Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Medien / Kommunikation - Theorien, Modelle, Begriffe

Der Prozess "Fernsehen" unter besonderer Berücksichtigung des Faktors Gespräch

Titel: Der Prozess "Fernsehen" unter besonderer Berücksichtigung des Faktors Gespräch

Referat (Ausarbeitung) , 2004 , 9 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Moritz Förster (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Theorien, Modelle, Begriffe
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Rahmen der „Cultural Studies“ werden in dieser Arbeit Ansätze thematisiert, die das Fernsehen in Bezug zur Kultur setzen. Von besonderem Interesse ist dabei, welche Rolle Gespräche während oder nach der Fernsehrezeption spielen, die den gezeigten Inhalt thematisieren.
Als Grundlage werde ich eingangs eine Arbeit von John Fiske heranziehen. Dieser fordert, den Unterschied zwischen „Text“ und „Publikum“ aufzuheben und schlägt als Alternative vor, das gesamte bedeutungserzeugende Potenzial des Fernsehens mit dem Begriff „Textualität“ zu definieren.
Anhand von drei Untersuchungen der Autoren Mary Ellen Brown, Marie Gillespie und Andreas Hepp soll zudem versucht werden einen etwas detaillierten Einblick zu gewinnen, inwieweit die interpersonale Kommunikation über Fernsehinhalte die Aufnahme des Gezeigten beeinflusst.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Fernsehen und Kultur

2.1 Der Fernseh-Konsum als Prozess

2.2 Katalysator „Gespräch“ bei der Fernseh-Rezeption

2.3 Die Muster der Fernsehgespräche

3. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Rolle von Gesprächen während oder nach der Fernsehrezeption zu untersuchen und aufzuzeigen, wie interpersonale Kommunikation den Prozess der Bedeutungskonstruktion und die Aufnahme von Fernsehinhalten innerhalb der "Cultural Studies" beeinflusst.

  • Die theoretische Auflösung der Trennung zwischen "Text" und "Publikum" nach John Fiske.
  • Die Bedeutung des "TV-Talks" als ethnographische Datenquelle und Strategie der Identitätsbildung.
  • Die Funktion von Klatsch als informelles Kontrollmittel in sozialen Gruppen.
  • Die Typisierung kommunikativer Muster bei der Fernsehaneignung (z. B. Bewertungssequenzen, Lästersequenzen).

Auszug aus dem Buch

2.2 Katalysator „Gespräch“ bei der Fernseh-Rezeption

Anknüpfend an die Vorschläge von Fiske werden in diesem Kapitel drei Untersuchungen von Brown, Gillespie und Hepp vorgestellt, in denen Fernseh Rezeption und interpersonelle Kommunikation in Bezug zueinander gestellt werden. Die von Fiske bereits angedeutete These brachte Michel de Certeaus dabei deutlich auf den Punkt: Nach de Certeau ist da Produzieren von Texten in dem Sinne eine strategische Tätigkeit, dass der oder die Textproduzenten versuchen, eine von ihnen favorisierte Bedeutung ‚festzuschreiben’. Das heißt aber nicht, dass ihnen dies mit ihren Texten gelingen muss. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass Rezipienten mit Texten andere Bedeutungen verbinden, als die Textproduzenten.

In diesem Prozess sollen nun – wie es David Morley vorschlug – die Gespräche der Zuschauer eine zentrale Rolle einnehmen. Damit bilden sich zwei Kommunikationsebenen: Zum einen die von Morley als „global“ charakterisierten Fernsehdiskursen, zum anderen die „lokalen“ Diskurse der Rezipienten über das Fernsehen.

In der Studie „Television, Ethnicity and Cultural Change“ analysiert Marie Gillespie „the role of television in the formation and transformation of identity among young Punjabi Londoners“. Eine wichtige Rolle spielt dabei der – wie von ihr bezeichnete – „TV talk”, also die Gespräche, in denen sich die Jugendlichen über das Fernsehen unterhalten. Der TV-Talk nimmt dabei einen methodologischen und einen inhaltlichen Stellenwert ein: „Both dimensions are important to this study: TV talk as a source of ethnographic data and ethnography as a strategy in audience resarch.“ Dem „TV talk“ gegenüber steht in Gillespies Analyse der „broadcast talk“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, welche Rolle interpersonale Kommunikation bei der Rezeption von Fernsehinhalten spielt und verortet die Arbeit im Feld der Cultural Studies.

2. Fernsehen und Kultur: Dieses Kapitel erläutert theoretische Ansätze zur aktiven Rolle des Rezipienten, die Bedeutung von Gesprächen als Katalysator bei der Aneignung von Fernsehinhalten und klassifiziert spezifische kommunikative Muster.

2.1 Der Fernseh-Konsum als Prozess: Hier wird John Fiskes Konzept der Textualität diskutiert, welches die klassische Trennung zwischen Fernsehtext und Publikum als nicht haltbar dekonstruiert.

2.2 Katalysator „Gespräch“ bei der Fernseh-Rezeption: Das Kapitel analysiert anhand verschiedener Studien, wie lokale Alltagsgespräche ("TV talk") dazu dienen, Fernsehinhalte in den eigenen Lebenskontext zu integrieren.

2.3 Die Muster der Fernsehgespräche: Dieser Abschnitt strukturiert mittels einer Tabelle die verschiedenen Ausprägungen von Fernsehgesprächen, wie beispielsweise Lästersequenzen oder Bewertungssequenzen, und deren Funktion für die Gruppenidentität.

3. Fazit: Das Fazit resümiert, dass Fernsehen als aktiver Prozess der kommunikativen Gesellschaft zu verstehen ist, in dem die Grenze zwischen Rezipient und Inhalt fließend ist.

Schlüsselwörter

Cultural Studies, Fernsehrezeption, John Fiske, Textualität, TV-Talk, Intertextualität, Klatsch, Kommunikative Aneignung, Identitätsbildung, Fernsehdiskurs, Alltagsdiskurs, Rezipientenforschung, Mediensoziologie, Kommunikation, Gruppenidentität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Prozess der Fernsehaneignung und stellt dabei die zentrale Bedeutung heraus, die zwischenmenschliche Gespräche während oder nach der Sendung für die Interpretation der Inhalte haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Auflösung der Trennung zwischen Sender und Empfänger, die Bedeutung von "TV-Talk" für die Identitätsbildung sowie die Analyse spezifischer Kommunikationsmuster wie Klatsch und Scherze.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den "Prozess Fernsehen" nicht als passive Einbahnstraße, sondern als aktiven Teil der gesellschaftlichen Kommunikation darzustellen, bei dem Bedeutung erst durch die interpersonale Verarbeitung entsteht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse und die Zusammenführung existierender Fallstudien (u.a. von Brown, Gillespie und Hepp) zur Fernsehaneignung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert theoretische Konzepte von John Fiske, die Bedeutung von Gesprächen als Vermittlungsprozess zwischen globalen Medien- und lokalen Alltagsdiskursen sowie eine Typisierung verschiedener Gesprächsmuster.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Cultural Studies, Textualität, TV-Talk, Kommunikative Aneignung und Identitätsbildung.

Wie unterscheidet sich der "TV-Talk" vom "Broadcast Talk"?

Der "TV-Talk" bezeichnet die lokalen Alltagsgespräche der Zuschauer über das Gesehene, während der "Broadcast Talk" die vom Medium selbst verbreiteten, globalen Fernsehdiskurse repräsentiert.

Welche Rolle spielt der Klatsch bei der Fernsehaneignung?

Klatsch fungiert laut der zitierten Forschung als informelles Kontrollmittel, das innerhalb von Gruppen zur Stabilisierung von Normen und zur Konstituierung eines Wir-Gefühls beiträgt.

Was besagt die Theorie von John Fiske zur "Textualität"?

Fiske argumentiert, dass Fernsehinhalte kein einheitliches Ganzes bilden und jeder Zuschauer die Freiheit hat, dem Programm in einem gewissen Rahmen eine individuelle Bedeutung zuzuweisen.

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Prozess "Fernsehen" unter besonderer Berücksichtigung des Faktors Gespräch
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Publizistik- und Kommunikationswissenschaften)
Veranstaltung
Proseminar Medientheorien
Note
1,0
Autor
Moritz Förster (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
9
Katalognummer
V29778
ISBN (eBook)
9783638312141
ISBN (Buch)
9783638886338
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Prozess Fernsehen Berücksichtigung Faktors Gespräch Proseminar Medientheorien
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Moritz Förster (Autor:in), 2004, Der Prozess "Fernsehen" unter besonderer Berücksichtigung des Faktors Gespräch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29778
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  9  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum