Mit der Zielgebung, mehr Kenntnisse über meine Heimatstadt und Region zu erhalten und weitere Einblicke in die Tätigkeitsfelder des Museums zu gewinnen - vor allem auch im Hinblick auf die Zusammenarbeit zwischen späterer Lehrtätigkeit und der Nutzung des Museums als außerschulischem Lernort - habe ich mich bei der Wahl meines Praktikumsplatzes für unser Heimatmuseum in Leer, Ostfriesland entschieden.
Dieses Museum war mir von den im vorherigen Jahr stattgefundenen Biedermeiertagen noch positiv in Erinnerung und so freute ich mich nach der Zusage des Museums auf ein interessantes Praktikum, in dessen Verlauf ich die Zusammenarbeit zwischen Schule und Museum stärken und mich mit den museumspädagogischen Aspekten beschäftigen und diese weiter ausarbeiten wollte.
Der Zeitpunkt meines Praktikums fiel in das hundertjährige Jubiläum des Vereins für Heimatschutz und Heimatgeschichte e.V. und da diese Feierlichkeit primäres Ziel war, war mir bewusst, dass ich mich in die Gestaltung dieses Festes einbringen würde. In diesem Rahmen des Praktikums erwartete ich somit Einblicke und Teilhabe in Teamarbeit und Organisation im Berufsalltag sowie den Erwerb von Kompetenzen in Organisation und Durchführung, Einbringung von eigener Kreativität bei der Gestaltung und ebenso Kenntnisgewinnung in Bezug auf die Heimatgeschichte und den alltäglichen Umgang mit Objekten im Museum.
Inhaltsverzeichnis
1. Erwartungen an das Praktikum und Ziele
2. Kurze Geschichte der Stadt Leer
3. Die Geschichte des Heimatmuseums
3.1. Die Bedeutung des Heimatvereins für die Stadt Leer
4. Die Ausstellung als Spiegel der Geschichte // die Dauerausstellung des Museums
5. Die Organisationsstruktur
6. Tätigkeiten, Arbeitsfelder und Prozesse
7. Kompetenzen die von den Mitarbeiter/innen erwartet werden
8. Welche Bedeutung hat das Museum als außerschulischer Lernort
9. Bewertung meines Praktikums
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit dokumentiert ein fachgeschichtliches Praktikum im Heimatmuseum Leer. Das Hauptziel besteht darin, die Arbeitsabläufe in einem lokalgeschichtlichen Museum zu reflektieren, die Bedeutung des Museums als außerschulischen Lernort zu untersuchen und die persönlichen Erfahrungen im Kontext der Museumsarbeit zu bewerten.
- Geschichte und historische Entwicklung der Stadt Leer
- Historische Entwicklung des Heimatmuseums und des Heimatvereins
- Museumspädagogische Konzepte und ihre Bedeutung für den Geschichtsunterricht
- Strukturen und Arbeitsfelder in der ehrenamtlich geprägten Museumspraxis
- Prozesse der Inventarisierung und Objektverwaltung
Auszug aus dem Buch
3. Die Geschichte des Heimatmuseums
Das Heimatmuseum der Stadt Leer, das in den beiden aus dem 18. Jahrhundert stammenden unter Denkmalsschutz stehenden Museumshäusern, die im Stil des niederländischen Historismus und Klassizismus erbaut sind, untergebracht ist, befindet sich nahe der alten Schiffsanlegestelle am Museumshafen sowie in Nähe des Rathauses und der Waage.
Mit der Gründung des "Vereins zur Errichtung einer Altertümer-Sammlung" im Jahre 1889 und der Einrichtung eines Museumszimmers im Rathaus wurde die Grundlage für das heutige Heimatmuseum Leer geschaffen. Der Bürgermeister August Diekmann, der eine wichtige Persönlichkeit in der Stadtgeschichte Leers darstellte, initiierte 1912 den Zusammenschluss des Altertumsvereins mit dem 1909 gegründeten Heimatverein.
Der bis dahin für die Öffentlichkeit nicht zugängliche, im Museumszimmer im Rathaus aufbewahrte Fundus an Altertümern bildete nun den Grundstock des Museums.
Im Frühjahr des Jahres 1912 richtete das „Haneburg-Kuratorium“ die in Mitleidenschaft gezogenen Räumlichkeiten wieder her und schuf somit Raum für die Sammlung, das Studierzimmer, ein Archiv sowie eine Bibliothek. Die Eröffnung der Räumlichkeiten in der Haneburg fand am 26. Juni 1912 statt.
Der erste Weltkrieg verhinderte die Umsetzung des Vorhabens, ein eigenes ostfriesisches Gulfhaus zu erwerben, und die Pläne des Bauvorhabens blieben unverwirklicht.
Obwohl der Verein im Jahre 1919 die gesamte Haneburg erwarb, sah er sich 1933 zu ihrer Rückgabe an die Stadt gezwungen, da die Nationalsozialisten dort eine Bauernschule einzurichten gedachten. Mit dem Verkaufserlös wurden das repräsentative Wohn-Packhaus Nr. 14 aus dem Jahre 1791 sowie das angrenzende Handelshaus Nr. 12 erworben, das den Namen „Kwang Hsü“ trug, da hier mit chinesischem Tee gehandelt wurde.
Nach Kriegszeiten, Besatzung, Aufräum- und Instandsetzungsmaßnahmen wurde das Museum am 25. Mai 1948 wiedereröffnet.
Das Klottje-Huus in der Neuen Straße 16, das als Veranstaltungsgebäude genutzt wird, kam erst 1981 hinzu.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Erwartungen an das Praktikum und Ziele: Der Autor erläutert die Beweggründe für die Wahl des Heimatmuseums Leer als Praktikumsort, insbesondere im Hinblick auf die spätere Lehrtätigkeit.
2. Kurze Geschichte der Stadt Leer: Dieses Kapitel bietet einen historischen Abriss der Entwicklung Leers, von den frühesten Siedlungsspuren bis zur Erhebung zur selbstständigen Stadt.
3. Die Geschichte des Heimatmuseums: Hier wird die Genese des Museums, ausgehend von frühen Sammlungsinitiativen bis hin zur heutigen räumlichen Situation, nachgezeichnet.
3.1. Die Bedeutung des Heimatvereins für die Stadt Leer: Es wird die Rolle des Heimatvereins bei der Stadtsanierung und dem Erhalt historischer Bausubstanz hervorgehoben.
4. Die Ausstellung als Spiegel der Geschichte // die Dauerausstellung des Museums: Eine detaillierte Beschreibung der verschiedenen Ausstellungsbereiche des Museums, von prähistorischen Funden bis zur Schifffahrtsgeschichte.
5. Die Organisationsstruktur: Das Kapitel beschreibt die vereinsbasierte Trägerschaft und die verschiedenen Arbeitsgruppen innerhalb des Heimatvereins.
6. Tätigkeiten, Arbeitsfelder und Prozesse: Hier werden die praktischen Aufgaben, wie der Objekteingang und die Inventarisierung, sowie die Herausforderungen des Museumsalltags beschrieben.
7. Kompetenzen die von den Mitarbeiter/innen erwartet werden: Diese Sektion behandelt die Anforderungen an die Ehrenamtlichen und die Bedeutung sozialer Kompetenzen für den Museumsbetrieb.
8. Welche Bedeutung hat das Museum als außerschulischer Lernort: Der Autor diskutiert das Potenzial des Museums als Ort des forschend-entdeckenden Lernens für Schülergruppen.
9. Bewertung meines Praktikums: Ein persönliches Resümee, das die gewonnenen Erfahrungen und die produktive Teamarbeit reflektiert.
Schlüsselwörter
Heimatmuseum Leer, Stadtgeschichte, Ostfriesland, Museumspädagogik, Außerschulischer Lernort, Ehrenamt, Vereinsarbeit, Denkmalschutz, Inventarisierung, Geschichtsunterricht, Kulturgut, Sammlungsmanagement, Heimatverein, Schifffahrtsgeschichte, Objektgeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert ein fachwissenschaftliches Praktikum im Heimatmuseum Leer und reflektiert dabei sowohl die historische Entwicklung des Museums als auch die praktische Museumsarbeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der Stadtgeschichte von Leer, der Geschichte und Organisation des Heimatvereins sowie der museumspädagogischen Relevanz von Heimatmuseen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, Einblicke in die Tätigkeitsfelder eines Museums zu gewinnen und die Bedeutung des Museums als außerschulischen Lernort für den Geschichtsunterricht zu erörtern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um einen Praktikumsbericht, der deskriptive Methoden zur Darstellung der Museumsabläufe und eine theoretische Auseinandersetzung mit museumspädagogischen Ansätzen kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die historische Genese der Stadt und des Museums, die Beschreibung der Dauerausstellung, die Organisationsstrukturen des Trägervereins sowie die alltäglichen Arbeitsprozesse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Heimatmuseum, Leer, Museumspädagogik, Stadtgeschichte, Ehrenamt, Inventarisierung und außerschulischer Lernort sind die Kernbegriffe.
Warum spielt die Altstadtsanierung in der Arbeit eine Rolle?
Sie illustriert die Bedeutung des Heimatvereins für das Stadtbild und dokumentiert, wie das Museum über das Sammeln von Objekten hinaus aktiv zur Denkmalpflege beiträgt.
Wie bewertet der Autor die Bedeutung der Ehrenamtlichen im Museum?
Der Autor betont, dass die Persönlichkeiten und Kompetenzen der Ehrenamtlichen die Grundlage des Museumsbetriebs bilden und die soziale Interaktion im Team für den Erfolg entscheidend ist.
- Arbeit zitieren
- Lena Lindemann (Autor:in), 2010, Fachpraktikum Geschichte im Heimatmuseum Leer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/298413