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Überlegtes Handeln und geplantes Verhalten

Title: Überlegtes Handeln und geplantes Verhalten

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 15 Pages , Grade: 2

Autor:in: Mag. Viktoria Schmidt (Author)

Psychology - Social Psychology
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Der Mensch ist einerseits ein Teil der Natur und funktioniert als Naturwesen nach Naturgesetzen. Andererseits hat er als geistiges Wesen Kultur geschaffen und kann zielgerichtet handeln. Diesen beiden Aspekten muss die Psychologie als Wissenschaft gerecht werden: Verhalten und Erleben ist zum einen bedingt durch Ursachen, zum anderen wird es von den Zielvorstellungen, von den Absichten des handelnden Menschen bestimmt.

Die Betrachtungsweise, die nach den Ursachen des Verhaltens fragt, nennt man kausale Betrachtungsweise. Diejenige, die nach dem Ziel des Verhaltens und Erlebens fragt, bezeichnet man als finale Betrachtungsweise. Die kausale Betrachtungsweise geht davon aus, dass alles Geschehen in einem ursächlichen Zusammenhang, in einem Verhältnis von Ursache und Wirkung steht. Demnach hat jedes Verhalten und Erleben etwas Vorangegangenes als Ursache zur Voraussetzung. Die finale Betrachtungsweise geht davon aus, dass alles Geschehen zielgerichtet ist. Mit dem Verhalten und Erleben wird eine bestimmte Absicht, ein bestimmter Zweck verfolgt.

Die jüngere Psychologie sieht das Verhalten und Erleben unter beiden Gesichtspunkten: Vergangene Einflüsse spielen eine wichtige Rolle, doch sie legen den Menschen nicht fest: Es kommt darauf an, was der Einzelne aus diesen vergangenen Erlebnissen und Erfahrungen macht und welche Ziele und Zwecke er dabei verfolgt. Aus diesem Grund unterscheidet die Psychologie zwischen Verhalten und Handeln. Während unter Verhalten die Gesamtheit aller von außen beobachtbaren Äußerungen eines Lebewesens verstanden wird, bezeichnet man mit Handeln jede menschliche Aktivität, mit welcher bewusst und überlegt ein bestimmter Sinn verbunden, ein bestimmtes Ziel verfolgt wird. In diesem Sinne ist Verhalten der übergeordnete Begriff, der Handeln mit einschließt. Durch diese Unterscheidung trägt die Psychologie vor allem der Tatsache Rechnung, dass der Mensch überlegt handeln kann und keineswegs als reines Reaktionswesen anzusehen ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

1.1 BEGRIFFSABGRENZUNG

1.2 BEEINFLUSSENDE FAKTOREN

2. DIE THEORIE DES ÜBERLEGTEN HANDELNS: TORA

3. DIE THEORIE DES GEPLANTEN VERHALTENS: TOPB

4. GRENZEN DER THEORIEN

5. DIE THEORIE DER KOGNITIVEN DISSONANZ

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht psychologische Modelle, die das zielgerichtete Handeln und geplante Verhalten des Menschen erklären, und analysiert deren theoretische Fundamente sowie Grenzen. Dabei wird insbesondere beleuchtet, wie bewusste Absichten, soziale Normen und die wahrgenommene Verhaltenskontrolle menschliches Tun steuern.

  • Kausale versus finale Betrachtungsweisen des Verhaltens
  • Die Theorie des überlegten Handelns (TORA)
  • Die Theorie des geplanten Verhaltens (TOPB) als Erweiterung
  • Kritische Analyse der theoretischen Grenzen
  • Kognitive Dissonanz als Mechanismus zur Einstellungsänderung

Auszug aus dem Buch

Die Theorie der kognitiven Dissonanz

Die Grundannahme der Theorie der kognitiven Dissonanz von Festinger ist, dass jeder Mensch nach Harmonie, Konsistenz und Kongruenz in der kognitiven Repräsentation der Umwelt und der eigenen Person strebt. Dissonante Zustände werden als unangenehm empfunden und deshalb wird ihr Abbau angestrebt. Weiters strebt jeder Mensch nach „Commitment“ – d.h. nach Verfestigung seiner Kognitionen. Diese Konsistenzmotivation wird als das Streben einer Person angesehen, ihr Denken und Handeln so einzusetzen, dass sich Überzeugungen, Einstellungen, Werte und Verhaltensweisen subjektiv nicht widersprechen. Ein Widerspruch erzeugt eine psychologische Spannung, die unmittelbar kognitive Prozesse mit dem Ziel auslöst, möglichst schnell diese Spannung durch den Aufbau konsonanter bzw. konsistenter Zustände abzubauen.

Im wesentlichen läßt sich Dissonanz auf drei Arten reduzieren: Durch Änderung von einem oder mehreren Elementen der dissonanten Beziehungen, durch Hinzufügen neuer Elemente oder durch Vermindern der Bedeutung der dissonanten Elemente. Einfach gesprochen werden Informationen selektiert. Man sucht und bevorzugt solche Informationen, die die gewählte Handlungsalternative aufwerten und die Nicht-gewählte abwerten. Weiters meidet man solche Informationen, die das Umgekehrte nahelegen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Definiert die psychologische Unterscheidung zwischen Verhalten und Handeln und erläutert die Bedeutung zielgerichteter Absichten.

2. DIE THEORIE DES ÜBERLEGTEN HANDELNS: TORA: Stellt das Modell von Fishbein und Ajzen vor, das Verhalten als Ergebnis vernunftgesteuerter Absichten beschreibt.

3. DIE THEORIE DES GEPLANTEN VERHALTENS: TOPB: Erweitert das TORA-Modell um die Komponente der wahrgenommenen Verhaltenskontrolle, um auch nicht vollständig willentliches Verhalten zu erklären.

4. GRENZEN DER THEORIEN: Diskutiert, warum die Modelle bei automatisierten oder habituellen Handlungen an ihre Grenzen stoßen.

5. DIE THEORIE DER KOGNITIVEN DISSONANZ: Analysiert das menschliche Bedürfnis nach interner Konsistenz und den Umgang mit psychologischer Spannung bei widersprüchlichen Kognitionen.

Schlüsselwörter

Sozialpsychologie, Handeln, Verhalten, TORA, TOPB, Intention, subjektive Norm, Verhaltenskontrolle, kognitive Dissonanz, Konsistenzmotivation, Selbstwirksamkeit, Commitment, Einstellungs-Verhaltens-Zusammenhang, Handlungsalternativen, Initiationsrituale.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit psychologischen Theorien, die erklären, wie Menschen zielgerichtet handeln und warum ihr Verhalten oft von bewussten Überlegungen und sozialen Einflüssen geprägt ist.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen die Theorie des überlegten Handelns (TORA), die Theorie des geplanten Verhaltens (TOPB) sowie die Theorie der kognitiven Dissonanz.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die wissenschaftliche Sichtweise auf menschliches Handeln zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie kognitive Prozesse und Absichten die Vorhersage von Verhalten ermöglichen oder begrenzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Seminararbeit, die auf Basis psychologischer Fachliteratur verschiedene Theorien vergleicht und kritisch bewertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der TORA und TOPB, die Diskussion der theoretischen Grenzen bei Gewohnheiten sowie die Analyse der kognitiven Dissonanztheorie inklusive praktischer Anwendungsbeispiele.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Intention, Verhaltenskontrolle, subjektive Norm, Konsistenzstreben und die Unterscheidung zwischen Verhalten und Handeln.

Wie unterscheidet sich die TOPB von der TORA?

Die TOPB ergänzt die TORA um die Komponente der „wahrgenommenen Verhaltenskontrolle“, da die alleinige Intention nicht ausreicht, um Verhalten vorherzusagen, wenn die persönliche Kontrolle durch Hindernisse eingeschränkt ist.

Was besagt die Theorie der kognitiven Dissonanz in Bezug auf Rituale?

Die Theorie erklärt, dass Initiationsrituale – wie etwa die „Hell Week“ – das Commitment erhöhen, da Personen, die Mühen auf sich nehmen müssen, den Wert einer Gruppe höher einschätzen, um ihre investierte Anstrengung konsistent zu rechtfertigen.

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Details

Title
Überlegtes Handeln und geplantes Verhalten
College
University of Linz
Grade
2
Author
Mag. Viktoria Schmidt (Author)
Publication Year
2004
Pages
15
Catalog Number
V29793
ISBN (eBook)
9783638312240
ISBN (Book)
9783656503866
Language
German
Tags
Handeln Verhalten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag. Viktoria Schmidt (Author), 2004, Überlegtes Handeln und geplantes Verhalten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29793
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