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Anthropologischer Unnutzen und Nutzen von Käfern

Title: Anthropologischer Unnutzen und Nutzen von Käfern

Elaboration , 2013 , 13 Pages

Autor:in: Simon Steuer (Author)

Biology - General, Basics
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„Es gibt nicht wenige Menschen, die sich instinktiv vor den Käfer ekeln oder fürchten. Manchmal können wir hören, daß die Eltern zu ihrem Kind sagen:“ ‘Faß den Käfer nicht an, du könntest krank werden‘“ .
Dass dieses Zitat als überholt gelten muss, mag dem Biologen und besonders dem Entomologen bekannt sein. Allerdings fehlt weiten Teilen der Bevölkerung noch immer das Verständnis für die Bedeutung von Käfern. Insbesondere wenn man auf die durch den Kartoffelkäfer (Leptinotarsa decemlineata) verursachten, immer wiederkehrenden schrecklichen Ernteschäden und die damit verbundenen Hungersnöte zwischen 1830 und 1950 schaut. Allerdings finden sich auch verstärkt negative Stimmen aus dem Lager der Holzwirtschaft, nach denen insbesondere Maikäfer und die Larven diverser Bockkäferarten (Cerambycidae) massive Schäden anrichten sollen. Gleichzeitig finden sich aber schon lange vor dieser Zeit, im frühen Ägypten Belege dafür, dass der Käfer, insbesondere der Scarabaeus als Gegenstand ritueller Verehrung eine hohe Wertschätzung genoss. Er galt als Symbole der Auferstehung nach dem Tod und der Sonne, da er doch den Kot vergräbt, ähnlich wie die Sonne im Horizont versinkt. Auch Heute offenbart der Käfer seinen Nutzen für den Menschen fast nur dem Kenner oder Eingeweihten. Als Futtertiere (Mehlkäferlarven) oder Versuchstiere zur Testung „insektizidverdächtiger“ Chemikalien und für genetische Experimente halten immer wieder Käfer her und tragen so dem Menschen in Form von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen ihren Nutzen an. Außerhalb der Labore finden sich noch wesentlich mehr Belege für den Nutzen der Käfer, insbesondere deren Notwendigkeit für das Ökosystem. Sie entfernen Aas, Dung und Abfallstoffe, wirken als Bestäuber und Holzzersetzer und werden zur Bekämpfung von Raupenplagen eingesetzt.
Für unseren Kulturkreis eher ungewöhnlich ist die Nutzbarkeit oder Verwendung der Käfer als Nahrungsmittel oder Heilmittel gegen diverse Krankheiten. Dabei ist aber anzunehmen, dass die „Entdeckung vermutlicher oder tatsächlicher Heilwirkung der ursprünglichen Verwendung als Nahrungsmittel folge.“ Aber auch zur Herstellung von Gift oder Aphrodisiaken wurde häufig auf Käfer zurückgegriffen. Eine Betrachtung des Verhältnisses von Käfer und Mensch ist als durchaus kontrovers zu führen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

(1) Einleitung

(2) Hauptteil

a. Die Plagen des Kartoffelkäfers (Leptinotarsa decemlineata)

b. Die Schäden des Kornkäfers Sitophilus granarius

c. Die Bedeutung von Käfern für die Rinderzucht und die Urbarmachung des Weidelandes in Australien

d. Essbare Käfer als energiereiche Nahrungsquelle für den Menschen.

(3) Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die anthropologische Bewertung von Käfern hinsichtlich ihres Nutzens und Unnutzens für den Menschen, um die einseitige Wahrnehmung der Insekten als bloße Schädlinge zu hinterfragen und deren ökologische sowie ökonomische Bedeutung aufzuzeigen.

  • Analyse von Vorratsschädlingen am Beispiel des Kartoffel- und Kornkäfers
  • Untersuchung der ökologischen Rolle von Käfern in der Rinderzucht (Australien)
  • Betrachtung von Käfern als alternative, energiereiche Proteinquelle (Entomophagie)
  • Funktionsmorphologische Anpassungen und deren Auswirkungen auf den Nutzen
  • Diskussion über die Sinnhaftigkeit einer Einteilung in "Nutzen und Unnutzen"

Auszug aus dem Buch

Die Plagen des Kartoffelkäfers (Leptinotarsa decemlineata)

Entdeckt wurde er im Jahr 1824 vom amerikanischen Entomologen Say in den Rocky Montains in Colorado auf einer Pflanze, dem Stachel-Nachtschatten (Solanum rostratum). Zu dieser Zeit war der Käfer noch sehr selten, bis dann 1850 die Pazifikbahn auch dem Käfer zu mehr Mobilität verhalf und der „Coloradokäfer“ wie er zu der Zeit genannt wurde wechselte außerdem seine Wirtspflanze. Von nun an fand man ihn vorzugsweise und in großen Mengen auf der Kartoffel (Solanum tuberosum). Neun Jahr später gab es bereits erste große Schäden in Nebraska. 1874 erreichte er die Küste des Atlantischen Ozeans. Mit strengen Kontrollen versuchte man eine weitere Verbreitung zu vermeiden, allerdings gelang dies nur bedingt und bereits 1877 fand man den Käfer in den Hafenanlagen von Liverpool und Rotterdam. Somit stand einer Ausbreitung in Europa nichts mehr im Weg und noch im gleichen Jahr meldete Mühlheim am Rhein bei Köln und Torgau in Sachsen Verbreitungsherde.

Zusammenfassung der Kapitel

(1) Einleitung: Dieses Kapitel thematisiert die verbreitete Abneigung gegenüber Käfern und kontrastiert diese mit deren vielfältigen ökologischen Funktionen sowie historischen Belegen für ihre Wertschätzung.

(2) Hauptteil: Der Hauptteil untersucht detailliert die negativen Auswirkungen von Schädlingen wie dem Kartoffel- und Kornkäfer sowie den positiven Nutzen von Kotkäfern in der australischen Weidewirtschaft und das Potenzial von Insekten als menschliche Nahrungsquelle.

(3) Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die negative Sichtweise auf Käfer biologisch nicht haltbar ist, da ihre Rollen in ökologischen Wechselwirkungen eine komplexe Abwägung von Nutzen und Unnutzen erfordern.

Schlüsselwörter

Käfer, Entomologie, Kartoffelkäfer, Kornkäfer, Vorratsschädlinge, Rinderzucht, Kotkäfer, Entomophagie, Insekten als Nahrung, Ökosystem, Nachhaltigkeit, Funktionsmorphologie, Biologische Schädlingsbekämpfung, Artenvielfalt, Landwirtschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der ambivalenten Beziehung zwischen Mensch und Käfer, wobei die klassische Einteilung in nützliche und schädliche Arten kritisch hinterfragt wird.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der landwirtschaftlichen Schadwirkung durch Käfer, deren ökologischem Nutzen in der Weidewirtschaft und der historischen sowie zukünftigen Bedeutung von Insekten als Proteinquelle für den Menschen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, anhand ausgewählter Beispiele aufzuzeigen, dass Käfer weit mehr als nur "Unnutzen" verursachen und ihre ökologische Funktion essenziell ist.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine fachwissenschaftliche Analyse und Auswertung existierender entomologischer Literatur sowie Berichte internationaler Organisationen wie der FAO.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert ausgeführt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Fallbeispiele, darunter die Ausbreitung des Kartoffelkäfers, die wirtschaftlichen Folgen durch Kornkäfer, die biologische Regulierung von Weideland in Australien und das Potenzial der Entomophagie.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Entomophagie, ökologisches Gleichgewicht, Vorratsschutz und Artenmanagement bestimmt.

Warum ist der Kartoffelkäfer für die Landwirtschaft historisch so bedeutend gewesen?

Aufgrund seiner massiven Vermehrungsrate und Spezialisierung auf die Kartoffel verursachte er zwischen 1830 und 1950 erhebliche Ernteausfälle und Hungersnöte.

Welchen konkreten Nutzen haben die eingeführten Kotkäfer in Australien gebracht?

Sie beschleunigten die Zersetzung von Kuhfladen massiv, verhinderten dadurch die Ausbreitung von Fliegenplagen und verbesserten die Bodenqualität durch Nährstoffrückführung und Tunnelsysteme.

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Details

Title
Anthropologischer Unnutzen und Nutzen von Käfern
Author
Simon Steuer (Author)
Publication Year
2013
Pages
13
Catalog Number
V296337
ISBN (eBook)
9783656942931
ISBN (Book)
9783656942948
Language
German
Tags
anthropologischer unnutzen nutzen käfern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simon Steuer (Author), 2013, Anthropologischer Unnutzen und Nutzen von Käfern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/296337
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