Der Kalte Krieg. Die USA und die Weltpolitik nach 1945


Hausarbeit, 2012
13 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

1. Außenpolitik Stalins und seiner Nachfolger
1.1. Konferenz von Jalta - Beschlüsse und Ergebnisse
1.2. Satellitenstaaten als „Pufferzone“
1.3. Warschauer Pakt
1.4. NATO
1.5. Einflussnahme in Asien

2. Kalter Krieg
2.1. Wettrüsten
2.2. Konfrontation in Mitteleuropa Berlin-Krise
2.3. Kubakrise

3. Stellvertreterkriege
3.1. Koreakrieg 1950-
3.2. Vietnamkrieg
3.3. Sowjetunion und Afghanistan
3.4. Abrüstungsbemühungen
3.5. Friedens- und Protestbewegungen

4. Ende des Kalten Krieges: Wandel im Osten Gorbatschow: Glasnost und Perestroika

5. Nach dem Kalten Krieg: Demokratisierung ehemaliger Ostblock-Länder

6. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung:

Von 1945 bis 1991 war die Welt in zwei politische Lager geteilt: Im Ost-West-Konflikt standen sich auf der einen Seite die westlichen Demokratien unter Führung der USA und auf der anderen Seite die kommunistischen Staaten unter Führung der Sowjetunion unversöhnlich gegenüber.[1] Unter dem Begriff „Kalter Krieg“ wird die Auseinandersetzung zwischen den beiden Machtblöcken hinter den USA und der UdSSR nach 1945 verstanden. Der Begriff stammt von dem Journalist Walter Lippmann aus dem Jahre 1947.[2] Die beiden Siegermächte versuchten zwar, eine direkte militärische Konfrontation zu vermeiden, trotzdem lieferten sie sich mehrere heftige wirtschaftliche, diplomatische und ideologische Kämpfe, auch auf Kosten ihrer Satellitenstaaten. Gegensätzliche Interessen in Wirtschaft und Machtausübung bedingten gegenseitiges Misstrauen und Feindseligkeit in der eskalierenden ideologischen Auseinandersetzung.[3] Warum kam es zwischen den beiden Weltmächten nicht zur Verwirklichung einer gemeinsamen Friedenssicherungen nach dem Schrecken des Zweiten Weltkrieges?

Der Kalte Krieg ist eine „unmittelbare Folge des Zweiten Weltkrieges.“[4] Russland versuchte nicht nur in Europa, sondern auch in Asien seinen Machtbereich zu erweitern. Im Nahen Osten betraf das alle Staaten, die eine gemeinsame Grenze mit Russland hatten, besonders den Iran und die Türkei. Im Iran waren 1941 sowjetische Truppen stationiert worden, um die Versorgung Russlands mit kriegswichtigem Erdöl zu sichern. Nach dem Ende des Krieges weigerte sich die UdSSR, diese Truppen wieder abzuziehen. Deshalb kam es 1946 zu einer Konfrontation mit den Amerikanern.[5] Präsident Truman drohte sogar mit dem Einsatz von Atomwaffen. Diese Konfrontation kann man als Auftakt zum Kalten Krieg sehen.[6] Die USA versuchte „die weitere Ausbreitung des sowjetischen Machtbereichs zu verhindern - selbst unter Inkaufnahme eines allgemeinen Krieges.“[7] 1947 erklärten die USA in der Truman-Doktrin allen Staaten ihre Unterstützung, die sich von einer kommunistischen Einflussnahme bedroht sahen.[8] Die Amerikaner wollten die Eindämmung der Expansionsbestrebungen der Sowjetunion erreichen, die Außenpolitik der USA setzte sich deshalb ab 1947 öffentlich das Ziel, die weitere Ausdehnung des Kommunismus zu verhindern.[9] Der Marshall­Plan, der allen europäischen Ländern finanzielle Hilfe zum Wiederaufbau nach dem Krieg anbot, war wegen der daran geknüpften Bedingungen für die UdSSR aber nicht akzeptabel. Sie verboten auch ihren Satellitenstaaten die Teilnahme am Marshall-Plan.[10]

2. Außenpolitik Stalins und seiner Nachfolger:

2.1. Konferenz von Jalta- Beschlüsse und Ergebnisse

Die Konferenz von Jalta, auch Krim-Konferenz genannt, fand vom 4. bis 11. Februar 1945 im Seebad Jalta auf der Halbinsel Krim statt. Sie war ein diplomatisches Treffen der alliierten Staatschefs: Franklin D. Roosevelt (USA), Winston Churchill (UK) und Josef Stalin (UdSSR). Diese Konferenz wird häufig als zeitlicher Auftakt des Kalten Krieges gesehen.[11] Zum einen wurde das Thema der Aufteilung Deutschlands in Besatzungszonen und zum anderen die Teilung der Hauptstadt Berlin besprochen. Ziel der Konferenz war ebenfalls die bedingungslose Kapitulation und Entnazifizierung sowie Entmilitarisierung Deutschlands.[12]

Die Siegermächte hatten für die Zeit nach der Beendigung des Krieges unterschiedliche Interessen. Stalin wollte einen Sicherheitsring von Satellitenstaaten um die Sowjetunion legen.[13] Er bekam Zugeständnisse in Ostasien (Sachalin), ein Bündnis mit China und die Besetzung Nordkoreas wurden geduldet. Der Balkan, die Tschechoslowakei und die Baltischen Staaten wurden ebenfalls in Stalins Machbereich übergeben.[14] Italien gehörte zur westlichen Einflusssphäre, zu Polen hingegen gab es keine Einigung, es wurden aber Pläne für eine provisorische polnische Regierung entworfen, die das Land zu einer nationalen Einigung führen sollte.[15] Im Vordergrund der Krim- Konferenz stand ebenso die Entstehung des Entwurfs zur Charta der Vereinten Nationen. Dieser Gründungsvertrag sollte die „Verfassung“ der Vereinten Nationen werden.[16]

2.2. Satellitenstaaten als „Pufferzonen“

Satellitenstaaten waren diejenigen Staaten, welche nach dem II. Weltkrieg unter der Kontrolle der Siegermacht UdSSR „unabhängig“ wurden. Sie wurden die Mitgliedstaaten des Warschauer Pakts. Ihre Politik wurde von der Sowjetunion dominiert. Diese Staaten hatten wenig eigene Macht, ihre Beziehung zur UdSSR verlief gemäß der Doktrin des Parteichefs der KPdSU Leonid Breschnew.[17] Die Breschnew- Doktrin besagt, dass die UdSSR in anderen sozialistischen Staaten eingreifen darf, wenn deren sozialistische Entwicklung auf irgendeine Weise bedroht wird. Die Existenz der Deutschen Demokratischen Republik zum Beispiel beruhte auf der Präsenz des sowjetischen Militärs, sie musste als Satellitenstaat der Sowjetunion von dieser ihre eigene Souveränität ableiten.

Die DDR galt trotz Anerkennung als UNO-Mitglied 1973 für den Westen nach wie vor als Satellitenstaat der Sowjetunion.[18]

2.3. Warschauer Pakt

Der Warschauer Pakt wurde am 14. Mai 1955 als Gegenbündnis zur NATO gegründet und war zu dieser Zeit die wichtigste multilaterale Organisation des Ostblocks. Es galt das Prinzip der Nichteinmischung in innere Angelegenheiten anderer Verträge der Westmächte.[19] Durch den Pakt sollte der Weltfrieden und die Sicherheit dessen gewährleistet werden. Zu den Gründungsmitgliedern zählten die Volksrepubliken Albanien, Bulgarien, Polen, Rumänien, die Tschechoslowakei, Ungarn, die UdSSR und die DDR.[20] Es sollte eine einheitliche Zusammenfassung der Streitkräfte des Ostblocks und eine enge Gebundenheit an die Sowjetunion erreicht werden. Die Vertreter des Warschauer Pakts hatten ihren Sitz in Moskau und unterstanden dem sowjetischen Verteidigungsbüro. Zudem wurden Truppenstationierungsverträge festgelegt, ebenfalls die Grundsätze und Ziele der gemeinsamen Politik. Die Beteiligung an einem anderen Bündnissystem war strengstens verboten. Der Warschauer Pakt hatte folgende Zwecke zu erfüllen: Die gegenseitige Hilfe im Falle eines militärischen Angriffs auf ein Bündnisland, die Verknüpfung der Ostblockstaaten und die Sicherstellung der sowjetischen Vormacht. Dies führte zu einer zunehmenden Einschränkung der Souveränität der Mitgliedsstaaten.[21] Der einmal jährlich tagende „Politisch Beratende Ausschuss“ als übergeordnetes Gremium diente dazu, die außen- und militärpolitischen Vorstellungen der Sowjetunion zu bestätigen und die Grundsätze und Ziele der gemeinsamen Politik festzulegen.[22] Die UdSSR diktierte im „Politisch Beratendem Ausschuss“ faktisch alle politischen Entscheidungen des Warschauer Paktes, dabei waren die Mitgliedsstaaten laut Vertrag gleichberechtigt.

2.4. NATO

Die NATO (North Atlantic Treaty Organization) ist ein internationales militärisches Bündnis von 28 europäischen und nordamerikanischen Staaten.[23] Die Gründungsmitglieder 1949 waren Belgien, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Dänemark, Frankreich, Island, Italien, Kanada, Portugal, USA und Großbritannien. Gegründet wurde die NATO aufgrund der sowjetischen Bedrohung des Warschauer Pakts.

[...]


[1] Vgl. Steininger, Der Kalte Krieg, S. 10f.

[2] Vgl. Lukacs, Konflikte der Weltpolitik, S. 43.

[3] Vgl. Meier-Walser, Russland, S. 95.

[4] Lukacs, Konflikte der Weltpolitik, S. 9.

[5] Vgl. Hacke, Die Außenpolitik der USA seit dem Zweiten Weltkrieg, S. 88.

[6] Vgl. Czempiel, Weltpolitik der USA nach 1945, S. 31.

[7] Vgl. ebd., S. 103.

[8] Vgl. ebd., S. 40.

[9] Vgl. Steininger, Der Kalte Krieg, S. 50.

[10] Vgl. Roberts, Stalins Kriege, S. 352f.

[11] Vgl. Lukacs, Konflikte der Weltpolitik, S. 15.

[12] Vgl. Bodensieck, Der Kalte Krieg, S. 12f.

[13] Vgl. Czempiel, Weltpolitik der USA nach 1945, S. 140.

[14] Vgl. ebd., S. 25.

[15] Vgl. Bodensieck, Der Kalte Krieg, S. 15f.

[16] Vgl. ebd., S. 17f.

[17] Vgl. Meier, Sowjetrealität in der Ära Breschnew, S. 27.

[18] Vgl. Seidelmann, Die Außenpolitik der Sowjetunion, S. 153.

[19] Vgl. Woyke, Das internationale System nach 1945, S. 39.

[20] Vgl. Uschakow, Der Warschauer Pakt und seine bilateralen Bündnisverträge, S. 31f.

[21] Vgl. ebd., S. 35.

[22] Vgl. ebd., S. 38f.

[23] Vgl. Czempiel, Weltpolitik der USA nach 1945, S. 9.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Der Kalte Krieg. Die USA und die Weltpolitik nach 1945
Hochschule
Universität Vechta; früher Hochschule Vechta  (Institut für Geistes- und Kulturwissenschaften - Abteilung für Kulturgeschichte und vergleichende Landesforschung)
Veranstaltung
GS-9.2 Demokratieverständnisse im globalen Kontext nach 1945
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
13
Katalognummer
V298788
ISBN (eBook)
9783656952695
ISBN (Buch)
9783656952701
Dateigröße
460 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kalte, krieg, weltpolitik
Arbeit zitieren
Laura Endrizzi (Autor), 2012, Der Kalte Krieg. Die USA und die Weltpolitik nach 1945, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/298788

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