Der Bruch der Marxschen Geschichtsauffassung


Seminararbeit, 2000

17 Seiten, Note: 2,6


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

I. VORBEMERKUNG

II. KARL MARX
1. Biographie
2. Leben und Werk

III. DIE NEUE GESCHICHTSAUFFASSUNG: DER MATERIALISMUS
1. Versuch einer Begriffsklärung
2. Der Einfluß der Hegel’schen Dialektik auf Karl Marx
3. Ludwig Feuerbach und dessen Deutung bei Karl Marx
4. Ausgewählte Schriften über den Materialismus
a) „Thesen über Feuerbach“
b) „Die Deutsche Ideologie“
5. Konstituierung einer Theorie des Materialismus
a) Der dialektische Materialismus
b) Der historische Materialismus
c) Welche Rolle spielt der Mensch in der neuen Geschichtsauffassung?

IV. BIBLIOGRAPHIE

I. VORBEMERKUNG

Im Rahmen dieser Hausarbeit sollen die folgenden Fragen geklärt werden:

- Weshalb kann man mit der Ausarbeitung der Feuerbachthesen und der deutschen Ideologie von einer neuen Geschichtsauffassung sprechen, die das weitere theoretische Konzept in eine neue Richtung bringt?
- Welche Rolle spielen individuelle Akteure in der Geschichtsauffassung?

Ausgehend von Hegels Dialektik und Feuerbachs Religionskritik konstituiert Karl Marx eine völlig neue Geschichtsauffassung, die materialistische Geschichtsauffassung. In den „Thesen über Feuerbach“ und “Die Deutsche Ideologie“ beschreibt er zum ersten Mal diese Thematik.

Dabei lassen sich zwei heuristische Grundannahmen herausfiltern:

1. Die menschlichen Vergesellschaftungssysteme werden aus einem historisch-dialektischen Blickwinkel betrachtet. Gesellschaften sind danach prinzipiell instabil im Sinne von wandelbaren Systemen, wobei sich die Entwicklung als ein dialektischer Prozeß darstellen läßt.
2. Die historisch-dialektische Betrachtung fußt auf einer materialistischen Grundkonzeption. Durch diese steht jedes gesellschaftlich relevante Phänomen in einer bestimmten und bestimmbaren Beziehung zu den materiellen Verhältnissen. Dieser Begriff meint die existentiellen Lebensbedingungen, die Menschen im Rahmen ihrer biologisch-organischen Kapazität durch die Auseinandersetzung mit den natürlichen und sozialen Umweltbedingungen im Arbeitsprozeß schaffen.

II. KARL MARX

(1818 – 1883)

1. Biographie

Am 5.Mai 1818 wurde Karl Marx als Sohn einer jüdischen Familie in Trier geboren. Sein Vater war Rechtsanwalt, konnte jedoch wegen seines jüdischen Glaubens die Praxis nicht weiterführen, also wechselte er zum evangelischen Glauben über. 1824 wurde dann auch Karl Marx mit den anderen Kindern konvertiert. Später (1830 – 1835) besuchte er ein Gymnasium, und danach begann er 1835 mit dem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Bonn. Im darauffolgenden Jahr wechselte er nach Berlin, wo er sich auf die Philosophie konzentrierte und in diesem Fach auch 1841 dissertierte, aus politischen Gründen jedoch an der Universität Jena. Sein linkes Denken stand allerdings einer akademischen Laufbahn im Weg. Ab 1842 war er für kurze Zeit Redakteur bei der liberal-oppositionellen „Rheinischen Zeitung“, wo er regimekritische Artikel veröffentlichte. Er beschäftigte sich zum ersten Mal mit der Sozialen Frage, bekam aber schnell auch Probleme mit der Zensur. Schließlich mußte er 1843 seine Tätigkeit bei der Zeitung wieder aufgeben, da sie wegen staatsfeindlicher Artikel verboten wurde. Im März 1843 heiratete er seine Jugendfreundin Jenny von Westphalen, und beide zogen zusammen nach Paris, in das liberale Frankreich. U.a. arbeitete er dort an der Herausgabe der deutsch-französischen Jahrbücher mit, und schrieb für die sozialistische Zeitung „Vorwärts“. 1845 erfolgte die Ausweisung auf Druck der preußischen Regierung. Er siedelte nach Brüssel über, wo er Friedrich Engels kennenlernte. Von diesem Moment an arbeiteten beide eng miteinander zusammen, z.B. verfaßten sie nach der Revolution von 1848 das „Manifest der kommunistischen Partei“, das als „Kommunistisches Manifest“ weltbekannt wurde. Im selben Jahr kehrte Karl Marx mit Friedrich Engels nach Köln zurück und beteiligte sich an der Herausgabe der „Neuen Rheinischen Zeitung“. Nach der Niederlage der Revolution mußten sie wieder emigrieren, sie verbrachten eine zeitlang in Paris bis sie nach London übersiedelten (Friedrich Engels zog nach Manchester). In England konzentrierten sie sich vornehmlich auf ökonomische Studien. Zwischen 1859 und 1867 entstand „Das Kapital“. Darin befanden sich Thesen über die Bewegung der kapitalistischen Produktion und den historischen Materialismus. Nach dem Tod seiner Frau (1881) und seiner Tochter (1883) stirbt Karl Marx selbst am 14.März 1883 in London.

2. Leben und Werk

Für Karl Marx war nicht von Anfang an klar, daß er ein Materialist war, vielmehr hat er sich erst im Laufe der Jahre zu einem entwickelt. Zu Beginn stand er noch ganz unter dem Einfluß von Georg Wilhelm Friedrich Hegel, war Links- beziehungsweise Junghegelianer. Seine Persönlichkeit mußte sich erst noch formen. Als linker Philosoph lernte er schon bald die repressive Obrigkeit kennen. Zusammen mit seinen Erfahrungen und den Auswirkungen der Industriellen Revolution formte sich in ihm ein Gedankengebäude, das nach radikalen Umwälzungen der Gesellschaftsstrukturen rief. Er sah in der bourgeoisen Produktionsmethode, die auf der Ausbeutung des Proletariats gründet, die Ursache des sozialen Elends und erkannte, daß die Industrialisierung irreversible Veränderungen an der Gesellschaft gebracht hatte. Kirchen und landesfürstlicher Obrigkeit warf er vor, daß sie das Kapital unterstützen würden. Seine Alternative lag in der Abschaffung jeglichen Privateigentums an Produktionsmitteln und der Aufhebung der menschlichen Selbstentfremdung. Das kapitalistische System würde daraufhin an sich selbst zugrundegehen. Am Ende steht dann die klassenlose Gesellschaftsform des Kommunismus, in der es weder Unterdrücker noch Unterdrückte geben wird.

In seiner Dissertation „Differenz der demokritischen und epikureischen Naturphilosophie“ (1841) bezog er sich noch auf den Wechsel von mechanistischen Materialismus und kritischem Idealismus des abstrakten Selbstbewußtseins. In den „Ökonomisch-philosophischen Manuskripten“ (1844) trat er dann für den Naturalismus ein, der sich sowohl vom Idealismus als auch vom Materialismus unterschied und trotzdem irgendwie beide auch in sich vereinigte. Als er Friedrich Engels kennenlernte, kam er logischerweise auch in Kontakt mit dessen Anschauungen. Dieser hatte sich etwa sehr für Ludwig Feuerbach begeistert, und bei diesem konnte Karl Marx erstmals von einem wahren Materialismus sprechen. Zusammen mit Friedrich Engels behandelte er in der „Heiligen Familie“ (1844) die Spirale des Kampfes zwischen Metaphysik und Materialismus, wobei zu diesem Zeitpunkt Hegels Metaphysik den vollendeten und mit dem Humanismus zusammenfallenden Materialismus noch bereicherte.

Erst seit 1845, mit der Ausarbeitung der „Thesen über Feuerbach“ und der „Deutsche [n] Ideologie“ ging Karl Marx einen völlig neuen Weg. Und auf diesen möchte ich nun im einzelnen näher eingehen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Der Bruch der Marxschen Geschichtsauffassung
Hochschule
Universität Leipzig  (Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Die Marx'sche Akteurskonzeption im Schnittpunkt von Arbeit und Gesellschaft
Note
2,6
Autor
Jahr
2000
Seiten
17
Katalognummer
V2978
ISBN (eBook)
9783638117913
Dateigröße
544 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bruch, Marxschen, Geschichtsauffassung, Marx‘sche, Akteurskonzeption, Schnittpunkt, Arbeit, Gesellschaft
Arbeit zitieren
M.A. Annett Rischbieter (Autor), 2000, Der Bruch der Marxschen Geschichtsauffassung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2978

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