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Mehr als eine Zofe. Lunete als zentrale Romanfigur in Hartmanns von Aue "Iwein"

Title: Mehr als eine Zofe. Lunete als zentrale Romanfigur in Hartmanns von Aue "Iwein"

Term Paper , 2015 , 19 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Johanna Mett (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

Das von Hartmann von Aue „vor (oder bald nach) 1200“ verfasste Epos „Iwein“ „prägt zusammen mit dem Erec das Bild des arthurischen Romans“ auf dem Höhepunkt mittelhochdeutscher Literatur. Aber nicht König Artus selbst, sondern Ritter seiner Tafelrunde sind Protagonisten der Romane. In den höfischen Epen „wird ein Ausschnitt aus dem Lebens- und Bewährungsweg eines ‚Ritters in der Welt‘ präsentiert.“ Doch beständige sælde und êre („Iwein“, V. 3) zu erlangen, gelingt dem Helden nicht ohne Unterstützung.
Im „Erec“ begleitet seine Minnedame Enite den Ritter, um die âventiure („Erec“, V. 3111) mit ihm zu bestehen. Im „Iwein“ hingegen ist es Lunete, die Zofe Iweins Geliebter, Königin Laudine, die des Ritters Geschick entscheidend auf verschiedene Weise bestimmt und seine Entwicklung voranbringt. Auch die Königin ist auf ihre Hilfe angewiesen, weshalb Lunete sogar die Politik des Brunnenreichs beeinflusst.
In meiner Hausarbeit richte ich den Fokus auf die Romanfigur Lunete und untersuche ihre Bedeutung im und für das Geschehen innerhalb der Erzählung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1 Warum hat die Dienerin mehr Handlungspotential als die Minnedame, Königin Laudine?

2.2. Ermöglichung der Handlung: Lunete als Lebensretterin

2.3. Prägen des Handlungsverlaufs durch Lunete

2.3.1 Lunete als Ehestifterin

2.3.2 Einschub: Gaweins Lob

2.3.3 Lunete als Anklägerin

2.3.4 Lunete als Angeklagte

2.4 Weichenstellung für ein gutes Ende: Lunete als umsichtige Obskurantin

3. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die zentrale Bedeutung der Romanfigur Lunete in Hartmanns von Aue Epos „Iwein“ zu analysieren und aufzuzeigen, dass sie über ihre Rolle als Zofe hinaus eine entscheidende, handlungssteuernde Funktion einnimmt. Die Arbeit geht der Forschungsfrage nach, warum der Dienerin im Vergleich zur Minnedame Laudine ein höheres politisches Handlungspotential zugeschrieben wird und wie sie als „spiritus rector“ das Schicksal des Protagonisten maßgeblich beeinflusst.

  • Vergleich zwischen dem „weiblichen Ideal der hohen Minne“ und dem „persönlichen Frauenideal Hartmanns“.
  • Analyse von Lunetes Handlungsspielraum als Vermittlerin, Lebensretterin und strategische Akteurin.
  • Untersuchung der politischen Machtverhältnisse im Brunnenreich und der Handlungsschwäche der Königin Laudine.
  • Darstellung der Entwicklung Iweins unter dem Einfluss von Lunetes Rat und moralischer Führung.

Auszug aus dem Buch

2.1 Warum hat die Dienerin mehr Handlungspotential als die Minnedame, Königin Laudine?

Es gibt zwei Arten von Minnedameidealen im arthurischen Roman. Obwohl Laudine Iweins Minnedame ist, spiegelt auch Lunete zumindest den Charakter eines dieser Minnedame-Konzepte wieder. Dies legt Eva-Maria Carne in ihrer Arbeit zu den Hartmannschen Frauenfiguren dar. Dem „weiblichen Ideal der hohen Minne“ steht hier das „persönliche[ ] Frauenideal Hartmanns“ gegenüber. „Seine Frauengestalten erfüllen weiterhin ihre Aufgabe als Erzieherin und Inspiration des Ritters, ohne jedoch wie im hohen Minnegesang hoch über diesen gestellt zu sein.“ Dort nämlich wird die Minnedame zur „‚Lehnsherrin‘ erhoben, um deren Gunst der Ritter dient, der er sich unterwirft und von der er seinen ‚Lohn‘ erhofft.“ Das Hartmannsche Ideal, welchem sich Lunete zuordnen lässt, hat folgende Funktionen: Er [der Ritter] erlebt sie als Führerin und als Autorität; sie wird ihm zum Wegweiser, und durch sie wird er sich seiner Schuld bewußt. Sie verkörpert die heilenden, vermittelnden Kräfte der menschlichen Natur. Diese Kräfte, und dazu die Bereitschaft zu Dienst und liebevoller Hingabe sind im ursprünglichen Wesen der Frau […] und können […] als ‚weibliche Werte‘ bezeichnet werden. […] Die wohl von Hartmann am höchsten geschätzte Tugend ist die güete. Dieser Begriff umfaßt ‚hingebende und selbstlose Hilfsbereitschaft‘; ‚teilnehmendes Mitgefühl‘; hinnehmende Geduld‘; vor allem aber meint der Dichter liebevolles Erbarmen mit dem Nächsten. […] Sie ist allen weiblichen Hauptgestalten (mit Ausnahme Laudines) von Natur aus eigen, so daß sie dem Mann hierin als Vorbild dienen können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung des Epos „Iwein“ ein und formuliert das Ziel, Lunete als zentrale Figur zu untersuchen, die trotz ihrer niedrigen sozialen Stellung eine maßgebliche Rolle in der Handlung spielt.

2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert Lunetes Funktionen, von der Rettung Iweins Lebens bis zur strategischen Ehestiftung und späteren Anklage, und verdeutlicht ihre überlegene politische Handlungsfähigkeit gegenüber der Minnedame.

2.1 Warum hat die Dienerin mehr Handlungspotential als die Minnedame, Königin Laudine?: Dieses Kapitel kontrastiert das Ideal der hohen Minne mit dem Hartmannschen Frauenideal und stellt Lunete als Trägerin der Tugend der „güete“ dar.

2.2. Ermöglichung der Handlung: Lunete als Lebensretterin: Das Kapitel beleuchtet Lunetes ersten Auftritt, in dem sie durch ihre weise und vorausschauende Art Iweins Leben rettet und somit den weiteren Verlauf der Geschichte erst ermöglicht.

2.3. Prägen des Handlungsverlaufs durch Lunete: Dieser Abschnitt zeigt auf, wie Lunete durch verschiedene Rollen – Ehestifterin, Anklägerin und Angeklagte – den Handlungsverlauf entscheidend mitgestaltet.

2.3.1 Lunete als Ehestifterin: Hier wird erläutert, wie Lunete die Ehe zwischen Iwein und Laudine durch ihr diplomatisches Geschick und ihren Realismus in einer politischen Notlage erst ermöglicht.

2.3.2 Einschub: Gaweins Lob: Dieser kurze Abschnitt würdigt die Bedeutung Lunetes durch den Dank Gaweins, des höfischsten aller Ritter, was ihre herausragende Stellung unterstreicht.

2.3.3 Lunete als Anklägerin: Das Kapitel beschreibt den Rollenwechsel Lunetes zur Botin Laudines, die Iwein sein Fehlverhalten vor Augen führt und ihn für seine Pflichtverletzung zur Rechenschaft zieht.

2.3.4 Lunete als Angeklagte: Hier wird die prekäre Lage Lunetes thematisiert, die durch Iweins Versagen in ihre eigene Schuld gerät, was eine erneute Versöhnung zwischen ihr und Iwein notwendig macht.

2.4 Weichenstellung für ein gutes Ende: Lunete als umsichtige Obskurantin: Das Kapitel schildert Lunetes Rolle bei der Wiederherstellung der Herrschaft Iweins und wie sie durch eine Notlüge die finale Versöhnung mit Laudine herbeiführt.

3. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Lunete als „spiritus rector“ und Mittlerin zwischen den Welten die wichtigere weibliche Hauptfigur im Epos darstellt.

Schlüsselwörter

Lunete, Hartmann von Aue, Iwein, Laudine, Minne, Handlungspotential, güete, triuwe, Mittelalter, höfische Epik, Romanfigur, Ehestiftung, Politik, Literaturwissenschaft, Frauenrolle

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Bedeutung der Romanfigur Lunete in Hartmanns von Aue Epos „Iwein“ und zeigt auf, dass sie entgegen ihrer sozialen Stellung als Zofe die zentrale handlungssteuernde Instanz ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Themenfelder umfassen höfische Ideale, die Funktion von Frauenfiguren im Artusroman, politische Handlungsfähigkeit, Loyalität, Schuld und die Vermittlerrolle zwischen den Protagonisten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage, warum Lunete als Zofe über mehr Handlungspotential verfügt als die Minnedame Laudine und wie sie die Entwicklung des Helden Iwein entscheidend lenkt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine chronologische Analyse der zentralen Textstellen des Epos „Iwein“, um die Charakterzüge und die funktionale Rolle Lunetes im Erzählverlauf aufzuzeigen.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert Lunetes Rollen als Lebensretterin, Ehestifterin, Anklägerin und „umsichtige Obskurantin“, wobei insbesondere ihre diplomatischen Fähigkeiten und ihre Rolle als moralische Instanz beleuchtet werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Zentrale Begriffe sind neben der Titelfigur Lunete vor allem Begriffe wie „güete“ (Güte), „triuwe“ (Treue), höfisches Frauenideal, Handlungssteuerung und politische Einflußnahme.

Inwiefern unterscheidet sich Laudines Rolle von der Lunetes?

Laudine wird als politisch inaktiv und hilflos dargestellt, um dem Ritter Iwein Raum für die Rolle des Retters zu geben, während Lunete als strategische Akteurin und Vermittlerin auftritt.

Warum wird Lunete im Fazit als „spiritus rector“ bezeichnet?

Sie wird so bezeichnet, da sie durch ihre messerscharfen Analysen und ihre geschickte, teils hinterlistige Diplomatie dafür sorgt, dass sich die Handlung zum Guten wendet und Iwein seine Rolle als Ritter und Herrscher wiedererlangen kann.

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Details

Title
Mehr als eine Zofe. Lunete als zentrale Romanfigur in Hartmanns von Aue "Iwein"
College
RWTH Aachen University  (Germanistisches Institut)
Course
Proseminar: Der >>Iwein<< Hartmanns von Aue
Grade
1,3
Author
Johanna Mett (Author)
Publication Year
2015
Pages
19
Catalog Number
V298336
ISBN (eBook)
9783656946670
ISBN (Book)
9783656946687
Language
German
Tags
Lunete Iwein Laudine Enite Erec Zofe Frauenfigur Frauenfiguren Hartmann von Aue Artusroman
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Johanna Mett (Author), 2015, Mehr als eine Zofe. Lunete als zentrale Romanfigur in Hartmanns von Aue "Iwein", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/298336
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