Durch die stetig steigende Bedeutung der immateriellen Vermögenswerte in den letzten Jahrzehnten ist es nur verständlich, dass auch die Nachfrage gegenüber den Gesetzgebern und Rechnungslegungsinstitutionen nach geeigneten Aktivierungskriterien und Bewertungsmethoden gestiegen ist. Die deutsche Gesetzgebung hat im Rahmen des im Jahr 2009 verabschiedeten Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) unter bestimmten Voraussetzungen eine Aktivierungsfähigkeit für selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte eingeführt. In den International Financial Accounting Standards (IFRS) hat der Wandel dazu geführt, dass immaterielle Vermögenswerte vermehrt separat und nicht als Bestandteil des Goodwill (Geschäfts- oder Firmenwert) ausgewiesen werden müssen. Auch im Zuge der Bewertung tauchen immer neue Problemstellungen auf.
Ein kleiner Ausschnitt der Fragestellungen, die die heutige Rechnungslegung beschäftigt, lautet: Reichen diese Anpassungen, um dem schnellen ökonomischen Wandel der Wirtschaft gerecht zu werden? Muss die Bewertung der immateriellen Vermögenswerte eigenständig oder im Verbund mit anderen Vermögenswerten als Cash Generating Unit erfolgen? Wie lange wird der immaterielle Vermögenswert einen positiven Cashflow aufweisen und welcher Abschreibungsmethode ist zu folgen?
In der Konsequenz muss daher die Frage gestellt werden, inwieweit die Rechnungslegungssysteme in der Lage sind, immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer abzubilden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Problemstellung
- Gang der Untersuchung
- Grundlagen der immateriellen Vermögenswerte
- Definition
- Bedeutung
- Kategorisierung
- Managementorientierte Kategorisierung
- Kategorisierung im externen Rechnungswesen
- Abbildung immaterieller Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer nach HGB
- Vorbemerkung
- Bilanzierung
- Abstrakte Aktivierungsfähigkeit
- Konkrete Aktivierungsfähigkeit
- Bewertung
- Erstbewertung
- Folgebewertung
- Vorbemerkung
- Kriterien der unbestimmten Nutzungsdauer
- Außerplanmäßige Abschreibung
- Angaben im Anhang
- Abbildung immaterieller Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer nach IFRS
- Vorbemerkung
- Bilanzierung
- Abstrakte Aktivierungsfähigkeit
- Konkrete Aktivierungsfähigkeit
- Bewertung
- Erstbewertung
- Folgebewertung
- Überblick
- Anschaffungskosten- und Neubewertungsmodell
- Bestimmung der Nutzungsdauer
- Wertminderungstest (Impairment Test)
- Grundlegende Konzeption des Impairment Test
- Identifikation von Vermögenswerten mit Wertminderungspotenzial
- Impairment Test bei einzelnen Vermögenswerten
- Impairment Test auf der Ebene von Cash Generating Units
- Angaben im Anhang
- Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Bachelor-Thesis befasst sich mit der Bilanzierung von immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer nach den Regeln des Handelsgesetzbuches (HGB) und den International Financial Reporting Standards (IFRS). Ziel der Arbeit ist es, die rechtlichen und praktischen Aspekte der Bilanzierung immaterieller Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer zu analysieren und zu vergleichen. Dabei stehen die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Rechnungslegungsstandards im Fokus.
- Aktivierungsfähigkeit immaterieller Vermögenswerte nach HGB und IFRS
- Bewertung immaterieller Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer
- Wertminderungstests nach IFRS
- Angaben im Anhang zu immateriellen Vermögenswerten
- Praxisrelevanz der Bilanzierung immaterieller Vermögenswerte
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel der Arbeit stellt die Problemstellung und den Gang der Untersuchung dar. Kapitel 2 behandelt die Grundlagen der immateriellen Vermögenswerte, einschließlich ihrer Definition, Bedeutung und Kategorisierung. Das dritte Kapitel analysiert die Abbildung immaterieller Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer nach HGB. Es werden die Aktivierungsfähigkeit, die Bewertung und die Angabepflichten im Anhang untersucht. Kapitel 4 widmet sich der Bilanzierung immaterieller Vermögenswerte nach IFRS. Im Fokus stehen die Aktivierungsfähigkeit, die Bewertung, der Wertminderungstest und die Offenlegungspflichten im Anhang. Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse.
Schlüsselwörter
Immaterielle Vermögenswerte, unbestimmte Nutzungsdauer, Bilanzierung, HGB, IFRS, Aktivierungsfähigkeit, Bewertung, Wertminderungstest, Anhangangaben, Praxisrelevanz.
Häufig gestellte Fragen
Was sind immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer?
Dies sind Vermögenswerte (z.B. Markenrechte oder Lizenzen), bei denen zum Zeitpunkt der Bilanzierung kein Ende ihrer wirtschaftlichen Nutzbarkeit absehbar ist.
Wie unterscheidet sich die Bilanzierung nach HGB und IFRS?
Das HGB ist eher vorsichtsorientiert und schränkt die Aktivierung selbst erstellter Werte ein, während IFRS stärker auf den "Fair Value" und die separate Ausweisung von Werten setzt.
Was ist ein "Impairment Test" nach IFRS?
Da Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer nicht planmäßig abgeschrieben werden, müssen sie nach IFRS mindestens einmal jährlich auf Wertminderung (Impairment) geprüft werden.
Dürfen selbst erstellte immaterielle Werte nach HGB aktiviert werden?
Seit dem BilMoG (2009) gibt es unter bestimmten Voraussetzungen ein Aktivierungswahlrecht für selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte des Anlagevermögens im HGB.
Was ist eine "Cash Generating Unit" (CGU)?
Eine CGU ist die kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten, die weitgehend unabhängige Mittelzuflüsse erzeugt. Sie wird im IFRS oft für Wertminderungstests genutzt.
- Quote paper
- Alexander Deist (Author), 2014, Die Bilanzierung von immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer nach HGB und IFRS, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/298396