romanzen von Brentano „Die Rosa Blanca“ gestanden habe. Zu der „Weißen Rose“ der englischen Geschichte bestehen keine Beziehungen. Daß früher einmal eine Mädchenorganisation unter diesem Namen bestanden hat, wußte ich gar nicht.“3

Mit einer relativ kleinen Auflage von je 100 Exemplaren wurden die ersten vier Flugblätter der Weißen Rose in einer ersten Aktionsphase Ende Juni/ Anfang Juli 1942 veröffentlicht. Zum ausgewählten Adressatenkreis zählten zu dieser Zeit lediglich Akademiker aus München und der näheren Umgebung. Das vorletzte fünfte Flugblatt der Gruppe hatte eine wesentlich größere Auflage von 6.000 bis 9.000 Exemplaren und erschien Ende Januar 1943. Es wurde nicht nur in Süddeutschland, sondern auch in Österreich verbreitet. Kurze Zeit später, im Februar 1943, entstand vor dem Hintergrund der verlorenen Schlacht um Stalingrad vom 2. Februar 1943 und das damit verbundene sinnlose Leiden und die Opfer des Krieges das sechste und letzte Flugblatt der Weißen Rose, das sich ganz gezielt an die Münchener Studenten richtete und diese dazu aufrief passiven Widerstand gegen das NS-Regime zu leisten. Sie forderten ihre Kommilitonen in diesem Flugblatt dazu auf, sich vom nationalsozialistischen System zu befreien und sich gegen dieses zur Wehr zu setzen. In diesen Zeitraum fallen ebenfalls die nächtlichen Aktionen der Gruppe, bei denen sie verschiedene öffentliche Gebäude in München mit Aufrufen und Parolen wie „Nieder mit Hitler“, „Hitler Massenmörder“ und „Freiheit“ beschrifteten.4 Am 18. Februar 1943 wurden Hans und Sophie Scholl bei der Verteilung ihrer Flugblätter in der Münchener Universität vom Hausschlosser der Hochschule Jakob Schmid beobachtet und daraufhin schließlich von der Gestapo verhaftet. Vier Tage später wurden sie am 22. Februar zusammen mit Christoph Probst vom Volksgerichtshof (VGH) unter dem vorsitzenden Richter Roland Freisler erst zum Tode verurteilt und später noch am selben Tag durch das Fallbeil hingerichtet. Die nationalsozialistischen Machthaber bewerteten ihren vorwiegend ethisch begründeten Appell an das Gewissen als politisches Schwerverbrechen. Am 19. April 1943 wurden Willi Graf, Alexander Schmorell und Kurt Huber, zwei Monate nach den Geschwistern Scholl und Christoph Probst, in einem weiteren Prozess unter dem vorsitzenden Richter Roland Freisler ebenfalls zum Tode verurteilt und anschließend auch hingerichtet. Noch bis Mitte Oktober 1944 fanden weitere Prozesse statt, bei denen weitere Sympathisanten aus dem Umfeld der Weißen Rose verurteilt wurden.5

Zu der Geschichte und dem Hintergrund der studentischen Widerstandsgruppe Weiße Rose sind unzählige Bücher und Artikel geschrieben und publiziert worden. Jedoch ist es hierbei sehr auffällig, dass vor allem zumeist die Geschwister Scholl im Fokus stehen und mit der Weißen Rose verbunden werden, wobei auch über kein anderes Gruppenmitglied so viel recherchiert, berichtet und veröffentlicht wurde wie über Sophie Scholl. Sie war klug, lebenslustig, vielseitig talentiert und trat wie ihre anderen Mitstreiter auch nicht nur sehr beherzt und vollkommen kompromisslos für ihre persönlichen und politischen Überzeugungen ein, sondern machte sie in den Flugblättern der Weißen Rose auch noch für die breite Öffentlichkeit unter einem hohen persönlichen Risiko publik, um die Bevölkerung zum passiven Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime unter Hitler aufzurufen. Obwohl dies nicht nur für sie galt, sondern ebenso auch für ihre Mitstreiter, wird Sophie Scholl als einziger Frau im engsten Kreis der Weißen Rose ein besonderes Interesse entgegengebracht.6 Diese Ausarbeitung wird sich nicht nur mit der Geschichte der Weißen Rose und ihren Hauptakteuren, sowie mit ihren Motiven, Aktionen und ihren Zielsetzungen beschäftigen, sondern auch mit dem Gedenken an ihren Widerstand und die Erinnerung an ihre Mitglieder von damals bis hin zur heutigen Zeit.

2 Die Mitglieder der Weißen Rose

Im Folgenden Abschnitt sollen die sechs Hauptakteure der Weißen Rose, die Geschwister Hans und Sophie Scholl, Willi Graf, Christoph Probst, Hochschulprofessor Kurt Huber und Alexander Schmorell, kurz biographisch dargestellt werden. Hierbei zeigt sich, dass einige zunächst begeistert in Organisationen des NS-Staates tätig waren und andere bis zu ihrer Hinrichtung ein nicht ganz widerspruchsfreies Verhältnis zur antisemitischen Ideologie und auch zum nationalsozialistischen Regime unter Hitler hatten. So waren ihre Wege in den Widerstand sicher nicht von vornherein vorgezeichnet gewesen und doch setzten sie sich letztlich alle für die Freiheit und die geistige Unabhängigkeit ein und stellten sich somit gegen das nationalsozialistische Regime und Hitler.7 „Die Männer des engeren Zirkels der „Weißen Rose“ in der Studentenkompanie hatten den gleichen Weg von der HJ oder einem Jugendbund bis zur Wehrmacht hinter sich. Im sechsten Flugblatt heißt es, die HJ habe ihre „fruchtbarsten Bildungsjahre“ zu „uniformieren“ und zu „narkotisieren“ versucht. Dabei sammelten sie erste Erfahrungen mit der „rücksichtslosen Knebelung jeder freien Meinungsäußerung“ durch das NS-Regime, das ihren persönlichen Werdegang steuerte. Umso klarer stellten sie sich auf eigene Füße und artikulierten ihren Protest.“8

2.1 Hans Fritz Scholl

Hans Fritz Scholl wurde am 22. September 1918 geboren. Er wuchs mit vier weiteren Geschwistern in einem liberal gesinnten Elternhaus auf und wurde in seiner Jugendzeit stark von der bündischen Jugend beeinflusst. Vor allem Scholls Vater Robert Scholl war dem Nationalsozialismus von Anfang kritisch und eher ablehnend gegenüber eingestellt. Jedoch beeinflusste er trotz dessen, zumindest bis zum Jahre 1938, seine Kinder in keiner Weise bezüglich seiner eigenen politischen Gesinnung. Im Gegenteil war es vielmehr so, dass seine Kinder das nationalsozialistische Regime und vor allem Hitler als Retter Deutschlands ansahen. So war es klar, dass es zwischen den Ansichten Hans’ und seines eher oppositionell eingestellten Vaters diesbezüglich gewisse Divergenzen gab, was letztlich auch im Allgemeinen zu einem angespannten Verhältnis zwischen Eltern und Kindern führte.9 Schon früh, bereits im März 1933, trat Scholl in die Hitlerjugend (HJ) ein und lernte dort mit der Zeit auch die Formen der bündischen Jugend kennen. Seit 1936 führte er in Ulm eine Gruppe an, die sich mit den Lebensformen der „deutschen Jungenschaft vom 1.11.1929“ (dj. 1.11.) beschäftigte und sich an ihnen orientierte. Allerdings war diese Jungenschaft von den Nationalsozialisten verboten worden, sodass Scholl Ende 1937 von der Gestapo aufgrund „bündischer Umtriebe“ verhaftet wurde, woraufhin er sich aufgrund dessen letztlich auch für zwei Wochen in Haft befand. Im Jahre 1939 schließlich nahm Scholl nach seinem siebenmonatigen Arbeits- und Wehrdienst, den er gleich nach seinem Abitur ableisten musste, zum Sommersemester sein Medizinstudium an der Münchener Universität auf. Im Mai 1940 wurde Scholl als Sanitäter an der französischen Westfront eingesetzt.10 „Den Frankreichfeldzug machte Scholl beim Feldlazarett 615 mit. Die Kriegserfahrungen hinterließen tiefe Spuren in seiner Seele; der Umgang der Besatzer mit den Einheimischen und den Kriegsgefangenen irritierte ihn stark; er suchte persönlichen Kontakt zu den Franzosen. (Dieses Interaktionsmuster sollte später in Rußland noch wichtiger werden.)“11 Im Oktober 1940 konnte Scholl sein Studium schließlich fortsetzen. Zwischen Herbst 1941 und Sommer 1942 hatte Scholl engen Kontakt zu dem katholischen Publizisten Carl Muth. Muth war der Herausgeber des Magazins „Hochland“, das zu den bedeutendsten intellektuellen katholischen Zeitschriften in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zählte. Die Bekanntschaft mit Muth stellte eine entscheidende Zäsur in der Biographie Scholls dar, denn bis zur Begegnung mit Muth spielte der christliche Glaube für Scholl keine Rolle, so gesehen war Muth in diesem Punkt wie ein Mentor für Scholl. Zurückzuführen ist Scholls nun aufgekommenes Interesse am Christentum auf seiner Suche nach einem geschlossenen Weltbild.12 „Das Leid, das überwunden werden sollte, damit im Danach das Gute durchbrechen konnte, war ihm ein sich seit seinem Prozess durchziehender Gedanke.“13 Mit der Zeit lösten sich für Scholl die Sinnfragen. In den Wochen und Monaten der Hinwendung zum christlichen Glauben erkannte Scholl darin den für sich einzig wahren Weg. Es war ein Kampf um die Wahrheit, um das Gute, wobei das Ziel die christliche Wahrheit war. Hierbei wird der Einfluss Muths auf Scholl sehr deutlich und unverkennbar.14 Bevor Scholl zusammen mit Alexander Schmorell und Willi Graf von Juli 1942 bis Ende Oktober 1942 zu einer Frontfamulatur in die Sowjetunion an die Ostfront abkommandiert wurde, verfasste und verbreitete er in den beiden Monaten Juni und Juli des Jahres 1942 zusammen mit Alexander Schmorell die ersten vier Flugblätter der Weißen Rose. Anfang November des Jahres 1942 kehrten Scholl, Schmorell und Graf von ihrem Einsatz an der Ostfront in Russland tief beeindruckt vom Land und ihren Menschen, aber auch vom Leid, dem Grauen und den Opfern des Krieges nach München zurück, wo sie ab diesem Zeitpunkt Kontakte zu anderen gleichgesinnten Regimegegnern herstellten.15 Die durch den Halbrussen Alexander Schmorell entstandene besondere Beziehung zu der russischen Bevölkerung und die Schönheit des Landes beschrieb Hans Scholl in einem Brief an seine Eltern vom 3. Oktober 1942 wie folgt: „Ich wundere mich täglich aufs neue über die Schönheit Rußlands. Ich glaube, daß mich oft eine große Sehnsucht ergreifen wird, wenn ich erst wieder in Deutschland bin.“16 Das vorletzte fünfte Flugblatt der Gruppe vervielfältigte und verbreitete Hans Scholl zusammen mit seiner Schwester Sophie, Alexander Schmorell und Willi Graf. Nach der Niederlage an der Ostfront in Stalingrad am 2. Februar 1943 entstand nach einem Entwurf von Kurt Huber das sechste und letzte Flugblatt der Gruppe. Dieses verteilte Scholl zusammen mit seiner Schwester Sophie am 18. Februar 1943 in der Münchener Universität. Dabei wurden sie von dem Hausschlosser der Universität Jakob Schmid beobachtet und daraufhin schließlich von der Gestapo verhaftet. Vier Tage später wurde Hans Scholl wie seine Schwester Sophie vom Volksgerichtshof (VGH) unter dem vorsitzenden Richter Roland Freisler zum Tode verurteilt und noch am selben Tag im Strafgefängnis München-Stadelheim durch das Fallbeil hingerichtet.17

2.2 Sophia Magdalena Scholl

Sophia Magdalena Scholl, genannt Sophie Scholl, wurde am 9. Mai 1921 geboren. Sie wuchs im gleichen Elternhaus wie ihr Bruder Hans Scholl mit noch drei weiteren Geschwistern auf. Ihr Werdegang innerhalb des Bundes Deutscher Mädel (BDM) ist mit dem ihres Bruders Hans im Jungvolk vergleichbar. Als Dreizehnjährige trat sie im Januar des Jahres 1934 der Jungmädelschaft bei, die die kleinste Einheit der Jungmädel darstellte. Zu dieser Zeit war Sophie Scholl überaus enthusiastisch und mit Einsatz dabei, sodass sie zwischen den Jahren 1935 bis 1938 innerhalb der Organisation auch führend tätig war. Als Sophie im Jahre 1937 im Bund Deutscher Mädel (BDM) erstmals in Konflikte verstrickt war und sie aufgrund des bündischen Engagements ihres Bruders Hans Scholl zu diesem Sachverhalt von der Gestapo vernommen wurde, zeichneten sich bei ihr erstmals leichte Tendenzen von einer Distanzierung vom nationalsozialistischen Regime unter Hitler ab.18 Sophie Scholl äußerte sich in ihrem Vernehmungsprotokoll der Gestapo dazu wie folgt: „In diesem Zusammenhang gebe ich ganz ehrlich zu, daß ich in den letzten 2 Jahren meiner Zugehörigkeit zum BDM mit dem Herzen nicht mehr bei der Sache war. Die erste Abneigung gegen den BDM war darauf zurückzuführen, daß ich den Dienst langweilig und vom pädagogischen Standpunkt aus unrichtig fand.“19 Für das Jahr 1938 lässt sich bei Sophie Scholl dann jedoch der endgültige Bruch mit dem nationalsozialistischen System unter Hitler erkennen. Alle ihre Geschwister waren wegen Aktivitäten in der „bündischen Jugend“ von der Gestapo zu dieser Zeit für einige Wochen in Haft genommen worden, wo sie unter der polizeilichen Willkür litten und die Ohnmacht gegenüber der staatlichen Macht zu spüren bekamen.20 In ihrem Vernehmungsprotokoll gab Sophie Scholl dazu gegenüber der Gestapo an: „Die Gründe meiner weltanschaulichen Entfremdung vom BDM und damit der NSDAP, etwa im Jahre 1938, liegen in erster Linie darin begründet, daß meine Schwester Inge, meine Brüder Hans und Werner im Herbst 1938, wegen sogen. Bündiger Umtriebe von Beamten der Geheimen Staatspolizei verhaftet und einige Tage bezw. Wochen in Haft behalten wurden. Ich bin heute noch der Auffassung, daß das Vorgehen gegen uns sowohl als auch anderer Kinder aus Ulm vollkommen ungerechtfertigt war. Mein Bruder Werner gehörte etwa in den Jahren 1932/33, er war damals 10 – 12 Jahre alt, der bündischen Jugend an, was wohl der Grund war für das spätere Vorgehen gegen uns.“21 Hier ist klar zu erkennen, dass Sophie Scholl die Verhaftungen ihrer Geschwister als äußerst ungerecht empfand und sie den nationalsozialistischen Staat unter Hitler ab diesem Zeitpunkt als einen willkürlich handelnden Unrechtsstaat ansah. Doch Sophie Scholls „weltanschauliche Entfremdung“ hing nicht ausschließlich mit den Verhaftungen ihrer Geschwister zusammen, sondern auch mit dem Einfluss, den ihr regimekritischer und eher oppositionell eingestellter Vater Robert Scholl auf sie hatte, indem er versuchte auf die Kinder politisch einzuwirken.22 So heißt es in dem Gestapo-Vernehmungsprotokoll Sophies weiter: „Als weiteren und schließlich als hauptsächlichsten Grund für meine Abneigung gegen die Bewegung möchte ich anführen, daß nach meiner Auffassung die geistige Freiheit des Menschen in einer Weise eingeschränkt wird, die meinem inneren Wesen widerspricht. Zusammenfassend möchte ich die Erklärung abgeben, daß ich für meine Person mit dem Nationalsozialismus nichts zu tun haben will.“23

Nachdem Sophie im März 1940 ihr Abitur absolviert hatte, machte sie eine Ausbildung zur Kindergärtnerin und begann nach ihrem Arbeits- und Kriegshilfsdienst im Mai 1942 an der Münchener Universität mit dem Studium der Biologie und Philosophie, bevor sie im August und September 1942 jedoch nochmals als Kriegshilfsdienst in einem Rüstungsbetrieb in Ulm arbeiten musste. Inwieweit Sophie im Sommer 1942 bereits an den Flugblatt-Aktionen ihres Bruders Hans Scholl und seines Freundes Alexander Schmorell beteiligt war, ist heute dagegen ungewiss. Bei der Herstellung und Verteilung des vorletzten fünften Flugblattes im Januar 1943 war Sophie aktiv beteiligt, sowie an der Verbreitung des letzten sechsten Flugblattes, das von Kurt Huber mitverfasst worden war. Dieses legte sie am 18. Februar 1943 zusammen mit ihrem Bruder Hans Scholl in den Gängen und Fluren der Münchener Universität aus. Dabei wurden sie jedoch von dem Hausschlosser der Universität Jakob Schmid beobachtet und daraufhin schließlich von der Gestapo verhaftet.24 Sophie Scholl konnte in den Verhören den Gestapo-Beamten Robert Mohr zunächst noch von ihrer Unschuld überzeugen, als die Beweislast jedoch zu erdrückend für sie wurde, gestand sie ihre Mitarbeit ein und versuchte daraufhin auch sich und ihren Bruder Hans Scholl als Hauptakteure der Gruppe darzustellen.25 In Sophie Scholls Vernehmungsprotokoll heißt es bezüglich ihres Widerstandes: „Ich bin nach wie vor der Meinung, das Beste getan zu haben, was ich gerade jetzt für mein Volk tun konnte. Ich bereue deshalb meine Handlungsweise nicht und will die Folgen, die aus meiner Handlungsweise erwachsen, auf mich nehmen.“26 Sophie Scholl wurde wie ihr Bruder Hans Scholl vier Tage nach ihrer Verhaftung vom Volksgerichtshof (VGH) unter dem vorsitzenden Richter Roland Freisler am 22. Februar 1943 zum Tode verurteilt und noch am selben Tag im Strafgefängnis in München-Stadelheim durch das Fallbeil hingerichtet.27

2.3 Alexander Schmorell

Alexander Schmorell wurde am 19. September 1917 geboren. Er entstammte einer deutsch-russischen Familie, die jedoch schon seit dem Jahre 1921 in München lebte. Schmorells russische Herkunft stellte einen zentralen Aspekt für seine Biographie dar. Seine russische Mutter starb schon früh als er gerade zwei Jahre alt war, so wurde Schmorell ihr zuliebe im russisch-orthodoxen Glauben erzogen. Sein aus Russland stammendes Kindermädchen sprach nicht nur russisch mit ihm, sondern bereitete ihm außerdem russische Speisen zu, erzählte ihm russische Märchen und hielt die Erinnerung an seine russische Mutter wach. So hatte das russische Kindermädchen Njanja im Leben von Schmorell eine besondere Bedeutung, da sie sozusagen die Rolle der Mutter einnahm. Schmorells deutsche Stiefmutter hatte es hingegen nie geschafft, diese Position ausfüllen zu können. Zudem verstanden sie und Schmorell sich nicht sonderlich gut miteinander, da zwischen ihnen ein angespanntes Verhältnis bestand. So hatte die Beziehung Schmorells zu seiner Stiefmutter nicht nur einen großen Einfluss auf sein Leben, sondern somit letztlich auch indirekt auf seinen Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime unter Hitler.28 „Seine sich seit der Zeit des Heranwachsens herausbildende Leidenschaft für Russland hat ihren Ursprung mit großer Wahrscheinlichkeit in dem Konflikt mit der Stiefmutter, deren deutsche und eben nicht russische Abstammung Schmorell gegenüber der Gestapo betonte. Auch wenn die Stiefmutter selbst Russisch beherrschte und im Hause Schmorell im wesentlichen Russisch gesprochen wurde, distanzierte sich der junge Schmorell mit seiner Hinwendung zu allem Russischen von ihr und suchte Zuflucht in der Liebe zu seiner leiblichen Mutter, die er nie richtig kennen gelernt hatte.“29

Nachdem Schmorell im Jahre 1937 an einem Münchener Gymnasium sein Abitur machte, kam er im Frühjahr desselben Jahres zum Reichsarbeitsdienst (RAD), bevor er im November 1937 schließlich freiwillig zum Heer einrückte. Obwohl Schmorell seit 1932 Mitglied in der Hitlerjugend (HJ) war und es während seiner Zeit beim Militär bei ihm zu inneren Konflikten vor allem hinsichtlich des Eides auf Hitler kam, dachte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht an die Möglichkeit des Widerstandes gegen das nationalsozialistische System.30 Im Sommersemester des Jahres 1939 begann Schmorell wie Scholl nach seinem Arbeits- und Wehrdienst ebenfalls sein Medizinstudium. Allerdings wechselte er erst im darauffolgenden Wintersemester an die Münchener Universität, da er sein Studium zunächst an der Hamburger Universität aufgenommen hatte. Im April 1940 wurde Schmorell als Sanitäter nach Frankreich an die Westfront abkommandiert, wo er bis zum Herbst desselben Jahres stationiert war. Anschließend nahm Schmorell sein Medizinstudium im Herbst 1940 zum Wintersemester 1940/41 wieder auf.31 Hans Scholl lernte er gegen Ende Juni des Jahres 1941 in der 2. Studentenkompanie der Heeressanitätsstaffel in München kennen, bei der beide seit April des Jahres 1941 kaserniert waren. Einige Zeit später lernte Schmorell ebenfalls Willi Graf kennen und führte wenig später auch seinen Schulfreund Christoph Probst in den Kreis der Weißen Rose ein. Ehe Schmorell zusammen mit Hans Scholl und Willi Graf im Juli 1942 nach Russland an die Ostfront abkommandiert wurde, verfasste er zwischen dem 27. Juni und dem 12. Juli 1942 zusammen mit Hans Scholl die ersten vier Flugblätter der Weißen Rose. An der Formulierung und Vervielfältigung des fünften und sechsten Flugblattes war Schmorell ebenfalls beteiligt. Nach seiner Rückkehr von der russischen Ostfront bemühte sich Schmorell zusammen mit Hans Scholl und Willi Graf ab diesem Zeitpunkt Kontakte zu anderen gleichgesinnten Widerstandsgruppen aufzubauen. Die Zeit in Russland war, nicht nur für Schmorell, ein besonderes Erlebnis, so war Schmorell nach seiner Rückkehr nach München nicht nur in der Liebe zu seiner russischen Heimat bestärkt, sondern auch vom Land und seinen Menschen tief beeindruckt.32 So schrieb Schmorell in einem Brief an Lilo Berndl (später: Lilo Fürst-Ramdohr), eine Sympathisantin der Weißen Rose, vom 7. August 1942: „Schönes, herrliches Rußland! Die Birke ist dein Baum. Dort, weit, weit, wo Himmel und Erde sich berühren – am Rand einer unendlichen weiten Ebene steht sie einsam und weist in den Himmel. Du einsame Birke, der ewige Steppenwind liebkost, zerrauft, bricht dich, du bist sein ewiger Spielball.“33 In Schmorells „Politischem Bekenntnis“, das er am 8. März 1943 für die Gestapo verfasste, finden sich Gründe dafür, warum Schmorell Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime leistete: „Sie fragen mich weiter, warum ich mit der nat. soz. Regierungsform nicht einverstanden bin. Weil sie meinem Ideal, wie mir scheint, nicht entspricht. Meiner Ansicht nach stützt sich die nat. soz. Regierung zu sehr auf die Macht, die sie in Händen hat. Sie duldet keine Opposition, keine Kritik, deshalb können die Fehler, die gemacht werden, nicht erkannt, nicht beseitigt werden. Dann glaube ich, daß sie nicht eine reine Ausdrucksform des Volkswillens darstellt. Sie macht es dem Volk unmöglich, seine Meinung zu äußern, sie macht es dem Volke unmöglich, etwas an ihr zu ändern, wenn es (das Volk) auch damit nicht einverstanden ist. Sie ist geschaffen worden und an ihr darf nicht kritisiert, nichts mehr geändert werden – und das finde ich nicht richtig. Sie müßte mit dem Volksdenken mitgehen, elastisch – nicht nur befehlen.“34

Nach der Verhaftung der Geschwister Scholl am 18. Februar 1943 befand sich Schmorell auf der Flucht und versuchte in einem Strafgefangenenlager bei Innsbruck als sowjetischer Soldat unterzutauchen, kehrte jedoch wieder nach München zurück und wurde hier daraufhin schließlich, da er von der Gestapo steckbrieflich gesucht wurde und aufgrund dieses Steckbriefes erkannt wurde, am 24. Februar 1943 von der Gestapo verhaftet. Schmorell wurde daraufhin schließlich am 19. April 1943 von dem Volksgerichtshof (VGH) unter dem vorsitzenden Richter Roland Freisler zum Tode verurteilt und schließlich am 13. Juli 1943 im Strafgefängnis München-Stadelheim durch das Fallbeil hingerichtet.35 In seinem Abschiedsbrief vom 13. Juli 1943 an seine Eltern heißt es: „Für Euch ist dieser Schlag leider schwerer als für mich, denn ich gehe hinüber in dem Bewußtsein, meiner tiefen Überzeugung und der Wahrheit gedient zu haben. Dies alles läßt mich mit ruhigem Gewissen der nahen Todesstunde entgegensehen.“36

2.4 Wilhelm Graf

Wilhelm Graf, genannt Willi Graf, wurde am 2. Januar 1918 geboren. Seine starke katholische Prägung geht zum einen auf sein katholisches Elternhaus, in dem er mit zwei weiteren Schwestern aufwächst, und zum anderen auf seine Mitgliedschaft in der katholischen Jugend zurück. Das katholische Weltbild kam neben den rein traditionellen vor allem auch in den religiösen Wertvorstellungen zum Ausdruck. Es ist anzunehmen, dass Graf von dieser christlich-theologischen Auffassung bis zum Spätsommer 1942 nicht abwich und an dieser bis dahin festhielt, so sind auch mögliche Gedanken Grafs bezüglich möglicher Widerstandshandlungen lange nicht nachzuweisen.37 Im Jahre 1929 kam Graf zur Jungenschaftsgruppe des katholischen Schülerbundes „Neudeutschland“, fünf Jahre später schloss Graf sich 1934 dem engeren Kreis des Jungenbundes „Grauer Orden“ an, der von Fritz Leist gegründet worden war, und nahm an illegalen Fahrten und Zeltlagern teil.38 Da jedoch eine Konkurrenzsituation innerhalb der katholischen Jugend bestand und der Schülerbund „Neudeutschland“ den Bund „Grauer Orden“ als eine Art Sekte ansah, wurde versucht gegen diesen Jugendbund vorzugehen, indem u. a. eine Doppelmitgliedschaft in den beiden Organisationen untersagt wurde. So kam es schließlich, dass Graf aus dem Bund „Neudeutschland“ ausgeschlossen wurde. Obwohl der „Graue Orden“ gewisse Differenzen zur Hitlerjugend (HJ) aufwies, kann hier nicht von einer daraus generell resultierenden zwangsläufigen Gegnerschaft zum nationalsozialistischen Regime unter Hitler gesprochen werden.39 „Der „Graue Orden“ war sicher keine Brutstätte für eine kämpfende und welterobernde Jugend. Dennoch: Widerstand als Handlungsoption gab es für Willi Graf und den „Grauen Orden“ nicht. Vielmehr erkannte man den NS-Staat an.“40 Im Jahre 1937 begann Graf nach seinem Abitur und der Ableistung seines Arbeitsdienstes sein Medizinstudium in Bonn. Aufgrund „bündischer Umtriebe“ wurde er im Januar 1938 für zwei Wochen von der Gestapo inhaftiert und zusammen mit anderen Mitgliedern des „Grauen Ordens“ vor dem Sondergericht Mannheim angeklagt. Das Verfahren wurde am 17. Mai 1938 jedoch schließlich eingestellt. Zu dieser Zeit, um die Jahre 1937/38, kamen bei Willi Graf immer öfter gewisse Zweifel bezüglich des nationalsozialistischen Regimes auf, trotzdem bedeutete diese Tatsache noch nicht eine generelle Ablehnung des nationalsozialistischen Staates an sich von Seiten Grafs. Willi Graf wurde Anfang 1940 in der Wehrmacht zum Sanitäter ausgebildet und ab September 1940 in Belgien, Frankreich und ab März 1941 ebenfalls, wie Hans Scholl und Alexander Schmorell auch, an der sowjetischen Ostfront in Russland eingesetzt. Zur Wiederaufnahme seines Medizinstudiums wurde Graf im April 1942 beurlaubt und in die 2. Münchener Studentenkompanie versetzt, sodass er von nun an sein Studium an der Münchener Universität weiter fortsetzen konnte. Hier lernte Graf auch Hans Scholl und Alexander Schmorell kennen, mit denen er von Juli 1942 bis Ende Oktober 1942 zur Feldfamulatur an der Ostfront in Russland eingesetzt war.41 Zu Beginn des Jahres 1942 wurde Graf in Russland anscheinend Zeuge deutscher Kriegsverbrechen, was genau in dem russischen Dorf geschah, bleibt jedoch unklar. In einem Brief vom 1. Februar 1942 an seine Schwester Anneliese sind diesbezüglich jedoch folgende Andeutungen zu lesen: „Seit meinem letzten Brief an Dich hat sich manches Bewegte zugetragen, ich wünschte, ich hätte das nicht sehen müssen, was ich alles in dieser Zeit mit anschauen mußte. (…) Ich mag Dir das nicht im einzelnen erzählen, Du wirst Dich ja doch nicht in meine Situation hineindenken können, weil sie so völlig anders ist als alles bisher nur zugetragene. Der Krieg gerade hier im Osten führt mich an Dinge, die neuartig und fremd wie nichts bisher Bekanntes sind. Und das muß man alles verarbeiten, obwohl kaum jemand da ist, mit dem man darüber reden könnte. Vielleicht hast Du daheim schon einzelne Berichte vernommen, über die Du ungläubig den Kopf schütteln konntest. Vieles wird Dir unmöglich erscheinen.“42 Am 6. November 1942 endete nach drei Monaten für Willi Graf, Alexander Schmorell und Hans Scholl die Famulatur und sie kehrten daraufhin nach München zurück. Dieser Frontaufenthalt wurde im Gegensatz zu den anderen vorherigen Fronteinsätzen für die drei Freunde zu einem besonderen Erlebnis, da durch den Halbrussen Alexander Schmorell mit der Zeit eine besondere Beziehung zu der russischen Bevölkerung und ein Verhältnis zur Literatur und damit verbunden ein Gefühl für die Schönheit des Landes entstanden war.43 So schrieb Willi Graf am 22. August 1942 in sein Tagebuch: „In den frühen Morgenstunden ist es draußen wundervoll. Schade, daß wir im Wald liegen, wo man nicht zum Horizont sehen kann. Die Bäume ringsum beengen den Blick. Am Abend hören wir russische Lieder bei einer Frau, die im Lager arbeitet. Wir sitzen im Freien, hinter den Bäumen geht der Mond auf, die Strahlen fallen in die Zwischenräume der Baumreihen. Es wird kühl, die Mädchen singen zur Gitarre, wir versuchen die Bässe zu summen. Es ist schön so, man spürt Rußlands Herz, das wir lieben.“44 So lässt sich vermuten, dass nicht nur Graf, sondern ihnen allen der Abschied von Russland und der russischen Bevölkerung nicht ganz leicht gefallen ist. Zudem dürften die neuen Erfahrungen und die neuen Sichtweisen, die sie ab diesem Zeitpunkt dank Alexander Schmorell während ihres Russlandeinsatzes hinzugewonnen hatten, ihre schon vorher oppositionelle Haltung gegenüber dem nationalsozialistischen System unter Hitler und dem Krieg noch weiter vertieft haben. Auch für Graf könnten diese neuen Erfahrungen und die neuen Sichtweisen ein weiterer Beweggrund dafür gewesen sein, dass Graf sich letztlich an den Aktionen von Hans Scholl und Alexander Schmorell aktiv beteiligte und sich ihnen anschloss.45 Am 1. Dezember 1942 schrieb Graf in sein Tagebuch: „So ist der neue Monat da, nun muß auch etwas Neues entstehen.“ und einen Tag später am 2. Dezember 1942: „Bei Hans sitzen wir spät und lange zusammen, denn Christl wird jetzt wegfahren. Gespräche über den Aufbau, manche Gedanken sind mir neu.“46 Graf unternahm in den Weihnachtsferien von 1942/43 sogar mehrere Reisen in einige andere Städte, bei denen er in seinem alten Freundeskreis um Mitstreiter und Gleichgesinnte der Weißen Rose warb. Mitte Januar 1943 war Willi Graf an der Formulierung des vorletzten fünften Flugblattes der Weißen Rose beteiligt. Zudem war Graf zusammen mit Alexander Schmorell und Hans Scholl an den Freiheitsparolen in der Münchener Innenstadt aktiv beteiligt, ebenso wie an der Herstellung und Verbreitung des letzten sechsten Flugblattes der Weißen Rose.47 Obwohl Graf teilweise an dem Sinn der Flugblattaktionen zweifelte, wie er am 14. Januar 1943, also rund einen Monat vor seiner Verhaftung, in sein Tagebuch schrieb: „Es ist wieder diese Unruhe in mir, wie sie mich manchmal überkommt, ohne daß ich aber die letzte Ursache dafür wüßte. Viel Zeit geht damit vorbei, daß ich mich mit dem Plan beschäftige. Ob das der richtige Weg ist? Manchmal glaube ich es sicher, manchmal zweifle ich daran. Aber trotzdem nehme ich es auf mich, wenn es auch noch so beschwerlich ist.“,48 war Graf sich trotz seines Zweifelns seiner Handlungen durchaus bewusst. So heißt es in seinem Abschiedsbrief an seine Schwester Anneliese vom 12. Oktober 1943: „Du weißt, daß ich nicht leichtsinnig gehandelt habe, sondern daß ich aus tiefster Sorge und dem Bewußtsein der ernsten Lage gehandelt habe.“49

Willi Graf wurde noch am 18. Februar 1943 von der Gestapo verhaftet, nachdem Sophie und Hans Scholl die Flugblätter in der Münchener Universität verteilt hatten und dabei von dem Hausschlosser der Universität Jakob Schmid beobachtet und daraufhin letztlich ebenfalls von der Gestapo verhaftet wurden. Am 19. April 1943 wurde Willi Graf zusammen mit Alexander Schmorell und Kurt Huber von dem Volksgerichtshof (VGH) unter dem vorsitzenden Richter Roland Freisler in München zum Tode verurteilt. Letztlich wurde auch Willi Graf fast ein halbes Jahr später am 12. Oktober 1943 schließlich im Strafgefängnis München-Stadelheim durch das Fallbeil hingerichtet.50

2.5 Christoph Hermann Probst

Christoph Hermann Probst wurde am 6. November 1919 geboren und wuchs in einem gutsituierten bürgerlichen Elternhaus auf. Ende des Jahres 1934 trat Probst in die Hitlerjugend (HJ) ein, deren Tätigkeiten er zu diesem Zeitpunkt weitgehend als durchaus positiv ansah, wie zum Beispiel die gemeinsamen Fahrten, die Geländespiele oder auch die dort eingeübte Selbstdisziplin. Es kann zudem davon ausgegangen werden, dass Probst sich bis zum Jahre 1942 nicht mit der Möglichkeit einer Widerstandshandlung befasste, da er bis zu diesem Zeitpunkt noch eher unpolitisch eingestellt war. Er interessierte sich allenfalls für das aktuelle Tagesgeschehen, das jedoch weitgehend auf der damaligen zeitgenössisch deutschen nationalsozialistischen Politik basierte.51 „Bis zu einem gewissen Grade begeisterte die Tätigkeit in der HJ den jungen Probst. Sein weitgehend unpolitisches Denken nahmen allmählich einige politische – und dies bedeutet auch nationalsozialistische – Elemente auf. Trotzdem dürfen seine HJ-Aktivitäten nicht überbewertet werden. Das persönliche, unpolitische Gemeinschaftserlebnis hatte für Probst eine mindestens ebenso große Bedeutung. Die HJ stand sicherlich nicht in seinem Lebensmittelpunkt. Seine Interessen wie z. B. für die Astronomie waren ihm wichtiger; auch seine schulischen Leistungen und die Schule an sich wertete er zweifellos höher als die Tätigkeit in der HJ.“52 Probst war seit seiner Schulzeit auf dem Wittelsbacher-Gymnasium gut mit Alexander Schmorell befreundet. So kam es, dass Probst zu den langjährigen Begleitern von Schmorell und Scholl an der Münchener Universität, an der er nach der Beendigung seines Arbeits- und Wehrdienstes seit dem Sommersemester 1939 ebenfalls Medizin studierte, gehörte. Schmorell selbst hatte ihn jedoch erst im Sommer 1942 in die Gruppe um Hans Scholl eingeführt, als er ihm verriet, wer die Verfasser der Flugblätter der Weißen Rose waren. Da seine Stiefmutter Elise Rosenthal aus einer jüdischen Familie stammte und somit unter die rassistische Nürnberger Gesetzgebung aus dem Jahre 1935 fiel, setzte sich Probst schon recht früh mit dem nationalsozialistischen Gedankengut und dessen antisemitischer Ideologie auseinander. Im Jahre 1941 heiratete Probst Herta Dorhn, mit der er drei Kinder hatte. Seine drei Kinder waren auch der Grund dafür, warum seine Freunde Probst nicht der Gefahr aussetzen wollten. Trotz dessen beteiligte sich Probst im Dezember 1942 aktiv an der Konzeption und dem Entwurf der Flugblätter. Bevor Probst sein Studium im Sommer 1942 wieder an der Universität in München aufnahm, absolvierte er das Wintertrimester 1941/42 in Straßburg. Ein Einsatz in Russland an der Ostfront blieb Probst im Gegensatz zu Graf, Schmorell und Scholl erspart, da er zu der Zeit von der Luftwaffe als Sanitätsfeldwebel zur Famulatur nach Garmisch abkommandiert wurde. Ab Ende November 1942 wurde Probst zum Wintertrimester 1942/43 zum Studium nach Innsbruck versetzt.53 Obwohl Probst an der Aktion vom 18. Februar 1943, als Hans und Sophie Scholl die Flugblätter in der Münchener Universität auslegten, nicht direkt beteiligt war, war die damit zusammenhängende Verhaftung der Geschwister Scholl durch die Gestapo nicht ohne Bedeutung für ihn, da die Gestapo in Hans Scholls Jackentasche einen Flugblattentwurf von ihm vorfand. Aufgrund dessen wurde Probst daraufhin schließlich am 20. Februar 1943 in Innsbruck von der Gestapo festgenommen. Christoph Probst wurde gemeinsam mit Hans und Sophie Scholl vom Volksgerichtshof (VGH) unter dem vorsitzenden Richter Roland Freisler zum Tode verurteilt und schließlich im Alter von 24 Jahren am 22. Februar 1943 in München-Stadelheim hingerichtet.54

2.6 Kurt Huber

Kurt Huber wurde am 24. Oktober 1893 geboren. Nach seinem Abitur begann Huber im Jahre 1912 die Fächer Musik, Philosophie und Psychologie zu studieren. Im Jahre 1917 promovierte Huber schließlich in Musikwissenschaft und habilitierte sich 1920, drei Jahre nach seiner Promotion, in Psychologie und ebenso auch in Philosophie. An der Münchener Universität lehrte er seit dem Jahre 1926 Philosophie. Huber war nicht nur ein allgemein anerkannter Volkslied-, sondern ebenso auch ein führender Leibnizforscher. Im Jahre 1937 übernahm Huber am Berliner Institut für Musikforschung die Abteilung für Volksmusik und baute dort im Rahmen seiner Volksliedforschung ein Volksliedarchiv auf, bis ihm sein dortiger Lehrauftrag im Jahre 1938 aufgrund seiner „katholisch-weltanschaulichen Bindung“ wieder entzogen und ihm somit das Lehren und Unterrichten an dieser Institution letztlich untersagt wurde. Daraufhin kehrte Huber zum Wintersemester 1938/39 wieder nach München zurück, wo er nach seinem Eintritt in die NSDAP im Jahre 1940 als außerplanmäßiger Professor verbeamtet wurde.55 Trotz seines Eintritts in die NSDAP war es an der Münchener Universität während der Kriegsjahre immer ein offenes Geheimnis, dass Huber politisch nicht ganz linientreu und nicht klar nationalsozialistisch gesinnt war. So hatte Hubers Vorlesung „Leibniz und seine Zeit“ die staatsbürgerliche Verantwortung der Intellektuellen zum Thema. Außerdem stellte Huber auch immer wieder verbotene Werke jüdischer Denker heraus und würdigte diese durchaus auch. Obwohl Huber wie viele Intellektuelle zu Anfang noch mit dem aufkommenden Nationalsozialismus unter Hitler sympathisierte, blieb den Nationalsozialisten seine nicht ganz klare Haltung und seine durchaus undeutliche politische Einstellung zum nationalsozialistischen Regime nicht verborgen. So blieb ihm eine ordentliche Professur an der Münchener Universität, an der er seit dem Jahre 1926 lehrte, verwehrt. Durch seine kenntnisreichen und auch anschaulichen Vorlesungen und die Vielfalt und Weite seiner persönlichen Interessen wusste Huber seine Studenten, die aus den unterschiedlichsten Fakultäten in seine Vorlesungen kamen, immer wieder aufs Neue zu begeistern. Auf diesem Wege lernte Huber schließlich auch Hans Scholl, Alexander Schmorell und die anderen Mitglieder der Widerstandsbewegung Weiße Rose im Juni des Jahres 1942 kennen. Zudem berichteten ihm von der Front heimgekehrte Studenten von den Massenmorden in Polen und in der Sowjetunion, sodass sich aufgrund dessen daraufhin seine schon vorhandenen Vorbehalte gegenüber dem nationalsozialistischen Regime unter Hitler immer mehr verstärkten. Aus diesem Grunde schloss Huber sich ein halbes Jahr später ganz bewusst der Widerstandsgruppe Weiße Rose um Hans Scholl und Alexander Schmorell an. So kam es schließlich auch, dass Huber den Text des fünften Flugblattes zusammen mit Hans Scholl verfasste und Anfang Februar des Jahres 1943 nach der Niederlage an der Ostfront in Stalingrad am 2. Februar 1943 das sechste und auch letzte Flugblatt der Gruppe aktiv mit entwarf.56 In seinem Schlusswort, in dem er das nationalsozialistische Herrschaftsregime unter Hitler an den Pranger stellte und kritisierte, heißt es an einer Stelle: „Was ich bezweckte, war die Weckung der studentischen Kreise nicht durch eine Organisation, sondern durch das schlichte Wort, nicht zu irgend einem Akt der Gewalt, sondern zur sittlichen Einsicht in bestehende schwere Schäden des politischen Lebens. Rückkehr zu klaren sittlichen Grundsätzen, zum Rechtsstaat, zu gegenseitigem Vertrauen von Mensch zu Mensch, das ist nicht illegal, sondern umgekehrt die Wiederherstellung der Legalität.“57 Kurt Huber wurde am 27. Februar 1943 verhaftet und schließlich wenige Wochen später am 19. April 1943 in München zusammen mit Alexander Schmorell und Willi Graf vom Volksgerichtshof (VGH) unter dem vorsitzenden Richter Roland Freisler zum Tode verurteilt und schließlich Monate nach seiner Verurteilung am 13. Juli 1943 im Strafgefängnis München-Stadelheim durch das Fallbeil hingerichtet. Er wurde 49 Jahre alt und hinterließ eine Frau und zwei Kinder.58 Hubers letzte Worte seines Schlusswortes vor dem Volksgerichtshof (VGH) lauteten: „Mein Handeln und Wollen wird der eherne Gang der Geschichte rechtfertigen; darauf vertraue ich felsenfest. Ich hoffe zu Gott, daß die geistigen Kräfte, die es rechtfertigen, rechtzeitig aus meinem eigenen Volke sich entbinden mögen. Ich habe gehandelt, wie ich aus einer inneren Stimme heraus handeln mußte. Ich nehme die Folgen auf mich nach dem schönen Wort Johann Gottlieb Fichtes: Und handeln sollst du so, als hinge von dir und deinem Tun allein das Schicksal ab der deutschen Dinge, und die Verantwortung wär dein.“59 Seine Witwe, Clara Huber, schrieb im Jahre 1986 über ihren Mann Professor Dr. Kurt Huber: „Er hat jegliche Intoleranz und jeglichen Radikalismus abgelehnt und diese, für den demokratischen Staat manchmal auch schwierige Gratwanderung selbst unternommen; eben dafür hat er sein Leben gelassen.“60

3 Motivation zum Widerstand: Aktionen und Flugblätter

3.1 Motivation zum Widerstand

Die Ziele und Motive der Weißen Rose waren vielschichtig und differenziert. Die christlich-religiöse und sittliche Empörung über die Gewaltverbrechen des nationalsozialistischen Regimes unter Hitler gegenüber den Juden und Polen im Osten sowie über die deutsche Okkupationspolitik in den besetzten Ländern ist hierbei jedoch als stärkstes Motiv der Widerstandsgruppe anzusehen. Hinzu kam die totalitäre Herrschaft im Innern, die die geistige und politische Freiheit unterdrückte und somit die Motivation zum Widerstand bei den Mitgliedern der Weißen Rose ebenfalls noch weiterhin verstärkte.61 So entschlossen sich Alexander Schmorell und Hans Scholl Ende Juni 1942 schließlich dazu, Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime unter Hitler zu leisten und Flugblätter mit einem Aufruf an die Bevölkerung zum passiven Widerstand zu verfassen und in der Öffentlichkeit zu verbreiten. Schmorell und Scholl wählten die Flugblätter als Form des Widerstandes, da zum einen die Möglichkeiten politisch aktiv zu werden zur Zeit des Nationalsozialismus sehr begrenzt waren und zum anderen das Flugblatt ein durchaus auch probates Mittel war, die eigene politische Meinung einer Mehrheit anonym kundzutun.62 Hans Scholl und Alexander Schmorell war dabei jedoch durchaus auch bewusst, dass der Umsturz des nationalsozialistischen Regimes unter Hitler lediglich nur mit Hilfe einer militärischen Macht erfolgen konnte. Die Flugblätter stellten neben dem Aufruf zum passiven Widerstand vielmehr einen Appell zur geistigen und moralischen Umkehr der Bevölkerung dar.63 So heißt es im vierten Flugblatt der Weißen Rose dazu: „Obgleich wir wissen, daß die nationalsozialistische Macht militärisch gebrochen werden muß, suchen wir eine Erneuerung des schwerverwundeten deutschen Geistes von innen her zu erreichen.“64 Um die Feigheit und Passivität des Einzelnen zu überwinden, war die Funktion der Flugblätter somit die Herstellung einer Solidarität unter Gleichgesinnten, die geistige Elite sollte wachgerüttelt werden. Es wurde versucht in der Öffentlichkeit ein Bewusstsein für den Nationalsozialismus und die reale Situation zu schaffen.65 So heißt es dazu im zweiten Flugblatt der Weißen Rose: „Jetzt kommt es darauf an, sich gegenseitig wiederzufinden, aufzuklären von Mensch zu Mensch, immer daran zu denken und sich keine Ruhe zu geben, bis auch der Letzte von der äußersten Notwendigkeit seines Kämpfens wider dieses System überzeugt ist. Wenn so eine Welle des Aufruhrs durch das Land geht, wenn "es in der Luft liegt", wenn viele mitmachen, dann kann in einer letzten, gewaltigen Anstrengung dieses System abgeschüttelt werden. Ein Ende mit Schrecken ist immer noch besser als ein Schrecken ohne Ende.“66 Es zeigt sich hier, dass Hans Scholl und Alexander Schmorell nach der realistischen Einschätzung der militärischen Situation somit wohl eher auf die publizistischen Wirkungsmöglichkeiten, um auch im westlichen Ausland gehört zu werden und Zeugnis von einem „anderen Deutschland“ ablegen zu können, vertrauten.67

[...]


1 Vgl. http://www.dhm.de/lemo/html/nazi/widerstand/weisserose/ (Letztes Abrufdatum: 14. Juni 2012).

2 Vgl. Mayr, Monika: Weiße Rose, in: Benz, Wolfgang / Pehle, Walter H. (Hg.): Lexikon des deutschen Widerstands, Frankfurt am Main 2001, S. 316.

3 Gestapo-Vernehmungsprotokoll Hans Scholls vom 20. Februar 1943 in: Steinbach, Peter / Tuchel, Johannes (Hg.): Widerstand in Deutschland 1933 – 1945. Ein historisches Lesebuch. München 1994. S. 259.

4 Vgl. http://www.dhm.de/lemo/html/nazi/widerstand/weisserose/ (Letztes Abrufdatum: 14. Juni 2012).

5 Vgl. Steinbach, Peter / Tuchel, Johannes (Hg.): Lexikon des Widerstandes 1933 – 1945. 2. überarbeitete und erweiterte Auflage. München 1998. S. 217.

6 Vgl. Schulz, Kirsten: Sophie Scholl und die „Weiße Rose“. In: http://www.bpb.de/geschichte/nationalsozialismus/weisse-rose/60941/vorwort (Letztes Abrufdatum: 14. Juni 2012).

7 Vgl. Zankel, Sönke: Die Weisse Rose war nur der Anfang. Geschichte eines Widerstandskreises. Köln 2006. S. 6.

8 Bald, Detlef: Die „Weiße Rose“. Von der Front in den Widerstand. Berlin 2003. S. 22.

9 Vgl. Zankel, Sönke: Die Weisse Rose war nur der Anfang. Geschichte eines Widerstandskreises. Köln 2006. S. 6f.

10 Vgl. Steinbach, Peter / Tuchel, Johannes (Hg.): Lexikon des Widerstandes 1933 – 1945. 2. überarbeitete und erweiterte Auflage. München 1998. S. 175.

11 Bald, Detlef: Die „Weiße Rose“. Von der Front in den Widerstand. Berlin 2003. S. 24.

12 Vgl. Zankel, Sönke: Die Weisse Rose war nur der Anfang. Geschichte eines Widerstandskreises. Köln 2006. S. 15.

13 Zankel, Sönke: Die Weisse Rose war nur der Anfang. Geschichte eines Widerstandskreises. Köln 2006. S. 15.

14 Vgl. Zankel, Sönke: Die Weisse Rose war nur der Anfang. Geschichte eines Widerstandskreises. Köln 2006. S. 16.

15 Vgl. Schulz, Kirsten: Hans Scholl. In: http://www.bpb.de/geschichte/nationalsozialismus/weisse-rose/60965/hans-scholl (Letztes Abrufdatum: 14. Juni 2012).

16 Brief von Hans Scholl an seine Eltern vom 3. Oktober 1942 in: Jens, Inge: Hans Scholl, Sophie Scholl. Briefe und Aufzeichnungen. Frankfurt am Main 1984. S. 105.

17 Vgl. Steinbach, Peter / Tuchel, Johannes (Hg.): Lexikon des Widerstandes 1933 – 1945. 2. überarbeitete und erweiterte Auflage. München 1998. S. 175f.

18 Vgl. Zankel, Sönke: Die Weisse Rose war nur der Anfang. Geschichte eines Widerstandskreises. Köln 2006. S. 24f.

19 Gestapo-Vernehmungsprotokoll Sophie Scholls vom 18. Februar 1943 in: Steinbach, Peter / Tuchel, Johannes (Hg.): Widerstand in Deutschland 1933 – 1945. Ein historisches Lesebuch. München 1994. S. 254.

20 Vgl. Bald, Detlef: Die „Weiße Rose“. Von der Front in den Widerstand. Berlin 2003. S. 34.

21 Gestapo-Vernehmungsprotokoll Sophie Scholls vom 18. Februar 1943 in: Steinbach, Peter / Tuchel, Johannes (Hg.): Widerstand in Deutschland 1933 – 1945. Ein historisches Lesebuch. München 1994. S. 254.

22 Vgl. Zankel, Sönke: Die Weisse Rose war nur der Anfang. Geschichte eines Widerstandskreises. Köln 2006. S. 25f.

23 Gestapo-Vernehmungsprotokoll Sophie Scholls vom 18. Februar 1943 in: Steinbach, Peter / Tuchel, Johannes (Hg.): Widerstand in Deutschland 1933 – 1945. Ein historisches Lesebuch. München 1994. S. 254.

24 Vgl. Steinbach, Peter / Tuchel, Johannes (Hg.): Lexikon des Widerstandes 1933 – 1945. 2. überarbeitete und erweiterte Auflage. München 1998. S. 176.

25 Vgl. Schulz, Kirsten: Sophie Scholl. In: http://www.bpb.de/geschichte/nationalsozialismus/weisse-rose/60955/sophie-scholl (Letztes Abrufdatum: 14. Juni 2012).

26 Gestapo-Vernehmungsprotokoll Sophie Scholls vom 18. Februar 1943 in: Steinbach, Peter / Tuchel, Johannes (Hg.): Widerstand in Deutschland 1933 – 1945. Ein historisches Lesebuch. München 1994. S. 257.

27 Vgl. Schulz, Kirsten: Sophie Scholl. In: http://www.bpb.de/geschichte/nationalsozialismus/weisse-rose/60955/sophie-scholl (Letztes Abrufdatum: 14. Juni 2012).

28 Vgl. Zankel, Sönke: Die Weisse Rose war nur der Anfang. Geschichte eines Widerstandskreises. Köln 2006. S. 18f.

29 Zankel, Sönke: Die Weisse Rose war nur der Anfang. Geschichte eines Widerstandskreises. Köln 2006. S. 19.

30 Vgl. Zankel, Sönke: Die Weisse Rose war nur der Anfang. Geschichte eines Widerstandskreises. Köln 2006. S. 19.

31 Vgl. Bald, Detlef: Die „Weiße Rose“. Von der Front in den Widerstand. Berlin 2003. S. 22.

32 Vgl. Steinbach, Peter / Tuchel, Johannes (Hg.): Lexikon des Widerstandes 1933 – 1945. 2. überarbeitete und erweiterte Auflage. München 1998. S. 174.

33 Zitiert nach: Zankel, Sönke: Die Weisse Rose war nur der Anfang. Geschichte eines Widerstandskreises. Köln 2006. S. 81.

34 „Politisches Bekenntnis“ Alexander Schmorells vom 8. März 1943 in: Steinbach, Peter / Tuchel, Johannes (Hg.): Widerstand in Deutschland 1933 – 1945. Ein historisches Lesebuch. München 1994. S. 260f.

35 Vgl. Steinbach, Peter / Tuchel, Johannes (Hg.): Lexikon des Widerstandes 1933 – 1945. 2. überarbeitete und erweiterte Auflage. München 1998. S. 174.

36 Abschiedsbrief Alexander Schmorells an seine Eltern vom 13. Juli 1943 in: Drobisch, Klaus: Wir schweigen nicht! Eine Dokumentation über den antifaschistischen Kampf Münchener Studenten 1942/43. Berlin 1968. S. 143.

37 Vgl. Zankel, Sönke: Die Weisse Rose war nur der Anfang. Geschichte eines Widerstandskreises. Köln 2006. S. 31.

38 Vgl. Steinbach, Peter / Tuchel, Johannes (Hg.): Lexikon des Widerstandes 1933 – 1945. 2. überarbeitete und erweiterte Auflage. München 1998. S. 73.

39 Vgl. Zankel, Sönke: Die Weisse Rose war nur der Anfang. Geschichte eines Widerstandskreises. Köln 2006. S. 34.

40 Zankel, Sönke: Die Weisse Rose war nur der Anfang. Geschichte eines Widerstandskreises. Köln 2006. S. 35f.

41 Vgl. Steinbach, Peter / Tuchel, Johannes (Hg.): Lexikon des Widerstandes 1933 – 1945. 2. überarbeitete und erweiterte Auflage. München 1998. S. 73.

42 Brief Willi Grafs an seine Schwester Anneliese vom 1. Februar 1942 in: Knoop-Graf, Anneliese / Jens, Inge (Hg.): Willi Graf. Briefe und Aufzeichnungen. Frankfurt am Main 1988. S. 147f.

43 Vgl. Blaha, Tatjana: Willi Graf und die Weiße Rose. Eine Rezeptionsgeschichte. München 2003. S. 59f.

44 Tagebucheintrag Willi Grafs vom 22. August 1942 in: Knoop-Graf, Anneliese / Jens, Inge (Hg.): Willi Graf. Briefe und Aufzeichnungen. Frankfurt am Main 1988. S. 50f.

45 Vgl. Blaha, Tatjana: Willi Graf und die Weiße Rose. Eine Rezeptionsgeschichte. München 2003. S. 60.

46 Tagebucheinträge Willi Grafs vom 1. und 2. Dezember 1942 in: Knoop-Graf, Anneliese / Jens, Inge (Hg.): Willi Graf. Briefe und Aufzeichnungen. Frankfurt am Main 1988. S. 84.

47 Vgl. Steinbach, Peter / Tuchel, Johannes (Hg.): Lexikon des Widerstandes 1933 – 1945. 2. überarbeitete und erweiterte Auflage. München 1998. S. 73.

48 Tagebucheintrag Willi Grafs vom 14. Januar 1943 in: Knoop-Graf, Anneliese / Jens, Inge (Hg.): Willi Graf. Briefe und Aufzeichnungen. Frankfurt am Main 1988. S. 99.

49 Abschiedsbrief Willi Grafs an seine Schwester Anneliese vom 12. Oktober 1943 in: Knoop-Graf, Anneliese / Jens, Inge (Hg.): Willi Graf. Briefe und Aufzeichnungen. Frankfurt am Main 1988. S. 199.

50 Vgl. Steinbach, Peter / Tuchel, Johannes (Hg.): Lexikon des Widerstandes 1933 – 1945. 2. überarbeitete und erweiterte Auflage. München 1998. S. 73.

51 Vgl. Zankel, Sönke: Die Weisse Rose war nur der Anfang. Geschichte eines Widerstandskreises. Köln 2006. S. 53.

52 Zankel, Sönke: Die Weisse Rose war nur der Anfang. Geschichte eines Widerstandskreises. Köln 2006. S. 54.

53 Vgl. Bald, Detlef: Die „Weiße Rose“. Von der Front in den Widerstand. Berlin 2003. S. 28f.

54 Vgl. Steinbach, Peter / Tuchel, Johannes (Hg.): Lexikon des Widerstandes 1933 – 1945. 2. überarbeitete und erweiterte Auflage. München 1998. S. 159.

55 Vgl. Steinbach, Peter / Tuchel, Johannes (Hg.): Lexikon des Widerstandes 1933 – 1945. 2. überarbeitete und erweiterte Auflage. München 1998. S. 97.

56 Vgl. Schulz, Kirsten: Kurt Huber. In: http://www.bpb.de/geschichte/nationalsozialismus/weisse-rose/61001/kurt-huber (Letztes Abrufdatum: 14. Juni 2012).

57 Schlusswort Kurt Hubers vor dem Volksgerichtshof (VGH) am 19. April 1943 in: Steinbach, Peter / Tuchel, Johannes (Hg.): Widerstand in Deutschland 1933 – 1945. Ein historisches Lesebuch. München 1994. S. 270.

58 Vgl. Steinbach, Peter / Tuchel, Johannes (Hg.): Lexikon des Widerstandes 1933 – 1945. 2. überarbeitete und erweiterte Auflage. München 1998. S. 97.

59 Schlusswort Kurt Hubers vor dem Volksgerichtshof (VGH) am 19. April 1943 in: Steinbach, Peter / Tuchel, Johannes (Hg.): Widerstand in Deutschland 1933 – 1945. Ein historisches Lesebuch. München 1994. S. 271f.

60 Zankel, Sönke: Die Weisse Rose war nur der Anfang. Geschichte eines Widerstandskreises. Köln 2006. S. 41.

61 Vgl. Moll, Christiane: Die Weiße Rose. In: Steinbach, Peter / Tuchel, Johannes (Hg.): Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur 1933 – 1945. Bonn 2004. S. 385.

62 Vgl. Zankel, Sönke: Die Weisse Rose war nur der Anfang. Geschichte eines Widerstandskreises. Köln 2006. S. 63.

63 Vgl. Moll, Christiane: Die Weiße Rose. In: Steinbach, Peter / Tuchel, Johannes (Hg.): Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur 1933 – 1945. Bonn 2004. S. 386.

64 4. Flugblatt der Weißen Rose (genaue Quellenangabe siehe Anhang!)

65 Vgl. Moll, Christiane: Die Weiße Rose. In: Steinbach, Peter / Tuchel, Johannes (Hg.): Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur 1933 – 1945. Bonn 2004. S. 386.

66 2. Flugblatt der Weißen Rose (genaue Quellenangabe siehe Anhang!).

67 Vgl. Moll, Christiane: Die Weiße Rose. In: Steinbach, Peter / Tuchel, Johannes (Hg.): Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur 1933 – 1945. Bonn 2004. S. 387.

Ende der Leseprobe aus 63 Seiten

Details

Titel
Die Weiße Rose. Mitglieder, Motivation, Prozesse und Gedenken an eine Widerstandsbewegung
Hochschule
Universität Vechta; früher Hochschule Vechta  (Lehrstuhl für Geistes- und Kulturwissenschaften - Abteilung für Kulturgeschichte und vergleichende Landesforschung)
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
63
Katalognummer
V296312
ISBN (eBook)
9783656941057
ISBN (Buch)
9783656941064
Dateigröße
707 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
weiße, rose, mitglieder, motivation, prozesse, gedenken, widerstandsbewegung
Arbeit zitieren
Lena Lindemann (Autor), 2012, Die Weiße Rose. Mitglieder, Motivation, Prozesse und Gedenken an eine Widerstandsbewegung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/296312

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