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Das Kollektive Gedächtnis. Erinnerungskultur und Generationengedächtnis

Title: Das Kollektive Gedächtnis. Erinnerungskultur und Generationengedächtnis

Scientific Essay , 2012 , 21 Pages , Grade: 9 Punkte

Autor:in: Tobias Kehm (Author)

History - Miscellaneous
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Woher stammt das Wissen, dessen wir uns alltäglich bedienen? Wie entstehen die Bilder, welche wir von Ereignissen im Kopf haben, die wir selbst gar nicht erlebt haben? Was bringen uns solche Erinnerungen und wo liegen Gefahren in dieser Art der Tradierung? Gibt es aktuelle Bezüge, die in heutiger Zeit das „Dasein“ und „Wirken“ eines kollektiven Gedächtnisses zeigen?
Die Argumentation wird maßgeblich auf Texte von Astrid Erll bezogen, ihre Darlegung wird jedoch nicht nur mit verschiedenen Historikern verglichen, sondern auch durch andere Fachwissenschaften ergänzt.

Behandelte Themen sind des Weiteren: Sonderforschungsbereich 434 ("Erinnerungskulturen“ und „Pluralität des Erinnerns“); Jacque LeGoff (Erinnerung als Rohstoff der Geschichte); Familiengedächtnis, Modell des sozialen Rahmens; drei Ebenen der Erinnerungskultur; Konzepte/Erscheinungsformen des Erinnerns: Memoria, invented tradition und Archiv,Oral History und Generationengedächtnis: „kommunikatives Gedächtnis“; Zygmund Baumann: „Social Memory Studies“ und „moralische Verantwortung“; die Zusammensetzung des kollektiven Gedächtnisses/ Wie kann man das System beschreiben?; Warum ist es wichtig fachbereichsübergreifend zu forschen?; Aktuelle Bezüge - Die BRD im Ausland: Warum wir mit „Altlasten“ leben müssen; Kann es in einem Kollektiv eine „wahre“ Vorstellung über den Verlauf der Geschichte geben?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Heranführung an die Thematik

Sonderforschungsbereich 434: „Erinnerungskulturen“ und „Pluralität des Erinnerns“

Jacque LeGoff : Erinnerung als Rohstoff der Geschichte

Familiengedächtnis, Modell des sozialen Rahmens

Die drei Ebenen der Erinnerungskultur

Konzepte/Erscheinungsformen des Erinnerns: Memoria, invented tradition und Archiv

Oral History und Generationengedächtnis: „kommunikatives Gedächtnis“

Zygmund Baumann: „Social Memory Studies“ und „moralische Verantwortung“

Zusammensetzung des kollektiven Gedächtnisses/ Wie kann man das System beschreiben?

Warum ist es wichtig fachbereichsübergreifend zu forschen?

Aktuelle Bezüge - Die BRD im Ausland: Warum wir mit „Altlasten“ leben müssen

Offene Fragen und Fazit – kann es in einem Kollektiv eine „wahre“ Vorstellung über den Verlauf der Geschichte geben?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des kollektiven Erinnerns in einer Gesellschaft und analysiert, wie individuelles Wissen durch soziale Bezugsrahmen geprägt, tradiert und legitimiert wird. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich kollektive Gedächtniskonstruktionen bilden, welche Gefahren der Heroisierung oder Verdrängung mit ihnen einhergehen und inwiefern eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesen Prozessen – etwa durch Oral History – möglich ist, ohne eine subjektive "Wahrheit" absolut zu setzen.

  • Grundlagen des kollektiven Gedächtnisses und soziale Rahmenbedingungen.
  • Methodische Konzepte wie Memoria, Invented Tradition und Archiv.
  • Die Rolle der Oral History im Generationengedächtnis.
  • Soziologische Perspektiven auf moralische Verantwortung und den Holocaust.
  • Aktuelle Fallbeispiele der deutsch-europäischen Erinnerungskultur und Krisenwahrnehmung.

Auszug aus dem Buch

Die drei Ebenen der Erinnerungskultur

Astrid Erll konstituiert zu diesem Thema in ihrem Text, dass die Kultur der Gesellschaft eine „warme Kultur“ sein soll. Sie darf nicht verhärtet sein und rückwärtsgewandt nur die Errungenschaften der Vergangenheit anerkennen. Sie stellt fest, „um erinnern zu können, benötigt man eine Erinnerungskultur“. Diese „Erinnerungskultur“ gliedert sich in drei Ebenen. In der ersten Ebene werden die Rahmenbedingungen des Erinnerns errichtet. Den Rahmen des Erinnerns bildet die Gesellschaftsformation, also der Typus der Gesellschaft, innerhalb der erinnert wird. Wird zum Beispiel in einer Adelsgesellschaft oder bürgerlichen Gesellschaft erinnert? Die Auslegungen der historischen Ereignisse werden teilweise enorme Abweichungen aufweisen, je nachdem im welchen Milieu eine Person aufgewachsen ist. „Jedes Kollektivgedächtnis hat als Träger eine in Raum und Zeit begrenzte Gruppe.“ So schreibt Assmann bereits im Jahre 1997 und lässt damit eine weitere Bedingung anklingen, das Zeitbewusstsein. Das Zeitbewusstsein einer Gesellschaft wird von der Geschwindigkeit, dem Umfang und der Art des historischen Wandels geprägt. Befindet man sich in einer Zeit von gesellschaftlichen und/oder wirtschaftlichen Umbrüchen, in der in einem kurzen Zeitraum vieles geschieht? Dies wäre zum Beispiel in der Zeit der Industriellen Revolution oder des Wirtschaftswunders der Fall.

Es ist darüber hinaus wichtig, die Wissensordnung einer Gesellschaft zu berücksichtigen. Es lassen sich unterschiedliche „Wissensweisen“ herausbilden, die für die Erinnerungskulturen wichtig sind. Darin enthalten sind zum Beispiel das Fortschreiten und das Verwalten von bereits bekanntem Wissen. Wird Wissen in weltlichen institutionellen Einrichtungen vermittelt, wie beispielsweise in Schulen oder Universitäten, oder liegt die Erziehung in der Hand der eigenen Familien oder geistlichen Oberhäuptern und Kirchen? Jede Institution „färbt“ die tradierten Informationen so, dass sie den eigenen Interessen am meisten dienlich sind.

Zusammenfassung der Kapitel

Heranführung an die Thematik: Einführung in die Fragestellung, wie kollektive Erinnerungsbilder entstehen und welche Risiken in der Tradierung von Geschichte liegen.

Sonderforschungsbereich 434: „Erinnerungskulturen“ und „Pluralität des Erinnerns“: Vorstellung des Forschungsansatzes, der Erinnerung nicht als statischen Informationsspeicher, sondern als dynamisches, plurales Phänomen begreift.

Jacque LeGoff : Erinnerung als Rohstoff der Geschichte: Untersuchung der historischen Disziplin, in der Erinnerung als Rohstoff dient, den Historiker kritisch aufbereiten müssen.

Familiengedächtnis, Modell des sozialen Rahmens: Analyse der subjektiven Einfärbung von Erinnerung durch familiäre Loyalitäten und die Gefahr der Verdrängung oder Heroisierung.

Die drei Ebenen der Erinnerungskultur: Strukturierung der Rahmenbedingungen, Wissensordnungen und Zeitbewusstsein innerhalb einer Gesellschaft.

Konzepte/Erscheinungsformen des Erinnerns: Memoria, invented tradition und Archiv: Detaillierte Betrachtung spezifischer Gedenkformen und der Konstruktion von Traditionen.

Oral History und Generationengedächtnis: „kommunikatives Gedächtnis“: Diskussion der Methode, mittels Zeitzeugenberichten die Lebenswelt der „einfachen Leute“ und des kommunikativen Gedächtnisses zu erschließen.

Zygmund Baumann: „Social Memory Studies“ und „moralische Verantwortung“: Soziologische Auseinandersetzung mit dem Holocaust als Resultat zivilisatorischer Prozesse und ethischer Verantwortung.

Zusammensetzung des kollektiven Gedächtnisses/ Wie kann man das System beschreiben?: Einordnung des Gedächtnisses in systemtheoretische Perspektiven und Unterscheidung von Mikro- und Makro-Erinnerungsebenen.

Warum ist es wichtig fachbereichsübergreifend zu forschen?: Plädoyer für einen interdisziplinären Ansatz zwischen Geschichtswissenschaft, Soziologie und Psychologie zur adäquaten Auswertung.

Aktuelle Bezüge - Die BRD im Ausland: Warum wir mit „Altlasten“ leben müssen: Fallstudie zur Wahrnehmung Deutschlands in der Euro-Krise und der symbolischen Instrumentalisierung von NS-Vergleichen.

Offene Fragen und Fazit – kann es in einem Kollektiv eine „wahre“ Vorstellung über den Verlauf der Geschichte geben?: Schlussbetrachtung, die die Konstrukthaftigkeit von Geschichte betont und die Unmöglichkeit einer objektiven "Gesamtwahrheit" feststellt.

Schlüsselwörter

Kollektives Gedächtnis, Erinnerungskultur, Oral History, Geschichtsbewusstsein, Soziale Rahmen, Memoria, Invented Tradition, Archiv, Generationengedächtnis, Holocaust, Identität, Interdisziplinarität, Erinnerungsfiguren, Historische Wahrheit, Kommunikatives Gedächtnis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen des kollektiven Erinnerns und wie Gesellschaften ihr Wissen über die Vergangenheit konstruieren und legitimieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen Gedächtnistheorien, die Rolle von Traditionen, die Bedeutung von Oral History sowie die ethische Verantwortung im Umgang mit historischen Traumata.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu analysieren, wie Erinnerung sozial gerahmt ist, welche Gefahren in der Tradierung liegen und ob eine objektive "wahre" Darstellung der Geschichte innerhalb eines Kollektivs überhaupt möglich ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse sowie auf einen interdisziplinären Ansatz, der Erkenntnisse aus der Geschichtswissenschaft, Soziologie und Psychologie kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich verschiedenen Konzepten wie Memoria, dem Archivwesen, der oralen Geschichtsschreibung sowie der soziologischen Bedeutung des kollektiven Gedächtnisses anhand von Fallbeispielen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kollektives Gedächtnis, Erinnerungskultur, Oral History, Geschichtsbewusstsein, Identität und Konstrukthaftigkeit.

Wie bewertet der Autor die Verwendung von Nazi-Vergleichen in aktuellen politischen Krisen?

Der Autor betrachtet diese Vergleiche als Ausdruck einer bewussten Instrumentalisierung von Geschichte, um die eigene Position in Streitsituationen zu stärken, sieht darin aber eine Gefahr für das tatsächliche Verständnis der Vergangenheit.

Welche Rolle spielt die "Oral History" bei der Untersuchung des kollektiven Gedächtnisses?

Oral History dient dazu, die subjektiven Erfahrungen der breiten Bevölkerung („der kleinen Leute“) einzufangen, die in offiziellen Archiven und Chroniken häufig unterrepräsentiert bleiben.

Warum betont der Autor die Notwendigkeit interdisziplinärer Forschung?

Nur durch die Zusammenarbeit von Historikern, Soziologen und Psychologen könne sichergestellt werden, dass neben den historischen Fakten auch die unterbewussten und sozialen psychischen Mechanismen des Erinnerns adäquat ausgewertet werden.

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Details

Title
Das Kollektive Gedächtnis. Erinnerungskultur und Generationengedächtnis
College
Justus-Liebig-University Giessen  (Geschichtsdidaktik)
Course
Aktuelle Fragen an die Oral History
Grade
9 Punkte
Author
Tobias Kehm (Author)
Publication Year
2012
Pages
21
Catalog Number
V298364
ISBN (eBook)
9783656948452
ISBN (Book)
9783656948469
Language
German
Tags
Astrid Erll Oral History kollektives Gedächtnis Altlasten der BRD Familiengedächtnis Erinnerungskultur Erinnerung Pluralität des Erinnerns
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tobias Kehm (Author), 2012, Das Kollektive Gedächtnis. Erinnerungskultur und Generationengedächtnis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/298364
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