Der Severusbogen als Triumphalmonument. Lage, Architektur, Reliefschmuck und Forschungsgeschichte


Akademische Arbeit, 2008

39 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

1. Der Severusbogen als Triumphalmonument
1.1. Topographie und Lage
1.2. Architektur und Bauornamentik: Entwurf und Vergleiche
1.3. Der Reliefschmuck: Anordnung und Ikonographie im Überblick
1.4. Nachleben und Forschungsgeschichte

Literaturverzeichnis (inklusive weiterführender Literatur)

Abbildungsverzeichnis

Anhang

1. Der Severusbogen als Triumphalmonument

1.1.Topographie und Lage

203 n. Chr. anlässlich der Parthersiege des Septimius Severus errichtet, stellt der Triumphbogen des ersten severischen Kaisers aufgrund seines hervorragenden Erhaltungszustandes eines der wichtigsten historischen und politischen Denkmäler für die spätere römische Kaiserzeit dar (Abb.1/2). Das prominente Monument am Forum Romanum ist mit Ausnahme seines Statuenschmuckes vollständig erhalten und darf aufgrund seines umfangreichen Reliefprogramms als bedeutendes Zeugnis römischer Staatsreliefs gelten.

Der Triumphbogen des Septimius Severus erhebt sich mit einer Höhe von über 20m an der Nord-West-Ecke des Forums (Abb.3)[1]. Damit bildet der Bogen einen architektonischen Abschluss des freien Forumsplatzes nach Nord-Westen hin und wurde an der Stelle des alten, republikanischen Comitiums errichtet[2]. Vom Forum aus gesehen, also von Süd-Osten aus, lässt sich die signifikante Lage des Bogens besonders gut erschließen:

Zur Linken des Bogens befindet sich die Rostra Augusti, die kaiserzeitliche Anlage der berühmten Rednertribüne. Der Severusbogen schließt sich direkt an die Rostra an und diese optische Verknüpfung wurde in der Zeit Caracallas[3] noch durch eine
bauliche Verbindung intensiviert. Auf der anderen Seite der Rostra befand sich der Triumphbogen des Tiberius, der 16 n. Chr. infolge der Germanen-Siege errichtet wurde. Dieser eintorige Triumphbogen feierte die Rückgewinnung der römischen Feldzeichen aus der Varus-Schlacht durch Germanicus[4].

Zur Rechten des Severusbogens liegt die Curia Senatus, der Tagungsort des Senats. Der erhaltene Ziegelbau wurde unter Diocletian nach dem Brand von 283 n. Chr. errichtet und im 7. Jh. in die Kirche S. Adriano umgewandelt.

Hinter dem Severusbogen befanden sich der Tempel der Concordia und jener Aufstieg, der vom Forum hinauf auf den Kapitolshügel führte, der clivus Capitolinus [5].

In der Umgebung des Triumphbogens, die genaue Lage ist nicht mehr bekannt, befand sich noch ein weiteres Ehrendenkmal des Septimius Severus. Es handelte sich um eine bronzene Reiterstatue des Kaisers, die anlässlich eines prophetischen Traumes von Severus errichtet wurde, in dem er sich selbst als glorreichen Reiter und Nachfolger des Pertinax sah[6].

Schräg gegenüber dem Severusbogen und am anderen Ende des Forums-Platzes gelegen, erhob sich der ebenfalls dreitorige Augustusbogen. Womöglich wurde der ältere Actiumsbogen durch den späteren Partherbogen an derselben Stelle südlich des Caesartempels ersetzt (Abb.4)[7].

Die topographische Situation des Severusbogens ist auf den zeitgenössischen Historienreliefs des Konstantinsbogens von 315 n. Chr. anschaulich nachzuvollziehen (Abb.5). Auf der Nordseite des Bogens ist auf dem linken Reliefband die adlocutio des Konstantin anlässlich seines Sieges über Maxentius an der Pons Milvius 312 n. Chr. zu erkennen, die sich auf dem Forum Romanum ereignet. Auf der Rostra hält der Kaiser inmitten der Senatoren gerade seine Ansprache, hinter ihm erhebt sich das tetrachische Fünfsäulen-Denkmal. Zur Linken der Rednertribüne befindet sich der eintorige Triumphbogen des Tiberius und die Basilica Iulia, zur Rechten ist der dreitorige Severusbogen zu sehen[8].

Hervorzuheben ist die Lage des Severusbogens auch im Rahmen des Triumphzuges, der seinen Weg traditionell über das Forum Romanum nahm, bevor er das Kapitol erreichte. Vom Marsfeld gelangte der Triumphzug durch die porta triumphalis [9] in das pomerium. Das Forum Romanum betrat der Triumphzug durch den republikanischen Fabier-Bogen (fornix Fabianus), um anschließend den Augustusbogen zu passieren. Entlang der via sacra wälzte er sich über den Forumsplatz, durchschritt den Tiberiusbogen und zog schließlich durch den Severusbogen, bevor er über den clivus Capitolinus zum Tempel des Iupiter Capitolinus gelangte, wo das abschließende Opfer stattfand. Der Severusbogen wurde also ganz bewusst an einer Stelle errichtet, die auf dem traditionellen Weg des römischen Triumphzugs lag und die von der pompa triumphalis passiert wurdee[10]. Der Bogen des Severus fungierte also nicht allein als Schauund Repräsentationsbau, sondern übernahm auch die typische Funktion des Bogens als Durchgangspassage. Gerade aufgrund seiner topographischen Situation lässt sich der Severusbogen aber nicht auf seine Durchgangsfunktion reduzieren, sondern besitzt einen ambivalenten Charakter. Der Bogen markiert Durchgang und Begrenzung zugleich. Am Nord-Westende des Forums gelegen, erhält der Severusbogen eine ähnliche Wirkung wie ein Stadttor, da er die Grenze zwischen dem eigentlichen Forum und dem dahinter liegenden Stadtgebiet anzeigt[11]. Anders als ein Stadttor ist der Severusbogen aber nicht in einen übergeordneten Baukörper integriert, sondern entfaltet als freistehendes Monument eine größere und beherrschende Raumwirkung. Dadurch wird eine Gestaltung des Forumsplatzes in Form von Hauptachsen und Symmetrien erreicht[12]: In diesem Sinne sei noch einmal auf die symmetrische Anordnung und lineare Ausrichtung von Tiberius-Bogen, Rostra und Severusbogen verwiesen (vgl. Abb.5), während eine diagonale Blickachse quer über das Forum eine Verbindung zum Augustusbogen herstellt. Wer das Forum von Osten aus betrat und in Richtung Kapitol blickte, nahm den Severusbogen nicht nur als optischen Abschluss des Platzes wahr, sondern auch als dessen Kulminationspunkt.

Die signifikante Positionierung des severischen Triumphalmonuments und seine topographische Situation spielt für die Interpretation des Monuments also eine entscheidende Rolle: Mit der Aufstellung am Forum Romanum setzte Septimius Severus ein Zeichen seiner Restaurationspolitik und präsentierte sich als Erneuerer traditioneller Leitbilder und traditioneller Orte. Während das alte Forum Romanum durch die Errichtung der Kaiserforen viel von seiner Bedeutung als politisches Zentrum eingebüßt hatte, versuchte Septimius Severus das Forum durch seine Monumente wiederzubeleben und zeigte seine patriotische Gesinnung[13]. Gerade die Nähe des Severusbogens zum Senatsgebäude unterstreicht das Anknüpfen des nordafrikanischen Kaisers an traditionelle Wertvorstellungen. Dabei kann das unmittelbare Nebeneinander von Curia und severischem Triumphalmonument als Versprechen und als Drohung zugleich betrachtet werden: Einerseits als Respektsbezeugung und als Zeichen der Eintracht mit dem Senat, andererseits als ein Symbol der Kontrolle und der uneingeschränkten Macht des Kaisers, die den Senatoren stets vor Augen stand.

1.2. Architektur und Bauornamentik: Entwurf und Vergleiche

Um das Monument des Septimius Severus als Triumphbogen zu charakterisieren, erscheint es zunächst notwendig den Ausdruck definitorisch einigermaßen zu umreißen, sprich ihn zu explizieren. In republikanischer Zeit wurden Bogenmonumente ähnlich dem Severusbogen als ‚ fornix’ bezeichnet, etwa der fornix Fabianus, wobei der Ausdruck ‚ fornix ’ in etwa die Bedeutung ‚Gewölbe’ hat[14]. Seit der Kaiserzeit war der Terminus ‚ arcus ’ zur Bezeichnung von Bogenmonumenten in Gebrauch, wobei der Ausdruck ‚ arcus triumphalis ’ erst ab dem 3. Jh. n. Chr. bezeugt ist und nicht für stadtrömische Monumente verwendet wurde. Die in der Antike gängige Bezeichnung lautete: ‚ arcus cum tropaeis’, also ‚Bogen mit Trophäen’. Wenn im Folgenden dennoch der Ausdruck ‚Triumphbogen’ gebraucht wird, orientiert sich die Bestimmung in Ansätzen an Heinz Kähler[15]:

Demnach sprechen wir genau dann von einem Triumphbogen, wenn es sich um ein freistehendes und Statuen tragendes Bogenmonument handelt, das einer oder mehreren Personen von einer Körperschaft oder einer Person gestiftet wurde, um damit eine Ehrung oder eine Kommemoration anlässlich eines militärischen Sieges, einer Eroberung oder eines Triumphzuges auszudrücken, wobei Anlass und geehrte Person(en) meist explizit in Form einer Inschrift genannt werden.

Wie sich im Folgenden noch näher zeigen wird, genügt der Bogen des Septimius Severus allen diesen Kriterien, da es sich bei ihm um ein freistehendes Bogenmonument handelt, das anlässlich der Partherkriege für Severus und seine Söhne im Auftrag des Senats errichtet wurde und ursprünglich von Bronzeskulpturen bekrönt war[16].

Die eindrucksvolle Architektur ist als dreifaches Bogenmonument konzipiert und weist die stattlichen Dimensionen von 20,88m Höhe, 23,75m Breite und 11,20m Tiefe auf[17]. Es handelt sich um den größten Triumphbogen der am Gelände des Forum Romanum errichtet wurde (Abb.1/2). Als Monument ist der Severusbogen vor allem in die Fläche gebreitet, die Fassade wird mit einer reichen architektonischen Gliederung und dem aufwendigen Reliefschmuck betont (Abb.6), die Schmalseiten im Dekor eher vernachlässigt[18]. Bereits diese Dichotomie zwischen dreidimensionalem Baukörper und hervorgehobener Oberfläche macht deutlich, dass es sich beim Severusbogen um ein Monument mit Repräsentationscharakter handelt, das den Betrachter vor allem in seiner Kulissenwirkung beeindrucken soll[19]. Die Architektur ist als symmetrische Kombination dreier Bögen konzipiert, wobei der mittlere Bogen der höchste und breiteste ist und von den beiden kleineren Bögen flankiert wird. Auf diese Weise entsteht eine tetrastyle Fassade, die von den vorkragenden Säulen strukturiert wird[20]. Die Architektur wirkt besonders reich, weil es sich nicht um Halbsäulen, sondern um freistehende, vollplastische Säulen auf hohem Pedestal handelt, die dem Monument eine zusätzliche Tiefenwirkung verleihen (Abb.7). Die Säulen besitzen einen kannelierten, monolithischen Schaft und ein besonders aufwendiges Komposit-Kapitell mit Voluten und Akanthusblättern (Abb.8)[21]. Ein direkter Vorläufer für die Kapitellform am Severusbogen ist der Titusbogen in Rom, dessen zentraler Durchgang von einer Säulenstellung mit vergleichbaren Komposit-Kapitellen flankiert wird (Abb.9). Etwa zehn Jahre nach der Errichtung des Severusbogens (ca. 212-217 n. Chr.) werden ähnliche Komposit-Kapitelle, diesmal noch größer und durch Götterskulpturen bereichert, in den Monumentalbauten der Caracallathermen verwendet (Abb.10)[22]. Am Severusbogen diente die Attika-Zone der Anbringung der Inschrift, während sich im Inneren der Attika vier kleine Kammern befanden, die über einen Eingang und eine Treppe an der südlichen Schmalseite erreichbar waren[23]. Errichtet wurde der Severusbogen aus einem soliden Baukern in Travertin. Eine Mischung aus Ziegeln und Travertin fand für das Innenleben der Attika mit den Kammern Verwendung. Die Verkleidung des Triumphbogens wurde vollständig in Marmor ausgeführt, wobei verschiedene Marmor-Sorten zum Einsatz kamen: Der größte Teil der Mauerverkleidung und Teile der Reliefs sind aus pentelischem Marmor. Für die monolithischen Säulen und ihre Kapitelle wurde Proconnenser-Marmor verwendet und die großen historischen Reliefs wurden in feinem Lunenser-Marmor bzw. Carrara-Marmor gefertigt[24]. Gerade die Reliefpartien aus Lunenser-Marmor scheinen die Zeiten am schlechtesten überdauert zu haben und weisen leider die größten Beschädigungen auf.

Die reich gegliederte Architekturfassade des Severusbogens, die mit ihren zahlreichen Vorund Rücksprüngen in ihrer Wirkung fast als „barock“ bezeichnet werden könnte, wird durch eine Fülle an Bauornamentik bereichert. Diese Ornamentbänder unterstützen die horizontale Strukturierung und Gliederung des Bogens[25]. An dieser Stelle seien nur zwei Details der Ornamentik am Severusbogen herausgegriffen:

1.) Das dekorierte Gewölbe im Inneren der Bogendurchgänge mit einer Kassettendecke (Abb.11). Allein das Gewölbe des zentralen Bogens wird von 150 nahezu quadratischen Kassetten geschmückt. Jede Kassette besteht von Außen nach Innen aus einem Astragal, einem cyma reversa in Form von Pflanzendekor und einer zentralen Rosette, die in vier Typen variiert wird.
2.) Das reichste Ornamentband des Severusbogens befindet sich auf der Höhe der Säulen-Pedestale und verläuft im Inneren der Bogendurchgänge (Abb.12). Da es sich im unteren Bereich befindet und vom Betrachter genau studiert werden konnte, wurde es besonders fein ausgearbeitet. Zwei florale Bänder mit Akanthusblatt-Dekor bilden ein cyma reversa. Die unterste Ornamentleiste besteht aus einer regelmäßigen Abfolge von Akanthuspflanzen und einem sogenannten Silvanuskopf in Frontalansicht. Der groteske Silvanuskopf ist mit dem Pflanzendekor verflochten und könnte als Symbol für Furchtbarkeit, Wachstum und Fülle gewertet werden[26]. – Eine solche Deutung würde zum darüber liegenden Reliefschmuck in den Bogen-Zwickeln passen und sich dem allegorischen Programm des Severusbogens stringent einfügen.

Trotz seines vorzüglichen Erhaltungszustands, lässt sich die ursprüngliche Wirkung des Severusbogens nur angemessen nachvollziehen, wenn man berücksichtigt, dass der Bogen ursprünglich eine Reihe von Bronzestatuen trug. Diese Bronzeskulpturen sind mittlerweile verschwunden, auf ihre Existenz kann jedoch aus zwei Gründen geschlossen werden:

1.) Auf dem oberen Abschluss der Attika-Zone weisen unregelmäßige Vertiefungen im Marmor auf die Einlassung von mehreren Statuen hin.
2.) Einige Münzserien aus der Zeit des Septimius Severus und seines Nachfolgers Caracalla zeigen Darstellungen des Triumphbogens. Auf diesen Münzbildern ist der Bogen immer mit einem Ensemble aus Statuen geschmückt, das aus einem Pferdegespann und Reitern besteht (Abb.13/14).

Den Münzbildern entsprechend sind die verlorenen Bronzeskulpturen des Severusbogens so zu rekonstruieren, dass sich ein Wagen mit sechs angeschirrten Pferden im Zentrum befand. Das Gespann zeigte vermutlich die Statuen des Kaisers und seiner Familie als glorreiche Wagenlenker. Flankiert wurde die Gruppe von zwei Reitern, die von Brilliant als Trophäen-Träger gedeutet wurden[27].

In seiner Anlage und Architektur lässt sich der Severusbogen einigen wenigen Vorläufern vergleichen, stellt in seiner Gesamtkonzeption jedoch eine Innovation dar, die im 4. Jh. n. Chr. vom Konstantinsbogen explizit aufgegriffen wird (Abb.15). Als Bogenmonument mit drei Durchgängen war vermutlich bereits der Partherbogen des Augustus von 19 v. Chr. konzipiert, wobei sich die Architektur vermutlich noch stark von der Gliederung des Severusbogens unterschied (Abb.4)[28]. Die beste Parallele während des 1. Jh. n. Chr. findet sich vermutlich im Tiberiusbogen von Orange. 26 n. Chr. von Tiberius anlässlich der Niederschlagung eines Aufstandes in Gallien errichtet, weist der Bogen in Orange eine Reihe von strukturellen Gemeinsamkeiten mit dem Severusbogen auf (Abb.16): Bei dem Triumphbogen in Arausio handelt es sich um eine gelungene Kombination dreier Bögen in einem Baukörper, wobei die axial-symmetrische Anlage mit großem Mittelbogen und kleineren Seitenbögen auf den Severusbogen voraus weist. Vier Halbsäulen rhythmisieren die Fassade und auch die Anbringung der Reliefs ähnelt dem severischen Monument in Rom: An derselben Stelle an der die historischen Reliefs den Severusbogen schmücken, nämlich direkt über den Seitenbögen, sind am Tiberiusbogen die Waffenreliefs angebracht[29]. Eine auffällige Parallele zur dreitorigen Anlage des Severusbogens findet sich erst im 2. Jh. n. Chr. und zwar nicht in Rom, sondern in der nordafrikanischen Provinz. Es handelt sich um den sogenannten Trajansbogen von Timgad, für den aufgrund seiner Fassaden-Struktur auch eine Datierung in antoninische oder severische Zeit vorgeschlagen wurde (Abb.17). Die Inschrift legt für das Bogenmonument in Timgad jedoch einen Ansatz in trajanischer Zeit nahe[30]. Dem Severusbogen in Rom entspricht die Anordnung von drei Bögen, wobei zwei kleinere Bögen einen beherrschenden Mittelbogen flankieren. Auch die Gliederung der tetrastylen Fassade mit ihren vorgesetzten und freistehenden Säulen findet eine Parallele am Forum Romanum. Bereits der Trajansbogen von Timgad entfaltet eine ähnlich „barocke“ Kulissenwirkung wie später der Severusbogen.

1.3. Der Reliefschmuck: Anordnung und Ikonographie im Überblick

Der Bogen des Septimius-Severus besitzt einen besonders reichhaltigen und ausführlichen Reliefschmuck, der mit Ausnahme der Attika-Zone die beiden Fassaden vollständig überzieht. Dieser Reliefschmuck lässt sich seiner Ikonographie und seinem Darstellungsprogramm nach in vier unterschiedliche Sektionen aufgliedern (Abb.6)[31]:

1.) Die Pedestalreliefs in der untersten Etage mit der Darstellung gefangener Parther (Abb.18-21).
2.) Das allegorische Reliefprogramm direkt über den Bogenzwickeln mit der Darstellung von Göttern und Personifikationen (Abb.22-24/26-29).
3.) Ein schmaler Figurenfries über den beiden Seitenbögen mit der Darstellung eines fortlaufenden Triumphzuges (Abb.25/30/31).
4.) Die großen Historienreliefs in den Panelen über den Seitenbögen mit der Darstellung der Partherkämpfe von Septimius Severus (Abb.35-43).

Bereits die systematische Anordnung und gezielte Platzierung der Reliefs am Bogen verrät ein ausgefeiltes Bildprogramm, das auf Tradition, Innovation und kaiserlicher Propaganda beruht. Um diese Programmatik hinreichend zu erfassen, ist eine kurze Erläuterung der Ikonographie unerlässlich, wobei die großen historischen Reliefpanele vorerst noch ausgeklammert werden, um anschließend im Rahmen ihres geschichtlichen Kontextes besondere Berücksichtigung zu finden.

[...]


[1] Zur Topographie des Severusbogens: Brilliant 1967, 29, 85-90; Coarelli 2000, 75; Lusnia 2006, 275f.

[2] Der Severusbogen besaß keinen weiteren Vorgängerbau, was die Grabungen von 1902-1904 am Forum Romanum bestätigten. Die Fundamente des Bogens schließen sich direkt an die Überreste des alten Comitiums an, das sich an dieser Stelle befand. Der Comitiums -Platz scheint bis in severische Zeit also nicht von anderen Bauten überlagert gewesen zu sein. Brilliant 1967, 86.

[3] Durch die Grabungen von Gamberini ließen sich Umbauarbeiten an der Süd-Ost-Ecke des Severusbogens zur Zeit Caracallas nachweisen. Das Bodenniveau wurde auf dieser Seite abgesenkt und vermutlich ein kleines Propylon als Verbindungsglied zwischen Bogen und Rostra errichtet. Dass die Umbauten vom Sohn und Nachfolger des Severus durchgeführt wurden, ist durch Ziegelstempel bezeugt. Diese bauliche Maßnahme verstärkte die ideologische Verbindung zwischen dem severischen Triumphalmonument und der Rostra. Vgl. Brilliant 1967, 87-90, 254.

[4] Brilliant 1967, 87; Künzl 1988, 61f.

[5] Genau genommen führten hinter dem Severusbogen zwei Wege vom Forum weg: Der clivus Capitolinus erstreckte sich vom Severusbogen aus nach Süd-Westen und führte am Saturntempel vorbei auf das Kapitol. Der clivus Argentarius führte vom Severusbogen aus nach Nord-Westen in Richtung der arx. Brilliant 1967, 88.

[6] Septimius Severus hatte den historischen Quellen zufolge vor seiner Erhebung zum Kaiser mehrere prophetisch-allegorische Träume, die auf seine zukünftige Regentschaft voraus wiesen. Dieser sogenannte „Pertinax-Traum“ kündete Severus seine Zukunft als Nachfolger des Pertinax und ist bei Cassius Dio detailliert überliefert: „Vorzeichen, aufgrund derer er sich Hoffnung auf die Kaiserwürde machen konnte, wurden ihm, wie folgt zuteil: […] Hinwiederum meinte er, daß ein Pferd auf dem Forum Romanum den Pertinax, der es bestiegen hatte, abgeworfen habe, ihn selbst aber freiwillig auf den Rücken nahm.“ Cass. Dio, 75, 294,30-296,32. In der Übersetzung nach: Cassius Dio, Römische Geschichte. Hrsg. C. Andresen, M. Fuhrmann, u.a., ü. O. Veh. (Zürich 1987) Bd. V, 327f. Zur Reiterstatue des Severus auf dem Forum: Brilliant 1967, 86.

[7] Der Actiumsbogen wurde 29 v. Chr. vom Senat für Augustus beschlossen und vermutlich als eintoriger Bogen erbaut. 19 v. Chr. erfolgte die Dedikation des Partherbogens auf dem Forum Romanum, der anlässlich der Rückgabe der römischen Feldzeichen durch die Parther (nach der vernichtenden Niederlage des Crassus bei Carrhae) errichtet wurde. Von O. Richter wurde ursprünglich angenommen, dass sich die beiden Triumphbögen symmetrisch zu Seiten des Caesartempels befanden, doch scheint für den dreitorigen Partherbogen zwischen Basilica Aemilia und dem Tempel des Divus Iulius zu wenig Platz gewesen zu sein. Die Grabungen von Gamberini im Areal südlich vom Caesartempel erbrachten Hinweise, dass es ein älteres, eintoriges Bogenmonument gab, das später von einem dreitorigen Bogenmonument ersetzt wurde. Auf den eintorigen Actiumsbogen könnte also der dreitorige Partherbogen 19 v. Chr. gefolgt sein. Die Ansätze von Simon und Coarelli versuchen den Partherbogen wieder nördlich des Caesartempels zu platzieren, „geleitet vom Unbehagen, daß Augustus ausgerechnet einen Bogen für den Sieg von Actium habe abtragen lassen.“ (Künzl 1988, 52-56). Die Platzprobleme lassen sich durch das „Unbehagen“ der Forschung aber nicht zum Verschwinden bringen und dürften nicht allzu schwer ins Gewicht fallen: Es ist zu bedenken, dass kein einziger erhaltener Ehren- und Triumphbogen bis hinauf zum Konstantinsbogen im 4. Jh. n. Chr. die Ereignisse eines Bürgerkriegs verherrlicht. Vor diesem Hintergrund erscheint es durchaus nachvollziehbar, dass Augustus ein Siegesmonument der Bürgerkriege gegen ein Siegesmonument über die Parther tauschte. Einem Triumphbogen anlässlich der Tilgung der Partherschmach bei Carrhae fehlte der schale Beigeschmack der Bürgerkriege und er konnte weitaus unbedenklicher als patriotisches Monument betrachtet werden. Vgl. Künzl 1988, 52-57; Nedergaard, 224-231.

[8] Der Severusbogen ist in der adlocutio -Darstellung des Konstantinsbogens relativ schematisch und vereinfacht wiedergegeben. Allein durch den topographischen Kontext am Forum Romanum ist die Identifizierung eindeutig. Mit dem Originalmonument stimmen die dreifache Bogenstellung, die vier vorgesetzten Säulen sowie das Triumphalregister überein. Auf die großen Reliefpanele wurde verzichtet, stattdessen setzt direkt über dem Triumphfries die Attika ein. Zur adlocutio -Darstellung des Konstantin-Bogens: Bianchi Bandinelli 1971, 73-77; Coarelli 2000, 180-185; Fähndrich 2005, 84f; Künzl 1988, 60-62.

[9] Den antiken Quellen zufolge (bsp. Flavius Iosephus) befand sich die porta triumphalis am südlichen Marsfeld und markierte die Grenze zum pomerium, dem eigentlichen Stadtgebiet. Dementsprechend heißt es über den Flaviertriumph anlässlich der Eroberung Jerusalems von 70 n. Chr. im ‚ de bello Iudaico ’ des Flavius Iosephus: „Er selbst [Vespasian] entfernte sich zu dem Tore, durch das schon seit alten Zeiten die Triumphzüge geleitet wurden, woher es auch seinen Namen bekommen hat [ porta triumphalis ].“ (Flav. Ios., 7, 3-7. Zitiert nach der Übersetzung bei Künzl. Künzl 1988, 10). Architektonische Überreste und antike Darstellungen der porta triumphalis haben sich nicht erhalten. Ein verschollenes Relief aus Rom mit einer prächtigen Bogendarstellung (bekannt aus einer Renaissance-Zeichnung) wird als möglicher Kandidat einer porta triumphalis -Darstellung gehandelt. Vgl. Holliday 1997, 133; Künzl 1988, 36-44.

[10] Künzl 1988, 48f, 67.

[11] Diese doppelte Funktion des Severusbogens aufgrund seiner besonderen Topographie wurde von Brilliant hervorgehoben: „[…] the arches both established the limits of the Forum and marked points of passage […]. More than others the Severan Arch achieved this dual function.“ Brilliant 1967, 88.

[12] Auf die Funktion von Bogenmonumenten im Sinne urbanistischer Gestaltungskriterien machte von Hesberg nachdrücklich aufmerksam. Von Hesberg betont den dramatischen Effekt der Ehren- und Triumphbögen als freistehende Monumente und ihre vornehmliche Ausrichtung auf Hauptachsen. Eine solche explizite Berücksichtigung der topographischen und städtebaulichen Situation konstatiert von Hesberg auch für die Errichtung des Severusbogens auf dem Forum Romanum. Von Hesberg 1992, 296.

[13] Auf die Neugestaltung und Wiederbelebung des Forums-Platzes durch die Severer wies Brilliant hin. Neben dem Severusbogen wurde der bereits erwähnte Equus des Severus am Forum aufgestellt. Brilliant 1967, 86f.

[14] Die Bedeutung des Wortes ‚ fornix ’ verschob sich in der Kaiserzeit in Richtung ‚Keller’, oder gar ‚Bordell’. Zu den antiken Bezeichnungen für Bogenmonumente vgl. Künzl 1988, 48.

[15] Kähler unterscheidet in seiner Charakterisierung nicht zwischen Ehrenbogen und Triumphbogen. In seinem Wortlaut ist ein Ehren- und Triumphbogen ein „statuentragender Bogen, der einer Person (meist dem Kaiser) von einer dritten oder von einer Körperschaft zum Dank für eine Wohltat oder zum Gedächtnis an ein Ereignis von besonderer Tragweite errichtet wird. Der Charakter der Ehrung ist fast immer durch die Formulierung der Inschrift zum Ausdruck gebracht […].“ H. Kähler, RE VII A 2 (1939), 373ff. s. v. Triumphbogen.

Kählers Bestimmung weist trotz des einleuchtenden und zielführenden Ansatzes folgende inhaltlich Mängel auf:

- Keine inhaltliche Unterscheidung zwischen Ehren- und Triumphbogen. Der Ehrenbogen hat als Errichtungsanlass kein militärisches Ereignis, sondern ein ziviles.
- Kähler meint das Richtige, wenn er von einem „Ereignis von besonderer Tragweite“ spricht, dieser Ausdruck ist aber so weit und unpräzise, dass darunter alles Mögliche verstanden werden kann. Im Falle des Triumphbogens kann es sich dabei nur um erfolgreich beendete militärische Ereignisse handeln: Sieg und Eroberung.
- Der Triumphbogen wird nicht explizit als freistehendes Monument charakterisiert. Wird diese Klausel weggelassen, geht jedoch der wesentliche Aspekt eines herausgehobenen Einzelmonuments verloren.
- Der Triumphbogen wird ausschließlich unter den Terminus ‚Bogen’ subsumiert, was offenbar zu eng gefasst ist. Beim Severusbogen wie beim Konstantinsbogen handelt es sich nicht um einen einfachen Bogen, sondern um ein dreifaches Bogenmonument. Gerade diese Beispiele sollten jedoch nicht durch die Definition ausgeschieden werden.

In der neuen Publikation von Fähndrich über die Bogenmonumente in der römischen Kunst wird die Explikation von Kähler wieder aufgegriffen, enttäuschender Weise aber nicht weiter verfeinert, sodass es beim Stand von 1939 bleibt. Eine hinreichend exakte, formal ausgeführte Definition des Ausdrucks ‚Triumphbogen’ ist für die moderne Forschung also leider noch ausständig. Fähndrich 2005, 2-4.

[16] Nach Plinius bestand die Hauptfunktion der Ehren- und Triumphbögen darin, als prestigeträchtiger Statuenträger zu fungieren und die geehrte Person in Form eines Skulpturenensembles optisch und ideell herauszuheben. Eine ähnliche Funktion hatten nach Plinius auch die Ehrensäulen: Plin. Nat. Hist. 34, 27. „Der Zweck der Säulen bestand darin, daß Sterbliche über die übrigen erhoben werden, was auch die Bögen als neue Erfindung zum Ausdruck bringen .“ „Columnarum ratio erat atolli super ceteros mortales, quod et arcus significant novicio invento.” Zur Funktion der Triumphbögen nach antiken Quellen vgl. Fähndrich 2005, 5f; Künzl 1988, 48.

[17] Nach den Maßangaben bei Brilliant 1967, Pl. I-IV; Coarelli 2000, 75. Brilliant gibt die Abmessungen des Severusbogens auch in römischen Fuß an: 79´24´52. Er unterzog den Severusbogen einer detaillierten Proportionsanalyse, die zu interessanten Ergebnissen gelangte: Als grundlegendes Baumodul wurde nicht der verbreitete Goldene Schnitt verwendet, sondern ein Verhältnis von ca. 1:Ö2 (also ~ 1:1,414). Dieses Proportionsverhältnis kehrt am Severusbogen immer wieder und sorgte für eine harmonische Proportionierung der Architektur. Interessanterweise ist die Verwendung des Moduls 1: Ö2 aber nicht neu in der Triumphbogen-Architektur, sondern wurde bereits ähnlich am Tiberiusbogen von Orange verwendet. Brilliant 1967, 42-44, 47.

[18] Zur architektonischen Konzeption der Fassade: Bianchi Bandinelli 1971, 63; Brilliant 1967, 47-50. Die Schmalseiten besitzen kaum eine architektonische oder dekorative Gliederung.

[19] Brilliant sieht die Kulissenwirkung am Severusbogen soweit gesteigert, dass er die reich verzierten Fassaden der Süd-Ost- und Nord-West-Seite als scaenae frons anspricht. Gerade das Auftauchen der vorspringenden Säulen und ihrer Konsolen scheint eine gewisse bühnenartige Wirkung zu implizieren. Brilliant 1967, 36.

[20] Im Inneren der Durchgänge gibt es jeweils einen bogenförmigen Durchlass der die beiden Seitendurchgänge mit der zentralen Passage verbindet (Abb.7). Brilliant 1967, 47.

[21] Bei den Kapitellen des Severusbogens handelt es sich um einen in der römischen Kunst verbreiteten und geläufigen Typus von Komposit-Kapitellen. Brilliant 1967, 51f, 77f.

[22] Vgl. Coarelli 2000, 327-331.

[23] Der Verwendungszweck dieser Kammern ist unklar. Brilliant 1967, 52, 63-71.

[24] Zu den Baumaterialien am Severusbogen: Brilliant 1967, 55-57; Coarelli 2000, 78.

[25] Wie bei den Säulenkapitellen lässt sich auch die Bauornamentik des Severusbogens gut mit dem Titusbogen vergleichen. Eine ähnliche Abfolge und Ausführung von cyma recta, ionischem Kyma und lesbischem Kyma wurde an beiden Monumenten verwendet. In dieser Anlehnung an Werkstatttraditionen aus flavischer Zeit erkennt Brilliant einen „academic character of Severan architectural decoration“. In seiner Bauornamentik scheint der Severusbogen eine künstlerische Synthese zwischen „hadrianisch-antoninischem Klassizismus“ und dem flavischen Erbe zu bewerkstelligen. Vgl. Brilliant 1967, 75-84.

[26] Ikonographische Parallelen für das Motiv des Silvanus-Kopfes finden sich bereits auf Sarkophag-Deckeln der antoninischen Kunst. Auf einem Sarkophag des späten 2. Jh. n. Chr. aus Ostia (Museo Ostiense) ist ein ganz ähnlicher Silvanuskopf inmitten von Akanthus-Ranken zu erkennen. Eine besonders auffällige Parallele zum Ornament des Severusbogens liefert der Argentarierbogen in Rom, der etwa gleichzeitig mit dem offiziellen Triumphalmonument entstanden ist und ebenfalls die Familie des Severus verherrlichte. Die Qualität des Argentarier-Reliefs ist allerdings geringer. Brilliant 1967, 81f; Elsner 2005, 83-98.

[27] Die flankierenden Pferde mit ihren Reitern sind auf zwei Münzserien (Denar-Serie des Severus, Sesterz-Serie des Caracalla) bewegt und im Sprung dargestellt. Es könnte sich um kämpfende Reiter handeln, die auf zusammen gebrochene Parther eindringen. Ein solches Statuenprogramm würde zur Programmatik der Historienreliefs und zur Verherrlichung der Partherkämpfe passen. Vgl. Brilliant 1967, 74, 253; Fähndrich 2005, 45f; Gocht 2007, 2-7; Künzl 1988, 62.

[28] Nach der Rekonstruktion des Partherbogens von Gamberini, besaß das augusteische Monument noch keine drei Durchgangsbögen, sondern einen zentralen Bogen, der an den Seiten von Ädikula-artigen Architekturen mit geradem Abschluss flankiert wurde. Nedergaard rekonstruiert das Monument mit drei gleichwertigen Bogenstellungen. Nichtsdestotrotz wurde der Partherbogen des Augustus von Brilliant als „direct model“ für den Architekten des Severusbogens bezeichnet. Hält man sich an die glaubhaften Rekonstruktionen von Gamberini und Nedergaard scheint die Wirkung der beiden Bögen aber beträchtlich zu divergieren. Vgl. Brilliant 1967, 36; Künzl 1988, 55f; Nedergaard 1988, 230-235.

[29] Der Vergleich zwischen dem Tiberius-Bogen in Orange und dem Severusbogen in Rom wurde bereits von Brilliant gezogen, aber m. E. nicht genügend hervorgehoben, da Brilliant die Verbindung mit dem Augustusbogen strapaziert. Zwar scheint der Einfluss des Augustusbogens gerade in ideologisch-programmatischer Hinsicht enorm gewesen zu sein, sein architektonisch-künstlerischer Einfluss sollte jedoch nicht überbewertet werden. Vielmehr scheint der Tiberiusbogen von Orange, - zumindest was die erhaltenen Zeugnisse betrifft, - am Ausgang der axial-symmetrisch konzipierten Dreitorbögen zu stehen. Er lieferte auch das Vorbild für die Anbringung des Reliefschmuckes, der in Orange aus einer malerischen Anhäufung von Tropaea verschiedenster Form besteht: Schilde, Angriffswaffen, Helme und Schiffsschnäbel. B. Andreae, Römische Kunst 2(Freiburg 1999) 542; Brilliant 1967, 36f.

[30] Der Trajansbogen von Timgad ist vermutlich als ein Monument mit vorwiegend ehrender und urbanistischer Funktion zu werten. Er vermittelte als Durchgangsbogen zwischen dem decumanus und den dahinter liegenden Stadtvierteln. An der Datierung in trajanische Zeit hielt von Hesberg fest. Der Fassadenwirkung mit den vier vorgesetzten Säulen sind zwei andere Monumente aus den Provinzen vergleichbar. Die Bögen des Septimius Severus in Haidra und Djemila (Caracalla, Iulia Domna und Severus gewidmet) besitzen zwar keine drei Bögen sondern nur einen, die Seiten werden aber ebenfalls durch vier freistehende Säulen bereichert. Die unmittelbare Parallele zwischen dem Severusbogen in Rom und dem Timgad-Bogen findet weder bei von Hesberg noch bei Brilliant Erwähnung. Stattdessen betont Brilliant den Einfluss des Trajansbogens von Benevent, der m. E. nicht besonders weit reicht. Brilliant 1967, 37f; von Hesberg 1992, 281f; Kraus 1967, 172.

[31] Brilliant 1967, 30f; Coarelli 2000, 78.

Ende der Leseprobe aus 39 Seiten

Details

Titel
Der Severusbogen als Triumphalmonument. Lage, Architektur, Reliefschmuck und Forschungsgeschichte
Hochschule
Universität Salzburg
Note
1,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
39
Katalognummer
V298245
ISBN (eBook)
9783656942955
ISBN (Buch)
9783668143142
Dateigröße
1407 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
severusbogen, triumphalmonument, lage, architektur, reliefschmuck, forschungsgeschichte
Arbeit zitieren
Monika Hinterhöller (Autor), 2008, Der Severusbogen als Triumphalmonument. Lage, Architektur, Reliefschmuck und Forschungsgeschichte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/298245

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