In vielen Bereichen des Lebens schreitet die Internationalisierung immer weiter voran. Die ganze Welt ist vernetzt und Informationen können ohne Zeitverzögerung in jedes Land verbreitet werden. Nicht nur im privaten Leben bedeutet das Umstellungen, sondern auch im Berufsleben wird in Zeiten der Globalisierung ein Blick über die Landesgrenzen hinaus wichtig, um Trends zu erkennen, oder um neue Geschäftsfelder in anderen Ländern zu gewinnen. Oftmals ist es aber nicht so einfach in anderen Ländern Fuß zu fassen, da Kultur-, Wirtschafts- und Sozialsysteme sich von den bekannten Standards unterscheiden oder Gepflogenheiten, die im eigenen Land selbstverständlich sind, in einem anderen Land nicht geduldet werden. Solche Missverständnisse lassen sich nie komplett verhindern, aber interkulturelle Kommunikation versucht diese so gering wie möglich ausfallen zu lassen.
Das Ziel dieser Arbeit ist es einen Überblick über die interkulturelle Kommunikation in Russland darzustellen. Als Fallbeispiel dient hierzu ein Unternehmen, welches eine Teilnahme an einer internationalen Messe plant und dort in Kontakt mit bestehenden und potentiell neuen Geschäftspartnern aus Russland tritt. Hierfür sollen Kommunikations- und Höflichkeitsregeln herausgearbeitet und für die Mitarbeiter zur Verfügung gestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Begrifflich – systematische Grundlegung
2.1 Der Begriff der Interkulturellen Kommunikation
2.2 Der Begriff der nonverbalen Kommunikation
3 Verhaltensregel für einen Messebesuch mit russischem Publikum
3.1 Messepräsentation des eigenen Unternehmens
3.2 Verhaltensregeln während eines Gesprächs
3.2.1 Die Anrede
3.2.2 Die Sprache
3.2.3 Der Gesprächsverlauf
3.3 Nonverbale Kommunikationsmerkmale
3.3.1 Begrüßung und Körperkontakt
3.3.2 Kleidungsordnung
3.3.3 Sonstige Tabus
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, einen fundierten Überblick über die interkulturelle Kommunikation im russischen Geschäftskontext zu geben und spezifische Verhaltensregeln für Unternehmen bei einer Messeteilnahme in Russland abzuleiten.
- Grundlagen der interkulturellen und nonverbalen Kommunikation
- Anforderungen an die Messestandpräsentation zur Statussignalisierung
- Etikette und Höflichkeitsformen in der russischen Geschäftswelt
- Bedeutung der persönlichen Beziehungsebene gegenüber der Sachebene
- Umgang mit kulturellen Tabus und nonverbalen Verhaltensmustern
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Die Anrede
Die Höflichkeitsformen sind ähnlich wie in Deutschland stark ausgeprägt. Die übliche Anrede in der russischen Geschäftswelt setzt sich aus der Höflichkeitsform Sie und Vor- und Vatersname zusammen. Der Vatersname oder auch Patronym genannt setzt sich aus dem Vornamen des Vaters und den Endungen –owitsch oder -ewitsch bei einem Mann, beziehungsweise den Endungen –owna oder -ewna bei einer Frau zusammen. Der Vatersname steht zwischen dem Vor- und dem Nachname.
Ein Beispiel: Der aktuelle Präsident der russischen Föderation heißt Wladimir Putin. Dessen Vater hieß mit Vorname ebenfalls Wladimir. Dieser Vorname bildet nun mit der Endung –owitsch den Vatersnamen. Der komplette Name des russischen Präsidenten lautet folglich: Wladimir Wladimirowitsch Putin. Die korrekte höfliche Anrede wäre nun: „Ich grüße Sie, Wladimir Wladimirowitsch!“
Diese ungewohnte Methode der Anrede wird von Ausländern aber meist nicht erwartet, beziehungsweise es wird verziehen, wenn der oftmals komplizierte Vatersname weggelassen und nur die Anrede aus Sie und Vornamen gewählt wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Internationalisierung und definiert das Ziel der Arbeit, kommunikative Hilfestellungen für deutsche Unternehmen bei Messekontakten in Russland zu bieten.
2 Begrifflich – systematische Grundlegung: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe der interkulturellen Kommunikation sowie der nonverbalen Signale und erläutert deren Bedeutung für das Verständnis kultureller Unterschiede.
3 Verhaltensregel für einen Messebesuch mit russischem Publikum: Der Hauptteil bietet praktische Ratschläge zu Messepräsentation, Gesprächsführung, Anrede, Distanzverhalten sowie zu dresscodespezifischen und kulturellen Tabus in Russland.
4 Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass der Aufbau einer persönlichen Beziehung die Grundvoraussetzung für geschäftliche Erfolge in Russland ist und eine fundierte kulturelle Vorbereitung essenziell bleibt.
Schlüsselwörter
Interkulturelle Kommunikation, Russland, Messepräsentation, Geschäftsetikette, Vatersname, Patronym, nonverbale Kommunikation, Beziehungsebene, Verhaltensregeln, Geschäftserfolg, kulturelle Tabus, Höflichkeitsformen, internationale Messen, Kontaktpflege, interkulturelle Kompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den kulturellen Herausforderungen für deutsche Unternehmen bei der Teilnahme an Messen in Russland und bietet einen Leitfaden für die Kommunikation mit russischen Geschäftspartnern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen interkultureller Kommunikation, die Gestaltung von Messeständen, spezifische Anredeformen, die Bedeutung der Beziehungsebene sowie nonverbale Verhaltensweisen und kulturelle Tabus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, Kommunikations- und Höflichkeitsregeln herauszuarbeiten, damit Mitarbeiter eines Unternehmens bei einer Messe in Russland einen positiven Eindruck hinterlassen und erfolgreich Kontakte knüpfen können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer literaturgestützten Analyse, bei der existierende Erkenntnisse der interkulturellen Kommunikation auf die spezifische Situation eines Messebesuchs übertragen werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in drei Abschnitte: die unternehmerische Präsentation, formale und inhaltliche Regeln für die Gesprächsführung und die Beachtung nonverbaler Signale wie Begrüßungsrituale und Kleidung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlüsselbegriffe sind Interkulturelle Kommunikation, Russland, Geschäftsetikette, Patronym und die Unterscheidung zwischen Beziehungs- und Sachebene.
Warum ist der Vatersname in der Anrede so wichtig?
In der russischen Geschäftswelt ist die offizielle Anrede mit Vor- und Vatersnamen ein Zeichen von Respekt und Höflichkeit, das den Status des Gegenübers würdigt.
Wie unterscheidet sich der russische Gesprächsstil vom deutschen?
Während in Deutschland ein sachorientierter Kommunikationsstil überwiegt, ist in Russland der personenorientierte Stil dominierend; das Vertrauen und die persönliche Beziehung müssen vorhanden sein, bevor geschäftliche Abschlüsse getätigt werden.
Welche Rolle spielt der Aberglaube bei Geschäftskontakten?
Der Aberglaube beeinflusst beispielsweise die Art der Begrüßung im Türrahmen oder die Anzahl der zu überreichenden Schnittblumen bei Geschenken, was für deutsche Geschäftsleute oft überraschend ist.
- Arbeit zitieren
- Philipp Feth (Autor:in), 2014, Interkulturelle Kommunikation in Russland. Verhaltensregeln für die Teilnahme an einer Messe mit russischem Publikum, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/298893