Angesichts der positiven Bewertung, die die Idee und das Konzept des selbstgesteuerten Lernens derzeit erfährt, werden einige Problembereiche, Defizite und offene Fragen aufgezeigt, die derzeit in der Diskussion um selbstgesteuertes Lernen wenig beachtet werden.
Im Folgenden wird der Bereich des selbstgeständigen Lernens aus lernpsychologischer und pädagogischer Sicht definiert und näher betrachtet. Im Kern wird u. a. ein tiefer Einblick in die Lernformen und Lernstrategien sowie in die Anforderungen an die Gesellschaft und die Person gewährt. Im Anschluss wird zusammengefasst, welche Förderungsmöglichkeiten bzw. Förderungsstrategien bezüglich des selbstgesteuerten Lernens vorhanden sind.
Zunächst wird erklärt, was unter dem Begriff „selbstgesteuertes Lernen“ zu verstehen ist. Insbesondere wird die aktuelle Relevanz diskutiert und geschaut, welche Lernstrategien am erfolgreichen selbstgesteuerten Lernen beteiligt sind (Kapitel 3). Selbstgesteuertes Lernen als gesellschaftliche Anforderung wird erörtert und anschließend wird skizziert, welche Anforderungen das selbstgesteuerte Lernen an den Lernenden, den Lehrenden und an die Umgebung stellt (Kapitel 4). Schließlich wird im darauffolgenden Kapitel aufgezeigt, wie selbstgesteuertes Lernen gefördert wird. Hierbei werden einzelne Strategien im Detail beleuchtet.
Inhaltsverzeichnis
1 Zusammenfassung
2 Einleitung
3 Selbstgesteuertes Lernen
3.1 Definition und Abgrenzung
3.2 Aktuelle Relevanz des Themas
3.3 Diskussion um das selbstgesteuerte Lernen
3.4 Lernstufen und Lernformen
4 Welche Anforderungen hat das selbstgesteuertes Lernen?
4.1 Selbstgesteuertes Lernen als gesellschaftliche Anforderung
4.2 Anforderungen an dem Lernenden
4.3 Anforderungen an den Lehrenden
4.4 Anforderungen an die Lernumgebung
5 Wie kann man selbstgesteuertes Lernen fördern?
5.1 Direkte Förderung durch Lernstrategie
5.2 Indirekte Förderung durch Gestaltung von Lernumgebungen
5.3 Prüfen von Selbstlernkompetenzen
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des selbstgesteuerten Lernens vor dem Hintergrund aktueller bildungspolitischer Anforderungen. Das primäre Ziel besteht darin, die theoretischen Grundlagen zu klären, die spezifischen Anforderungen an die beteiligten Akteure (Lernende, Lehrende) sowie die Lernumgebung zu analysieren und wirksame Förderungsstrategien aufzuzeigen.
- Definition und theoretische Abgrenzung des selbstgesteuerten Lernens
- Anforderungen an Lernende, Lehrende und die Lernumgebung
- Methoden der direkten Förderung durch Lernstrategietraining
- Ansätze der indirekten Förderung durch Umgebungsgestaltung
- Diagnostik und Prüfung von Selbstlernkompetenzen
Auszug aus dem Buch
3.1 Definition und Abgrenzung
Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Phänomen des selbstgesteuerten Lernens gehört seit vielen Jahren zum Forschungsgegenstand der Pädagogik sowie der pädagogischen Psychologie. Seit dem Anfang der 70´en Jahre findet eine verstärkte Zuwendung zu diesem Thema […] statt (Friedrich & Mandl 1990). Die unterschiedlichen Konzepte und Begriffsbestimmungen zum selbstgesteuerten Lernen in der Literatur unterscheiden sich zum Teil erheblich voneinander. Die Schwierigkeit liegt darin, dass im Prinzip jedes Lernen immer irgendwie selbst und fremdgesteuert zugleich ist. „ Allen neueren Lernkonzeptionen liegt ja die Auffassung zugrunde, dass Lernen ein Konstruktionsprozess des Subjekts ist. Deshalb ist ein Lernen ohne Beteiligung des Selbst nicht denkbar. Lernen findet aber immer auch in einem sozialen/kulturellen Umfeld statt, benötigt für die Konstruktion Information von außen und unterliegt damit Fremdeinwirkung“ (Prenzel 1993a, S. 240). Damit ist ein grundsätzliches Problem angesprochen, nämlich das Problem, ob die Abgrenzung von „selbst“ versus „fremd“ sich eindeutig vornehmen lässt bzw. überhaupt sinnvoll ist.
Als Lösungsmöglichkeit schlagen einige Autoren vor, selbstgesteuertes Lernen nicht als Gegenstück zum fremdgesteuerten Lernen zu definieren, sondern sie sprechen von einem Kontinuum, entlang dessen sich verschiedene Grade von Selbst- bzw. Fremdsteuerung im Lernprozess abzeichnen lassen.(vgl. Hollenstein 1994). Letztendes gibt es leider oder gerade wegen der vielen und verschiedenen Diskussionen über das Thema, die weltweit geführt werden, keine einheitliche, allgemein akzeptierte Definition.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Zusammenfassung: Gibt einen Überblick über die Bedeutung des selbstgesteuerten Lernens und die behandelten Schwerpunkte der Arbeit.
2 Einleitung: Beschreibt die Aktualität des Themas in der Bildungsdiskussion und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Anforderungen und Förderungsmöglichkeiten.
3 Selbstgesteuertes Lernen: Beleuchtet die theoretischen Hintergründe, diskutiert Definitionsansätze und ordnet verschiedene Lernstufen und -formen ein.
4 Welche Anforderungen hat das selbstgesteuertes Lernen?: Analysiert die komplexen Anforderungen, die das selbstgesteuerte Lernen an die Gesellschaft, Lernende, Lehrende und die Lernumgebung stellt.
5 Wie kann man selbstgesteuertes Lernen fördern?: Stellt zwei zentrale Ansätze der Förderung (direkt durch Lernstrategien und indirekt durch Gestaltung der Lernumgebung) vor und thematisiert die diagnostische Überprüfung.
6 Fazit: Führt die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit der Selbststeuerung in einer sich wandelnden Wissensgesellschaft.
Schlüsselwörter
Selbstgesteuertes Lernen, Lernkompetenz, Lernstrategien, pädagogische Psychologie, lebenslanges Lernen, Lernumgebung, Selbststeuerung, Wissensgesellschaft, Metakognition, Konstruktivismus, Lernmotivation, Bildungsdiskussion, Kompetenzentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Konzept des selbstgesteuerten Lernens, welches aufgrund aktueller gesellschaftlicher und technischer Veränderungen an hoher Relevanz gewonnen hat.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die Definition des Begriffs, die Anforderungen an verschiedene Akteure sowie praxisorientierte Förderstrategien im schulischen und bildungsinstitutionellen Kontext.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, welche konkreten Anforderungen das selbstgesteuerte Lernen stellt und durch welche methodischen Ansätze dieser Lernprozess gezielt gefördert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Hausarbeit, die den aktuellen Diskussionsstand der Pädagogik und pädagogischen Psychologie aufarbeitet und in einem strukturierten Rahmen darstellt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Begriffsbestimmung), eine Analyse der Anforderungen an Lernende, Lehrende und die Umgebung sowie eine detaillierte Darstellung von Förderansätzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Selbstgesteuertes Lernen, Lernstrategien, Lernkompetenz, Metakognition und Lernumgebungsgestaltung definiert.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen direktem und indirektem Förderansatz?
Der direkte Ansatz zielt auf die Vermittlung von Lernstrategien durch instruktionsorientierte Maßnahmen, während der indirekte Ansatz die Lernumgebung so gestaltet, dass Selbststeuerung ermöglicht und herausgefordert wird.
Welche Rolle nimmt der Lehrende beim selbstgesteuerten Lernen ein?
Die Rolle der Lehrkraft wandelt sich von der vorgebenden Instanz hin zum Moderator, Berater, Lernanreger und Motivator, der den Lernprozess eher aus dem Hintergrund unterstützt.
- Quote paper
- Hilal Koc (Author), 2014, Welche Anforderungen hat selbstgesteuertes Lernen und wie kann man es fördern?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/298570