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Das Gräberfeld von Virunum. Aussagen zur sozialen Struktur der Stadtbevölkerung

Titel: Das Gräberfeld von Virunum. Aussagen zur sozialen Struktur der Stadtbevölkerung

Hausarbeit , 2015 , 22 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Dennis Hogger (Autor:in)

Archäologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der Vor- und Frühgeschichtlichen Archäologie sind Gräberfelder seit dem Beginn ihrer Erforschung die wichtigste Quelle, um die Sozialstruktur alter Kulturen zu entschlüsseln.
In dieser Arbeit soll unter Heranziehung verschiedener Quellengruppen das Gräberfeld der norischen Hauptstadt Virunum vorgestellt werden. Zunächst soll ein Überblick darüber gegeben werden, welche Forschungen zu diesem Gräberfeld bereits durchgeführt worden sind (Kap. 2). Nach einer allgemeinen Einführung zur Struktur des Gräberfeldes (Kap. 3) sowie einer Betrachtung des vorherrschenden Grabtyps, nämlich der Grabbezirke (Kap. 4), werden im Hauptteil wesentliche archäologische Befunde aus dem Gräberfeld vorgestellt (Kap. 5). Zur besseren Übersichtlichkeit wird dieser in vier Teile aufgeteilt. Zuletzt soll gefragt werden, welche Aussagen zur sozialen Struktur der Stadtbevölkerung von Virunum sich aus dem Gräberfeld ableiten lassen (Kap. 6).

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungsstand

3. Allgemeiner Überblick zum Gräberfeld von Virunum

4. Der Aufbau der Grabbezirke

5. Befunde der einzelnen Abschnitte

5.1 Die Gräber am decumanus

5.2 Die Gräber an der via Claudia – nördlicher Abschnitt

5.3 Die Gräber an der via Claudia – mittlerer Abschnitt

5.4 Die Gräber an der via Claudia – südlicher Abschnitt

6. Aussagen zur sozialen Struktur der Stadtbevölkerung von Virunum

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Gräberfeld der römischen Provinzhauptstadt Virunum, um anhand archäologischer Befunde – primär basierend auf Luftbildauswertungen – Aufschlüsse über die soziale Struktur der damaligen Stadtbevölkerung zu gewinnen und bisherige Forschungsmeinungen kritisch zu hinterfragen.

  • Strukturelle Analyse der römischen Gräberstraßen und Grabbezirke in Virunum.
  • Methodische Auswertung von Luftbildaufnahmen als archäologische Hauptquelle.
  • Kritische Diskussion der sozialen Stratifizierung anhand von Grabgrößen und -monumenten.
  • Vergleich der lokalen Befunde mit den allgemeinen Standards römischer Nekropolen.
  • Identifikation und Einordnung besonderer Grabformen wie Tumuli und turmartiger Bauten.

Auszug aus dem Buch

5.4 Die Gräber an der via Claudia – südlicher Abschnitt

In diesem Bereich lassen die Luftbildaufnahmen in Feld 45 eine 160 m lange Grabreihe erkennen (Abb. 12). Die Aufnahmen haben hier eine ausgezeichnete Qualität, weswegen man zu diesem Bereich wiederum gute Aussagen treffen kann.

Insgesamt können in dieser Grabreihe 16 Grabbezirke eindeutig unterschieden werden. Die zwei südlichen scheinen isoliert zu liegen. Die 14 Grabbezirke im Norden unterscheiden sich, abgesehen von den oben bereits genannten geringeren Maßen, nicht von den Grabbezirken am decumanus. Außergewöhnlich sind die zwei südlich liegenden Grabbezirke. Der südlichste der beiden scheint quadratisch zu sein, mit Maßen von 10 x 10 m. Das Grabmonument von 4 x 4 m scheint direkt in der Mitte der Ummauerung lokalisiert gewesen zu sein. Harl sieht hier eine „Mischform aus Grabbezirk und isoliert stehendem turmartigen Grabbau.“ Der nördlich davon gelegene Grabbezirk fällt mit seinen Ausmaßen aus dem Rahmen. Die Umfassungsmauern haben hier eine Länge von 44 m, und wirken in den Luftbildaufnahmen um einiges mächtiger als bei den anderen Grabbezirken. Im Inneren erkennt man eine annähernd kreisförmige Struktur. Harl interpretiert diesen Befund als Tumulusgrab: Im Inneren, so seine Interpretation, erhob sich ein Hügel von 18 m Durchmesser, der von einer kreisförmigen Steinsetzung umgeben war. Dass die auf den Lufbildaufnahmen erkennbare Struktur nicht mehr kreisförmig ist, erklärt sich aus der Überpflügung. Die Anlage wurde schließlich noch von einer mächtigen Umfassungsmauer umgeben. Solche Tumulusgräber sind bisher aus Noricum nicht bekannt. Ihre Existenz im Römischen Reich lässt sich aber anhand von zahlreichen Beispielen aus anderen Provinzen sowie vor allem aus den italischen Städten beweisen, sodass diese Interpretation durchaus gerechtfertigt ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung von Gräberfeldern als Quelle für die Sozialstruktur dar und umreißt den methodischen Ansatz sowie den Aufbau der Untersuchung zum Gräberfeld von Virunum.

2. Forschungsstand: Dieser Abschnitt gibt einen Überblick über die drei Hauptquellengruppen – Luftbilder, Steindenkmäler und Grabungsbefunde – und begründet die Entscheidung, primär die Luftbildaufnahmen heranzuziehen.

3. Allgemeiner Überblick zum Gräberfeld von Virunum: Hier wird der historische Rahmen Virunums als römische Neugründung unter Kaiser Claudius bis zur Aufgabe im 5. Jahrhundert kurz skizziert.

4. Der Aufbau der Grabbezirke: Es werden Form, Funktion und typische Ausmaße der als Familiengrabstätten genutzten Grabbezirke erläutert und mit Rekonstruktionen aus anderen Regionen in Beziehung gesetzt.

5. Befunde der einzelnen Abschnitte: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte archäologische Analyse der Gräber entlang des decumanus sowie in den drei Abschnitten der via Claudia.

6. Aussagen zur sozialen Struktur der Stadtbevölkerung von Virunum: Der Autor hinterfragt die These einer homogenen Sozialstruktur und argumentiert basierend auf Größen- und Ausstattungsunterschieden der Grabbezirke für eine deutliche soziale Stratifizierung.

7. Fazit: Das Fazit resümiert die Chancen und Grenzen der Luftbildarchäologie in Virunum und betont, dass die Untersuchung eine soziale Differenzierung innerhalb der Stadtbevölkerung wahrscheinlich macht.

Schlüsselwörter

Virunum, Provinzialrömische Archäologie, Gräberfeld, Grabbezirk, Luftbildarchäologie, Sozialstruktur, Noricum, Bestattungssitte, Grabmonumente, Aediculatyp, Tumulusgrab, soziale Stratifizierung, Familiengrabstätte, Siedlungsgeschichte, römische Stadtarchäologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Struktur des antiken Gräberfeldes der norischen Provinzhauptstadt Virunum, um die darin bestattete Gesellschaftsstruktur zu beleuchten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind der Aufbau der Grabbezirke, die räumliche Verteilung der Gräber an den Ausfallstraßen und die sozioökonomische Interpretation der archäologischen Befunde.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Hypothese einer sozial homogenen Bevölkerung Virunums kritisch zu prüfen und anhand der Befunde nachzuweisen, dass eine soziale Stratifizierung vorlag.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Untersuchung stützt sich primär auf die Auswertung von Luftbildaufnahmen des Virunenser Stadtgebiets, ergänzt durch punktuelle Grabungsbefunde und epigraphische Quellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Befundbeschreibung der verschiedenen Grababschnitte (decumanus und via Claudia) sowie eine anschließende soziologische Interpretation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Virunum, Grabbezirk, Luftbildarchäologie, soziale Stratifizierung und Provinzialrömische Archäologie gekennzeichnet.

Warum spielt das Tumulusgrab bei der Argumentation eine besondere Rolle?

Das Tumulusgrab stellt eine seltene Abweichung vom Standard dar und deutet auf den außerordentlichen Wohlstand einer Familie sowie mögliche Verbindungen zu vorrömischen, keltischen Traditionen hin.

Was lässt sich aus den Grabinschriften über die Bevölkerung ableiten?

Inschriften geben Hinweise auf historische Ereignisse, wie etwa die mögliche Verlegung einer Soldateneinheit, und belegen die Präsenz verschiedener gesellschaftlicher Schichten und Herkünfte.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Gräberfeld von Virunum. Aussagen zur sozialen Struktur der Stadtbevölkerung
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
1,7
Autor
Dennis Hogger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
22
Katalognummer
V298361
ISBN (eBook)
9783656948070
ISBN (Buch)
9783656948087
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gräberfeld Virunum Noricum
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dennis Hogger (Autor:in), 2015, Das Gräberfeld von Virunum. Aussagen zur sozialen Struktur der Stadtbevölkerung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/298361
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Leseprobe aus  22  Seiten
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