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James M. Buchanan: Eine ökonomische Theorie der Verfassung

Title: James M. Buchanan: Eine ökonomische Theorie der Verfassung

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 30 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Christoph Fenner (Author)

Business economics - Economic Policy
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James M. Buchanan gilt als einer der bedeutendsten Wirtschaftswissenschaftler in der Zeit ab dem 2. Weltkrieg. Sein Name ist dabei eng verbunden mit dem Begriff der Konstitutionen- oder Verfassungsökonomik: Als wohl namhaftester Vertreter dieser Teilrichtung innerhalb der Politischen Ökonomie, beschäftigt er sich in erster Linie mit der Frage nach der „guten Gesellschaftsordnung“. Dabei nimmt er Rückgriff auf klassische Vertragstheoretiker, insbesondere Thomas Hobbes2, und auf die der Gegenwart, wie etwa John Rawls, als auch auf explizite Vertreter seines Faches, vor allem der letzten beiden Jahrhunderte, wie etwa Knut Wicksell (GdF 10).

Wenn er immer wieder betont, dass Menschen ihre Entscheidungen in einem gesellschaftlichen Umfeld treffen, so ist dies in erster Linie als Kritik an anderen Vertretern der Ökonomie zu verstehen, die versuchen, von der Analyse der „individuellen Nutzenmaximierung unmittelbar auf Fragen der Nutzenmaximierung ganzer Gesellschaften überzugehen“ (BvR 1) und damit doch nur “Modellschreinerei in extremer Akribie”3 betreiben, ohne jedoch ihr erschlossenes Wissen für die wirtschaftspolitischen Entscheidungsinstanzen zugänglich, geschweige denn nützlich machen zu können. An diesem Vakuum setzt Buchanan an. Für ihn sind die Beziehungen zwischen den Individuen, aus denen sich eine Gesellschaft bildet, von überragender Bedeutung: In einem Umfeld, in dem solche Interaktionen stattfinden sind neben dem Vorhandensein und dem Verhalten der anderen Individuen auch die Existenz von Institutionen, durch die das Agieren des einzelnen geregelt wird von größter Wichtigkeit und im Allgemeinen „bedeutsamer als die physischen Umweltbedingungen“ (BvR 1), wie sie in ökonomischen Problemfällen eines Robinson Crusoe zutage treten (GdF 14).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DIE KLASSISCHE IDEE EINER VERTRAGS THEORIE

3. DAS VERTRAGSTHEORETISCHE KONZEPT BUCHANANS

3.1 DIE GRUNDIDEE

3.2 AUSGANGSPUNKT VON BUCHANANS VERFASSUNGSKONZEPT

3.3 STAAT UND MARKT

3.4 BUCHANANS NATURZUSTAND UND DAS GLEICHGEWICHT DER ANARCHIE

3.5 ERSTE VERTRAGSSTUFE – RECHTSSCHUTZSTAAT

3.6 ZWEITE VERTRAGSSTUFE - LEISTUNGSSTAAT

3.7 PROBLEME DER EINSTIMMIGKEIT AUF POSTKONSTITUTIONELLER EBENE

3.7.1 Eigeninteresse und Unsicherheit

3.7.2 Das Problem des Zwangs

3.9 ZUSAMMENFASSUNG

4. KRITIK

4.1 PROBLEM DER ZWECKRATIONALITÄT

4.2 ZUR PRAKTISCHEN VERWIRKLICHUNG

4.3 VON LEVIATHAN KEINE SPUR?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht James M. Buchanans ökonomische Theorie der Verfassung, um zu ergründen, wie eine legitime staatliche Rechtsordnung durch kollektive Verträge rational handelnder Individuen entstehen kann. Dabei wird analysiert, wie Buchanan den Staat als Mechanismus zur Realisierung kollektiver Vorteile definiert und welche methodischen sowie praktischen Einwände gegen diesen Ansatz bestehen.

  • Konstitutionelle Politische Ökonomie und Vertragstheorie
  • Staat als Rechtsordnung (Rechtsschutzstaat und Leistungsstaat)
  • Die Rolle der Einstimmigkeitsregel und des rationalen Kalküls
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Zweckrationalität und praktischen Umsetzbarkeit

Auszug aus dem Buch

3.4 BUCHANANS NATURZUSTAND UND DAS GLEICHGEWICHT DER ANARCHIE

In der Tradition der bereits oben erwähnten Vertragstheoretiker, zeichnet auch Buchanan ein Modell, in dem es zunächst noch keinen Staat gibt, in dem Anarchie herrscht. Dennoch handeln die Individuen rational gemäß dem bereits oben erwähnten neoklassischen Rationalitätsaxiom, denn Eigeninteresse leitet in erster Linie ihr Handeln.

Im Zustand der Anarchie verteilen die Individuen ihre Kräfte auf drei unterschiedliche Tätigkeiten: Produktion, Raub und Verteidigung. Buchanan geht für sein Modell dabei zunächst von einer einfachen Zwei-Personen-Welt aus. In diesem Szenario haben beide Robinsone zwei Möglichkeiten, um sich ihr überleben zu sichern. Sie können entweder selber das zum Leben notwendige anbauen und produzieren, oder aber sie versuchen, alles, was sie brauchen, von der anderen Person zu stehlen. Die mögliche Gefahr der Beraubung macht nun allerdings Produktionsanstrengungen für jeden der beiden unattraktiver, so dass sie einen Teil ihrer Energie für die Verteidigung ihres Eigentums anstrengen müssen, um sich ihrer Früchte sicher zu sein. So kommt es schließlich zu einem ausgeglichenen Zustand, in dem beide ihre Ressourcen auf diese drei Tätigkeiten verteilt haben. Spieltheoretisch kann von einem Gleichgewicht der Anarchie gesprochen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in Buchanans Ansatz der Verfassungsökonomik und die zentrale Fragestellung der „guten Gesellschaftsordnung“.

2. DIE KLASSISCHE IDEE EINER VERTRAGS THEORIE: Darstellung der historischen Wurzeln vertragstheoretischer Ansätze bei Hobbes, Locke und Rousseau.

3. DAS VERTRAGSTHEORETISCHE KONZEPT BUCHANANS: Analyse von Buchanans Modell, das den Staat als Ergebnis eines rationalen Vertragsprozesses zwischen Individuen begreift.

4. KRITIK: Kritische Reflexion der Modellannahmen, insbesondere hinsichtlich der Zweckrationalität und der praktischen Anwendung von Buchanans Theorien.

Schlüsselwörter

Verfassungsökonomik, Vertragstheorie, James M. Buchanan, Rechtsstaat, Leistungsstaat, Anarchie, Zweckrationalität, Einstimmigkeitsregel, Kollektiventscheidung, Institutionenökonomik, Pareto-Optimum, Individualismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt James M. Buchanans ökonomische Theorie der Verfassung, in der er den Staat als ein System von Regeln analysiert, das auf einem freiwilligen Vertrag zwischen rationalen Individuen basiert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Vertragstheorie, die ökonomische Modellierung des Staates als Rechtsschutz- und Leistungsstaat sowie die kritische Reflexion individualistischer Rationalitätsannahmen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Legitimierung des Staates als Rechtsordnung durch Buchanans ökonomische Modellansätze nachzuzeichnen und zu prüfen, ob dieses Konzept als Hilfe für eine praktische Politik taugt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine wissenschaftstheoretische Analyse vorgenommen, die ökonomische und spieltheoretische Modellannahmen (insb. den homo oeconomicus) auf ihre Tragfähigkeit im Kontext politischer Verfassungsfragen prüft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erstreckt sich von der theoretischen Grundlegung über die schrittweise Entwicklung des Rechts- und Leistungsstaates bis hin zur kritischen Auseinandersetzung mit der Zweckrationalität nach Hayek.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind die Verfassungsökonomik, der Gesellschaftsvertrag, das Einstimmigkeitsprinzip sowie die Abgrenzung von Anarchie und Leviathan.

Wie unterscheidet Buchanan zwischen Rechtsschutzstaat und Leistungsstaat?

Der Rechtsschutzstaat dient der Durchsetzung von Eigentumsrechten und Regeln, während der Leistungsstaat kollektive Güter bereitstellt, die aufgrund von Marktversagen oder Nicht-Rivalität im Konsum durch den Einzelnen allein nicht effizient finanzierbar wären.

Warum übt der Autor Kritik an Buchanans Zweckrationalität?

Der Autor argumentiert, dass der Mensch nicht nur als „zweckrationale Schöpfung“ handelt, sondern in seinem Verhalten auch stark durch kulturell erlernte Normen und Moral geprägt ist, was in rein ökonomischen Modellen oft ausgeblendet wird.

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Details

Title
James M. Buchanan: Eine ökonomische Theorie der Verfassung
College
University of Freiburg  (Institut für allgemeine Wirtschaftsforschung)
Course
Interdisziplinäres Seminar 'Der Staat aus juristischer und ökonomischer Sicht'
Grade
1.0
Author
Christoph Fenner (Author)
Publication Year
2002
Pages
30
Catalog Number
V29721
ISBN (eBook)
9783638311656
ISBN (Book)
9783656058182
Language
German
Tags
Buchanan Theorie Verfassung Interdisziplinäres Seminar Ökonomie Ordnungsökonomie Vertragstheorie Leviathan Hobbes Freiheit Staat
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christoph Fenner (Author), 2002, James M. Buchanan: Eine ökonomische Theorie der Verfassung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29721
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