Wie der Titel schon nahe legt, werde ich mit dieser Arbeit der Frage nachgehen, wie sich die Partizipation von Kindern mit Migrationshintergrund am deutschen Bildungssystem gestaltet. Zunächst werde ich die Situation und Zusammensetzung der Migranten näher erläutern, da dies für das Verständnis des Themenkomplexes von besonderer Bedeutung ist. Auch werde ich einen kurzen Überblick über die Geschichte der Migration geben, da sich die Situation der Migranten in den letzten Jahren stark gewandelt hat. Später werde ich dann die Situation der Migrantenkinder im deutschen Bildungssystem erläutern und aufzeigen das diese auch heute noch stark benachteiligt sind. Worin die Ursachen dieser Benachteiligung liegen werde ich im letzten Abschnitt des Hauptteiles beleuchten. Den Schluss bildet nochmals ein kurzer Überblick und ein Ausblick auf mögliche Maßnahmen um die Situation der Migranten zu verbessern. Die wichtigste Grundlage dieser Arbeit wird die internationale Vergleichsstudie PISA darstellen, da sie die neuste und umfangreichste Untersuchung in diesem Themenkomplex momentan ist. Bei der Suche nach Informationen zu diesem Thema konnte wurde sehr schnell deutlich wie schnell sich die Migrationssituation gewandelt hat. Die ersten Untersuchungen stammen aus den 1970er und 80er Jahren. Die damalige Situation ist mit der heutigen nur noch in Teilen vergleichbar wie ich auch später aufzeigen werde. In den 90er Jahren lässt sich in der Fachliteratur zu diesem Komplex relativ wenig finden und erst mit der PISA- Studie ist die Fragestellung der sozialen Ungleichheit im Bildungswesen wieder erneut in den Fokus der Forschung gerückt worden.
Dennoch hoffe ich, in dieser Arbeit die Situation der Migranten für den Leser anschaulich und verständlich zu machen.
Inhaltsverzeichnis
1.) Einleitung
2.) Migration und Bildung
2.1 Die Migrationssituation
2.2 Entwicklung der Migration
2.3 Bildungschancen der Kinder mit Migrationshintergrund
2.4 Ursachen der Ungleichheit
3.) Abschlussdiskussion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie sich die Partizipation von Kindern mit Migrationshintergrund am deutschen Bildungssystem gestaltet und welche Faktoren zu ihrer Benachteiligung führen. Im Fokus steht dabei die Analyse der zugrunde liegenden Ursachen unter Einbeziehung aktueller wissenschaftlicher Studien.
- Historische Entwicklung der Migrationssituation in Deutschland
- Differenzierung verschiedener Einwanderungsgruppen und ihre Hintergründe
- Empirische Darstellung der Bildungsdisparitäten zwischen Migranten und Nicht-Migranten
- Einflussfaktoren wie sozialer Status, Zuzugsalter und Sprachkompetenz auf den Schulerfolg
- Diskussion über das deutsche Bildungssystem und notwendige gesellschaftspolitische Maßnahmen
Auszug aus dem Buch
2.4 Ursachen der Ungleichheit
Nun gibt es zahlreiche mögliche Ursachen für die festgestellte Ungleichheit zwischen Migrantenkindern und Kindern ohne Migrationshintergrund, auf einige dieser Ursachen möchte ich im folgenden etwas näher eingehen.
Zunächst wäre die Frage des sozialen Status der Migranten zu klären, da auch bei deutschen Kindern bekannt ist, dass der jeweilige soziale Status der Familie einen Einfluss auf die Schulleistung der Kinder hat. Im Gegensatz zu den meisten traditionellen Einwanderungsländern dominiert in Deutschland die Arbeitsmigration in Berufe für Un- bzw. Angelernte Arbeitskräfte. Dementsprechend gehören die meisten Ausländer auch eher den unteren sozialen Schichten an und sind weit häufiger von Armut und Arbeitslosigkeit betroffen. Auch die Wohnsituation der meisten Ausländer ist „sehr beengt“ (Geißler 2002, 297) und oftmals wohnen sie in Stadtvierteln die als soziale Brennpunkte innerhalb der Stadt gelten. Auch wenn die Unterschiede in der Kinderzahl zwischen Migrantenfamilien (Beide Elternteile im Ausland geboren) und deutschen Familien nicht so gravierend sind, so kann man doch feststellen das Jugendliche mit Migrationshintergrund weit häufiger aus Großfamilien, also aus Familien mit mehr als vier Kindern stammen.
Bei den Migranten liegt der Anteil der Kinder aus einer solchen Großfamilie bei 25% im Gegensatz zu den Nichtmigranten wo es lediglich 15% sind. Es dominiert bei beiden Gruppen allerdings die Familie mit zwei Kindern, bei den Migranten stammen 39,7% der Kinder aus einer solchen Familie, bei den Nichtmigranten sind es sogar 46,4%. Es lässt sich über die soziale Situation der jugendlichen mit Migrationshintergrund also folgendes festhalten: Zum einen stammen sie überwiegend aus eher sozial schwachen, aber kinderreichen Familien. Es zeigt sich, egal ob bei Migranten oder Nichtmigranten das sich diese beiden Faktoren eher ungünstig auf die Schullaufbahn auswirken.
Zusammenfassung der Kapitel
1.) Einleitung: Die Einleitung umreißt die Fragestellung nach der Bildungspartizipation von Kindern mit Migrationshintergrund und benennt die PISA-Studie als zentrale Untersuchungsgrundlage.
2.) Migration und Bildung: In diesem Kapitel werden grundlegende Begrifflichkeiten geklärt, die historische Entwicklung der Migration in Deutschland nachgezeichnet und die ungleichen Bildungschancen sowie deren sozioökonomische und sprachliche Ursachen detailliert analysiert.
3.) Abschlussdiskussion: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert mögliche Lösungsansätze, insbesondere im Hinblick auf frühzeitige Sprachförderung und eine Anpassung des Bildungssystems.
Schlüsselwörter
Migration, Bildungssystem, Migrationshintergrund, Bildungsungleichheit, PISA-Studie, Schulerfolg, soziale Herkunft, Sprachkompetenz, Zuzugsalter, Integration, Gastarbeiter, Sprachförderung, Chancengleichheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Benachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund innerhalb des deutschen Bildungssystems.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Migration in Deutschland, den Bildungsdisparitäten zwischen Migranten und deutschen Altersgenossen sowie den Ursachen für diese Ungleichheiten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Gründe für die geringere Partizipation von Migrantenkindern am Bildungserfolg aufzuzeigen und Lösungswege zu diskutieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse, wobei insbesondere Daten der PISA-Studie zur empirischen Untermauerung der Argumente herangezogen werden.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Migrationssituation, die Darstellung der Bildungschancen und die Untersuchung spezifischer Ursachen wie den sozialen Status, das Zuzugsalter und Sprachbarrieren.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Bildungschancen, Integration, Migrationshintergrund, soziale Ungleichheit und Sprachförderung geprägt.
Welchen Einfluss hat das Zuzugsalter auf den Bildungserfolg?
Die Analyse zeigt, dass ein späterer Zuzug tendenziell mit schlechteren Chancen auf einen höheren Schulabschluss korreliert.
Wie bewertet der Autor die Rolle des Bildungssystems selbst?
Der Autor argumentiert, dass neben sozioökonomischen Faktoren auch die Struktur des Schulsystems, wie etwa die Notenvergabe und die mangelnde individuelle Förderung, zur Benachteiligung beitragen können.
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- Christoph Färber (Author), 2004, Migration und Bildung: Ungleiche Bildungschancen für Kinder mit Migrationshintergrund?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29643