Der Umgang mit Heterogenität in Ganztagsschulen

Mit Unterrichtsideen für die Integrierte Ganztagsschule


Hausarbeit, 2008

15 Seiten

Anonym


Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Definition von Heterogenität:
1. Schematische Darstellung
2. Formen von Heterogenität
3. Heterogenität in deutschen Schulen

II. Die Ganztagsschule (GTS)
1. Allgemein
2. Der Streit über die GTS
3. Meine Erfahrungen mit dem Konzept der GTS

III. Die Integrierte Gesamtschule (IGS)
1. Tafelbild:
2. Fragen
3. Interview mit einer Schülerin der Integrierten Gesamtschule B

IV. Problemorientiertes Lernen

V. Schlussreflexion

VI. Literaturliste

Internetquellen

Einleitung

Eines der größten Probleme des deutschen Schul- und Bildungssystems, auch im internationalen Vergleich (s. PISA- Studien), liegt neben unzureichender Finanzierung darin, dass in der Pädagogik Selektion vor Integration geht, Homogenität vor Heterogenität. Deshalb werde ich mich in diesem Portfolio vor allem mit „Heterogenität“, der Ganztagsschule und der Integrierten Gesamtschule befassen.

I. Definition von Heterogenität:

Heterogenität bezeichnet die Uneinheitlichkeit der Elemente einer Menge hinsichtlich eines oder mehrerer Merkmale. Im pädagogischen Zusammenhang wird der Begriff im Hinblick auf die Schüler einer Lerngruppe verwendet und beschreibt die Unterschiede von schulischen Leistungen, Begabungen, Unterschiede des Alters, Geschlechts sowie der Kultur.[1]

1. Schematische Darstellung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Formen von Heterogenität

Kinder unterscheiden sich in Kultur, Sprache, Wissensbasis, Intelligenz, Lernmotivation und durch die Fähigkeit, das Gelernte anzuwenden (Meta-Kognition). Man muss die Heterogenität der Schüler durch selbstgesteuertes, bzw. sachbezogenes Lernen gewährleisten. Dazu gehört auch eine frühe demokratische Erziehung. Heterogene Klassen bedeuten Unterschiedlichkeit ohne Aussondern. Weiterhin können altersgemischte Lerngruppen zu besseren zwischenmenschlichen Entwicklungen führen. Diese gemischten Lerngruppen fördern das gegenseitige Helfen und die Teamfähigkeit zwischen den Schülern. So werden Leistungsunterschiede ohne Druck z.B. durch Frontalunterricht verringert.

Die Lehrer müssen fördern, statt auszugrenzen. Die Schüler geben das Tempo an, in dem der Stoff durchgenommen wird, Aufgaben müssen erfolgversprechend gestellt werden, um den Schüler zu motivieren. Die Heterogenität in Schulen zu gewährleisten, ist eine ständige Herausforderung für die Lehrer. Das Kollegium muss sich immer wieder austauschen und eng mit den Förderpädagogen zusammenarbeiten. Man muss die Allgemeinheit davon überzeugen, dass das „Sitzenbleiben“ nicht nur eine Erniedrigung für den Schüler, sondern auch sehr teuer ist. Statistiken belegen, dass diese Kinder und Jugendliche später eher dazu neigen, die Schule zu schwänzen und durch Kriminalität auffallen, weil sie sich aufgegeben fühlen.

Schulen in Schweden und Finnland liefern den Beweis dafür, dass diese Theorie mit Erfolg in die Praxis umgesetzt werden kann. In diesen Institutionen ist das oberste Gebot, dass sich die Kinder und Jugendlichen „in der Schule an Leib und Seele wohlfühlen […], sie sollen ihre Stärken entwickeln, das Lernen soll Freude machen. Diese Schulkultur ist eine Kultur des Vertrauens.“ (Groeben, 2008: S.19). Aufgabe er Schule ist es, den Kindern und Jugendlichen dabei die bestmögliche Unterstützung zu geben.

Der Hauptunterschied zu unseren Schulen in Deutschland ist, dass es zwar Kernlehrpläne gibt, diese aber nicht der Selektion dienen. Das Ziel ist hier herauszufinden, welche Schüler weitere Fördermittel in Anspruch nehmen sollten und welche nicht. In einem derartigen integrativen Schulsystem ist „die Funktion solcher Vorgaben […] in erster Linie die didaktische und diagnostische Orientierung nd bildet somit die Grundlage für das System der Förderung.“ (Groeben, 2008: S.20). Dafür müssen jedoch Schule, Kommune, sozialpädagogische Institutionen, Berufsverbände und der Staat zusammenarbeiten und sich gegenseitig personell und finanziell unterstützen. Außerdem ist die Zufriedenheit beim Lehrpersonal in diesen Ländern ungleich höher als in Deutschland, da das Arbeitsumfeld besser ist. Das heißt, der Lehrer arbeitet immer mit einem anderen Pädagogen zusammen, hat sein eigenes Büro und das notwendige Material zur Verfügung. Aber auch die Einstellung seinem Beruf gegenüber ist lockerer und offener, weil er weiß, dass er bei seiner Ausübung nicht alleine steht. Und all das, obwohl er schlechter bezahlt wird als in Deutschland.

Wenn dieses System in Deutschland Fuß fassen soll, dann „müssen wir Lernen anders anlegen, alle Intelligenzen fördern, Stärken sehen und entwickeln, die kognitive Intelligenz nicht allen anderen überordnen, sondern das Zusammenwirken anstreben.“ (Groeben, 2008: S.22).

3. Heterogenität in deutschen Schulen

Der Begriff der „Heterogenität“, wie er bezogen auf die Gesellschaft verstanden wird, kann in Deutschland nur auf die Grundschule angewandt werden. Denn im deutschen Schulsystem beginnt nach der vierten Klasse die Selektion der Schüler. Durch das dreigliedrige System finden wir in Haupt- und manchen Gesamtschulen kaum Kinder aus besseren sozioökonomischen Verhältnissen. Diese verfügen meist über ein besseres kognitives Leistungspotenzial. Somit kann man festhalten, dass in deutschen Schulen eher die Homogenität vorherrscht.

Es gibt allerdings auch eine ethnisch- kulturelle Selektion Ende der vierten Klasse. Den meisten Kindern mit Migrationshintergrund stehen nicht genügend Fördermöglichkeiten zur Verfügung, um ihre Sprach- und Bildungsbenachteiligung schon in der Grundschule zu beheben. Denn viele Grundschullehrer schicken sie auf Grund ihrer fehlenden Deutschkenntnisse automatisch auf die Hauptschule (Vgl. Diehm, 2005: S.92/93).

Innerhalb der drei Schultypen in Deutschland gibt es ebenfalls eine Selektion. Das System teilt die Schüler in Jahrgangsklassen und in jedem Jahrgang wird noch einmal nach der Fähigkeit unterschieden, das jeweilige Ziel der Klasse zu erreichen.

Die Tatsache, dass die Heterogenität in deutschen Schulen noch nicht auf der Tagesordnung steht, ist auf verschiedene Gründe zurück zu führen, aber der schwerwiegendste liegt beim Lehrkörper. Die meisten Lehrkräfte nehmen Unterschiede in den Klassen nur wenig wahr. Das hängt ab von persönlicher Herkunft, Erfahrung und Bereitschaft, mit der Verschiedenheit zu arbeiten, von der Ausbildung, aber auch von ihrem Belastungsempfinden.

[...]


[1] (Vgl. http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Heterogenität)

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Details

Titel
Der Umgang mit Heterogenität in Ganztagsschulen
Untertitel
Mit Unterrichtsideen für die Integrierte Ganztagsschule
Jahr
2008
Seiten
15
Katalognummer
V298833
ISBN (eBook)
9783668094734
ISBN (Buch)
9783668094741
Dateigröße
497 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
integrierte ganztagsschule, IGS, GTS, ganztagsschule, heterogenität, integration
Arbeit zitieren
Anonym, 2008, Der Umgang mit Heterogenität in Ganztagsschulen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/298833

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