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Widerrufsrecht bei Verbraucherdarlehensverträgen. Eine Betrachtung zur Wirksamkeit der Anlage 2 zu § 14 Abs. 1 BGB-InfoV

Title: Widerrufsrecht bei Verbraucherdarlehensverträgen. Eine Betrachtung zur Wirksamkeit der Anlage 2 zu § 14 Abs. 1 BGB-InfoV

Seminar Paper , 2015 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sven Carlsen (Author)

Law - Civil / Private / Law of Obligation / Property Law
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Im Rahmen dieser Seminararbeit wird infolge einer kurzen Betrachtung der gegenwärtigen Situation die Diskrepanz zwischen gesetzgeberischer Intention und praktischer Absicht eines Widerrufsrechts bei Verbraucherdarlehensverträgen thematisiert. Der Schwerpunkt liegt auf der Frage, inwieweit sich Verträge aus dem Zeitraum 1.1.2002 bis 10.6.2010 noch heute wirksam widerrufen lassen. In diesem Zusammenhang werden die rechtlichen Aspekte einer für diesen Abschnitt gültigen Musterbelehrung heraus gestellt und die Gesetzeskonformität untersucht.

Aufgrund einer zunehmend verbraucherfreundlichen Rechtsprechung und der damit einhergehenden medialen Berichterstattung erfreut sich ein Widerruf von Verbraucherdarlehensverträgen infolge einer fehlerhaften Belehrung des Verbrauchers durch den Unternehmer zunehmender „Beliebtheit“. Eine Überprüfung der Verbraucherzentrale Hamburg zum 17.6.2014 hat ergeben, dass die Widerrufsbelehrung bei 79,4 % von insgesamt 1.823 ausgewerteten Verträgen mit Mängeln behaftet ist – eine hohe Quote, wenn man bedenkt, dass sich die Untersuchung auf einen Zeitraum von mehreren Jahren erstreckt hat. In vielen Fällen wurde die Darlehensvaluta bereits vollständig getilgt. Umso verwunderlicher erscheint es daher zunächst, dass der Darlehensnehmer oft erst mehrere Jahre später den Widerruf erklärt. Dies ist nicht zuletzt der zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses vorliegenden Unkenntnis des Darlehensnehmers über etwaige Vertragsmängel geschuldet. Durch die anhaltende Prozesslawine werden z. T. zeitlich sehr weit zurückliegende Sachverhalte durch die Gerichte aufgearbeitet. In den meisten Fällen ist streitig, ob die gesetzliche Widerrufsfrist überhaupt in Gang gesetzt wurde. Dies ist nicht der Fall, wenn die Widerrufsbelehrung fehlerhaft formuliert oder gestaltet wurde. Wichtig für eine Beurteilung ist die zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses geltende Rechtslage. Aufgrund der verschiedenen möglichen Konstellationen ist eine individuelle fallbezogene Prüfung oftmals unumgänglich.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Zweckmäßigkeit des Widerrufsrechts

III. Chronologie der Rechtsentwicklung

1. Rechtslage bis zum 31.12.2001

2. Rechtslage vom 1.1.2002 bis 1.11.2002

3. Rechtslage vom 2.11.2002 bis 10.6.2010

4. Rechtslage vom 11.6.2010 bis heute

IV. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Diskrepanz zwischen der gesetzgeberischen Absicht und der praktischen Anwendung des Widerrufsrechts bei Verbraucherdarlehensverträgen, wobei insbesondere die Wirksamkeit der Musterwiderrufsbelehrung im Zeitraum vom 1.1.2002 bis 10.6.2010 im Fokus steht.

  • Analyse der historischen Entwicklung des Widerrufsrechts in Deutschland
  • Untersuchung der Rechtskonformität der Anlage 2 zu § 14 Abs. 1 BGB-InfoV
  • Bewertung des Spannungsfeldes zwischen Verbraucherschutz und Rechtssicherheit
  • Diskussion über die Konkretisierungsbefugnis des Verordnungsgebers
  • Betrachtung der Auswirkungen fehlerhafter Belehrungen auf die Widerrufsfrist

Auszug aus dem Buch

III. Chronologie der Rechtsentwicklung

Der oft sehr spät erklärte Widerruf ist nicht zuletzt der zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses vorliegenden Unkenntnis des Darlehensnehmers über etwaige Vertragsmängel geschuldet. Durch die anhaltende Prozesslawine werden z. T. zeitlich sehr weit zurückliegende Sachverhalte durch die Gerichte aufgearbeitet. In den meisten Fällen ist streitig, ob die gesetzliche Widerrufsfrist überhaupt in Gang gesetzt wurde. Dies ist nicht der Fall, wenn die Widerrufsbelehrung fehlerhaft formuliert oder gestaltet wurde. Wichtig für eine Beurteilung ist die zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses geltende Rechtslage. Aufgrund der verschiedenen möglichen Konstellationen ist eine individuelle fallbezogene Prüfung oftmals unumgänglich. Aus diesem Grund ist es zunächst wichtig, die Chronologie der Rechtsentwicklung zu betrachten.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Verbraucherschutzes bei Darlehensverträgen ein und grenzt den Untersuchungsgegenstand auf den Zeitraum zwischen 2002 und 2010 ein.

II. Zweckmäßigkeit des Widerrufsrechts: Dieses Kapitel erläutert die Schutzfunktion des Widerrufsrechts für Verbraucher und diskutiert, warum dieses Instrument heute vermehrt für den Ausstieg aus bestehenden Verträgen („Widerrufsjoker“) genutzt wird.

III. Chronologie der Rechtsentwicklung: Der Hauptteil gliedert sich in vier Abschnitte, die die unterschiedlichen Rechtslagen von 2001 bis zur heutigen Zeit detailliert aufzeigen und die Wirksamkeit der jeweiligen Belehrungsmuster prüfen.

IV. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine abschließende Bewertung der Wirksamkeit der BGB-InfoV schwierig bleibt und die Einzelfallprüfung für Betroffene weiterhin essenziell ist.

Schlüsselwörter

Widerrufsrecht, Verbraucherdarlehen, BGB-InfoV, Musterwiderrufsbelehrung, Widerrufsjoker, Verbraucherschutz, Rechtsentwicklung, Fristbeginn, Vertragsmängel, Darlehensvertrag, Rechtssicherheit, Gesetzlichkeitsfiktion, Schuldrechtsmodernisierung, Widerrufsfrist, Rückabwicklung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Wirksamkeit der gesetzlich vorgegebenen Musterwiderrufsbelehrungen für Verbraucherdarlehensverträge und den rechtlichen Folgen bei deren Fehlerhaftigkeit.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die historische Rechtsentwicklung, die Prüfung von Belehrungsmustern auf Gesetzeskonformität sowie die Frage nach dem Umfang der Konkretisierungsbefugnis des Verordnungsgebers.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit Darlehensverträge aus dem Zeitraum 2002 bis 2010 heute noch wirksam widerrufen werden können und welche Rolle dabei die fehlerhafte Gestaltung der Belehrungen spielt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine juristische Facharbeit, die eine systematische Analyse von Gesetzesfassungen, Rechtsprechung (insbesondere EuGH und BGH) sowie einschlägiger Literatur zur Wirksamkeit der BGB-InfoV vornimmt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert chronologisch die verschiedenen Rechtslagen und untersucht kritisch, ob die Musterbelehrungen den Anforderungen des höherrangigen Rechts entsprachen oder den Verbraucher durch Unschärfen benachteiligten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Schlagworte sind Widerrufsrecht, Verbraucherdarlehen, BGB-InfoV, Musterwiderrufsbelehrung, Widerrufsjoker und Rechtssicherheit.

Inwiefern beeinflusste der "Widerrufsjoker" die mediale und juristische Wahrnehmung?

Die mediale Berichterstattung über den „Widerrufsjoker“ führte dazu, dass viele Verbraucher ihre alten Darlehensverträge rückwirkend anfechten, was eine „Prozesslawine“ auslöste und die Gerichte zur intensiven Aufarbeitung der Belehrungsmängel zwang.

Was schlussfolgert die Arbeit hinsichtlich der "ewigen Widerrufsfrist"?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass das „ewige Widerrufsrecht“ ein komplexes Rechtsinstitut bleibt, das maßgeblich von einer individuellen Prüfung abhängt, da eine pauschale Unwirksamkeit der Belehrungen nicht ohne Weiteres feststellbar ist.

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Details

Title
Widerrufsrecht bei Verbraucherdarlehensverträgen. Eine Betrachtung zur Wirksamkeit der Anlage 2 zu § 14 Abs. 1 BGB-InfoV
College
University of Applied Sciences for Public Administration of North Rhine-Westphalia; Duisburg
Course
Verbraucherschutz - Europäische Vorgaben und deren Umsetzung durch den deutschen Gesetzgeber
Grade
1,3
Author
Sven Carlsen (Author)
Publication Year
2015
Pages
20
Catalog Number
V298924
ISBN (eBook)
9783656953074
ISBN (Book)
9783656953081
Language
German
Tags
Verbraucherdarlehensverträge Widerruf BGB-InfoV Musterwiderrufsbelehrung Widerrufsjoker Widerrufsfrist ewiges Widerrufsrecht Kreditrecht Vorfälligkeitsentschädigung Zinsniveau
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sven Carlsen (Author), 2015, Widerrufsrecht bei Verbraucherdarlehensverträgen. Eine Betrachtung zur Wirksamkeit der Anlage 2 zu § 14 Abs. 1 BGB-InfoV, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/298924
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