Vergleich der Religionsauffassungen von Hegel und Feuerbach


Seminararbeit, 2000

22 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

I. VORBEMERKUNG

II. GEORG WILHELM FRIEDRICH HEGEL
1. Biographie
2. Hegel und die Religion
a) Religionsphilosophie als Teil eines größeren Systems
b) Hegels Religionsauffassung
c) „Vorlesungen über die Philosophie der Religion“
(1) Die „bestimmten Religionen“
(2) Die „absolute Religion“ - Das Christentum

III. LUDWIG FEUERBACH
1. Biographie
2. Werk und Wirkung
3. Feuerbach und die Religion
a) Feuerbachs Religionsauffassung
b) „Das Wesen des Christentums“
(1) Aufbau
(2) Über das Wesen des Menschen und das Wesen der Religion
(3) Von der Sinnlichkeit zur Religion

IV. VERGLEICH DER RELIGIONSAUFFASSUNGEN VON HEGEL UND FEUERBACH, BEZOGEN AUF IHRE ÄUSSERUNGEN ÜBER DAS CHRISTENTUM
1. Kurze Zusammenfassung Hegels Sicht des Christentums
2. Kurzer zusammenfassender Überblick von Feuerbachs Sicht des Christentums
3. Hegel und Feuerbach – Versuch eines Vergleichs

V. BIBLIOGRAPHIE
1. Primärliteratur
2. Sekundärliteratur

I. VORBEMERKUNG

Im Rahmen dieser Hausarbeit möchte ich den Stoff des Seminars vertiefen. Ausgehend von Georg Wilhelm Friedrich Hegels „Vorlesungen über die Philosophie der Religion“ ist es mein Ziel, in einer Art Gegendarstellung Ludwig Feuerbachs „Wesen des Christentums“ zu interpretieren, und somit dessen Kritik an Hegels Anschauungen deutlich zu machen.

Dazu gehe ich zu Beginn noch einmal kurz auf Georg Wilhelm Friedrich Hegel, sein religionsphilosophisches Werk, und daraus speziell auf die „Vorlesungen über die Philosophie der Religion“ ein. In einem zweiten Abschnitt versuche ich das Schaffen von Ludwig Feuerbach zu dieser Thematik darzustellen, insbesondere sein Hauptwerk das „Wesen des Christentums“. Wenn ich beide Positionen näher erläutert habe, möchte ich abschließend diese miteinander vergleichen, und zwar habe ich dabei besonderes Augenmerk auf ihre Darstellungen der christlichen Religion gelegt.

II. GEORG WILHELM FRIEDRICH HEGEL

1. Biographie

Georg Wilhelm Friedrich Hegel wurde am 27.August 1770 als Sohn eines Rentkammersekretärs in Stuttgart geboren. Er stammte aus einer alten Theologen- und Beamtenfamilie. Nach dem Besuch der Deutschen und der Lateinischen Schule, wechselte er an das „Gymnasium illustre“, welches ihm eine gute Ausbildung ganz im Sinne der Aufklärung vermittelte. Aufgrund seiner dortigen Leistungen konnte er nach seinem Abschluß am Gymnasium als herzoglicher Stipendiat im Evangelischen Stift in Tübingen leben und ab dem Herbst 1788 dort Theologie studieren. Er begegnete Friedrich Hölderlin und F.W.J. Schelling und schloß Freundschaft mit ihnen. Die Begeisterung für die Französische Revolution und für Griechenland sowie die Aneignung der Kantischen Revolution bestimmten die Vorstellungswelt der Freunde, und bald auch seine eigene. In zunehmendem Maße entwickelte er eine ablehnende Haltung gegenüber der Theologie seiner Lehrer. Ende 1793 ging er als Hofmeister zu einer Patrizierfamilie nach Bern. Später dann, Anfang 1797 begab er sich nach Frankfurt am Main, wo sich auch Hölderlin niedergelassen hatte. Dort arbeitete er als Hauslehrer. Die Freundschaft mit Schelling ebnete ihm den Weg zur Habilitation an der Universität Jena, das war 1801. Erst als Privatdozent, und seit 1805 als außerordentlicher Professor für Philosophie, trug er an der Jenaer Universität vor einem kleinen Kreis von Studenten sein System vor. Als er endlich, 1807, den ersten Teil dieses Systems, die „Phänomenologie des Geistes“ publizieren konnte, mußte er wegen den damaligen politischen Wirren aufgrund der Kriegsereignisse Jena verlassen. Er nahm eine Stelle als Zeitungsredakteur bei der Bamberger Zeitung an, und ging 1808, in Anschluß daran nach Nürnberg, wo er als Rektor des dortigen „Egidien-Gymnasiums“ und als Lehrer für Philosophie tätig war. Jahre später konnte er dann auch wieder Philosophie an einer Universität unterrichten. 1816 wurde er an die Universität Heidelberg berufen, und 1818 trat er die Nachfolge Fichtes auf dem Lehrstuhl für Philosophie an der Berliner Universität an. Dort stellte er in großen Vorlesungen vor einem wachsendem Schülerkreis alle Teile seines Systems vor. Die Hegelsche Schule setze sich an den preußischen Universitäten immer mehr durch und bekam schließlich mit den „Jahrbüchern für wissenschaftliche Kritik“ auch ein eigenes Rezensionsorgan. Hegel selbst nahm am geistigen und kulturellen Leben in Berlin teil, und erweiterte auf größeren Reisen, zum Beispiel in die Niederlande, nach Wien oder Paris, seinen Horizont. 1830 wurde er schließlich Rektor der Berliner Universität. Am 14.April 1831 erlag er einer Krankheit, und starb für alle unerwartet und viel zu früh.

Die enorme Wirkung, die Hegel zu seinen Lebzeiten erlangte, beruhte nicht nur auf den publizierten Büchern, sondern vielmehr auf seiner Lehrtätigkeit. Nach seinem plötzlichen Tod gab ein „Verein der Freunde des Verewigten“ seine „Werke“ heraus. Dazu gehörten auch die Vorlesungen, welche nach Manuskripten und vor allem nach den Mitschriften einiger seiner Schüler zusammengestellt wurden.

2. Hegel und die Religion

a) Religionsphilosophie als Teil eines größeren Systems

Hegels Religionsphilosophie war Teil eines größeren Systems. Als Grundlage seiner Vorlesungen diente ihm eine „Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften“, worin von ihm sein ganzes System beschrieben wird. Der Systemabriß wird ausgefüllt von seinen Vorlesungen über die Enzyklopädie im ganzen und über ihre einzelnen Teile. Konkret wären das die Logik und die Metaphysik, die Philosophie der Natur oder rationelle Physik, die Anthropologie und Psychologie oder Philosophie des Geistes, das Naturrecht und die Staatswissenschaft oder Philosophie des Rechts, die Philosophie der Weltgeschichte, die Ästhetik oder Philosophie der Kunst, die Religionsphilosophie, und schließlich die Geschichte der Philosophie. Über ihre eigene Geschichte ist die Philosophie eingebettet in die Weltgeschichte und verbunden mit der Geschichte der Religion. So kommt ihr Geschichtlichkeit zu. In den großen Vorlesungen seiner Heidelberger und Berliner Zeit versucht Hegel, die Entwicklung der Idee in der äußeren Geschichte aufzuzeigen. Wenn er die Geschichte als äußerlich charakterisiert, so besagt das, daß er weiterhin eine von der Zufälligkeit der Erscheinung gelöste systematische Entfaltung als innere Geschichte anerkennt. In Bezug auf die Religionsphilosophie redet er von einer göttlichen Geschichte, in der Gott sich vor der Schöpfung und der Sendung von Jesus Christus in seine unterschiedlichen Momente auflöst. Gemäß der Vorstellungen über Gottes Trinität sind das Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Es war Hegels Ziel, Philosophie gleichzeitig Wissenschaft und System werden zu lassen. Als System sollte die Wissenschaft jedoch nur das Wissen, wie es sich geschichtlich als ein Wirklichkeitszusammenhang aufgebaut hatte, übernehmen und ordnen.

b) Hegels Religionsauffassung

Hegels Methode ist innerhalb der Christenheit auf dem Boden der christlichen Religion entwickelt worden. Religion im allgemeinen, und die christliche Religion im besonderen, nimmt in der Philosophie Hegels einen hohen Stellenwert ein. Die sogenannte Hegelsche Dialektik sieht in der Welt nicht einen Komplex von Dingen, sondern einen Komplex von sich ständig in Bewegung befindlichen Prozessen. Es gibt nach dieser Auffassung keine Endgültigkeit und nichts Absolutes. Die Welt ist also einem ständigen Prozeß der Veränderung unterworfen. Diese Entwicklung folgt dem These-Antithese-Synthese-Schema. Eine These, ein Prozeß in eine Richtung, wird mit einer Antithese, ein Prozeß in die entgegenwirkende Richtung, zu einer Synthese, also einer neuen These, die beide Richtungen in sich vereint. Diese Synthese kann zu einem neuen Ausgangspunkt, wieder eine These, werden. Somit herrscht ein ständiger Kreislauf.

In seinem großen philosophischen System proklamierte Hegel, daß die Endlichkeit des Menschen in der Unendlichkeit Gottes, daß die Religion (und mit ihr der Widerspruch zwischen Gott und Welt) in der Philosophie aufgehoben wird. Das kann entweder bedeuten: die Philosophie rechtfertigt die Religion rational (positiv aufgehoben), oder die Religion wird durch die Philosophie aufgelöst (negativ aufgehoben).

1821, 1824, 1827 und 1830 hält Hegel Vorlesungen über dieses Thema. Später, nach seinem plötzlichem Tode, wurden diese anhand der Mitschriften seiner Schüler zu zwei Bänden zusammengefaßt und veröffentlicht.

[...]

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Vergleich der Religionsauffassungen von Hegel und Feuerbach
Hochschule
Universität Leipzig  (Institut für Philosophie)
Veranstaltung
Hegel: Philosophie der Religionen
Note
2,7
Autor
Jahr
2000
Seiten
22
Katalognummer
V2982
ISBN (eBook)
9783638117951
Dateigröße
560 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vergleich, Religionsauffassungen, Hegel, Feuerbach, Hegel, Philosophie, Religionen
Arbeit zitieren
M.A. Annett Rischbieter (Autor), 2000, Vergleich der Religionsauffassungen von Hegel und Feuerbach, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2982

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