Werbung spielt in unserem heutigen Kontext eine weitaus größere Rolle, als in der Zeit, wo das Fernsehen gerade seine ersten Schritte vollzog. Werbung sei „die Kunst, auf den Kopf zu zielen und die Brieftasche zu treffen.“. So treffend formulierte es der amerikanische Journalist und Sozialkritiker Vance Packard (1914 – 1996) zu Lebzeiten. Doch Werbung ist mehr als nur „Geldbeschaffung“ – Werbung ist auch Sprache. Daher habe ich mir das Ziel gesetzt, die folgenden zwei Werbespots kurz sprachlich miteinander zu vergleichen. Dabei spielen natürlich Rechtschreibung, Reimschemata und Zeichensetzung keine Rolle, da es sich hierbei um Werbefilme und keinen „geschriebenen“ Text handelt. Zunächst erfolgt eine kurze Einführung, sowie Transkription der beiden Werbespots. Danach widme ich mich der Sprache, die in den Spots verwendet wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2. Historische Einordnung und kurze Erklärung der Werbespots
2.1 Transkriptionen der beiden Werbespots
2.1.1 der aus den 1940er Jahren
2.1.2 der aus den 2012er-Jahren
3. Analyse der Sprache in den beiden Spots
3.1 Einleitung
3.2 Sprache in dem älteren Spot
3.3 Sprache in dem jüngeren Spot
3.4 kurzer Vergleich der beiden Spots
4. kurzes Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, zwei Werbespots der Marke Persil aus unterschiedlichen Epochen (1948 und 2012) sprachlich miteinander zu vergleichen, um die Entwicklung der werblichen Ansprache und den Einfluss des Sprachwandels zu untersuchen.
- Vergleich von Zeichentrick-Werbung versus moderner Realfilm-Werbung
- Analyse rhetorischer Mittel und Markenbotschaften in verschiedenen Jahrzehnten
- Untersuchung des Einflusses von Anglizismen in der modernen Werbung
- Betrachtung von Geschlechterrollen in der medialen Kommunikation
- Diskussion über Authentizität und Verständlichkeit werblicher Slogans
Auszug aus dem Buch
3.2 Sprache in dem älteren Spot
Der Spot beginnt musikalisch unterlegt mit dem Zeigen des Matrosen, der auf einem Schiff Wäsche wäscht. Es kommt zunächst ein „am Bauch dreckiger“ Pinguin(=P1) zu ihm, deutet auf die weißen Hemden und sagt ihm (Name des Matrosen ist „Hein“), dass er gerne wieder weiß sein wolle. Hein lächelt und sagt, der Pinguin könne das gerne so haben. Es entwickelt sich ein Dialog zwischen den beiden bzw. zwischen Hein und später auch den anderen Pinguinen. Es folgt Heins Aufforderung an P1, dass P1 zu ihm kommen solle. Dann wird zum ersten Mal nach ca. 11 Sekunden der Markenname Persil, um den es geht, von dem Matrosen genannt und das Produkt in die „Kamera“ gehalten. Persil wird mit dem Attribut „goldrichtig“ beschrieben, hier sieht man den ersten Bezug zu einer Werbebotschaft, nämlich, dass Persil die Flecken des Pinguins schnell entfernen kann und dafür das richtige Produkt ist.
Hein wischt mit einem mit Persil (wohl) getränktem Lappen die Brust des Pinguins rein, sodass der Pinguin die uns allen bekannte Gestalt mit weißer Brust annimmt. Nun startet die Anfangsmusik erneut und die anderen unzähligen Pinguine kapern das Schiff. Hein ruft aus, was die ganzen Pinguine an Bord wollten. Alle Pinguine singen dann drei Mal „Persil“, hier wird deutlich, dass die Werbemacher bewusst auf die Zahl „3“ setzen, da diese z. B. in Märchen eine „magische“ Zahl darstellt. Durch die dreimalige Wiederholung des Markennamens soll eine möglichst intensive Verankerung im Gedächtnis des Käufers erreichen werden. Der Matrose nutzt dann eine Interjektion („Au Backe!“) und ist aufgrund der vielen Pinguine, die sich auch von ihm säubern lassen wollen, erschrocken, sodass er meint, sein Persil reiche nur noch für „weiße Westen“. Hier wird mit der deutschen Redewendung gearbeitet, die ja auch durch den Persilwerbespot entstanden sein soll.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung der Sprache in der Werbung und definiert das Ziel der Arbeit, zwei Persil-Werbespots sprachwissenschaftlich zu vergleichen.
2. Historische Einordnung und kurze Erklärung der Werbespots: Dieses Kapitel liefert den historischen Kontext zu den beiden Werbefilmen und enthält die transkribierten Dialoge beider Spots.
3. Analyse der Sprache in den beiden Spots: Hier erfolgt eine detaillierte linguistische Untersuchung der rhetorischen Mittel und der sprachlichen Strategien in den Werbespots, gefolgt von einem direkten Vergleich.
4. kurzes Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert kritisch über den zunehmenden Einsatz englischer Begriffe in der modernen deutschen Werbung.
Schlüsselwörter
Medienlinguistik, Werbung, Persil, Sprachvergleich, Rhetorik, Markenkommunikation, Anglizismen, Werbespot, Zeichentrick, Konsumentenansprache, Markenname, Werbesprache, Sprachwandel, Persil Mega-Caps, Marketingstrategie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die sprachliche Gestaltung von zwei Werbespots der Marke Persil, die in den 1940er-Jahren und 2012 produziert wurden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten gehören der Einfluss von Anglizismen, die Entwicklung von Werbemedien von Zeichentrick zum Realfilm sowie die veränderte Ansprache des Konsumenten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist ein sprachlicher Vergleich beider Spots, um aufzuzeigen, wie sich werbliche Kommunikation über Jahrzehnte hinweg gewandelt hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine medienlinguistische Analyse, welche die Transkriptionen der Spots sowie deren rhetorische Struktur untersucht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden beide Werbespots einzeln linguistisch analysiert und anschließend in einem direkten Vergleich gegenübergestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem mit den Begriffen Medienlinguistik, Werbesprache, Sprachwandel und Markenkommunikation beschreiben.
Warum spielt die Zahl „3“ im älteren Werbespot eine besondere Rolle?
Der Autor führt an, dass die Werbemacher bewusst auf die Zahl drei setzen, da sie in Märchen oft als „magische“ Zahl wahrgenommen wird und die Wiederholung den Markennamen besser verankert.
Wie bewertet der Autor den aktuellen Trend zur englischen Sprache in der Werbung?
Der Autor sieht diesen Trend kritisch und äußert die Sorge, dass die deutsche Sprache ihre Identität verliert, wenn zu viele englische Begriffe ohne echten Mehrwert für das Verständnis verwendet werden.
- Arbeit zitieren
- Knut Kumpe (Autor:in), 2011, Kurzer sprachlicher Vergleich zweier Persil-Werbespots aus den 1940er- und 2010er-Jahren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/298559