„Absolute Gerechtigkeit gibt es nicht, und wenn jemand absolute Gerechtigkeit anstrebt, wird es furchtbar ungerecht.“
Dieses Zitat war sicher nicht unmittelbar für eine totale Gerechtigkeit auf dem Finanzmarkt gedacht, gewinnt aber zunehmend an Bedeutung in Form einer gerechten Verteilung von Risiken oder auch letztlich einer Solidargerechtigkeit.
In einer Zeit, in der unsere Finanzsysteme in der fortschreitenden Globalisierung angekommen sind, ist es nahezu unerlässlich sich auf Systeme und Ordnungen zu stützen, die zumindest ein Mindestmaß an Stabilität vermitteln.
Die Devisenmärkte, welche als grundständige Märkte auftreten, auf welchen verschiedene Währungen gegeneinander getauscht werden, funktionieren nach dem Prinzip des Angebotes und der Nachfrage, mit der Einschränkung, dass freie Geld- und Finanzmärkte vorliegen, und die entsprechenden politischen Voraussetzungen erfüllt sind.
In dieser Arbeit sollen die verschiedenen Arten der Devisenmarkt Interventionen vorgestellt werden, und welche Wirkung diese auf eine Volkswirtschaft haben. Ferner soll der Begriff der „Importierten Inflation“ vertieft werden, und die Ursprünge und geschichtliche Herkunft bestimmt werden, und in welcher Beziehung dieser zu den vorherrschenden Wechselkursordnungen steht.
Letztlich soll noch die Problematik hoher Auslandsverschuldungen einzelner Länder betrachtet werden. Dieses Thema hat in Zeiten der Rettungspakete, Garantien und Hilfen für Mitgliedsstaaten der Euro-Währungszone bedeutend an Brisanz gewonnen. Es wird untersucht, welche Problematiken durch die Auslandsverschuldung entstehen und welche Lösungsansätze existieren bzw. denkbar wären.
Inhaltsverzeichnis
1.0 Einleitung
2.0 Devisenmarkt-Interventionen und deren Wirkung auf inländische Volkswirtschaften
2.1 Voraussetzungen und Beispiele von Devisenmarkt-Interventionen
2.2 Wirkungen von Interventionen auf die inländische Volkswirtschaft
3.0 Wechselkursordnungen und deren Mischformen, Voraussetzungen für eine importierte Inflation?
3.1 Wechselkursordnungen und Mischformen
3.2 Importierte Inflation, Begriffsursprung und Erscheinungsarten
4.0 Ursprünge und Folgen hoher Auslandsverschuldung und Problemlösungsmöglichkeiten
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Funktionsweise und Auswirkungen von Devisenmarkt-Interventionen, untersucht den ökonomischen Begriff der importierten Inflation im Kontext von Wechselkursregimen und beleuchtet die Problematik der staatlichen Auslandsverschuldung sowie mögliche Lösungsansätze für betroffene Volkswirtschaften.
- Mechanismen und Wirkungsweisen von Devisenmarkt-Interventionen
- Wechselkursordnungen und ihre Bedeutung für die nationale Stabilität
- Ursachen und Auswirkungen der importierten Inflation
- Ökonomische Folgen einer hohen Auslandsverschuldung
- Strategien zur Bewältigung staatlicher Schuldenkrisen
Auszug aus dem Buch
3.2 Importierte Inflation, Begriffsursprung und Erscheinungsarten
„Inflationsursache für eine offene Volkswirtschaft, die z. B. dauerhaft hohe Exportüberschüsse aufweist oder wegen Rohstoffabhängigkeit den internationalen Preisschwankungen ausgesetzt ist. Eine importierte Inflation kann z. B. entstehen, wenn auf internationalen Rohstoffmärkten etwa für Mineralöl die Preise steigen und die inländischen Unternehmen ihre gestiegenen Produktionskosten als Preiserhöhungen weitergeben.“
Der Begriff „importierte Inflation“ geht auf Otmar Emminger den Bundesbankpräsidenten von 1977 – 1979 zurück. Dieser Ausdruck wurde sodann zum allgemeinen Sprachgebrauch.
Die importierte Inflation beschreibt in erster Linie inländische Inflationsvorkommen die aus einer Interaktion mit einer anderen Volkswirtschaft ausgeht.
Für die Beschreibung einer importierten Inflation müssen feste Wechselkurse vorausgesetzt werden. Unter dieser Annahme wird zudem eine Exportbestrebung einer Volkswirtschaft in eine andere Volkswirtschaft vorausgesetzt, in welcher eine erhöhte Inflation herrscht oder zumindest für die Zukunft vorausgesagt wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1.0 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung von stabilen Finanzmarktordnungen ein und umreißt die behandelten Themen Devisenmarkt-Interventionen, importierte Inflation und Staatsverschuldung.
2.0 Devisenmarkt-Interventionen und deren Wirkung auf inländische Volkswirtschaften: Dieses Kapitel erläutert die Möglichkeiten der Zentralbanken, durch Käufe oder Verkäufe von Währungen Einfluss auf den Wechselkurs und damit auf die inländische Wirtschaft zu nehmen.
3.0 Wechselkursordnungen und deren Mischformen, Voraussetzungen für eine importierte Inflation?: Hier werden verschiedene Wechselkursregime analysiert und aufgezeigt, wie diese in Verbindung mit festen Kursen zur Entstehung einer importierten Inflation beitragen können.
4.0 Ursprünge und Folgen hoher Auslandsverschuldung und Problemlösungsmöglichkeiten: Das Kapitel befasst sich mit den ökonomischen Konsequenzen einer hohen Staatsverschuldung sowie möglichen politischen und wirtschaftlichen Strategien zur Defizitminimierung und Entschuldung.
Schlüsselwörter
Devisenmarkt-Interventionen, Wechselkursordnungen, Importierte Inflation, Zentralbank, Volkswirtschaft, Geldpolitik, Außenwirtschaft, Auslandsverschuldung, Preisstabilität, Finanzmärkte, Staatsbankrott, Export, Globalisierung, Inflation, Währungskurse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt zentrale Aspekte der internationalen Währungsbeziehungen, insbesondere die Einflussnahme auf Wechselkurse, die Entstehung importierter Inflation und die Problematik staatlicher Auslandsverschuldung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Hauptthemen umfassen die Mechanismen von Devisenmarkt-Interventionen, die verschiedenen Typen von Wechselkursordnungen und die Ursachen sowie Folgen einer hohen Staatsverschuldung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Wirkungsweisen von geldpolitischen Interventionen und die ökonomischen Risiken für Volkswirtschaften durch Inflation und Verschuldung wissenschaftlich zu beleuchten und einzuordnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse ökonomischer Konzepte und deren Anwendung auf aktuelle wirtschaftspolitische Fragestellungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Wirkungen von Devisenmarkt-Interventionen auf die nationale Wirtschaft, die Theorie der importierten Inflation sowie Strategien zur Bewältigung von Staatsverschuldung detailliert erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Devisenmarkt-Interventionen, Wechselkursordnungen, importierte Inflation, Geldpolitik, Preisstabilität und Auslandsverschuldung.
Warum ist die Wahl des Wechselkursregimes für die importierte Inflation entscheidend?
Da die importierte Inflation in dieser Arbeit primär unter der Annahme fester Wechselkurse beschrieben wird, ist das Regime maßgeblich dafür, wie sich Preissteigerungen aus dem Ausland direkt auf das inländische Preisniveau übertragen.
Wie kann eine Zentralbank die eigene Währung beeinflussen?
Durch gezielte Käufe oder Verkäufe von Devisen oder der eigenen Währung auf dem Markt kann die Zentralbank das Angebot verknappen oder erhöhen und somit den Kurs aktiv auf- oder abwerten.
Was ist die Gefahr einer hohen Auslandsverschuldung laut der Arbeit?
Die Gefahr besteht in einem Teufelskreis aus steigenden Zinsbelastungen und sinkendem Vertrauen der Kapitalgeber, was bei unzureichender Gegensteuerung in einen Staatsbankrott führen kann.
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- Patrick Schmitt (Author), 2013, Spezielle Fragen der internationalen Währungsbeziehungen. Devisenmarkt, Wechselkursordnung und importierte Inflation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/298932