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Wahrgenommener Führungserfolg Leitender Ärzte in Bezug zur primären Führungsmotivation

Eine interviewbasierte Untersuchung am Beispiel von Chefärzten sächsischer Kliniken

Titel: Wahrgenommener Führungserfolg Leitender Ärzte in Bezug zur primären Führungsmotivation

Masterarbeit , 2014 , 145 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Jürgen Sonntag (Autor:in)

Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Hintergrund: Mehr als zehn Jahre nach den politischen Weichenstellungen hin zu mehr Wirtschaftlichkeit und Wettbewerb im Gesundheitswesen scheinen wichtige Transformationsprozesse in Organisation und Führung in Krankenhäusern noch nicht vollzogen, was die Anforderungen an das mittlere, ärztliche Management erhöht. Ziel der Studie war es, den wahrgenommen Führungserfolg von Chefärzten in Sachsen in Bezug zu den Zielen und dem Zielsetzungsprozess sowie der umgebenden Führungssituation zu analysieren.

Methode: 15 Chefärzte verschiedenster Krankenhäuser in Sachsen wurden zu einer qualitativen Querschnittstudie eingeladen. Erhoben wurden mittels teilstandardisierter Leitfadeninterviews auf der Grundlage der Zielsetzungstheorie die primäre Führungsmotivation (Ziele und Zielsetzungen), der wahrgenommene Führungserfolg, die entsprechenden Mediator- und Moderatorvariablen sowie die Umfeldbedingungen der Führungstätigkeit im Krankenhaus und individuelle Einstellungen zur Führung.

Ergebnisse: Im Zeitraum Dezember 2013/Januar 2014 beteiligten sich dreizehn Chefärzte an der Studie, aus der sich für die Stichprobe ableitet, dass ein verlagerter Zielsetzungsprozess auf die Ebene des mittleren, ärztlichen Managements und damit einhergehende Zielinkongruenz und Kontrollverluste in der Steuerung die Führungstätigkeit erschweren. Das hindert die Führungskräfte an einer optimalen Leistungsentfaltung und kann den Führungserfolg beeinträchtigen. Außer der Mitarbeiterzufriedenheit lässt sich kein wirksamer Faktor für die Unterstützung der Führungstätigkeit finden. Rollenverständnis und Einstellungen zu Emotionen im Krankenhaus bei Chefärzten spiegeln Unterschiede zur Wirtschaft wider.

Schlussfolgerungen: Eine gemeinsame Erarbeitung der Krankenhaus-Gesamtstrategie, die den Chefärzten Orientierung bei der Ausrichtung ihrer Abteilungsziele gibt und den Zielsetzungsprozess erleichtert, kann über den Zielspezifitätseffekt die Leistungsentfaltung der Führungskräfte und damit den Führungs- und Unternehmenserfolg optimieren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Hintergrund der Arbeit

1.2. Zielsetzung der Arbeit

1.3. Abgrenzung des Themas

2. Theoretische Vorüberlegungen

2.1. Führung und Führungserfolg

2.1.1. Führung

2.1.2. Führungserfolg

2.1.3. Zusammenhang zwischen Führung und Unternehmenserfolg

2.2. Zielsetzungstheorie

2.3. Selbstwirksamkeitserwartung

2.4. Umgebungsbedingungen der Führungstätigkeit im Krankenhaus

2.4.1. Veränderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen

2.4.2. Veränderungen der Personalsituation

2.4.2.1. Fachkräftemangel

2.4.2.2. Generation Y bzw. Millennials

2.4.2.3. Feminisierung der ärztlichen Profession

2.4.3. Veränderung der Führungssituation

2.5. Leitfragen und Hypothesen der Arbeit

3. Methode

3.1. Beschreibung der Stichprobe

3.2. Datenerhebung

3.2.1. Zielsetzung und Begründung der Methode

3.2.2. Festlegung der Variablen

3.2.3. Operationalisierung

3.2.3.1. Variablen der Zielsetzungstheorie

3.2.3.2. Organisationsvariablen der Führungssituation

3.2.3.3. Individuelle Variablen der Führungssituation

3.2.4. Konstruktion des Interviewleitfadens

3.3. Durchführungsplanung

3.4. Auswertung

4. Durchführung und Ergebnisse

4.1. Durchführung der Interviews

4.2. Ergebnisse

4.2.1. Daten zur Stichprobe

4.2.2. Variablen der Zielsetzungstheorie

4.2.2.1. Primäre Führungsmotivation

4.2.2.2. Moderatoren

4.2.2.3. Mediatoren

4.2.2.4. Führungserfolg

4.2.3. Organisationsvariablen der Führungssituation

4.2.3.1. Umfeldbedingungen

4.2.3.2. Führungsqualität vor Ort

4.2.3.3. Ressourcen und Unterstützung

4.2.3.4. Persönliche Einschätzungen

4.2.4. Individuelle Variablen der Führungssituation

4.2.4.1. Rollenverständnis

4.2.4.2. Grundhaltung zu Führung

4.2.4.3. Führungskräfteentwicklung

4.2.4.4. Ressourcendefizite

4.2.4.5. Emotionen

4.3. Zusammenfassung der Ergebnisse

5. Diskussion

5.1. Kritische Reflexion der Methode

5.1.1. Rolle des Interviewers

5.1.2. Verfahren der Inhaltsanalyse

5.2. Interpretation der Ergebnisse

5.2.1. Variablen der Zielsetzungstheorie

5.2.1.1. Primäre Führungsmotivation

5.2.1.2. Moderatoren

5.2.1.3. Mediatoren

5.2.1.4. Führungserfolg

5.2.2. Organisationsvariablen der Führungssituation

5.2.2.1. Umfeldbedingungen

5.2.2.2. Führungsqualität vor Ort

5.2.2.3. Ressourcen und Unterstützung

5.2.2.4. Persönliche Einschätzungen

5.2.3. Individuelle Variablen der Führungssituation

5.2.3.1. Rollenverständnis

5.2.3.2. Grundhaltung zu Führung

5.2.3.3. Führungskräfteentwicklung

5.2.3.4. Ressourcendefizite

5.2.3.5. Emotionen

5.3. Praxisbezogene Nutzenbewertung der Ergebnisse

5.4. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert den wahrgenommenen Führungserfolg von Chefärzten in sächsischen Krankenhäusern unter Anwendung der Zielsetzungstheorie, um zu untersuchen, wie sich aktuelle Umfeldbedingungen und Zielsetzungsprozesse auf das ärztliche Management auswirken.

  • Wahrgenommener Führungserfolg und Zielsetzungsprozesse bei Chefärzten
  • Einfluss von Umfeldbedingungen auf die Führungstätigkeit im Krankenhaus
  • Analyse der primären Führungsmotivation und Zielkonflikte
  • Bedeutung von Ressourcen, Selbstwirksamkeit und Emotionsmanagement
  • Praxisbezogene Analyse der Rolle des ärztlichen Managements

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Mit den politischen Weichenstellungen hin zu mehr Wirtschaftlichkeit und Wettbewerb im Krankenhaussektor entstand für die Krankenhäuser in den letzten Jahren eine bisher so nie wahrgenommene Situation einer existentiell veränderten, nunmehr deutlicher ökonomisch geprägten Arbeit unter Rationalisierungs- und Wettbewerbsdruck mit all den sich daraus ergebenden, teilweise grundlegend neuen Strukturen, Erwartungen und Empfindungen, Anforderungen und Auswirkungen.

Nach einer Studie vor Einführung der DRG zu Perspektiven und Empfehlungen für das Personalmanagement und Organisation bedeutet das für Krankenhäuser aufgrund einer einsetzenden, neuen Marktdynamik im Gesundheitswesen bisher nicht gekannte Anforderungen an Organisation und Führung. Diese Neuorientierung setzt engagierte Mitarbeiter voraus, demzufolge bedingt der Geschäftserfolg ein konsequentes Mobilisieren von Mitarbeiter-Knowhow. Interne und externe Anforderungen wirken auf den Unternehmenserfolg, der dabei bestimmt wird von den Kernvariablen Geschäftsfeldentwicklung, Organisation und Führung und Innovation und Unternehmenskultur.

Der sich derzeit allgemein vollziehende Wandel in der Organisation der Arbeitswelt, welcher sich durch zunehmenden Komplexitäts- und Flexibilisierungsgrad und steigende Anforderungen an die Arbeit selbst wie auch an das Management darstellt, ist damit auch in den Bereichen des Gesundheitswesens angekommen. Die „Initiative Neue Qualität der Arbeit“ identifizierte branchenunabhängig für die Gestaltung der zukünftigen Arbeitswelt vier Handlungsschwerpunkte: Personalführung, Chancengleichheit & Diversity, Gesundheit, Wissen & Kompetenz.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den ökonomischen Wandel und die damit verbundenen neuen Anforderungen an Führungskräfte im Krankenhaussektor.

2. Theoretische Vorüberlegungen: Dieses Kapitel definiert die Kernbegriffe Führung und Führungserfolg und führt die Zielsetzungstheorie sowie relevante Umfeldbedingungen im Krankenhaus ein.

3. Methode: Hier wird der methodische Rahmen der qualitativen Querschnittstudie erläutert, inklusive der Beschreibung der Stichprobe, Datenerhebung und Variablenoperationalisierung.

4. Durchführung und Ergebnisse: Dieser Hauptteil präsentiert die gewonnenen Daten aus den Experteninterviews mit Chefärzten und analysiert die verschiedenen Einflussfaktoren auf deren Führungstätigkeit.

5. Diskussion: Das Kapitel reflektiert kritisch die gewählte Methode, interpretiert die Ergebnisse im Kontext der theoretischen Grundlagen und bewertet den praxisbezogenen Nutzen für das Klinikmanagement.

Schlüsselwörter

Zielsetzungstheorie, Führungserfolg, Chefarzt, Krankenhaus, Personalmanagement, Selbstwirksamkeit, Führungsrolle, Organisationsentwicklung, Arbeitsbelastung, emotionale Intelligenz, Klinikführung, Ressourcenmanagement, Zielkonflikte, Gesundheitswesen, Führungskräfteentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Master-Thesis grundlegend?

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der primären Führungsmotivation von Chefärzten und deren wahrgenommenem Führungserfolg innerhalb des komplexen Umfelds von Krankenhäusern.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentral sind die Zielsetzungsprozesse im ärztlichen Management, die Auswirkungen ökonomischer Rahmenbedingungen auf die ärztliche Tätigkeit sowie die Rolle von Führung im modernen Krankenhaus.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, den wahrgenommenen Führungserfolg von Chefärzten in Sachsen in Bezug zu den Zielen, dem Zielsetzungsprozess und der spezifischen Führungssituation zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird für die Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine explorative, qualitative Querschnittstudie, die mittels teilstandardisierter Leitfadeninterviews mit 13 Chefärzten durchgeführt wurde.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden Ergebnisse zu Stichprobendaten, Variablen der Zielsetzungstheorie, organisationalen Bedingungen und individuellen Einstellungen der Chefärzte detailliert ausgewertet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Zielsetzungstheorie, Chefärzte, Krankenhausführung, Selbstwirksamkeit und psychische Belastung im Management.

Warum wird die Rolle der Geschäftsführung als kritisch betrachtet?

Die Untersuchung zeigt ein Defizit in der Kommunikation zwischen ökonomischem Top-Management und ärztlichem mittleren Management, was zu Zielinkongruenz und einer erschwerten Umsetzung von Strategien führt.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur Führungsqualität?

Der Autor schlussfolgert, dass die systematische Einbindung von Chefärzten in die Gesamtstrategie und eine bedarfsgerechte Führungskräfteentwicklung essenziell sind, um die Leistungspotenziale der Führungskräfte voll auszuschöpfen.

Ende der Leseprobe aus 145 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Wahrgenommener Führungserfolg Leitender Ärzte in Bezug zur primären Führungsmotivation
Untertitel
Eine interviewbasierte Untersuchung am Beispiel von Chefärzten sächsischer Kliniken
Hochschule
SRH Hochschule Riedlingen
Veranstaltung
Wissenschaftliche Abschlussarbeit
Note
1,3
Autor
Jürgen Sonntag (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
145
Katalognummer
V298809
ISBN (eBook)
9783656951469
ISBN (Buch)
9783656951476
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zielsetzungstheorie Chefärzte Krankenhaus Sachsen Führung Selbstwirksamkeitserwartung Führungsrollen Emotionen im Unternehmen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jürgen Sonntag (Autor:in), 2014, Wahrgenommener Führungserfolg Leitender Ärzte in Bezug zur primären Führungsmotivation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/298809
Blick ins Buch
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